FondsAnbieter-Union Investment: Marktticker

25. Januar 2016 von um 10:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- Union Investment: Aktien

Berg- und Talfahrt an den Aktienmärkten

Die internationalen Aktienmärkte setzten ihren Abwärtstrend zum Beginn der zurückliegenden Handelswoche fort. Der scheinbar unaufhaltsame Verfall der Ölpreise – ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent kostete zwischenzeitlich nur noch rund 27 US-Dollar – sorgte bis zur Wochenmitte für tiefrote Vorzeichen. Der deutsche Aktienindex notierte mit 9.314 Zählern zeitweise auf dem niedrigsten Niveau seit Dezember 2014. Mit der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) kehrte jedoch der Optimismus zurück aufs Parkett. Die Hoffnung auf eine Ausweitung des EZB-Ankaufprogramms (siehe Abschnitt Renten) verhalf den europäischen Aktienmärkten zur Kehrtwende. DAX und EuroStoxx 50 legten auf Wochensicht gut zu, auch der US-amerikanische S&P 500 Index verzeichnete ein Plus.

Innerhalb des deutschen Börsenbarometers führten Aktien des Sportartikelherstellers Adidas die Gewinnerliste an. Nachdem bekannt wurde, dass Henkel-Chef Kasper Rorsted zum 1. August an die Spitze der Herzogenauracher wechseln wird, legten die Papiere im Tagesverlauf um über sechs Prozent zu. Die Deutsche Bank bildete dagegen erneut das Schlusslicht des DAX. Die Jahresbilanz des größten deutschen Geldhauses fiel ernüchternd aus: Vor Steuern stand für 2015 ein Verlust von 6,1 Milliarden Euro zu Buche – so schlecht hatte das Institut nicht einmal auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 abgeschnitten. Der Grund für die tiefroten Zahlen sind nach wie vor schwelende Rechtsstreitigkeiten. Bremsspuren weist aber auch das Tagesgeschäft auf – vor allem im Investmentbanking. Die Aktien fielen im Wochenverlauf auf den tiefsten Stand seit März 2009. Auf Jahressicht hat das Geldinstitut bislang über 20 Prozent seines Werts eingebüßt.

US-Banken im Fokus

Am US-Aktienmarkt dominierte die Berichterstattung des Bankensektors das Handelsgeschehen. Zwar gelang es den meisten Instituten, die zuvor reduzierten Gewinnerwartungen zu übertreffen. Da gleichzeitig jedoch die Risikovorsorge der Branche kräftig anstieg, konnten die Ergebnisse in Summe nicht überzeugen. Die Unternehmen begründeten die Rückstellungen weniger mit drohenden Kreditausfällen im Energiesektor, sondern führten vielmehr konjunkturelle Risiken als Ursache an. Dennoch zeigten sich Investoren besorgt, dass die aktuelle Schwäche des Energiesektors auch Auswirkungen auf andere Bereiche der Wirtschaft haben könnte.

SAP hebt Wachstumsziele an

Dank gut laufender Geschäfte seiner Cloud-Sparte hat der Softwarekonzern SAP seine Wachstumsziele für das kommende Jahr angehoben. Schon seit längerem baut das Unternehmen sein Geschäftsmodell um: Statt Softwarelizenzen zu kaufen sollen Kunden die sogenannten Cloud-Programme mieten. Damit will das Unternehmen weniger abhängig von der konjunkturellen Entwicklung werden. Die Gewinnziele behalten die Walldorfer allerdings unverändert bei. Denn das Geschäft mit der Cloud ist im Vergleich zum klassischen Lizenzgeschäft weniger profitabel, da sich die Gewinne auf mehrere Jahre verteilen. Dennoch verspricht sich SAP vom zukunftsträchtigen Wachstumsgeschäft stetigere und konjunkturunabhängigere Einnahmen. Bereits 2018 soll die Cloud-Sparte des Softwarekonzerns größer sein als das Altgeschäft.

Renten

EZB bleibt weiter expansiv ausgerichtet

Fazit der EZB-Sitzung vom 21. Januar: Die Zentralbank bleibt auf der expansiven Seite. Sie hält sich alle Optionen für weitere Lockerungsmaßnahmen offen, ohne sich jedoch vorab verbindlich festzulegen.

Die Europäische Zentralbank beschloss in der abgelaufenen Berichtswoche, den Einlagenzins unverändert bei -0,3 Prozent zu belassen. Auch der Hauptrefinanzierungssatz (+ 0,05 Prozent) und der Spitzenrefinanzierungssatz (+ 0,3 Prozent) blieben unverändert. Jedoch stellte EZB-Präsident Mario Draghi in Aussicht, die aktuelle geldpolitische Ausrichtung der Zentralbank vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse auf der nächsten Sitzung im kommenden März zu überdenken. Er zeigte sich in der Summe zwar mit den bisher erfolgten geldpolitischen Maßnahmen zufrieden. Die finanziellen Bedingungen wirkten wachstumsfördernd, die Kreditvergabe im Euroraum befinde sich auf einem soliden Erholungspfad. Draghi verwies aber auch vor dem Hintergrund einer Eintrübung der wirtschaftlichen Lage in den Schwellenländern sowie mit Blick auf die kollabierenden Energiepreise auf gestiegene Abwärtsrisiken. Dies führe dazu, dass die Inflationsprognosen der Europäischen Zentralbank (Ziel ist weiterhin die Marke von zwei Prozent) signifikant nach unten korrigiert werden müssten.

Im Rahmen dieser Korrektur stellte Draghi in Aussicht, die aktuelle geldpolitische Ausrichtung der EZB zu überdenken. Diese Formulierung wird von den Marktteilnehmern durchaus als eine Vorankündigung weiterer geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen interpretiert. Sie deckt sich auch mit unserer Einschätzung, dass im Falle einer weiteren Eintrübung der finanziellen Rahmenbedingungen eine Ausweitung der Anleiheankaufprogramme denkbar ist. Allerdings erlaubt die gewählte Kommunikation der EZB auch, auf weitere Maßnahmen zu verzichten. Sie hält sich letztlich damit alle Optionen offen, was auch die Einstimmigkeit aller am Beschluss beteiligten EZB-Mitglieder erklärt.

Renten schwanken mit der Risikostimmung

Je nach Stimmungslage bei den Marktteilnehmern schwankten im Wochenverlauf die Anleihenotierungen. Zunächst setzte sich aufgrund der anhaltenden Unsicherheit der Renditerückgang fort. Der Verfall der Rohstoffpreise (vor allem Öl), dessen Auswirkungen auf die betroffenen Unternehmen und die weitere Entwicklung der US-Konjunktur sorgten für Unsicherheit. Sichere Staatspapiere standen dabei einmal mehr in der Gunst der Anleger. Mit der EZB entspannte sich am Freitag allerdings die Lage, sodass die Kurse etwas nachgaben und die Renditen wieder etwas anzogen. Deutsche Bundespapiere mit zehn Jahren Laufzeit rentierten knapp unterhalb der 0,5 Prozentmarke. Die Risikoaufschläge spanischer und italienischer Titel lagen zumeist stabil. Die europäischen Rentenmärkte lagen per Freitagmittag leicht im Plus. Auf Gesamtmarktebene (iBoxx Euro Sovereign) war ein Plus von 0,4 Prozent zu verzeichnen.

Am US-amerikanischen Rentenmarkt verzinsten sich zehnjährige US-Schatzanweisungen teilweise mit weniger als zwei Prozent. Auch diese fungierten über weite Strecken als sicherer Anlagehafen. Die Rendite stieg aber auch dort zum Wochenschluss wieder über die Zwei-Prozentmarke.

Ausblick

Mit Blick auf die Konjunkturdaten wird am Montag der IfoGeschäftsklimaindex für Deutschland die neue Woche eröffnen. Am Mittwoch folgt dann mit dem GfK Konsumklimaindex ein weiterer Stimmungsindikator für die heimische Wirtschaft.

Die Blicke der Marktteilnehmer dürften in der neuen Handelswoche aber in erster Linie auf die Fed gerichtet sein. Am Mittwoch steht die zinspolitische Entscheidung der USamerikanischen Notenbank an. Nachdem sich das Federal Open Market Committee (FOMC) im vergangenen Dezember nach vielen Jahren zu einer ersten Zinsanhebung entschloss, wird nun eine Einschätzung zur aktuellen Entwicklung der USWirtschaft und damit auch mögliche Hinweise zur weiteren zinspolitischen Vorgehensweise erwartet.

Darüber hinaus stehen am Freitag die Daten zur Entwicklung des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) im vierten Quartal zur Veröffentlichung an. Es wird hierbei mit rückläufigen Wachstumsraten gerechnet.

Ebenfalls am Freitag werden die Preissteigerungsdaten (Januar) für den Euroraum bekannt gegeben. Eine anhaltend niedrige Inflationsentwicklung – von der hierbei auszugehen ist – dürfte der EZB weitere Argumente für eine deutliche Abwärtskorrektur der März-Projektion zur Kerninflationsrate liefern.

 

union investmentÜber Union Investment
Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

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