FondsAnbieter- Union-Investment: Marktberichte September 2015

14. Oktober 2015 von um 10:30 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- Union-Investment: Aktien: Weiterhin Verluste bei den weltweiten AktienmärktenFortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.

Renten: Fed schiebt erste Zinserhöhung heraus

Aktienmärkte Die weltweiten Aktienmärkte haben im September ihre Verluste ausgeweitet. Belastet von der Unsicherheit im Zusammenhang mit der US−Zinspolitik, globalen Wachstumssorgen und negativen Nachrichten über einzelnen Unternehmen gab der MSCI World in lokaler Währung 3,7 Prozent ab. Seit Jahresbeginn notiert das Börsenbarometer mittlerweile 5,4 Prozent im Minus.

Rentenmärkte Die US−Notenbank Fed hat im September auf einen ersten Zinsschritt verzichtet. Die fragile wirtschaftliche Lage in China und die Folgen für weitere Schwellenländer ließen wohl die Fed zögern. Auch bot die geringe US−Inflation keinen Grund für eine Erhöhung. US−Anleihen notierten freundlich, auch an den europäischen Staatsanleihemärkten kam es zu Zugewinnen.

Die Aktienmärkte

Europa

Absturz der VW−Aktie belastet Märkte: Der September war ein weiterer verlustreicher Monat für die europäischen Aktienmärkte. Der EURO STOXX 50 für die fünfzig größten Werte der Währungsunion verlor 5,2 Prozent, der breitere STOXX Europe 600 gab 4,1 Prozent ab. Der MSCI Europe, der auch Aktien von Unternehmen Europas außerhalb der Europäischen Union enthält, rutschte 4,0 Prozent nach unten.

Nachdem sich die Indizes in den ersten Tagen des Monats noch seitwärts bewegt hatten, stieg im Vorfeld der Sitzung der US−Notenbank Federal Reserve (Fed) am 17. September die Nervosität der Anleger spürbar an. Die Frage, ob und wann die Währungshüter die avisierte Zinserhöhung nach Jahren der stark akkommodierenden Geldpolitik nun einleiten würden, führte zu erhöhter Volatilität auch in Europa. Für Unsicherheit sorgten unter anderem die Sorge um die Tragfähigkeit der globalen Konjunktur sowie die Unklarheit um den weiteren Kurs der Fed. Der EURO STOXX 50 verlor am Tag nach der Notenbanksitzung mehr als drei Prozent. Auch der französische Index CAC 40 fiel um 2,5 Prozent.

Auch die zum Monatsende veröffentlichten Konjunkturdaten konnten die Stimmung nicht merklich heben. Die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes des Währungsraums gingen minimal zurück, wobei die französischen Zahlen positiv überraschten und sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssegment Zuwächse verzeichnet werden konnten. Das deutsche Ifo−Institut vermeldete positive Zahlen für das Geschäftsklima des Lands, das Konsumklima dagegen sank etwas ab. In Deutschland war ohnehin der Abgasskandal bei Volkswagen beherrschendes Thema. Seit Bekanntwerden der Manipulationen bei den Abgastests von Dieselfahrzeugen in den USA fiel die Vorzugs−Aktie von VW um stattliche 42,3 Prozent.

Die Verunsicherung drückte auch auf die Papiere der anderen beiden großen Autowerte, Daimler und BMW, und war damit mitverantwortlich für den Monatsverlust des DAX in Höhe von 5,8 Prozent. Aus regionaler Sicht konnten sich italienische Aktien im September besser behaupten. Für den MIB ging es nur 3,0 Prozent nach unten.

Deutschland

Spektakulärer Kurssturz bei VW−Aktie: Der deutsche Aktienmarkt hat im September herbe Verluste verzeichnet. Unter dem Strich stand für den Leitindex DAX ein Minus von 5,8 Prozent. Besser geschlagen haben sich sowohl der SDAX (−4,1 Prozent) für die kleinen Unternehmen als auch der MDAX (−2,0 Prozent) für Unternehmen mit mittelgroßer Marktkapitalisierung. Auch der TecDAX für Aktien von Firmen aus der Technologiebranche des Landes rutschte weniger stark ins Minus und schloss 2,4 Prozent niedriger.

Zu Monatsbeginn sah es noch so aus, als erhole sich der DAX von den Rückschlägen des Vormonats. Mit Blick auf die entscheidende Notenbanksitzung der US Federal Reserve, bei der mancher Anleger schon mit dem Startschuss für die Zinserhöhung rechnete, dämpfte sich die Stimmung dann allerdings bald. Die Unsicherheit im Vorfeld der Sitzung ließ viele Investoren zögern, die Reaktion auf die Absage von Notenbankchefin Janet Yellen an den Zinsschritt noch im September schürte die Sorge um die Weltkonjunktur und löste Verkaufsdruck auch bei deutschen Papieren aus. Daran ändern konnte auch nicht, dass die neuesten Zahlen zum Geschäftsklima, die das Münchener Ifo−Institut regelmäßig ermittelt, für eine stärkere Erholung sprechen. Der entsprechende Index stieg um 0,1 Prozent, seine Ausblickskomponente sogar um 1,1 Prozent. Das Konsumklima sank unterdessen etwas ab.

In der zweiten Monatshälfte gab es an den deutschen Aktienmärkten dann aber vor allem ein Thema: Den spektakulären Absturz der VW−Aktie von mehr als 40 Prozent innerhalb weniger Tage. Zuvor hatten die US−Umweltbehörden EPA und CARB den Volkswagenkonzern informiert, dass Manipulationen bei den Abgastests von Dieselfahrzeugen in den USA festgestellt worden sind. Dies entspricht einem Verstoß gegen US−amerikanische Umweltgesetze. Abgesehen von dem Risiko möglicher Strafzahlungen, Schadenersatzklagen und erhöhten Rechtskosten drohten dem Konzern auch ein Image− und Glaubwürdigkeitsverlust. Außerdem wird befürchtet, dass der Skandal auch für andere Automobilunternehmen negative Folgen haben könnte. Die Aktien von BMW und Daimler gaben im September ebenfalls 4,3 beziehungsweise 9,4 Prozent ab.

Osteuropa

Osteuropäische Aktienmärkte in Summe schwächer: Im September entwickelten sich die osteuropäischen Aktienmärkte auf Indexebene schwächer. So verlor der in US−Dollar notierende MSCI Emerging Markets Eastern Europe im Monatsverlauf 4,8 Prozent. Ausgelöst durch entsprechende Wechselkursveränderungen verbuchten die Indizes in lokaler Währung ein noch deutlicheres Minus von 5,4 Prozent. Die globalen Aktienmärkte, repräsentiert durch den MSCI Welt in Lokalwährung, schlossen lediglich 3,7 Prozent leichter. Dabei gingen die Kurse in der zweiten Monatshälfte zurück, ehe am letzten Handelstag eine Gegenbewegung einsetzte.

In Russland drückten ein erneut rückläufiger Ölpreis sowie Diskussionen um den Staatshaushalt 2016 die Kurse. So verlor der in US−Dollar notierende RTS−Index deutlich und sackte 5,3 Prozent ab. Und auch in Landeswährung zeigte der MICEX−Index mit einem Minus von 5,2 Prozent nach unten. Der Rubel bewegte sich im Berichtsmonat im Vergleich zum US−Dollar seitwärts. Die russische Notenbank beließ den Leitzins zunächst unverändert bei 11 Prozent, würde aber bei einer Aufwertung der heimischen Währung entsprechend gegensteuern.

Auch in Polen zeigte der Trend mit einem Minus von 2,8 Prozent nach unten. Hier sorgten Diskussionen um die Rettung des angeschlagenen Bergbausektors im Vorfeld der Parlamentswahlen am 25. Oktober für schwächere Märkte. Kursgewinne konnten hingegen in Athen verbucht werden.

Mit den Neuwahlen und der zügigen Regierungsbildung haben sich die politischen Unsicherheiten in Griechenland deutlich verringert. Der ATHEX Composite stieg im September um 4,8 Prozent an.

Trotz einer abwertenden Lira, der Diskussionen um die Leitzinserhöhung der US−Notenbank Fed sowie der gescheiterten Koalitionsverhandlungen ging der türkische Markt nur mit einem leichten Abschlag aus dem Handel. Der BIST−Index verlor im September 1,3 Prozent.

USA

US−Notenbank schickt Börsen auf Talfahrt: Die US−Börsen haben im September die Verluste aus dem Vormonat fortgesetzt und erneut im Minus geschlossen. Geprägt von der Unsicherheit der Anleger im Zusammenhang mit der Zinspolitik der Fed und von globalen Wachstumssorgen gab der Dow Jones Industrial Average Index im September 1,5 Prozent ab. Der marktbreite S&P 500 verlor 2,7 Prozent.

Gebannt blickten die Märkte auf die September−Sitzung der US−Notenbank Fed. Noch bis in den Frühsommer hinein hatten die Analysten für diese Sitzung mit der Zinswende gerechnet, erst spät schoben sich die Erwartungen mancher Experten nach hinten. Dementsprechend groß war die Unsicherheit vor der Sitzung der Währungshüter. Die Entscheidung, die Zinsen weiterhin niedrig zu lassen, begründete die Notenbank mit der Lage der Weltwirtschaft, den Schwankungen an den Finanzmärkten und der niedrigen Inflation _ und löste so einen Kursrutsch aus. Darauf folgende, uneinheitliche Aussagen zum Zinspfad verstärkten die Unsicherheit unter den Investoren weiter.

Vor dem Beginn der Berichtssaison für das dritte Quartal herrschte von Unternehmensseite weitgehende Ruhe. Ausnahmen kamen unter anderem aus dem Technologiesektor. So präsentierte Apple unter großer medialer Aufmerksamkeit ein neues iPhone sowie ein vergrößertes iPad _ konnte an der Börse damit aber nicht punkten. Die Aktie hat sich von ihren Höchstständen aus dem Juli mittlerweile gut 16 Prozent entfernt. Die einst üppige Jahresperformance ist damit zerschmolzen, der Titel notierte zum Monatsultimo leicht im Minus.

Mit einem harschen Sparpaket versucht unterdessen Hewlett−Packard, das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Derzeit laboriert der Konzern noch am 2012 eingeleiteten Abbau von 52.000 Stellen _ wie jetzt bekannt wurde, sollen weitere 30.000 Arbeitsplätze folgen. Wie so vielen PC− und Druckerherstellern macht dem Unternehmen die Konkurrenz durch Smartphones und TabletComputer zu schaffen. HP plant nun mit der Aufspaltung in einen Bereich mit herkömmlichen Geschäftsfeldern und einen Bereich mit tendenziell zukunftsträchtigeren Bereichen den Befreiungsschlag. Die Aktie gab im Berichtsmonat 7,9 Prozent ab.

Fernost

Börsen in Fernost nur mit moderaten Verlusten: Trotz anhaltender globaler Wachstumssorgen und weiterer Rückgänge an den chinesischen Börsen verbuchten die asiatischen Aktienmärkte im Durchschnitt nur moderate Kursverluste. Im Berichtsmonat verlor der MSCI Far East ex Japan Index in lokaler Währung lediglich 1,7 Prozent, eine im Vergleich zum MSCI World Index mit einem Rückgang von 3,7 Prozent relativ robuste Entwicklung.

Von den Höchstständen im Juni 2015 hat der chinesische Aktienmarkt rund 40 Prozent eingebüßt. Der Kursrückgang des Shanghai Composite Index von 4,8 Prozent im Berichtszeitraum stellt sich daher als moderat dar. Auf der positiven Seite gilt es, die anhaltende Stabilisierung des chinesischen Immobilienmarkts hervorzuheben. Ferner hat die chinesische Regierung eine Reihe von Stimulierungsmaßnahmen ergriffen, um der konjunktureller Abschwächung entgegenzuwirken. So wurde die Erwerbssteuer auf Automobile mit Motorgrößen unter 1,6 Litern auf fünf Prozent bis Ende 2016 halbiert. Zudem würde die Anzahlungshöhe beim Erwerb von eigengenutzten Immobilien in den Tier 2−4 Städten abgesenkt.

Zuletzt entwickelten sich die Einkaufsmanagerindizes in China im Rahmen der Erwartungen. Der auf private Unternehmen ausgerichtete Caixin−Einkaufsmanagerindex für September 2015 erwies sich mit 47,2 Punkten nahezu stabil (47,3 Punkte im Vormonat) und fiel gegenüber dem vorläufigen Septemberwert von 47,0 Punkten leicht besser aus. Und der offizielle, eher auf Staatsunternehmen ausgerichtete Einkaufsmanagerindex konnte mit 49,8 Punkten im September 2015 nicht nur das Vormonatsniveau (August 2015: 49,7 Punkte), sondern auch die Erwartungen (49,5 Punkte) übertreffen.

Getragen von einem sich abschwächenden Koreanischen Won gegenüber dem Japanischen Yen legte der KOSPI Index in Südkorea leicht um 1,1 Prozent auf Monatssicht zu. Der indische Leitindex Sensex zeigte sich nahezu unverändert (−0,5% Prozent), da Indien als rohstoffimportierendes Land von dem anhaltenden Verfall der globalen Rohstoffpreise profitiert. Im Gegensatz hierzu standen die Leitindizes rohstoffexportierender Länder (wie bspw. der indonesische IDX Composite mit −6,3% auf Monatssicht) weiter unter Druck.

Japan

Börse in Tokio erneut mit deutlichen Verlusten: Die Börse in Tokio setzte ihren Abwärtstrend fort. Der Leitindex Nikkei 225 verlor erneut 8,0 Prozent auf Monatssicht (nach −8,2 Prozent im August 2015) und der marktbreite Topix büßte nochmals 8,2 Prozent ein (nach −7,4 Prozent im August 2015). Mit dieser Kursentwicklung stellte der japanische Aktienmarkt im vergangenen Monat eines der Schlusslichter weltweit dar. Anhaltend schwache Konjunkturdaten aus dem Industriesektor und zunehmende globale Wachstumssorgen, die von der ausbleibenden Leitzinserhöhung in den USA genährt wurden, waren die wichtigsten Belastungsfaktoren.

Aus konjunktureller Sicht blieben der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe und die Industrieproduktion hinter den Erwartungen zurück. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sank im September 2015 auf 51,0 Punkte (nach 51,7 Punkten im Vormonat) und konnte die Erwartungen der Marktteilnehmer von 51,2 Punkten nicht erfüllen. Unerwartet rückläufig war auch die die japanische Industrieproduktion im August 2015, die auf der Basis vorläufiger Zahlen um 0,5 Prozent unter dem Vormonatsniveau lag. Die Konsensus−Schätzungen waren für August 2015 von einem Produktionsanstieg um 0,9% im Monatsvergleich ausgegangen.

Positive Nachrichten von der japanischen Regierung und vom Konsumsektor rückten angesichts des Einbruchs am Aktienmarkt in den Hintergrund.

Das japanische Konsumentenvertrauen konnte sich von 40,3 Punkten im Juli 2015 auf 41,7 Punkten im August 2015 deutlich verbessern. Zudem stellte der japanische Premierminister Abe eine mittelfristige Absenkung der Körperschaftssteuer von gegenwärtig 35 Prozent auf unter 30 Prozent in Aussicht, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit japanischer Unternehmen zu erhöhen.

Insbesondere die als defensiv geltenden Telekommunikationswerte standen unter Druck. Die Aktien der Indexschwergewichte KDDI, NTT Docomo und Softbank büßten 11,6 Prozent, 21,5 Prozent und 22,5 Prozent im Berichtszeitraum ein. Ein sich mit der Markteinführung des neuen Apple iPhone verstärkender Preisdruck im Mobilfunkbereich war der Hauptgrund für den Kursverfall.

Weltweit

Weitere Verluste an den globalen Märkten: Die weltweiten Aktienmärkte haben im September ihre Verluste ausgeweitet. Belastet von der Unsicherheit im Zusammenhang mit der US−Zinspolitik, globalen Wachstumssorgen und negativen Nachrichten über einzelnen Unternehmen gab der MSCI World in lokaler Währung 3,7 Prozent ab. Seit Jahresbeginn notiert das Börsenbarometer mittlerweile 5,4 Prozent im Minus.

Gebannt blickten die Märkte auf die September−Sitzung der US−Notenbank Fed. Noch bis in den Frühsommer hinein hatten die Analysten für diese Sitzung mit der Zinswende gerechnet, erst spät schoben sich die Erwartungen mancher Experten nach hinten. Dementsprechend groß war die Unsicherheit vor der Sitzung der Währungshüter. Die Entscheidung, die Zinsen weiterhin niedrig zu lassen, begründete die Notenbank mit der Lage der Weltwirtschaft, den Schwankungen an den Finanzmärkten und der niedrigen Inflation _ und löste so einen Kursrutsch aus. Darauf folgende, uneinheitliche Aussagen zum Zinspfad verstärkten die Unsicherheit unter den Investoren weiter.

In Deutschland war der Abgasskandal bei Volkswagen beherrschendes Thema. Seit Bekanntwerden der Manipulationen bei den Abgastests von Dieselfahrzeugen in den USA fiel die Vorzugs−Aktie von VW um stattliche 42,3 Prozent. Die Verunsicherung drückte auch auf die Papiere der anderen beiden großen Autowerte, Daimler und BMW, so dass der Leitindex DAX 5,8 Prozent absackte. Der EURO STOXX 50 verlor 5,2 Prozent.

Aktien in Japan konnten sich dem negativen Trend nicht entziehen und verloren, auch vor dem Hintergrund schwacher heimischer Konjunkturdaten.

8,0 Prozent an Wert. Anhaltend schwache Zahlen aus dem Industriesektor und zunehmende globale Wachstumssorgen, die von der ausbleibenden Leitzinserhöhung in den USA genährte wurden, stellten die wichtigsten Belastungsfaktoren dar.

Die Märkte der Schwellenländer konnten sich hingegen etwas besser behaupten als die Industriestaaten. Der MSCI Emerging Markets verlor in lokaler Währung im September 2,0 Prozent. Stärkere Verluste waren in China zu beobachten, der Shanghai Composite gab 4,8 Prozent nach. Von den Höchstständen im Juni 2015 hat der chinesische Aktienmarkt rund 40 Prozent eingebüßt.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Warten auf die erste Zinserhöhung: Notenbankpolitik und aktuelle Wirtschaftsdaten prägten die Entwicklung der europäischen Staatsanleihemärkte im September. Nach der hohen Volatilität im Vormonat kehrte in den vergangenen vier Wochen wieder etwas Ruhe ein. Gleich zu September−Beginn traf sich die Europäische Zentralbank zur ersten Sitzung nach der Sommerpause. Mit Interesse wurden die Aussagen von EZB−Präsident Mario Draghi zum Wertpapier−Ankaufprogramm (Quantitative Easing) erwartet. Der eine oder andere Marktteilnehmer hatte mit konkreten Hinweisen auf eine mögliche Ausweitung der laufenden geldpolitischen Maßnahmen gerechnet. Hierzu hatten die jüngsten Sorgen um die weltwirtschaftliche Entwicklung und die geringe Inflation im Euroraum Anlass gegeben. Die EZB hielt sich diesbezüglich zwar zurück, betonte jedoch, auf Deflationsgefahren im Euroraum _ wenn nötig _ flexibel zu reagieren. Die Notierungen europäischer Staatsanleihen zeigten sich in der Folge zunächst etwas besser. So fiel die Zehnjahresrendite deutscher Bundesanleihen nach dem EZB−Statement unter die 0,7−Prozentmarke.

Im Anschluss bewegten sich europäische Rentenmärkte kaum. Gemischte Makrodaten, die weder klare Argumente für noch gegen eine deutliche Zunahme der globalen Wachstumssorgen lieferten, gaben wenig Impulse. So nutzten verschiedene Staaten wie Italien, Spanien aber auch Deutschland die ruhige Marktphase für Neuemissionen oder Aufstockungen. Mit Spannung wurde dann auf die Sitzung der US−amerikanischen Notenbank Fed geblickt. Die erhoffte Klarheit für die Märkte blieb aber zunächst aus. Das Komitee beließ den Leitzins _ mit Verweis auf mögliche Ansteckungseffekte der Weltkonjunktur durch eine Abschwächung der chinesischen Wirtschaft _ unverändert. In einer späteren Rede stellte Fed−Chefin Yellen allerdings eine Zinserhöhung noch 2015 in Aussicht. Entscheidend bleibe die Entwicklung des Datenkranzes aus Wirtschaftswachstum, Inflation und Arbeitsmarkt. Europäische Renten reagierten zunächst abwartend, der Markt legte auf Indexebene leicht zu.

Gemessen am repräsentativen iBoxx Euro Sovereign Index gewannen Staatsanleihen der Eurozone im September per saldo 1,1 Prozent an Wert.

Euro−Outs

Globale Trends treten in den Hintergrund: Neben den geldpolitischen Sitzungen der EZB und der US−Notenbank Fed sorgten vor allem Länderthemen für Bewegung an den europäischen Rentenmärkten außerhalb der Eurozone. In US−Dollar notierende russische Staatsanleihen waren dabei gefragt. Die zehnjährige Rendite nahm im Monatsverlauf deutlich um 76 Basispunkte ab und notierte Ende September bei 4,7 Prozent. Gestützt wurde diese Entwicklung von einer erstmals seit längerem wieder stabileren Währung. Der Rubel konnte im Berichtsmonat gegenüber dem US−Dollar leicht um rund 0,4 Prozent aufwerten. Die russische Zentralbank beließ den Leitzins indes unverändert bei 11 Prozent, verwies aber in ihrer Kommunikation weiterhin auf die vorhandenen Risiken aus hoher Inflation und konjunktureller Abkühlung.

Auch die ungarische Notenbank hielt den wesentlichen Refinanzierungszinssatz stabil bei 1,35 Prozent. Zehnjährige Staatspapiere blieben gefragt, ihre Rendite ging im Monatsverlauf um 34 Basispunkte zurück und stand Ende September bei 3,3 Prozent. Unsicherheiten rund um den geplanten Zwangsumtausch von Krediten sorgten hingegen für einen deutlichen Kursrückgang kroatischer Staatsanleihen. Ein neues Gesetz verpflichtet die Geschäftsbanken, auf Schweizer Franken lautende Kredite in Euro zu konvertieren. Der angefallene Kursverlust soll von den Banken getragen werden.

Die Renditen für zehnjährige Papiere zogen in der zweiten Monatshälfte an und schlossen bei 4,1 Prozent rund 24 Basispunkte höher.

Die Staatsanleihen aus dem Vereinigten Königreich handelten in erster Linie mit den Nachrichten aus den USA. Dass die Bank of England ihren Leitzins in der September−Sitzung unverändert ließ, kam für die Märkte wenig überraschend. Entsprechend stabil zeigten sich die Gilts. Erst mit dem Näherrücken des Treffens der US−Notenbank zogen die Renditen an. Nach der Fed−Entscheidung, den Leitzins _ mit Verweis auf die globalen Wachstumssorgen _ ebenfalls unverändert zu lassen, waren Gilts als sicherer Hafen allerdings wieder gesucht: Die Zehnjahresrenditen kamen deutlich zurück und verloren im September per saldo 17 Basispunkte. Am Monatsende wurden entsprechende Papiere mit 1,8 Prozent verzinst.

USA

US−Notenbank hält sich weiter zurück: Zahlreiche Marktteilnehmer hatten für September den ersten Zinsschritt der Fed erwartet. Doch diese zögerte ein weiteres Mal und sorgte so für größere Unruhe an den Finanzmärkten. Nichts ist bei den Akteuren unbeliebter als Ungewissheit, und diese hält nun weiter an. Hauptgründe für die weitere Zurückhaltung der Fed dürften die fragile Wirtschaftslage in China und mögliche negative Auswirkungen auf weitere Schwellenländer gewesen sein. Eine Zinsanhebung wäre vor dem Hintergrund der aktuellen Lage nur schwer vermittelbar gewesen. Auch der starke US−Dollar sowie die geringe Inflation hatten ihren Einfluss auf die Entscheidung. Die Fed hat im Nachgang zwar exogene Faktoren als Einflussfaktor zur Entscheidungsfindung weitgehend ausgeschlossen, die Gefahr weiterer größerer Finanzmarktturbulenzen dürfte ihr aber durchaus bewusst gewesen sein. Das Abstimmungsergebnis von neun zu eins gegen eine erste Zinserhöhung fiel zwar auf den ersten Blick recht deutlich aus. Die FOMC−Mitglieder sind bei näherem Blick hinsichtlich ihres Inflationsausblicks jedoch tief in mehrere Lager aufgespalten. Eine Abwertung des US−Dollar würde die Inflation sicherlich etwas in Richtung des Fed−Zielwertes von zwei Prozent treiben und ist damit Voraussetzung für eine Zinsanhebung. Aber gerade die Erwartung steigender US−Zinsen stärkt die US−Valuta. Damit befindet sich die Fed währungsseitig im Dilemma. Mit Blick auf den Rentenmarkt bewegten sich US−Treasuries über weite Strecken seitwärts. Papiere mit zehn Jahren Laufzeit schwankten zwischen rund 2,1 und 2,3 Prozent. Zum Monatsende hin wurde dann die 2,1 Prozentmarke unterschritten. Die US−Zinskurve tendierte im Bereich von einem bis zu zehn Jahren etwas flacher. 30−jährige Papiere verloren ebenfalls ein paar Renditestellen, allerdings weniger als etwa Titel mit fünf, sieben oder zehn Jahren Laufzeit. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US−Index) erzielten US−Schatzanweisungen im September ein Plus von 0,9 Prozent.

Weltweit

EZB bleibt expansiv, Fed zögert ersten Zinsschritt heraus: Notenbankpolitik und aktuelle Wirtschaftsdaten prägten die Entwicklung der europäischen Staatsanleihemärkte im September. Nach der hohen Volatilität im Vormonat kehrte dabei in den vergangenen vier Wochen wieder etwas Ruhe ein. Gleich zu September−Beginn traf sich die Europäische Zentralbank zur ersten Sitzung nach der Sommerpause. Diese betonte, auf Deflationsgefahren im Euroraum _ wenn nötig _ flexibel zu reagieren. Die EZB wird also weiterhin eine expansive geldpolitische Ausrichtung beibehalten. Staatsanleihen aus der Peripherie zeigten sich stabil. Deutsche Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit rentierten mit weniger als 0,7 Prozent. Gemessen am repräsentativen iBoxx Euro Sovereign Index gewannen Staatsanleihen aus dem Euroraum im September 1,1 Prozent an Wert hinzu.

Zahlreiche Marktteilnehmer hatten für September den ersten Zinsschritt der Fed erwartet. Doch diese zögerte ein weiteres Mal und sorgte so für größere Unruhe an den Finanzmärkten. Nichts ist bei den Akteuren unbeliebter als Ungewissheit, und diese hält nun weiter an. Hauptgründe für die weitere Zurückhaltung der Fed dürften die fragile Wirtschaftslage in China und mögliche negative Auswirkungen auf weitere Schwellenländer gewesen sein. Eine Zinsanhebung wäre vor dem Hintergrund der aktuellen Lage nur schwer vermittelbar gewesen. Die US−Zinskurve tendierte im Bereich von bis zu zehn Jahren etwas flacher. Die Rendite zehnjähriger Schatzanweisungen unterschritten die 2,1 Prozent−Renditemarke. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US−Index) erzielten US−Schatzanweisungen im September ein Plus von 0,9 Prozent.

Europäische Unternehmensanleihen und EM−Hartwährungsanleihen kamen im Berichtsmonat unter Druck. In erster Linie standen einzelne Unternehmen wie auf Unternehmensanleiheseite etwa Glencore oder vor allem Volkswagen im Blickpunkt. An den EM−Rentenmärkten sorgten Länder wie Brasilien, das sich derzeit in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage befindet, für Unsicherheit. Beide Anleihesegmente tendierten auf Indexebene im September ins Minus, dabei zogen die Risikoprämien an.

Unternehmensanleihen

Einzelne Unternehmensereignisse drücken die Stimmung: Am Markt für europäische Unternehmensanleihen hatte sich im September die Lage eingetrübt. Während im Vormonat die sehr volatilen Aktienmärkte auf die Stimmung drückten, waren es im September vor allem sektorale beziehungsweise unternehmensspezifische Faktoren, die das gesamte Segment belasteten. Zunächst drückte der Schweizer Rohstoffhändler und Bergbau−Konzern Glencore auf die Stimmung. Stark gesunkene Rohstoffpreise und vor allem eine hohe Verschuldung, auf die der Konzern mit einer Kapitalerhöhung, Investitionskürzungen und dem Verkauf von Aktiva reagiert, brachte neben den Aktien− auch die Anleihenotierungen stark unter Druck. Weiterhin belastete der Rohstoffsektor generell. Der wesentliche negative Marktimpuls ging jedoch von Volkswagen aus. Unter dem Eindruck der Manipulation der Abgaswerte bei VW−Dieselfahrzeugen gerieten Senioranleihen, Nachrangpapiere sowie die Kreditausfallversicherungen (CDS) des Konzerns unter Druck. Das negative Sentiment weitete sich dabei auch auf andere Automobilbauer wie etwa BMW aus. Daimler−Anleihen waren weniger betroffen. Erschwerend kam hinzu, dass die allgemeine Liquidität im Marktsegment erheblich abnahm. Die Geld−Brief−Spannen der Broker weiteten sich deutlich aus, die Kaufbereitschaft nahm generell stark ab. Einzelne Anleihen waren phasenweise nur sehr schwer zu handeln. Trotz der erheblichen Einzelbelastungen zeigte sich die Entwicklung des Gesamtmarktes im September eher verhalten. Auf Indexebene (BofA Merrill Lynch Euro Corporate Index, ER00) gaben Papiere mit Ratingstatus Investmentgrade 0,7 Prozent ab. Die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) zogen von 95 auf 113 Basispunkte an und überwanden damit wieder die Ein−Prozentmarke. Somit war vom Tiefstand im März 2015 (56 Basispunkte) zwar eine Verdoppelung zu beobachten. Im langfristigen Vergleich bewegen sich die Spreads aber immer noch auf stabilem Niveau. Schlechter schnitt der hochverzinsliche Anleihesektor (HighYield) ab. Dieser verlor im September auf Indexebene (BofA Merrill Lynch HEAG) 3,2 Prozent, die Spreads weiteten sich um 81 auf rund 467 Basispunkte aus.

Emerging Markets

Risikoaversion bleibt nach Fed−Zinsentscheid bestehen: Die Aussagen der US−Notenbank Fed bestimmten im September die Entwicklung an den Rentenmärkten der Schwellenländer. Die Befürchtung über eine Zinsanhebung in den Vereinigten Staaten sowie verschiedene Einzelländerrisiken führten dabei zu weiteren Abflüssen. Insgesamt wurden im Berichtsmonat erneut rund sieben Milliarden US−Dollar aus in Emerging Markets investierenden Fonds abgezogen. Dies betraf sowohl Euro− und US−Dollar− als auch Lokalwährungsmandate. Im Monatsvergleich verloren die Rententitel auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div. Index) 1,3 Prozent. Bis zur Fed−Sitzung hatten die Kurse noch ein Plus von 1,1 Prozent verbucht. Die Risikoprämien (Spreads) kamen im Berichtsmonat zunächst etwas zurück, weiteten sich aber in der letzten Handelswoche _ nach einer Rede der Fed−Chefin Janet Yellen, die darin eine Leitzinserhöhung noch 2015 in Aussicht stellte _ wieder erheblich aus. Auf Monatssicht stiegen die Spreads um 45 auf 433 Basispunkte.

Weiter bergab ging es am brasilianischen Kapitalmarkt. Auch wenn die heimische Zentralbank ankündigte, die Landeswährung mithilfe von US−Dollar−Reserven stützen zu wollen, verlor der Real weiter an Wert. Zusätzliche Unsicherheit kam durch die Herabstufung des brasilianischen Staates durch S&P auf. Die Agentur senkte das Rating auf BB+ und damit in den High−Yield−Bereich. Auch die Kreditwürdigkeit der Ukraine wird von S&P nun schlechter beurteilt. Im September nahm sie das Rating von CC auf SD zurück. Fitch stufte schließlich Angola von BB− auf B+ herunter.

In Indien (minus 0,5 auf 6,75 Prozent) und Taiwan (minus 0,125 auf 1,75 Prozent) senkten die Notenbanken den Leitzins. Kolumbien und Peru setzten hingegen ihren Hauptrefinanzierungssatz um jeweils 25 Basispunkte auf 4,75 bzw. 3,5 Prozent herauf.

Aufgrund der erhöhten Risikoaversion kamen nur sehr wenige Neuemissionen an den Markt. So emittierte Polen eine zwölfjährige Staatsanleihe über eine Milliarde Euro. Pakistan platzierte einen US−Dollar−Bond mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einer Verzinsung von 8,25 Prozent. Auf Unternehmensseite war Korea National Oil aktiv.

 

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Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

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