FondsAnbieter- Union Investment: Marktberichte April 2016

18. Mai 2016 von um 10:30 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

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Renten: Notenbanken warten ab

Aktienmärkte Die weltweiten Aktienmärkte haben im April uneinheitlich gehandelt. Einmal mehr stützte die lockere Geldpolitik in Europa und in den USA die Notierungen, so dass in den großen Industriestaaten meist leichte Kursgewinne verzeichnet wurden. Unter dem Strich verbesserte sich der MSCI World Index in lokaler Währung um 0,7 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt der Index mit 1,8 Prozent im Minus. In den USA schloss der Dow Jones Industrial Average Index 0,5 Prozent fester, der S&P 500 beendete den Monat mit einem Plus von 0,3 Prozent. Am europäischen Aktienmarkt kletterte der EURO STOXX Index 0,8 Prozent, während in Japan und in den Schwellenländern Verluste aufliefen.

Rentenmärkte Im April standen erneut die Sitzungen der wichtigsten Zentralbanken im Blickpunkt. Sowohl die EZB als auch die Fed und zuletzt die Bank of Japan sahen aber von weiteren geldpolitischen Maßnahmen ab und nehmen eine abwartende Haltung ein. Am europäischen Rentenmarkt waren leicht steigende Renditen zu beobachten. Der US−Rentenmarkt ging fast unverändert aus dem Handelsmonat.

Die Aktienmärkte

Europa

Wenig Impulse: Im April konnten europäische Aktien abermals zulegen, obwohl weder von Seiten der Konjunktur noch der Gewinndynamik starke Impulse zu verzeichnen waren. Nach einem holprigen Start in den Monat − die Sorge vieler Marktteilnehmer um den Wirkungsgrad der Geldpolitik hatte hier belastet −, gelang dem EUROSTOXX 50 ein Monatsplus von 0,8 Prozent. Der marktbreite STOXX Europe 600 rückte um 1,2 Prozent vor.

Europäische Unternehmen mit kleiner und mittelgroßer Marktkapitalisierung, abgebildet im MSCI Europe Small and Mid Caps, gaben dagegen 0,3 Prozent ab.

Unter stärkerem Druck standen dabei zunächst Aktien europäischer Finanzinstitute, deren Ertragsfähigkeit die Marktteilnehmer angesichts von Negativzinsen im Euroraum zunehmend anzweifelten. Im Monatsverlauf rückten dann andere Themen in den Mittelpunkt, zum Beispiel das Auf und Ab des Ölpreises, das sich vor allem rund um das am 17. April in Doha stattfindende Treffen der wichtigsten ölexportierenden Länder zeigte.

Tatsächlich konnte dabei weiterhin keine Einigung über eine Deckelung der Ölförderung erreicht werden. Der Ölpreis ging unmittelbar im Anschluss an das Treffen zwar zurück, zog im weiteren Monatsverlauf aber deutlich an und verbuchte im April ein Plus von rund 19 Prozent (Brent). Grund hierfür waren neben einem angebotsverknappendem Streik der kuwaitischen Ölindustrie überraschend gesunkene US−Lagerbestände. Europäische Öl− und Gaswerte legten über acht Prozent zu (STOXX Europe 600 Oil & Gas).

Ein weiterer Kurstreiber war das eher gemischte Bild, das die Quartalsberichte der Unternehmen in den USA und Europa bisher abgeliefert haben.

Erstmals in seiner Geschichte berichtete zum Beispiel der US−amerikanische Handy− und Computerkonzern Apple rückläufige Zahlen für das iPhone, sein wichtigstes Produkt. In Deutschland kamen dagegen gute Nachrichten vom Sportartikelhersteller Adidas. Wenige Wochen vor dem Start der Fußball−Europameisterschaft kletterte die Aktie auf ein Rekordhoch, nachdem der Konzern die Prognose erhöht hatte. Auf Monatssicht gelang der Aktie ein Plus von 10,0 Prozent.

Deutschland

DAX nahezu unverändert: Der deutsche Aktienmarkt hat sich im April in einer Handelsspanne von rund fünf Prozent um seinen Ausgangswert bewegt, beschloss den Monat aber fast unverändert bei 10.039 Punkten. Insgesamt ging es für die Kurse der 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands 0,7 Prozent nach oben. Der MDAX verlor dagegen 1,5 Prozent, der SDAX für kleinere deutsche Unternehmen gab 0,2 Prozent ab. Die im TecDAX notierten Technologiewerte des Landes schlossen nahezu unverändert.

Ein positiver Kurstreiber war im April die Erholung des Ölpreises, der ein Plus von rund 19 Prozent (Brent) verbuchte. Grund hierfür waren neben einem angebotsverknappendem Streik in der kuwaitischen Ölindustrie überraschend gesunkene US−Lagerbestände. Außerdem wirkten sich die detaillierten Aussagen der Europäischen Zentralbank zu ihrem erweiterten Ankaufprogramm positiv auf die Kurse aus. Daneben sorgte die Berichtssaison, die im Trend bisher leicht positiv verlaufen ist, für leichte Impulse.

Gute Nachrichten gab es dabei von dem Sportartikelhersteller Adidas. Wenige Wochen vor dem Start der Fußball−Europameisterschaft kletterte die Aktie auf ein Rekordhoch, nachdem der Konzern mit Sitz in Herzogenaurach die Prognose erhöht hatte. Auf Monatssicht gelang der Aktie ein Plus von 10,0 Prozent. Zu den stärksten Werten im DAX gehörte im April der Autohersteller VW. Offenbar gefiel Anlegern in dem vom Abgasskandal geplagten Titel die Aussicht auf eine Einigung der Wolfsburger mit den US−Behörden. Der Kurs des Papiers legte um 12,9 Prozent zu. Noch höher war nur das Plus der RWE−Aktie nach Bekanntwerden der Aufspaltung des Konzerns. Die zukunftsträchtigen Geschäfte wie die Ökostrom−Erzeugung, das Netz− und das Vertriebsgeschäft mit Endkunden sollen in eine neue Tochter abgespaltet und an die Börse gebracht werden.

Das Papier stieg um 14,6 Prozent.

Osteuropa

Osteuropäische Aktienmärkte entwickeln sich freundlich: Die osteuropäischen Aktienmärkte haben sich im April recht freundlich entwickelt. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe−Index legte in Lokalwährung um 2,0 Prozent zu. In US−Dollar lag das Plus sogar bei 3,4 Prozent. Gründe hierfür waren gestiegene Rohstoffpreise, bessere Daten aus China sowie die abwartende Haltung der US−amerikanischen Notenbank.

Der Russische Rubel hat gegenüber dem US−Dollar um 3,7 Prozent an Wert zugelegt. Der Schlusskurs Ende April notierte bei 65 Rubel pro US−Dollar. Ursächlich hierfür war vor allem der um fast 20 Prozent auf 48 US−Dollar gestiegene Ölpreis. Sollte sich dieser Anstieg fortsetzen, würde der Rubel weiter an Wert gewinnen. Da der Ölpreis mit dem russischen Aktienmarkt hoch korreliert, stieg der MICEX−Index in Lokalwährung um 4,4 Prozent. Der in US−Dollar notierende RTS−Index legte im März um 8,5 Prozent zu. Ein weiterer positiver Treiber der Aktienmärkte war eine Anordnung vom Ministerpräsidenten Medwedew, die besagt, dass russische Staatsunternehmen die Hälfte ihres Gewinns als Dividende ausschütten müssen.

Die Türkische Lira wertete im Berichtsmonat ebenfalls um 0,8 Prozent gegenüber dem US−Dollar auf. Und auch die Istanbuler Börse konnte Kursgewinne verbuchen. Der BIST−Index legte um 2,5 Prozent in Lokalwährung zu. Im April gab es einen Wechsel an der Spitze der türkischen Zentralbank. Der bisherige Vizechef Murat Cetinkaya hat das Amt von seinem Vorgänger Erdem Basci übernommen. Die Befürchtungen im Vorfeld, dass der neue Zentralbankpräsident sehr regierungsnah sei, haben sich nicht bestätigt. Das hat die Märkte positiv beeinflusst. Auch die Aussage des neuen Chefs, eine Normalisierung der Geldpolitik anzustreben, wurde als positiver Treiber aufgenommen.

USA

Leichte Aufschläge an den US−Börsen: Die US−Börsen haben ihre Gewinne aus dem Vormonat ausgeweitet und den April mit leichten Aufschlägen beendet. Unter dem Strich stand für den US−Leitindex Dow Jones Industrial Average ein Plus von 0,5 Prozent. Der marktbreite S&P 500 stieg um 0,3 Prozent.

Ein beherrschendes Thema für die Märkte war die laufende Berichtssaison. Bis Ende April hatten rund 300 Unternehmen aus dem S&P 500 ihre Daten für das erste Quartal vorgelegt. Dabei konnten 57 Prozent der Adressen die Analystenprognosen hinsichtlich der Umsätze schlagen, bezogen auf die Gewinne waren es 78 Prozent.

Die US−Investmentbank Goldman Sachs etwa musste einen massiven Gewinneinbruch hinnehmen. Unter anderem wegen des schleppenden Geschäfts mit Aktien und Rohstoffen fiel der Profit um 56 Prozent auf 1,2 Milliarden US−Dollar. Nichtsdestotrotz konnte die Bank die Erwartungen der Analysten noch übertreffen, so dass die Aktie nach Veröffentlichung der Zahlen positiv reagierte. Die Papiere beendeten den Monat mit einem Plus von 4,5 Prozent.

Deutlich besser stellt sich die Situation von Amazon dar. Der Internet−Einzelhändler konnte alle Erwartungen übertreffen und steigerte seinen Umsatz um 28 Prozent auf fast 30 Milliarden US−Dollar. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 513 Millionen US−Dollar. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Minus von 57 Millionen US−Dollar aufgelaufen. Die Zahlen verbesserten sich über alle Segmente und Regionen hinweg. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Sprung von 13 Prozent.

Für den Computerkonzern Apple war der April von Abschlägen gekennzeichnet. Erstmals in seiner Geschichte berichtete der Konzern rückläufige Zahlen für sein wichtigstes Produkt. Im Auftaktquartal wurden 51,2 Millionen iPhones verkauft, das sind rund 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn des Unternehmens sank um etwa 20 Prozent auf 10,5 Milliarden US−Dollar. Die Aktie fiel nachbörslich um zeitweise mehr als acht Prozent. Die Talfahrt ging weiter, als Star−Investor Carl Icahn bekanntgab, sich von seiner Apple−Beteiligung trennen zu wollen. Unter dem Strich stand für die Aktie im Berichtsmonat ein Minus von 14 Prozent.

Fernost

Asiatische Aktienmärkte mit leichten Verlusten: In Summe verzeichneten die asiatischen Börsen im Berichtszeitraum moderate Kursverluste. Der MSCI Far East ex Japan Index büßte insgesamt 1,2 Prozent in lokaler Währung ein und blieb hinter der Entwicklung der Aktienmärkte weltweit zurück. Der MSCI World Index erzielte im April 2016 ein leichtes Plus von 0,7 Prozent in lokaler Währung.

Eine relativ schwache Kursentwicklung wiesen chinesische Aktien auf, die an der Börse in Shanghai gelistet sind. Der Shanghai Composite−Index fiel im April um 2,2 Prozent, nachdem er sich im Vormonat kräftig um 11,8 Prozent erholt hatte. Insgesamt summiert sich das Minus seit Jahresbeginn immer noch auf rund 17 Prozent. Im Gegensatz hierzu legte der Hang Seng−Index in Hongkong im letzten Monat moderat um 1,4 Prozent zu.

Die Belebung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität in China hat sich fortgesetzt, so dass die stimulierenden Maßnahmen der Regierung ihre stabilisierende Wirkung zu entfalten scheinen. Zu Monatsbeginn zeigten die Einkaufsmanager−Indizes für das Verarbeitende Gewerbe Erholungstendenzen. Der auf private Unternehmen ausgerichtete Caixin−Einkaufsmanagerindex für März stieg auf 49,7 Punkte an (Vormonat: 48,0 Punkte), während der offizielle, eher auf Staatsunternehmen fokussierte Einkaufsmanagerindex sogar wieder die kritische 50 Punkte−Marke überwinden konnte (50,2 Punkte vs. 49,0 Punkte zuvor). Ferner war sowohl bei der Industrieproduktion als auch bei den Anlageinvestitionen zuletzt wieder eine Wachstumsbeschleunigung zu beobachten.

In Indien senkte die indische Notenbank zu Monatsbeginn die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 6,5 Prozent. Dieser Zinsschritt wurde an der Börse positiv aufgenommen wurde. Der indische Leitindex BSE Sensex legte um 1,0 Prozent zu. An den übrigen asiatischen Börsenplätzen war der Trend im vergangenen Monat weitgehend seitwärtsgerichtet. Die Leitindizes in Thailand (Bangkok SET Index: −0,2 Prozent), Korea (Kospi Composite Index:

−0,1 Prozent) und Indonesien (IDX Composite Index: −0,1 Prozent) zeigten sich unverändert, während die taiwanesische Börse Kursverluste verbuchte (TAIEX Index: −4,2 Prozent).

Japan

Aktienmarkt in Japan mit seitwärtsbewegung: Die japanischen Aktienmärkte bewegten sich im Berichtszeitraum mehr oder weniger seitwärts. Der Leitindex NIKKEI 225 büßte in Summe lediglich 0,6 Prozent ein und der marktbreite TOPIX Index sank insgesamt leicht um 0,5 Prozent. Im internationalen Vergleich fiel die Kursentwicklung der Börse in Tokio somit moderat schwächer als an den globalen Aktienmärkten aus. Der MSCI World Index erzielte im April ein leichtes Kursplus von 0,7 Prozent in lokaler Währung.

Nach einem zunächst schwachen Start in den Berichtsmonat setzte im Vorfeld der Sitzung der Notenbank Bank of Japan eine spürbare Kurserholung an den japanischen Börsenplätzen ein. Als die obersten Währungshüter zum Ende des Monats jedoch den Beschluss fassten, die Leitzinsen unverändert zu lassen, vollzog der Japanische Yen im Anschluss eine vierprozentige Aufwertung und sorgte in der letzten Handelswoche für einen Einbruch des japanischen Aktienmarktes um rund fünf Prozent. Aufgrund der im bisherigen Jahresverlauf insgesamt enttäuschenden Konjunktur− und Inflationsdaten für die japanische Wirtschaft hatten die Kapitalmarktteilnehmer mit weiteren expansiven geldpolitischen Maßnahmen der Notenbank gerechnet.

Über die Aufwertung des Japanischen Yen hinaus erwiesen sich eine Reihe von vorlaufenden Konjunkturindikatoren als Belastungsfaktor. Im Mittelpunkt stand hierbei der Ende März 2016 veröffentlichte Tankan−Bericht für das erste Quartal 2016. Diese vielbeachtete Unternehmensumfrage fiel zuletzt schwächer als erwartet aus _ sowohl bei großen Industrie− als auch bei großen Dienstleistungsunternehmen.

Unter den Indexschwergewichten kamen im Berichtszeitraum insbesondere Titel des exportorientierten Automobilsektors unter Druck. Hauptgründe waren die Aufwertung des Yen und die Aufdeckung von Abgaswertmanipulationen bei Mitsubishi Motors, dessen Aktienkurs im April um insgesamt 47 Prozent einbrach. Folglich büßten auch die führenden japanischen Automobilkonzerne Toyota (−5,0 Prozent), Honda (−3,0 Prozent) und Nissan (−4,0 Prozent) an Börsenwert ein.

Weltweit

Globale Börsen tendieren seitwärts: Die weltweiten Aktienmärkte haben im April uneinheitlich gehandelt. Einmal mehr stützte die lockere Geldpolitik in Europa und in den USA die Notierungen, so dass in den großen Industriestaaten meist leichte Kursgewinne verzeichnet wurden. Unter dem Strich verbesserte sich der MSCI World Index in lokaler Währung um 0,7 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt der Index mit 1,8 Prozent im Minus.

In den USA schloss der Dow Jones Industrial Average Index 0,5 Prozent fester, der S&P 500 beendete den Monat mit einem Plus von 0,3 Prozent. Ein beherrschendes Thema für die Märkte war hier die laufende Berichtssaison. Bis Ende April hatten rund 300 Unternehmen aus dem S&P 500 ihre Daten für das erste Quartal vorgelegt. Dabei konnten 57 Prozent der Adressen die Analystenprognosen hinsichtlich der Umsätze schlagen, bezogen auf die Gewinne waren es 78 Prozent. Heftige Abschläge verbuchte der Computerkonzern Apple, der mit seinen Zahlen hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb. Die Aktie gab 14 Prozent ab.

Europäische Aktien konnten im April abermals zulegen, obwohl weder von Seiten der Konjunktur noch der Gewinndynamik starke Impulse zu verzeichnen waren. Nach einem holprigen Start in den Monat − die Sorge vieler Marktteilnehmer um den Wirkungsgrad der Geldpolitik hatte hier belastet −, gelang dem EUROSTOXX 50 ein Monatsplus von 0,8 Prozent. Der marktbreite STOXX Europe 600 rückte um 1,2 Prozent vor.

Die japanischen Aktienmärkte schlossen leicht im Minus. Der Leitindex NIKKEI 225 büßte in Summe 0,6 Prozent ein. Eine deutliche Aufwertung des Yen sowie schwache Konjunkturdaten drückten auf die Stimmung der Investoren.

Die Aktienbörsen der Schwellenländer haben im Berichtsmonat seitwärts tendiert. Unter dem Strich verlor der MSCI Emerging Markets (in lokaler Währung) 0,2 Prozent. Verluste liefen vor allem in China auf, der Shanghai Composite Index gab 2,2 Prozent ab.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Staaten emittieren verstärkt langlaufende Anleihen: Europäische Staatsanleihen mussten im April Kursverluste hinnehmen. Bei Bundesanleihen setzte sich in der ersten Woche noch der Trend zu immer niedrigeren Renditen fort, dann folgte einen Gegenbewegung. Dabei stieg die Rendite für Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren zwischenzeitlich auf mehr als 0,3 Prozent an. In diesem Zusammenhang kamen Befürchtungen auf, der Renditeaufschwung aus dem Vorjahr könne sich fast auf den Tag genau wiederholen. Begleitet wurde die Bewegung von steigenden Rohstoffpreisen, sodass auch ein − zumindest theoretisch − leichter Inflationsdruck entstand. Anleihen aus den Peripherieländern standen nahezu durchweg unter Abgabedruck. Als belastend erwiesen sich politische Faktoren − in Spanien stehen nun Neuwahlen an − und auch eine äußerst umfangreiche Emissionstätigkeit am langen bis ultralangen Ende der Zinsstrukturkurve. Den jeweiligen Finanzministern geht es dieser Tage nicht anders als den Bauherren. Beide wollen sich die niedrigen Zinsen so lange wie möglich sichern. Belgien und Irland begaben sogar eine hundertjährige Anleihe. Dafür musste Irland den Käufern eine Rendite von lediglich 2,35 Prozent in Aussicht stellen. Vier Jahre zuvor war dies noch bei Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von 60 Tagen notwendig gewesen. Spanien, Italien, Deutschland und die Niederlande gaben ebenfalls neue Anleihe heraus, alle mit Laufzeiten von 30 Jahren.

Auf ihrer Sitzung im April schlug die Europäische Zentralbank (EZB) einen abwartenden Kurs ein und betonte, die weiteren Entwicklungen zunächst beobachten zu wollen. Mit einer nochmaligen geldpolitischen Lockerung ist somit vorerst nicht zu rechnen. Darüber hinaus gab sie die lang erwarteten Details zum Ankauf von Unternehmensanleihen bekannt. Zur Überraschung der Marktteilnehmer zeigte sich die Notenbank hier flexibler als gedacht, sodass weitaus mehr Anleihen als angenommen angekauft werden können. Gemessen am repräsentativen iBoxx Euro Sovereign Index verloren Euro−Staatsanleihen im April 1,1 Prozent an Wert. Seit Jahresbeginn ergibt sich ein Plus von 2,3 Prozent.

Euro−Outs

Mögliche _Brexit_ belastet Osteuropa: Staatsanleihen aus dem Euroraum standen im April unter Abgabedruck. Offene politische Fragen wie in Spanien und Portugal lasteten auf den Kursen. In Spanien misslang die Regierungsbildung, sodass nun Neuwahlen anstehen. Für Druck sorgte darüber hinaus eine verstärkte Emissionstätigkeit am langen Ende der Zinsstrukturkurve. Viele Euro−Staaten gaben Anleihen mit Laufzeiten zwischen 30 und sogar 100 Jahren heraus. Dieser Entwicklung konnte sich auch Anleihen aus dem restlichen Europa nicht entziehen. In Schweden, Tschechien, Großbritannien und der Schweiz kam es zu ebenfalls leicht steigenden Renditen. Stärkere Bewegungen waren in Norwegen, Polen und Ungarn zu verzeichnen. Osteuropäische Märkte wie Polen und Ungarn litten dabei vor allem unter den Befürchtungen, das Großbritannien könnte am 23. Juni für einen Austritt aus der Europäischen Union stimmen. Käme es dazu, würde der Topf mit den zu vergebenen Fördergeldern erheblich kleiner werden.

Schließlich sind die Briten mit jährlich mehr als sieben Milliarden Euro der drittgrößte Nettozahler der EU. Polen wiederum ist der größte Zahlungsempfänger. Allein in den Jahren 2014 bis 2020 soll das Land Fördermittel in Höhe von 115 Milliarden Euro erhalten. Wichtige Infrastrukturmaßnahmen könnten sich somit verzögern. In Polen erhöhte sich die Rendite für zehnjährige Papiere daher um 25 Basispunkte, in Ungarn sogar um 38 Basispunkte.

Nennenswerte Kursgewinne verzeichneten lediglich russische Staatsanleihen. Dies lag vor allem am steigenden Ölpreis, der im April zweistellig zulegen konnte. Sind es sonst eher Inflationsbefürchtungen, die zu steigenden Renditen führen, war es in diesem Fall vielmehr die Hoffnung auf eine Entlastung der angespannten Haushaltslage Russlands. Der Rohstoffexport ist letztlich fast das alleinige Geschäftsmodell Russlands, weshalb sich der Ölpreisanstieg überproportional positiv auswirkte.

USA

US−Notenbank hat keine Eile _ nächster Zinsschritt vertagt: Der Handel von US−Staatsanleihen verlief im April in vergleichsweise ruhigen Bahnen. In der ersten Monatshälfte tendierte die Kursentwicklung unter geringen Schwankungen seitwärts. Im Vorfeld der Sitzung der US−Notenbank Fed und auch als Reaktion auf einen leichten Renditeanstieg in Europa kam es auch in den USA zu leicht höheren Renditen. Nach dem Treffen der Notenbanker wurde diese Bewegung allerdings schnell wieder aufgeholt, sodass es in Summe kaum Veränderungen gab. Ende April rentierten zehnjährige Staatsanleihen bei etwas mehr als 1,8 Prozent. Gemessen am JP Morgan Global Bond US−Index ergab sich für April ein leichtes Minus von 0,1 Prozent. Seit Jahresbeginn ergibt dies einen Zuwachs von 3,3 Prozent.

Die Erwartungen an die Notenbanksitzung seitens der Marktteilnehmer waren gering. Gleich mehrere Fed−Mitglieder hatten sich im Vorfeld zur Geldpolitik geäußert und deutlich gemacht, dass nicht mit einem Zinsschritt zu rechnen sei. Für die nächste Sitzung im Juni hielt sich die Vorsitzende Janet Yellen alle Optionen offen. Die wirtschaftliche Entwicklung außerhalb der USA stelle nun kein substanzielles Risiko mehr dar. Dies könnte den Boden für einen zweiten Zinsschritt vorbereiten. Gleichzeitig sieht die Fed den konjunkturellen Verlauf in den USA mit gemischten Gefühlen und liefert somit auch gleich ein Argument, warum ein zweiter Zinsschritt auch im Juni noch nicht erfolgen sollte. Obwohl die Kerninflationsrate in den USA mittlerweile über den Zielwert von zwei Prozent gestiegen ist, zeigen sich die Währungshüter betont locker. Man habe nun Jahre hinter sich, in denen die Inflation unter dem Zielwert lag, nun sei eine Phase mit einer leicht höheren Teuerungsrate unproblematisch, hieß es. In diesem Kontext spricht viel dafür, dass es zwischen den großen Notenbanken eine formelle Absprache hinsichtlich einer koordinierten Geldpolitik gegeben haben könnte. Neben der Fed hielt sich im April auch die japanische Notenbank mit Aktivitäten zurück.

Weltweit

Niedrigzinsumfeld führt zur Emission langlaufender Anleihen: Europäische Staatsanleihen mussten im April Kursverluste hinnehmen. Bei Bundesanleihen stieg die Rendite für Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren zwischenzeitlich auf mehr als 0,3 Prozent an. In diesem Zusammenhang kamen Befürchtungen auf, der Renditeaufschwung aus dem Vorjahr könne sich wiederholen. Anleihen aus den Peripherieländern standen nahezu durchweg unter Abgabedruck. Als belastend erwiesen sich politische Faktoren und auch eine äußerst umfangreiche Emissionstätigkeit am langen bis ultralangen Ende der Zinsstrukturkurve. Den jeweiligen Finanzministern geht es dieser Tage nicht anders als den Bauherren. Beide wollen sich die niedrigen Zinsen so lange wie möglich sichern. Belgien und Irland begaben eine hundertjährige Anleihe, Spanien, Italien, Deutschland und die Niederlande setzten auf Laufzeiten von 30 Jahren. Auf ihrer Sitzung im April schlug die Europäische Zentralbank (EZB) einen abwartenden Kurs ein und betonte, die weiteren Entwicklungen zunächst beobachten zu wollen. Gemessen am repräsentativen iBoxx Euro Sovereign Index verloren Euro−Staatsanleihen im April 1,1 Prozent an Wert.

Der Handel von US−Staatsanleihen verlief im April in vergleichsweise ruhigen Bahnen. Lange Zeit tendierten die Kurse seitwärts. Lediglich mit der Sitzung der US−Notenbank Fed kam etwas Bewegung in den Handel. In Summe gab es aber kaum Veränderungen. Ende April rentierten zehnjährige Staatsanleihen bei etwas mehr als 1,8 Prozent, unwesentlich höher als Ende März. Gemessen am JP Morgan Global Bond US−Index ergab sich daraus ein leichtes Minus von 0,1 Prozent. Die Erwartungen an die Notenbanksitzung seitens der Marktteilnehmer waren gering. Letztlich wartet die Fed weiter ab und hält sich für die nächste Sitzung im Juni alle Optionen offen. Obwohl die Kerninflationsrate in den USA mittlerweile über den Zielwert von zwei Prozent gestiegen ist, zeigen sich die Währungshüter betont locker.

Unternehmensanleihen zeigten sich von den Ankaufplänen der EZB weiter unterstützt und legten 0,3 Prozent zu. Größere Zuwächse waren bei EM−Anleihen festzustellen, die im Monatsverlauf um 2,6 Prozent zulegten.

Unternehmensanleihen

Ankaufprogramm der EZB weiterhin im Mittelpunkt: Auch im April war das kommende Ankaufprogramm der EZB für europäische Unternehmensanleihen (Corporate Sector Purchase Programm, CSPP) zentraler Punkt am Markt. Die Notenbank gab auf ihrer Sitzung im April hierzu weitere Details bekannt. Neben Papieren aus den Industriesektoren werden auch Anleihen von Versicherungsunternehmen angekauft. Papiere reiner Finanzinstitute bleiben hingen unberücksichtigt. Der Anleiheemittent der in Frage kommenden Firmenbonds muss seinen Sitz im Euroraum haben. So sind auch Muttergesellschaften mit Sitz außerhalb der Eurozone für das CSPP qualifiziert, wenn die Anleihen über im Euroraum ansässige Tochtergesellschaften platziert werden (bspw. Glencore). Das Mindestrating ist BBB−. Es werden Laufzeiten zwischen sechs Monaten und 30 Jahren berücksichtigt.

Mit Blick auf die Marktentwicklung blieben europäische Unternehmensanleihen gut unterstützt. Während europäische Staatsanleihemärkte mit einem Minus von 1,1 Prozent (iBoxx Euro Sovereign) aus dem Handelsmonat gingen, verbuchten Unternehmensanleihen auf Gesamtmarktebene (BofA Merrill Lynch Euro Corporate Index, ER00) Zugewinne von 0,3 Prozent. Darüber hinaus engten sich die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) um weitere 10 auf 88 Basispunkte ein. Im Rahmen der freundlichen Marktstimmung konnten sich aber auch die vom CSPP ausgeschlossenen Finanzanleihen positiv entwickeln. Entsprechende Senior− und Nachrangpapiere gingen auf Indexebene mit leicht positiver Wertentwicklung aus dem Handelsmonat.

Aus fundamentaler Sicht hatte die Berichtssaison zum ersten Quartal bislang unterstützende Effekte. Die Unternehmen übertrafen die im Vorfeld Überwiegend deutlich gesenkten Prognosen. Am Primärmarkt hielt die rege Neuemissionstätigkeit an. Allerdings blieb das Volumen unter dem des rekordverdächtigen Vormonats. Vor allem künftig CSPP−fähige Papiere waren gesucht. Aufgrund der hohen Nachfrage boten sich den Anlegern allerdings nur sehr geringe oder gar keine Neuemissionsprämien. Auf Einzeltitelebene profitierte Volkswagen von einer grundsätzlichen Einigung mit den US−Behörden im Abgasskandal und konnte den Jahresabschluss 2015 finalisieren.

Emerging Markets

Freundliche Stimmung hält an: Getrieben durch einen stark anziehenden Ölpreis, eine weiterhin abwartende US−Notenbank sowie robustere Marko−Daten aus China verbuchten die Rentenmärkte der Emerging Markets (EM) vor allem in der ersten Monatshälfte Kursgewinne. Öl der Sorte Brent konnte um rund 19 Prozent zulegen, wovon insbesondere die Rohstoff−Exporteure profitierten. Die US−Notenbank Fed ließ die Leitzinsen in ihrer April−Sitzung erwartungsgemäß unverändert, was die Schwellenländer−Märkte stützte. Chinas Wachstum lag im ersten Quartal 2016 mit 6,7 Prozent zwar auf dem niedrigsten Niveau seit der Finanzkrise, gute Daten aus dem Immobilien− und Infrastruktursektor sprechen aber eher für eine Stabilisierung als für einen deutlichen Rückgang der Aktivität. Auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div. Index) gewannen die EM−Rentenmärkte im April rund 1,8 Prozent. Die Risikoprämien (Spreads) verringerten sich um 20 auf 389 Basispunkte.

Ein marktbeherrschendes Thema war die anhaltende politische Unsicherheit in Brasilien. So votierte das Parlament für die Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff. Stimmt Mitte Mai auch der Senat zu, muss Rousseff zunächst ihre Geschäfte für 180 Tage ruhen lassen, ehe erneut der Senat über eine endgültige Absetzung entscheidet. Das Verfahren ist also noch nicht entschieden, die Märkte spekulieren dennoch auf die belebenden Aspekte eines Regierungswechsels: Die Rendite brasilianischer Staatsanleihen ging seit Jahresanfang deutlich zurück. Nach knapp 15 Jahren Abstinenz feierte zudem Argentinien ein erfolgreiches Comeback am Kapitalmarkt. Die in einem Volumen von 16,5 Milliarden US−Dollar emittierten Anleihen waren fast vierfach überzeichnet. Unterstützend wirkten auch die Mittelbewegungen: Weltweit in Emerging Markets−Anleihen investierende Fonds verbuchten im April Zuflüsse in Höhe von rund drei Milliarden US−Dollar.

Trotz des Ölpreis−Anstiegs stufte Fitch die Kreditwürdigkeit Saudi Arabiens um eine Stufe auf AA− herab, auch der Ausblick bleibt negativ. Daneben passten verschiedene Notenbanken der Schwellenländer ihre Geldpolitik an. Dabei kam es in der Türkei, Indien und Ungarn zu Zinssenkungen, Kolumbien erhöhte den Leitzins.

 

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