FondsAnbieter-Union Investment: Marktberichte Juni 2015

15. Juli 2015 von um 10:30 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter-Union Investment: Aktien: Globale Börsen lassen Federn

Renten: Rentenmärkte unter Abgabedruck

Aktienmärkte Die weltweiten Aktienmärkte haben im Juni deutliche Verluste verzeichnet. Der MSCI World Index fiel in lokaler Währung 3,1 Prozent. Vor dem Hintergrund der anstehenden Zinswende in den USA und der Schuldenproblematik in Griechenland zeigten sich die Anleger verunsichert. Vor allem in Europa gaben die Kurse nach, der EURO STOXX 50 schloss 4,1 Prozent leichter. In den USA verlor der Dow Jones Index 2,2 Prozent. Die Börsen der Schwellenländer konnten sich dem negativen Trend nicht entziehen, der MSCI Emerging Market beendete den Monat mit einem Minus von 2,9 Prozent.

Rentenmärkte Die Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern sowie die im Raum stehende Leitzinserhöhung in den USA beeinflussten die Euro−Staatsanleihemärkte und auch den US−Anleihemarkt maßgeblich. Es kam zu Kursverlusten, entsprechend deutlich stiegen die Renditen.

Die Aktienmärkte

Europa

Griechenland−Sorge bleibt: Der Juni war erneut kein guter Monat für europäische Aktien. Der EURO STOXX 50 gab 4,1 Prozent ab, der marktbreite Stoxx Europe 600 4,6 Prozent. Dabei hatte es zwischenzeitlich regelrechte Kurssprünge gegeben, zum Beispiel beim deutschen Aktienindex DAX. Dennoch standen die Vorzeichen auch dort nach erheblichen Schwankungen auf negativ. Der DAX rutschte 4,1 Prozent nach unten.

Wie schon in den Wochen zuvor war Griechenland das alles beherrschende Thema an den Märkten. Auf jeden Fortschritt der Verhandlungen des verschuldeten Staates mit seinen Gläubigern aus EU, EZB und IWF wurde gehandelt: Mitte des Monats führte der Hoffnungsvorschuss auf in letzter Minute dargelegte griechische Vorschläge für Steuererhöhungen beim EURO STOXX 50 zu einem Tagesplus von 4,1 Prozent. Als Ende Juni klar war, dass es zu keiner Einigung kommen würde, gaben die Kurse schließlich wieder deutlich nach. Athens Regierungschef Alexis Tsipras hatte die Verhandlungskollegen damit brüskiert, dass er die Gespräche abgebrochen und überraschend ein Referendum angekündigt hat, mit dem er offenbar auch seinen Verbleib im Amt verknüpft. Per Monatsultimo war der Ausgang des Streits weiter unklar.

Wie schon im Vormonat war das fundamentale Bild für europäische Aktien auch im Juni positiv: Die konjunkturelle Erholung in Euroland setzt sich weiter fort und zwar nicht nur partiell, sondern auf breiter Front. Zu sehen war das besonders gut an den jüngsten Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für die Eurozone. Die vorläufigen PMIs signalisieren, dass das Konjunkturmomentum nach der Abflachung von April−Mai wieder an Fahrt gewinnt. Der PMI für das Verarbeitende Gewerbe stieg auf 52,5 von 52,2; der Dienstleistungs−PMI auf 54,4 von 53,8. Besonders erfreulich: Frankreichs PMI für das Verarbeitende Gewerbe stieg erstmals seit April 2014 wieder über die wichtige 50−Punkte Marke, oberhalb derer von Wachstum gesprochen werden kann.

Auf Sektorebene schnitten im Juni bereits den zweiten Monat in Folge Technologiewerte am stärksten ab, schwächer verlief die Wertentwicklung unter anderem bei Finanzwerten und erneut bei Aktien der Öl− und Gasbranche.

Deutschland

Griechenland sorgt weiter für Unsicherheit: Der deutsche Leitindex DAX verzeichnete im Juni einen Kursrückgang von 4,1 Prozent. Auch der M−DAX büßte 4,0 Prozent ein. Der Tec−DAX hat nicht ganz so stark gelitten, dennoch verlor auch er 3,1 Prozent.

Die Unsicherheit der Anleger durch die Schuldenkrise Griechenlands war auch am deutschen Markt deutlich zu spüren. Zwischenzeitlich gab es bei den wichtigsten deutschen Leitindizes Kurszuwächse von bis zu 3,8 Prozent. Dass Griechenland zum Monatsende seine Gläubiger aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds nicht bezahlen konnte, machte die Gewinne aber schnell wieder zunichte. Der griechische Regierungschef, Alexis Tsipras hatte die Verhandlungen mit den Euro−Partnern unerwartet abgebrochen. Er kündigte ein Referendum an, bei dem die Griechen entscheiden sollen, ob sie das Sparprogramm annehmen oder nicht. Bislang ist noch nicht vollständig geklärt, ob dieses verfassungskonform ist.

Bei Betrachtung der Einzeltitel stach vor allem der Düngemittel−Hersteller K+S heraus. Eine Übernahmeofferte der kanadischen Potash ließ den Kurs zeitweise bis zu 39 Prozent nach oben schießen. Die angebotenen sieben Milliarden Euro wurden jedoch seitens der K+S Führung als zu niedrig eingeschätzt. Weitere Optionen würden geprüft, hieß es. Durch den Zusammenschluss der beiden Unternehmen würde die russische Uralkali den Titel als größter Kalihersteller der Welt verlieren. Insgesamt verzeichnete K+S im Juni einen Wertzuwachs von mehr als zwanzig Prozent. Zu den größten Verlierern des DAX gehörte E.ON. Die Titel des Energiekonzerns fielen um mehr als zehn Prozent. Eine mögliche Strafagbabe für alte Kohle−Kraftwerke und den umstrittenen Ausbau der Stromnetze, welche mit Mehrkosten verbunden sind, drückten auf den Kurs.

Osteuropa

Gemischtes Bild: Im Juni traten die osteuropäischen Aktienmärkte per saldo auf der Stelle. So legte der MSCI Eastern Europe in lokaler Währung um 0,3 Prozent zu. Damit entwickelte sich die Region weit besser als die internationalen Märkte, die mit Blick auf den MSCI Welt in Lokalwährung 3,1 Prozent schwächer schlossen. Die russische Börse gewann im Berichtsmonat, gemessen am MICEX−Index, in lokaler Währung 2,8 Prozent. Aufgrund des wieder schwächeren Rubels sank der in US−Dollar notierende RTS−Index um 3,0 Prozent. Nach einer guten Wertentwicklung seit Jahresanfang mussten russische Stahl− und Ölaktien zuletzt besonders hohe Einbußen hinnehmen, nicht zuletzt aufgrund wieder niedrigerer Öl−und Stahlpreise. Mit dem Rückgang der Inflation stellen sich die Marktteilnehmer nun auf weitere Zinssenkungsschritte der russischen Zentralbank ein.

Im Juni verzeichneten der tschechische PX50−Index und der polnische WIG−Index einen Rückgang von jeweils 4,0 Prozent, der ungarische BUX verlor 2,1 Prozent. Generell folgten die osteuropäischen Leitindizes den Vorgaben aus den USA und Europa. So stand auch hier die anstehende US−Zinswende, aber insbesondere die Eskalation der Griechenland−Krise gegen Monatsende im Mittelpunkt. Darüber hinaus spielten aber auch lokale Einflussfaktoren eine Rolle. In Polen gehen die Anleger seit den Präsidentschaftswahlen im Mai davon aus, dass die Partei des neuen nationalkonservativen Präsidenten Andrzej Duda auch die Parlamentswahlen im Oktober gewinnen wird. Diese hat bereits angekündigt, dass sie im Falle eines Wahlsiegs eine Fülle von sozialen Wohltaten einführen möchte, die den Staatshaushalt und auch die Wirtschaft deutlich belasten würden. Dementsprechend verunsichert sind die Anleger zurzeit. In der Türkei schloss die Börse in Istanbul den Monat in Lokalwährung gerechnet mit einem kleinen Rückgang von 0,9 Prozent ab. Aufgrund des türkischen Doppeldefizits wirkt die anstehende US−Zinserhöhung hier besonders belastend.

Zudem gestaltet sich die Koalitionsbildung nach den jüngsten Parlamentswahlen als schwierig, nachdem die Partei des Staatspräsidenten Erdogan erstmals seit 2002 ihre absolute Mehrheit verloren hat.

USA

Griechische Schuldenkrise setzt US−Börsen unter Druck: Der fortgesetzte Schuldenstreit zwischen der EU und Griechenland hat an den US−Börsen für Kursabschläge gesorgt. Der Dow Jones Industrial Average Index gab im Juni 2,2 Prozent ab, der marktbreite S&P 500 verlor 2,1 Prozent. Dagegen hatten einige volkswirtschaftliche Daten die Notierungen noch unterstützt. So fiel der Arbeitsmarktbericht für Mai mit 280.000 neu geschaffenen Stellen besser aus als erwartet. Auch Zahlen zum Konsum und zum Immobilienmarkt übertrafen die Prognosen. Im Zuge dessen erhärten sich die Erwartungen, dass die US−Notenbank Fed im Laufe der kommenden Monate die Leitzinsen anheben wird. Aktuell wird mit einem Zinsschritt im September gerechnet. Auf Sektorenebene verloren vor allem Aktien aus den Bereichen Energie und Versorger, wohingegen Konsumwerte und Banken Kurszuwächse erzielten.

Über allem schwebte allerdings die Unsicherheit im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise. Gegen Ende des Berichtsmonats beendeten

die griechische Regierung auf der einen Seite sowie Vertreter von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds die Verhandlungen, nachdem der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras ein Referendum zu den Reformvorschlägen angekündigt hatte. Eine Zahlung von rund 1,5 Milliarden Euro an den IWF, die Ende Juni fällig gewesen ist, leistete Athen nicht.

Von Unternehmensseite gab es im Juni wieder eine Reihe Meldungen über Fusionen und Übernahmen. Besondere Beachtung erhielt der Versuch des US−Saatgutherstellers Monsanto, den Schweizer Konkurrenten Syngenta zu übernehmen. Das Angebot von 45 Milliarden USDollar hielten die Eidgenossen für zu niedrig. Monsanto beteuerte bis zuletzt, sich von der Weigerung der Schweizer nicht abschrecken zu lassen. In der Vergangenheit hatte sich die Hartnäckigkeit noch nicht ausgezahlt. Immerhin versucht Monsanto bereits zum dritten Mal binnen vier Jahren, Syngenta zu kaufen.

Unabhängig davon aber konnte der US−Konzern zuletzt mit positiven Zahlen überraschen. Der Nettoerlös stieg im Dreimonatszeitraum von März bis Mai um gut sieben Prozent auf 4,6 Milliarden US−Dollar.

Fernost

Starke Schwankungen an Asiens Börsen: Die asiatischen Aktienmärkte waren im Juni von starken Schwankungen geprägt und verzeichneten unter dem Strich Kursverluste. Per Monatsende stand für den MSCI Far East ex Japan Index in lokaler Währung ein Abschlag von 4,4 Prozent. Als Belastungsfaktoren wirkten unter anderem die anstehende Zinswende sowie die Staatsschuldenkrise in Griechenland, die gegen Ende des Monats mit dem Abbruch der Verhandlungen zwischen Athen und den Geldgebern aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds einen weiteren Höhepunkt verzeichnete. Weiter verunsichert wurden die Investoren vor allem von den Börsen in China. Der Shanghai Composite verlor 7,3 Prozent an Wert und zeigte vor allem eine sehr hohe Volatilität. So waren tägliche Schwankungen von fünf Prozent und mehr nicht selten. Die chinesischen Börsen haben eine lange Hausse hinter sich. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Wert des Shanghai Composite mehr als verdoppelt. Mittlerweile fragen sich indes einige Investoren, ob die Bewertungen noch gerechtfertigt sind, zumal die volkswirtschaftlichen Daten der letzten Monate nicht unbedingt auf ein ungebrochen starkes Wachstum jenseits der Marke von sieben Prozent schließen ließen.

Vergleichsweise gut schlossen die Börsen in Indien: Der Leitindex Sensex gab im Berichtsmonat 0,2 Prozent ab. Auch hier belasteten die US−Geldpolitik sowie die Griechenland−Krise, allerdings hellten immer wieder positive Makrodaten wie beispielsweise die verbesserte Industrieproduktion die Stimmung der Investoren auf. Indien zählt zu den Schwellenländern, die von den aktuell niedrigen Rohstoffpreisen besonders profitieren. Die günstigen Notierungen erlauben es der Regierung, die Subventionen für Energie zu kürzen und das Geld unter anderem für dringend benötigte Infrastrukturprogramme zu verwenden.

Auch an den übrigen Märkten liefen aufgrund der Unsicherheit der Investoren Verluste auf. In Korea gab der Kospi Index 1,9 Prozent ab, der indonesische IDX verlor fast sechs Prozent.

Japan

Aktien in Tokio verzeichnen Verluste: Der japanische Aktienmarkt konnte die Gewinne aus den Vormonaten im Juni nicht halten. In Tokio gab der Leitindex Nikkei 225 rund 1,6 Prozent nach. Zuvor hatte das Börsenbarometer noch den höchsten Stand seit 18 Jahren markiert. Der marktbreite Topix verlor 2,6 Prozent. Belastend wirkte vor allem der europäische Schuldenstreit. Der Berichtsmonat war geprägt von den Verhandlungen zwischen Griechenland auf der einen und der Europäischen Union, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) auf der anderen Seite. Ende Juni wurden die Gespräche ohne Ergebnis abgebrochen, was einen Kursrutsch zur Folge hatte. Eine zum Monatsende fällige Überweisung an den IWF konnte Athen bereits nicht mehr leisten.

Für weitere Unsicherheit sorgte die deutliche Volatilität an den Börsen in China, die bei Investoren immer wieder die Furcht vor einer Spekulationsblase hervorrief. Schwankungen von zehn Prozent an einem Handelstag waren in Shanghai im Juni keine Seltenheit. Investoren in Japan zeigten sich besorgt, dass eine Korrektur in China auch an der Wirtschaft im Land der aufgehenden Sonne nicht spurlos vorbeigehen würde.

Bevor die Kurse gegen Monatsende endgültig auf Talfahrt geschickt wurden, hatten einige Wirtschaftsdaten die Investoren noch optimistisch gestimmt. So hatten sich die Einkaufsmanagerindizes im Mai verbessert und auch der Arbeitsmarkt sowie die Inflationsdaten signalisierten eine weitere Aufhellung. Die japanische Wirtschaft konnte zuletzt vor allem von der expansiven Notenbankpolitik profitieren, die zu einem schwächeren Yen geführt hatte. Dadurch hatten japanische Unternehmen im internationalen Wettbewerb gute Ausgangschancen, weil sie ihre Waren vergleichsweise günstig anbieten konnten.

Abgestraft von den Investoren wurde allerdings Sony. Das Unternehmen plant, sich über den Verkauf von Aktien und Wandelanleihen frisches Geld zu holen. Insgesamt sollen dabei im Juli 440 Milliarden Yen erlöst werden, wie das Unternehmen mitteilte. Das Papier des Elektronikkonzerns verlor daraufhin deutlich an Wert und beendete den Berichtsmonat mit einem Abschlag von mehr als zehn Prozent.

 

Weltweit

Globale Börsen lassen Federn: Die weltweiten Aktienmärkte haben im Juni deutliche Verluste verzeichnet. Der MSCI World Index fiel in lokaler Währung 3,1 Prozent. Vor dem Hintergrund der anstehenden Zinswende in den USA und der Schuldenproblematik in Griechenland zeigten sich die Anleger verunsichert. Gegen Ende des Berichtsmonats beendete die griechische Regierung ihre Verhandlungen mit Vertretern von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds. Zudem kündigte der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras ein Referendum zu den Reformvorschlägen an. Eine Zahlung von rund 1,5 Milliarden Euro an den IWF, die Ende Juni fällig gewesen ist, leistete Athen nicht. Daher schlossen vor allem die Aktienmärkte der Eurozone im Minus. Der EURO STOXX 50 gab 4,1 Prozent ab, der marktbreite Stoxx Europe 600 schloss 4,6 Prozent leichter.

Die Kurse in den USA zeigten sich zwar etwas weniger anfällig, konnten sich aber dem negativen Trend nicht gänzlich entziehen. Der Leitindex Dow Jones Industrial Average Index gab im Juni 2,2 Prozent ab, der marktbreite S&P 500 verlor 2,1 Prozent. Gestützt hatten die Kurse zuvor noch einige positive volkswirtschaftliche Daten: So fiel der Arbeitsmarktbericht für Mai mit 280.000 neu geschaffenen Stellen besser aus als erwartet.

In Japan schloss der Nikkei 225 1,6 Prozent leichter, nachdem er zur Monatsmitte noch den höchsten Stand seit 18 Jahren markiert hatte. Die Kurse brachen ein, als die Verhandlungen zwischen EU und Athen ergebnislos beendet wurden.

Auch an den Schwellenländern dominierten die roten Zahlen, der MSCI Emerging Markets schloss in lokaler Währung 2,9 Prozent leichter. Hier belastete der stark schwankende chinesische Markt zusätzlich. Der Shanghai Composite verlor 7,3 Prozent an Wert und zeigte eine sehr hohe Volatilität. So waren tägliche Schwankungen von fünf Prozent und mehr nicht selten. Die chinesischen Börsen haben eine lange Hausse hinter sich. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Wert des Shanghai Composite mehr als verdoppelt. Mittlerweile fragen sich einige Investoren, ob die Bewertungen noch gerechtfertigt sind.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Volatiler Handel _ Griechenland belastete: Die europäischen Rentenmärkte standen im Juni ganz unter dem Einfluss der Griechenlandkrise und handelten sehr volatil. Täglich wechselnde Nachrichten über den Stand der Verhandlungen ließen Anleger entweder in den sicheren Hafen flüchten

oder aber − in der Hoffnung auf eine späte Lösung _ doch wieder zu risikoreicheren Papieren greifen. Der Kursverlauf von Bundes− und Peripherieanleihen verlief daher größtenteils konträr. Zu Monatsbeginn standen kurzzeitig jedoch alle Papiere unter Druck, als die Kerninflationsrate im Euroraum überraschend von 0,6 auf 0,9 Prozent anzog. Im Nachgang entbrannte eine Diskussion, ob das Niedrigzinsumfeld nun ein Ende finden könnte. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten daraufhin bei mehr als 1,0 Prozent. Zur Erinnerung: Im April hatte die Rendite noch bei 0,05 Prozent gelegen. Mit Blick auf die Kursentwicklung von Peripherieanleihen fiel besonders auf, dass sich spanische Papiere zur Monatsmitte schlechter als ihre italienischen Pendants entwickelten. Das ist insofern recht überraschend, da Spanien über eine leicht bessere Bonitätsnote verfügt und die Iberer wirtschaftlich stärker einzuschätzen sind. Der geringere Kursdruck auf italienische Papiere erklärte sich vielmehr durch eine im Vergleich bessere Liquiditätslage. Spanische Schuldverschreibungen mussten daher eine Art Illiquiditätsprämie hinnehmen.

Die Europäische Zentralbank zeigte sich auf ihrem Treffen Anfang Juni zufrieden mit dem Verlauf ihrer Ankaufprogramme, vermied es aber, die Nerven der Marktteilnehmer zu beruhigen. Diese hatten sich, mit Blick auf die zu Monatsbeginn stark gestiegenen Renditen, ein Eingreifen der Notenbanker erhofft. Offenbar kam der Renditeanstieg den Währungshütern aber durchaus gelegen. Schließlich konnten sie eine Zeit lang nur langlaufende Papiere im Rahmen ihres Kaufprogramms erwerben, sofern sie nicht negative Renditen vereinnahmen wollten. Sie nutzten nun vielmehr die Gelegenheit, auch wieder kürzere Restlaufzeiten zu kaufen und traten am langen Ende on geringerem Maße als Käufer auf. Gemessen am repräsentativen iBoxx Euro Sovereign Index verloren europäische Staatsanleihen im Juni 2,6 Prozent an Wert.

Euro−Outs

Steigende Renditen auf breiter Front: Die europäischen Rentenmärkte außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes standen im Juni unter Abgabedruck und entwickelten sich dabei erstaunlich homogen. Damit vollzogen sie die Kursbewegung der Euro−Papiere nach. Für die anziehenden Renditen waren vor allem zwei Faktoren verantwortlich. Einerseits zogen zu Monatsbeginn die Inflationszahlen im Euroraum überraschend an. Im Nachgang wurde darüber diskutiert, ob das Deflationsgespenst nun endgültig vertrieben sei. Basiseffekte aus dem fallenden Ölpreis sollten die Teuerungsraten zudem im zweiten Halbjahr steigen lassen. Die höheren Renditen im Euroraum wirkten sich auch auf das restliche Europa aus.

Andererseits sorgte der Verhandlungsmarathon mit Griechenland für Verunsicherung. Woche für Woche spitzte sich die Situation immer weiter zu.

Letztlich konnte zwischen der Regierung in Athen und den Gläubigern keine Einigung erzielt werden, sodass das zweite Hilfsprogramm zum Monatsende auslief. Die Wahrscheinlichkeit eines _Grexit_ hat sich dadurch erheblich erhöht. Vor allem ausländische Investoren verlangen dadurch eine höhere Risikoprämie für europäische Anleihen.

In Schweden, Norwegen und Polen kam es zu Renditesteigerungen bei zehnjährigen Staatsanleihen von mehr als 30 Basispunkten. In Ungarn und Tschechien fiel die Bewegung noch deutlicher aus. Die Rendite für Papiere aus Großbritannien und der Schweiz stiegen jeweils um rund 20 Basispunkte. Durchweg wurden die Zinskurven im Juni zudem steiler. Darüber hinaus spielten aber auch lokale Einflussfaktoren eine Rolle. In Polen gehen die Anleger seit den Präsidentschaftswahlen im Mai davon aus, dass die Partei des neuen nationalkonservativen Präsidenten Andrzej Duda auch die Parlamentswahlen im Oktober gewinnen wird. Diese hat bereits angekündigt, dass sie im Falle eines Wahlsiegs eine Fülle von sozialen Wohltaten einführen möchte, die den Staatshaushalt deutlich belasten würden.

USA

US−Notenbank wartet weiter ab: US−Staatsanleihen standen im Juni zunächst unter Abgabedruck. Neben der erwarteten Zinserhöhung war hierfür auch der Renditeanstieg bei deutschen Bundesanleihen verantwortlich. Anders als normal üblich, übernehmen deutsche Staatspapiere derzeit eine Führungsrolle, weshalb sich deren Kursentwicklung auch am US−Markt widerspiegelte. Steigende Inflationszahlen und die Griechenlandkrise hatten dort die Renditen steigen lassen. Ab Monatsmitte kehrte sich diese Bewegung teilweise wieder um. Wechselnde Gerüchte aus Griechenland sorgten aber weiterhin für größere Kursschwankungen. Schlussendlich stieg die Rendite für zehnjährige US−Schatzanweisungen im Juni von 2,09 Prozent auf 2,33 Prozent. Gemessen am JP Morgan Global Bond US−Index mussten US−Schatzanweisungen deshalb einen Verlust von einem Prozent hinnehmen.

Die Spannung vor dem Treffen der US−Notenbank Fed war groß, das Ergebnis letztlich aber enttäuschend. Die Währungshüter ließen sich erneut nicht in die Karten schauen und hielten sich bezüglich des Startzeitpunktes für eine Zinserhöhung sehr bedeckt. Nicht wenige Marktteilnehmer erhofften sich von dem Treffen, dass die Vorsitzende Janet Yellen in ihrer Erklärung einen Hinweis darauf geben würde, wann die Währungshüter nun gedenken, ihren ersten Zinsschritt zu vollziehen. Für Ende 2015 erwarten die Fed−Mitglieder im Durchschnitt ein Leitzinsniveau von 0,625 Prozent.

Jetzt lässt sich trefflich darüber streiten, ob dies eine oder zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr bedeuten. Aber: Während im März nur drei Mitglieder mit weniger als zwei Zinsschritten in diesem Jahr rechneten, erhöhte sich deren Zahl nun auf sieben. In jedem Fall möchte die Fed mit der Anhebung unter keinen Umständen das Wachstum gefährden. Dazu passt auch die Aussage Yellens, dass die Marktteilnehmer sich nicht zu sehr auf den Zeitpunkt der ersten Erhöhung, sondern vielmehr auf den Zinspfad konzentrieren sollen. Nichtsdestotrotz dürften am Ende einige Anpassungsreaktionen nicht ausbleiben, wenn die Notenbank die Zinswende einläutet. Schließlich liegen die Markterwartungen weiterhin deutlich unterhalb der Projektionen der Fed−Mitglieder.

Weltweit

Griechenland belastet: Die europäischen Rentenmärkte standen im Juni ganz unter dem Einfluss der Griechenlandkrise und handelten sehr volatil.

Täglich wechselnde Nachrichten über den Stand der Verhandlungen ließen Anleger entweder in den sicheren Hafen flüchten oder aber − in der Hoffnung auf eine späte Lösung _ doch wieder zu risikoreicheren Papieren greifen. Der Kursverlauf von Bundes− und Peripherieanleihen verlief daher größtenteils konträr. Zu Monatsbeginn standen kurzzeitig jedoch alle Papiere unter Druck, als die Kerninflationsrate im Euroraum überraschend von 0,6 auf 0,9 Prozent anzog. Im Nachgang entbrannte eine Diskussion, ob das Niedrigzinsumfeld nun ein Ende finden könnte. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten daraufhin bei mehr als 1,0 Prozent. Zur Erinnerung: Im April hatte die Rendite noch bei 0,05 Prozent gelegen. Gemessen am repräsentativen iBoxx Euro Sovereign Index verloren europäische Staatsanleihen im Juni 2,6 Prozent an Wert.

US−Staatsanleihen gerieten im Juni zunächst unter Abgabedruck. Neben der erwarteten Zinserhöhung war hierfür auch der Renditeanstieg bei deutschen Bundesanleihen verantwortlich. Anders als normal üblich, übernehmen deutsche Staatspapiere derzeit eine Führungsrolle, weshalb sich deren Kursentwicklung auch am US−Markt widerspiegelte. Steigende Inflationszahlen und die Griechenlandkrise hatten auch dort die Renditen steigen lassen. Ab Monatsmitte kehrte sich diese Bewegung teilweise wieder um. Wechselnde Gerüchte aus Griechenland sorgten aber weiterhin für größere Kursschwankungen. Schlussendlich stieg die Rendite für zehnjährige US−Schatzanweisungen im Juni von 2,09 Prozent auf 2,33 Prozent.

Gemessen am JP Morgan Global Bond US−Index mussten US−Schatzanweisungen deshalb einen Verlust von einem Prozent hinnehmen. Die mit Spannung erwartete Sitzung der US−Notenbank verlief letztlich nahezu ereignislos und gab keinen Aufschluss darüber, wann die Fed den Leitzins erstmals anheben will.

Europäische Unternehmensanleihen und EM−Hartwährungsanleihen zeigten sich von den Kursbewegungen auf Staatsanleiheseite ebenfalls beeindruckt und verloren gegenüber dem Vormonat an Wert.

Unternehmensanleihen

Turbulenzen erfassen Unternehmensanleihen: Nachdem sich der europäische Unternehmensanleihemarkt im April/Mai trotz einsetzender Marktturbulenzen und einer ersten Verkaufswelle im Staatsanleihesektor noch als stabil erwies, kam es im Juni nunmehr zu Verlusten. Auf Indexebene (BofA Merrill Lynch EMU Corp. Index, ER00) gaben Firmenpapiere mit Ratingstatus Investmentgrade im Berichtsmonat gut 1,9 Prozent ab.

Einhergehend mit dem Rückgang der Anleihenotierungen zogen die Risikoprämien (Spreads) um 19 auf 88 Basispunkte an. Von der Entwicklung war nicht nur die Anleiheseite direkt betroffen, auch synthetische Indizes wie etwa der iTraxx Main weiteten sich unter Schwankungen aus. Ausgelöst durch den starken Renditeanstieg der zehnjährigen Bundesanleihen, die von ihrem Tief bei 0,05 Prozent auf zwischenzeitlich ein Prozent nach oben schossen, waren auch im Unternehmensanleihemarkt lange Laufzeiten belastet. Damit einhergehend kam auch das Segment nachrangiger Unternehmensanleihen unter Druck. Für Diskussionen sorgte am Unternehmensanleihemarkt auch das Thema Liquidität. Diese hatte sich in den vergangenen Wochen zusehends verschlechtert. Je nach Marktlage gestaltete es sich entsprechend schwierig, Aufträge am Markt zu platzieren. Somit waren nicht nur Verkaufsaufträge in unsicheren Marktphasen betroffen. Auch in Erholungsbewegungen war es nicht einfach, Papiere am Markt zu annehmbaren Preisen zu erwerben. Der in den Vormonaten lebhafte Neuemissionsmarkt schaltete angesichts der Marktturbulenzen und des Verhandlungsmarathons mit Griechenland um einige Gänge zurück. Jene Neuemissionen, die noch begeben wurden, waren im Rahmen des schwierigen Marktumfeldes wieder mit interessanten Prämien versehen. Diese bewegten sich in einer Größenordnung zwischen 10 und 20 Basispunkten. Viele Emittenten stehen noch bereit, um vor der Sommerpause ihre Platzierungen durchzuführen. Auf Einzeltitelebene geriet die französische Vallourec ins Blickfeld. Diese wurde im Berichtsmonat in den HighYield−Bereich herabgestuft und hat damit zum Monatsende das Segment Investmentgrade verlassen. Wir sind in diesem Titel seit längerem nicht mehr investiert und somit von der Herabstufung nicht betroffen.

Emerging Markets

Fed und Griechenland bestimmen Entwicklung: Die Rentenmärkte der Schwellenländer entwickelten im Juni eine nur geringe Eigendynamik und standen ganz unter dem Eindruck der US−Notenbank Fed − Stichwort Leitzinserhöhung − und den sich endlos hinziehenden Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern. Im Rahmen der ansteigenden Risikoscheu unter den Anlegern verloren Emerging−Market Rententitel auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div. Index) im Juni 1,6 Prozent. Die Risikoprämien (Spreads) weiteten sich unter Schwankungen um neun auf 353 Basispunkte aus. Die Entwicklung war von Mittelabflüssen in Höhe von 1,6 Milliarden US−Dollar begleitet, die in erster Linie sogenannte Hartwährungsanleihen, also in Euro und US−Dollar notierte Papiere, betrafen. An den lokalen Rentenmärkten zogen die Renditen von rund 6,7 auf knapp 6,9 Prozent an. Der Primärmarkt verzeichnete in erster Linie zu Monatsbeginn und zum _ende verstärkte Aktivitäten. Der brasilianische Erdölkonzern Petrobras emittierte im Berichtsmonat einen Bond über 2,5 Milliarden US−Dollar mit einhundert Jahren Laufzeit, nachdem der Kapitalmarktzugang für das Unternehmen aufgrund des Korruptionsskandals in den letzten Monaten geschlossen war. Insgesamt waren in erster Linie Emittenten aus dem privaten Sektor bzw. quasistaatliche Unternehmen am Neuemissionsmarkt tätig. Verstärkt traten dabei asiatische Unternehmen wie beispielsweise die Bank of China die alleine fünf verschiedene Tranchen im Gegenwert von insgesamt drei Milliarden US−Dollar platzierte, an den Markt. Von staatlicher Seite her kam lediglich Gabun mit einer Neuemission. Insgesamt wurden die neuen Papiere, vor allem wegen attraktiver Prämien, gut vom Markt aufgenommen. Mit Blick auf die Notenbankpolitik befand sich Brasilien weiterhin im Zinserhöhungsmodus, der Leitzins wurde um 0,5 auf 13,75 Prozent erhöht. In Indien und Südkorea wurde hingegen der Zins um 0,25 Prozent zurückgenommen. Die ungarische Zentralbank senkte zudem ihren Leitzins um 0,15 Prozent. Die Ratingagenturen wurden im Berichtmonat in Bahrain (Herabstufung durch Fitch auf BBB−), Uruguay (Heraufstufung durch S&P auf BBB) und Jamaika (Heraufstufung durch S&P auf B) tätig.

 

 

Über Union Investment

Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

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