FondsAnbieter- Union Investment: Marktticker

22. Februar 2016 von um 10:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- Union Investment: Aktien

Aktienmärkte auf Erholungskurs

Der Optimismus ist in der zurückliegenden Handelswoche an die internationalen Aktienmärkte zurückgekehrt. Angetrieben von erfreulichen US-Konjunkturdaten und einer deutlichen Erholung der Ölpeise legte der MSCI World Index in lokaler Währung bis Donnerstagabend um 3,9 Prozent zu.

Für die Erholung beim Rohölpreis sorgte das Abkommen von Doha. Die OPEC-Staaten Saudi-Arabien, Katar und Venezuela haben gemeinsam mit Russland Bereitschaft signalisiert, ihre Förderkapazitäten auf dem Produktionsniveau von Januar einzufrieren. Eine Begrenzung der Förderquoten könnte das am Markt vorherrschende Überangebot auf mittlere Sicht reduzieren. Der Preis für ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent legte im Wochenverlauf daher zeitweise um bis zu sechs auf knapp 36 US-Dollar zu. Da die Umsetzung der Förderbeschränkung jedoch von der Zustimmung weiterer OPEC-Mitglieder wie dem Iran und dem Irak abhängig ist, kehrte bald wieder Ernüchterung ein: Denn der Iran wird sich an einem Einfrieren der Ölmenge nicht beteiligen. Stattdessen soll die iranische Förderung weiter gesteigert werden, bis das Produktionsniveau vor Einführung der Atomsanktionen erreicht ist. Zum Wochenausklang notierte der Rohölpreis daher wieder etwas niedriger bei gut 33 US-Dollar je Barrel.

RWE streicht Dividende

Vor dem geplanten Konzernumbau wartet RWE mit Hiobsbotschaften auf: Der Energieriese streicht die Ausschüttung für seine 576 Millionen Stammaktionäre gänzlich, lediglich die 39 Millionen Vorzugsaktionäre des Konzerns erhalten für das abgelaufene Geschäftsjahr eine kleine Dividende von 0,13 Euro je Anteilsschein. Grund für das Streichen der Ausschüttung ist das maue Ergebnis, das der Energiekonzern im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielt hat: Für 2015 steht ein Nettoverlust von 200 Millionen Euro zu Buche, der im Wesentlichen auf drastische Wertberichtigungen auf Kohle-, Atom- und Gaskraftwerke zurückzuführen ist. Anleger reagierten entsetzt auf die Pläne des Unternehmens: Die Aktien gaben am Mittwoch in der Spitze um über 15 Prozent nach.

Allianz steigert Gewinn

Wegen gestiegener Ausgaben für Katastrophenschäden und anhaltender Mittelabflüsse bei der US-Fondstochter Pimco hat Europas größter Versicherer Allianz sein selbst gestecktes Gewinnziel im abgelaufenen Jahr nicht ganz erreicht. Pimco bleibt das Sorgenkind des Allianz-Konzerns: Die Mittelabflüsse haben sich zwar im Vergleich zum Vorjahr halbiert – allerdings zogen Anleger allein im vierten Quartal 2015 acht Milliarden Euro aus Pimco-Fonds ab. Zum Jahresende verwaltete die Fondsgesellschaft fast zehn Prozent weniger Kundengelder als zwölf Monate zuvor. In Summe stieg das operative Ergebnis der Allianz 2015 allerdings um 3,2 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro – damit haben die Münchner ihre eigenen Gewinnerwartungen von 10,8 Milliarden Euro nur leicht verfehlt. Die Aktionäre werden am Gewinnplus mit einer höheren Ausschüttung beteiligt. Für das Jahr 2015 soll die Dividende von 6,85 auf 7,30 Euro steigen. Für das laufende Jahr erwartet Vorstandschef Oliver Bäte ein operatives Ergebnis zwischen zehn und elf Milliarden Euro. Den Anlegern ist das nicht genug: Die Aktie gab nach Bekanntgabe der Nachricht im vorbörslichen Handel gut zwei Prozent ab.

Renten

Freundliche Woche – Anleger wieder risikobereiter

Ausgehend von schwachen Aktienkursen standen vor allem die risikobehafteten Rentensegmente in den vergangenen Wochen unter Druck. Mit der jüngsten Gegenbewegung an den Aktienmärkten hellte sich in den letzten Handelstagen auch die Stimmung an den Anleihemärkten spürbar auf. Bei europäischen Staatsanleihen zählten dabei Papiere aus den Peripherieländen zu den größten Gewinnern, schließlich hatten diese zuvor auch stark verloren. Sowohl in Spanien und Italien als auch in Irland kamen die Renditen daher zurück. Die größten Bewegungen waren allerdings in Portugal auszumachen. Lag die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen Mitte letzter Woche noch bei rund vier Prozent, waren es Freitagmittag lediglich noch 3,4 Prozent.

Wenngleich die Risikoaversion etwas zurückging, tat das der Nachfrage nach den als sicher geltenden Anleihen keinen Abbruch. Sie standen in der Gunst der Anleger weiter oben. Anders als US Treasuries, die zwischenzeitlich auch Verluste hinnehmen mussten, ging die Rendite für Bundesanleihen weiter zurück. Als Erklärung dafür kommen gleich mehrere Faktoren in Betracht. Zunächst einmal werden in den kommenden Tagen nur wenige neue Papiere begeben. Da die Europäische Zentralbank aber weiter als Käufer aktiv ist, ergibt sich allein daraus eine hohe Nachfrage. Darüber hinaus sind die Sorgen um einige italienische Banken nicht vom Tisch und auch vom EU-Gipfel ist kein Durchbruch zu erwarten. Die Flüchtlingsfrage mit der Türkei wird wohl nicht gelöst werden können, da die türkische Delegation aufgrund der Anschläge in Ankara gar nicht erst angereist ist. Ferner laufen die Verhandlungen mit Großbritannien schleppend. Um ein Ausscheiden des Vereinigten Königreiches aus der EU zu vermeiden, wird gerade eine Reihe an Sonderregelungen verhandelt. Schlussendlich gab es noch Gerüchte bezüglich des Kaufinteresses von größeren Investoren aus Asien. Ende der Woche betrug die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen nur noch 0,19 Prozent. Zu Jahresbeginn waren es noch dreimal soviel gewesen.

Notenbanken werfen Nebelgranaten

Auch in dieser Woche meldeten sich wieder verschiedene Notenbanker zu Wort. Von Seiten der EZB gab es Bemühungen, die Erwartungen an das nächste Treffen nicht zu groß werden zu lassen. Im Dezember hatten die Währungshüter weitere Maßnahmen beschlossen, deren Wirkung aber schnell verpuffte, weil sich Marktteilnehmer mehr erwartet hatten. Von Seiten der US-Notenbank kommen sehr unterschiedliche Signale. Einige Mitglieder sorgen sich um die konjunkturelle Entwicklung in anderen Ländern, andere nicht. Fed-Gouverneure aus einem Bezirk mit großen Industriestandorten registrieren die Schwäche in dem Sektor und sprechen sich zunehmend gegen weitere Zinsanhebungen aus. Andere Mitglieder wollen jedoch am eingeschlagenen Zinspfad festhalten. Auch wenn eine weitere Leitzinserhöhung in den letzten Wochen unwahrscheinlicher geworden ist, vom Tisch ist sie deshalb noch nicht.

Beruhigung bei Unternehmensanleihen

Die freundliche Stimmung der letzten Tage hat zu einer Beruhigung bei Unternehmensanleihen und wieder steigenden Kursen geführt. Auch die Liquiditätslage zeigte sich etwas verbessert.

Ausblick

Die neue Woche startet mit den vielbeachteten Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich, Deutschland und den USA. Sie sind wichtige Frühindikatoren und werden darüber Aufschluss geben, wie sich die relevanten Volkswirtschaften derzeit entwickeln.

Am Dienstag folgt der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland. Im letzten Monat war der Umfragewert leicht schwächer ausgefallen. Die Finanzmarktturbulenzen, Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung weltweit und die zunehmenden politischen Querelen in der EU dürften die Stimmung in den befragten Unternehmen belasten. Ein weiterer Rückgang des Barometers dürfte daher nicht überraschen, zumal in jüngster Vergangenheit eine sehr positive Stimmung herrschte und angesichts der aktuellen Ereignisse nun etwas Korrekturbedarf ansteht.

Die Daten zur Kreditvergabe im Euroraum für Januar am Donnerstag werden aufzeigen, ob die Niedrigzinspolitik der EZB die beabsichtige Ankurbelung der Wirtschaft wirklich zu fördern vermag.

Wichtige US-Daten beenden die kommende Woche. Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan dürfte auf stabil hohem Niveau verharren und für wenige Marktimpulse sorgen. Ganz anders hingegen die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter. Mit Blick auf die Schwäche im Industriesektor sind die Erwartungen eher verhalten.

 

union investmentÜber Union Investment
Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

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