FondsAnbieter- Union Investment: Marktticker

17. Februar 2016 von um 10:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- Union Investment: AktienFortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.

Globale Börsen im Abwärtstrend

Der Abwärtstrend an den globalen Aktienmärkten bleibt ungebrochen. Unter dem Einfluss wachsender Konjunktursorgen gab der MSCI World Index in lokaler Währung bis Donnerstagabend 3,6 Prozent ab. Einmal mehr stand die Eurozone besonders unter Druck, der Leitindex EURO STOXX 50 schloss 4,9 Prozent tiefer. Der deutsche DAX fiel am Donnerstag sogar auf den niedrigsten Schlusskurs seit Oktober 2014. Die US-Märkte konnten sich der Bewegung nicht entziehen, der S&P 500 Index verlor bis Freitagnachmittag 1,7 Prozent. An den Börsen der Schwellenländer wurden ebenfalls rote Zahlen geschrieben, der MSCI Emerging Markets Index fiel um 3,6 Prozent in lokaler Währung.

Es waren insbesondere die europäischen Banken, die für Belastungen an den Märkten sorgten. Investoren fürchteten offenbar, dass eine globale Konjunkturschwäche in Zeiten niedriger Zinsen zum einen die Ertragsseite belasten und zum anderen die Zahl der Kreditausfälle nach oben treiben könnte. Es folgte ein Abverkauf am Markt für Bankanleihen, der sich auch auf die Aktienbörsen übertrug. Bis Donnerstag stand der europäische Bankenindex mit fast elf Prozent im Minus. Erst am Freitag deutete sich eine Erholung an und die Finanzwerte konnten ihre Verluste etwas eingrenzen.

Commerzbank will wieder Dividende zahlen

Dabei waren die Zahlen aus der Kreditbranche in der abgelaufenen Woche zumindest nicht vollends enttäuschend. So konnte die Commerzbank die Analysten mit einem Gewinn von gut einer Milliarde Euro für das Jahr 2015 überraschen. Zum Vergleich: Der Branchenprimus Deutsche Bank musste den Investoren unlängst ein Minus von 6,8 Milliarden Euro beichten. Ursache für das Plus bei der Commerzbank waren nach Angaben des Instituts die positive Entwicklung der Privatkundensparte sowie rückläufige Risiken im Geschäft mit Schiffs- und Immobilienfinanzierungen, die in der hauseigenen Bad Bank gebündelt worden waren. Auch wenn die einst formulierten Renditeziele des Instituts noch nicht erreicht sind, will die Bank die Aktionäre erstmals seit der Finanzkrise mit einer Dividende am Erfolg teilhaben lassen. Die Aktie stieg nach Vorlage der Zahlen um bis zu 17 Prozent.

Star Wars spült Geld in Disneys Kassen

Der neue Star-Wars-Film erweist sich unterdessen als Glücksgriff für Walt Disney. Der siebte Teil der Saga bescherte dem US-Konzern ein Rekordquartal, der Gewinn stieg im Dreimonatszeitraum um fast ein Drittel auf 2,9 Milliarden USDollar. Auch das Geschäft mit den Vergnügungsparks lief gut. Als Sorgenkind erwies sich hingegen der Sportsender ESPN, der unter anderem aufgrund gestiegener Programmkosten Probleme hatte. Trotz des Rekordquartals gab die Aktie deshalb nachbörslich auch um fast drei Prozent nach.

Am deutschen Immobilienmarkt hat sich der seit Monaten anhaltende Übernahmekampf entschieden. Vonovia wird die kleinere Konkurrentin Deutsche Wohnen nicht kaufen. Vonovia konnte trotz einer verlängerten Entscheidungsfrist nicht genug Anleger von der feindlichen Übernahme überzeugen. Mit 14 Milliarden Euro wäre es der größte Deal gewesen, den es je auf dem heimischen Markt gegeben hätte. Die Nachricht sorgte allenthalben für Erleichterung. Die Aktie von Vonovia stieg um sechs Prozent, Deutsche Wohnen kletterte um sieben Prozent und stand an der Spitze des MDax.

Renten

Europäische Staatsanleihemärkte laufen auseinander

Die fortgesetzte Schwäche an den Aktienmärkten und eine allgemeine Zurückhaltung der Anleger gegenüber den mit Risiko behafteten Anleiheklassen schlugen sich in der Berichtswoche auch an den europäischen Staatsanleihemärkten nieder. Dort war in den vergangenen Handelstagen ein deutliches Auseinanderlaufen der Kern- und der Peripheriemärkte zu beobachten.

Die Kernmärkte fungierten weiterhin als sicherer Anlagehafen, deren Papiere waren unvermindert nachgefragt. Im Zuge entsprechender Kursgewinne gingen dort die Renditen um einige Basispunkte zurück. Am deutschen Anleihemarkt rentierten die richtungsweisenden zehnjährigen Papiere zum Freitagmittag mit 0,2 Prozent. Im innertäglichen Handel verzinsten sich diese in der Handelswoche phasenweise sogar mit nur noch 0,13 Prozent. Die deutsche Zinsstrukturkurve hatte sich dabei vom langen Ende ausgehend wieder etwas verflacht. 30-jährige Langläufer fielen mit 0,88 Prozent deutlich unter die Ein-Prozentmarke, die zum Vorwochenschluss erreicht wurde. Laufzeiten bis acht Jahre einschließlich bewegten sich in der Berichtswoche im negativen Renditeterrain.

Deutlich unter Druck gerieten im Rahmen der allgemeinen Risikoaversion die südlichen Staatsanleihemärkte. Die am Markt bislang vorhandene einseitige Ausrichtung auf „Peripherie-Long“ hat in der abgelaufenen Handelswoche einen gewichtigen Dämpfer erhalten. In Italien erhöhten sich die Renditen um 10, in Spanien sogar um 20 Basispunkte. Stark unter Druck standen portugiesische Papiere. Die Renditen stiegen über die gesamte Zinskurve an. Im Zehnjahresbereich zog die Verzinsung, obwohl es im Streit mit der EU-Kommission über das Haushaltsbudget 2016 zu einer Einigung kam, um nicht weniger als 100 Basispunkte auf nunmehr 4,1 Prozent an. An den Peripheriemärkten dürfte markttechnisch auch eine Rolle gespielt haben, dass große Brokerhäuser in der Berichtswoche die Gewichtung europäischer PeripherieStaatsanleihen in den Musterportfolios auf neutral zurückgenommen hatten, was die Verkaufswelle deutlich in Schwung gebracht haben dürfte. Damit sollte sich die einseitige Positionierung der Marktteilnehmer in diesem Anleihebereich mittlerweile deutlich abgebaut haben. Auf Indexebene (iBoxx Euro Sovereign) hielten sich Kern-Gewinner und PeripherieVerlierer die Waage, sodass der Gesamtmarkt bis Freitagmittag unverändert lag.

Am US-amerikanischen Staatsanleihemarkt verzeichneten zehnjährige Schatzanweisungen ebenfalls rückläufige Renditen (1,68 Prozent). Nach den jüngsten Lockerungsmaßnahmen der Japanischen Zentralbank (BoJ) fielen dort Zehnjahrespapiere sogar zeitweise in den negativen Renditebereich (minus vier Basispunkte), lagen am Freitag aber wieder im positiven Bereich.

Finanzanleihen unter Druck

Am europäischen Unternehmensanleihemarkt standen in der Berichtswoche die Finanzanleihen deutlich unter Druck. Waren zum Jahresbeginn vor allem Industrieanleihen von einer Verkaufswelle betroffen, folgte nun der Finanzsektor, insbesondere die Nachrangpapiere. Schwache Zahlen der Deutschen Bank und Gerüchte um einen möglichen Ausfall von Zinskupons einer CoCo-Anleihe des Instituts belasteten. Englische Banken litten unter der Brexit-Diskussion, zudem stand die Ertragsfähigkeit des gesamten Finanzsektors vor dem Hintergrund des Niedrigzinsumfeldes und eines rückläufigen Neuemissionsgeschäftes in der Diskussion. Entsprechende Indizes für Nachrang- und auch Hybridpapiere gaben im Wochenverlauf deutlich nach. Die Neuemissionsmärkte blieben aufgrund der Unsicherheit weitgehend geschlossen.

Ausblick

Zum Wochenauftakt steht das japanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Schlussquartal 2015 zur Veröffentlichung an. Nach den zuletzt enttäuschenden Quartalszahlen aus den USA ist auch hier nicht mit großen Sprüngen zu rechnen. Wir gehen von einem Zuwachs von 0,3 Prozent aus.

Am Dienstag steht der ZEW-Konjunkturindex für Deutschland auf der Agenda. Angesichts der derzeit eher mäßigen Stimmung an den Finanzmärkten dürften die an der Umfrage beteiligten Finanzmarktanalysten nicht gerade ein euphorisches Stimmungsbild vermitteln. Hinsichtlich der Konjunkturerwartungen ist daher von einem eher rückläufigen Indikator auszugehen.

Zur Wochenmitte wird dann die US-Industrieproduktion im Januar bekanntgegeben. Nach schwächeren Wirtschaftsdaten zum Jahresende hin (bspw. BIP) dürfte ein Plus im Januar nicht überraschen. Dies sollte aber noch keine Trendwende darstellen, zumal die weltweit rückläufige Nachfrage und vor allem der starke US-Dollar die Entwicklung der US-Wirtschaft ein wenig verhageln dürften.

Am Freitag folgen dann noch die Verbraucherpreise aus den USA. Angesichts der nach wie vor rückläufigen Preisentwicklung im Energiesektor dürfte die Inflationsentwicklung weiter auf niedrigem Niveau verharren. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel wird Schätzungen zufolge ebenfalls wenig Auftrieb entwickelt haben. Die Fed bleibt somit auch zum Jahresauftakt weiterhin deutlich von ihrem Inflationsziel, ermittelt über die Personal Consumption Expenditures (PCE), von nahe zwei Prozent entfernt.

 

union investmentÜber Union Investment
Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

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