FondsAnbieter-Union Investment: Globale Märkte im Fokus

04. November 2015 von um 10:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- Union Investment: Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nach der Europäischen Zentralbank hat auch die US-Notenbank die Kapitalmärkte überrascht – wenn auch mit gegenteiliger Aussage. Stellte die EZB noch eine Lockerung der Geldpolitik in Aussicht, so stieß die Fed in ihrer aktuellen Sitzung die Tür für eine mögliche Zinserhöhung im Dezember wieder auf. Aktien- und Anleihemärkte reagierten zunächst abwartend. Auch der Euro stand gegenüber dem US-Dollar, nach kurzzeitigem Zwischenhoch, am Ende der Woche wieder nahezu unverändert da.

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Konsolidierung nach kräftiger Erholung

Im Nachgang der kräftigen Kurserholung im bisherigen Monatsverlauf standen die Zeichen an den internationalen Aktienmärken in der letzten Oktoberwoche auf Konsolidierung. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) in der vergangen Woche noch eine Ausweitung ihre expansiven Geldpolitik in Aussicht gestellte hatte, lassen die letzten Äußerungen der US-Notenbank Fed den Schluss zu, dass eine geldpolitische Straffung noch in diesem Jahr Realität werden könnte. Der MSCI World Index in lokaler Währung zeigte sich nahezu unverändert. Während die Börsen in den Industrie-staaten im Durchschnitt leicht zulegten, reagierten die Aktienmärkte in den Emerging Markets mit Verlusten auf die Fed-Kommunikation.

Laufende Berichtssaison mit gemischten Signalen

Die Berichtssaison für das dritte Quartal 2015 befindet sich auf beiden Seiten des Atlantiks auf dem Höhepunkt. Nachdem rund zwei Drittel der S&P 500 Unternehmen berichtet haben, fällt die Zwischenbilanz in den USA solide aus: Bei den Umsätzen konnten 44 Prozent der Unternehmen die Markterwartungen schlagen, bei den Gewinnen waren es sogar 76 Prozent. Im Gegensatz hierzu verläuft der Ergebnisreigen in der Eurozone weniger positiv: lediglich 41 Prozent der Unternehmen konnten bislang die Umsatzerwartungen übertreffen, bei den Gewinnen waren es mit 47 Prozent sogar weniger als die Hälfte.

Deutsche Bank setzt Dividenden für 2015 und 2016 aus

Im Fokus stand die Präsentation der „Strategie 2020“ durch den neuen Co-Chef der Deutschen Bank John Cryan, die von den Investoren mit Kursabschlägen aufgenommen wurde. Deutsche Bank-Aktionäre mussten im dritten Quartal 2015 einen Rekordverlust von 6 Mrd. Euro verdauen und müssen für die Jahre 2015 und 2016 auf die Dividende verzichten. Zentrale Elemente der „Strategie 2020“ sind spürbare Kostensenkungen, eine massive Reduzierung der risikogewichteten Aktiva, ein Personalabbau um netto 9.000 Mitarbeiter, eine Ausdünnung des Filialnetzes und eine Modernisierung der IT-Systeme. Basierend auf diesen umfangreichen Maßnahmen soll die harte Kernkapitalquote auf mindestens 12,5 Prozent bis Ende 2018 angehoben (aktuell: 11,5 Prozent) und die Eigenkapitalrendite auf mindestens zehn Prozent erhöht werden (aktuell: 5,7 Prozent).

Mit hohen Verlusten im dritten Quartal wartete auch der VW-Konzern auf. Das Unternehmen verbuchte einen operativen Fehlbetrag von rund 3,5 Mrd. Euro, dem ersten Quartalsverlust seit der Umstellung auf IFRS-Rechnungslegung im Jahre 2001. Hauptbelastungsfaktor waren die bereits angekündigten Risikovorsorgen von 6,7 Mrd. Euro im Zusammenhang mit dem Abgasskandal. Bereinigt um die Rückstellungen konnte das Unternehmen die Erwartungen erfüllen. Das Ausbleiben negativer operativer Überraschungen beflügelte die VW-Aktie, die am Tag der Q3 2015-Ergebnisse um vier Prozent zulegte.

Für Aufsehen sorgte zu Ende der Woche noch die Nachricht aus dem Pharmasektor. Der US-Konzern Pfizer und das in Irland ansässige Unternehmen Allergan haben Gespräche im Hinblick auf einen Zusammenschluss aufgenommen. Sollte Pfizer seinen momentan mit 120 Mrd. US-Dollar bewerteten Konkurrenten übernehmen, wäre dies die größte M&A Transaktion des Jahres. Zudem würde der weltweit zweitgrößte Pharmakonzern nach Umsatzvolumen entstehen. Renten

Freundlicher Wochenstart…

Die europäischen Staatsanleihemärkte starteten zunächst freundlich in die Handelswoche. Hier wirkten die Äußerungen von Mario Draghi noch nach, wonach der EZB-Präsident für das nächste Treffen des EZB-Rates Anfang Dezember weitere Lockerungsmaßnahmen ankündigte. Sowohl die Renditen von Anleihen aus den Peripherieländern, als auch von Papieren aus den europäischen Kernländern gingen dabei weiter zurück. Daran konnten auch leicht bessere Konjunkturdaten nichts ändern. So fiel etwa der deutsche ifo-Index unerwartet fest aus. In der Automobilbranche schätzen die Einkaufsmanager die Lage sogar besser ein, trotz des Abgasskandals bei Volkswagen und den Gewinnwarnungen einiger Zulieferer.

…bis die Fed als Spielverderber auftritt

Ab Donnerstag wendete sich das Blatt allerdings. Diesmal war es die US-Notenbank Fed, die ihrerseits ebenfalls überraschte. Entgegen den Erwartungen vieler Marktteilnehmer stieß die Fed die Tür – die schon fast geschlossen schien – für eine erste Zinsanhebung im Dezember wieder etwas auf. Erst im September hatten die US-Währungshüter auf die Bremse getreten und sich besorgt um „globale Risiken“ gezeigt. Damit dürfte vor allem die wirtschaftliche Lage in den Emerging Markets gemeint gewesen sein. Schließlich gingen die Börsen rund um den Globus auf Talfahrt, in Sorge um das Wachstum in China. Nun wurde dieser Absatz aber ebenso plötzlich gestrichen, wie er eingefügt wurde. Analysten werten das als Hinweis auf eine bevorstehende Zinsanhebung. Dass die US-Notenbank Fed hier so offensiv agiert überrascht auch insofern, als dass eine Reihe von US-Konjunkturdaten zuletzt leicht schwächer ausfielen, die Wachstumsschwäche in den aufstrebenden Volkswirtschaften noch immer nicht vom Tisch ist und vor allem aber der US-Dollar nach der Äußerung von Mario Draghi handelsgewichtet fester zog. Das kurze Ende der US-Zinsstrukturkurve reagierte mit steigenden Renditen, die gleichbedeutend mit Kursverlusten waren. Lange Laufzeiten zeigten sich weitgehend unbeeindruckt, sodass sich die US-Zinsstrukturkurve verflachte. In diesem Sog zogen die Renditen im Euroraum leicht an und brauchten ihre Gewinne aus der ersten Wochenhälfte wieder auf. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index handelten europäische Staatsanleihen am Freitag um den Schlusskurs vor Wochenfrist.

Der US-Dollar wertete zum Euro zunächst weiter auf und gewann unmittelbar nach Veröffentlichung des Fed-Protokolls einen Cent an Wert. Auf Wochensicht steht das Währungspaar nahezu unverändert.

EZB erhöht Anteil an Neuemissionen am CB-Markt

Am Markt für Covered Bonds wird es für die Europäische Zentralbank immer schwieriger die notwendigen Papiere einzusammeln, um ihr Ankaufprogramm zu erfüllen. Die Liquidität am Sekundärmarkt geht weiter zurück, sodass die Notenbanker sich nun verstärkt an Neuemissionen beteiligen. Lag die Zeichnungsquote der Währungshüter sonst eher bei rund einem Viertel, wanderte in dieser Woche bereits die Hälfte der neuausgegebenen Anleihen in die Bücher der EZB. Sollte die EZB also tatsächlich gewillt sein den Umfang ihres Ankaufprogramms auszuweiten, wird sie am Covered Bond-Markt wohl kaum mehr Stücke einsammeln können. Einfacher dürfte das bei liquiden Staatsanleihen sein. Das dürfte auch ein Grund sein, warum Bundesanleihen in den letzten Wochen so gut unterstützt sind. Ausblick

Beim „Nachmachen“ denkt der Marktteilnehmer zumeist an Produktpiraterie, gerne aus Fernost. In der kommenden Woche stellt sich allerdings eher die Frage, wen sich die Bank of England zum Vorbild nimmt. Absolut sicher dürfte sein, dass sie nicht Mario Draghis Ankündigung zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik folgt, blickt das Vereinigte Königreich doch auf einen sehr robusten Datenkranz aus Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarkt und Inflation. So ist Govenor Carney in der Vergangenheit dann auch strikt der US-Notenbank Fed in ihrer abwartenden Haltung gefolgt. Nachdem nun allerdings eine Zinserhöhung in den USA im Dezember wieder wahrscheinlicher geworden ist, darf man gespannt sein, welche Formulierung die Bank of England am Donnerstag in ihrer „Folgestrategie“ wählt.

Weitere Argumente für die eigene Zinswende könnte die Fed am Freitag erhalten. Der Oktober-Arbeitsmarktbericht soll laut Analysten wieder ein höheres Beschäftigungsniveau ausweisen. Die chinesische Wachstumsabkühlung war hingegen für die US-Notenbanker zuletzt wieder in den Hintergrund getreten. Über den tatsächlichen Stand gibt der Caixin-Einkaufsmanagerindex Industrie am Montag Auskunft.

Schließlich dauert die Quartalsberichtssaison unvermindert an. Neben Bankentiteln wie Commerzbank, HSBC, ING oder Société Générale steht mit BMW auch wieder ein deutscher Autobauer im Blickpunkt. Zwar haben die Münchner laut eigener Aussage keine Abgaswerte manipuliert, dennoch setzen auch die Weiß-Blauen mit ihrer großen Diesel-Flotte auf dieses vom Image her angeschlagene Segment. Vorläufige Auslieferungszahlen lassen allerdings keine Schwäche erkennen, sodass die Analysten mehrheitlich mit einem Umsatzschub im dritten Quartal rechnen.

 

 

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Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

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