FondsAnbieter-Union Investment: Die Jagd nach neuen Höchstständen geht weiter

23. Juli 2013 von um 13:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter!FondsAnbieter-Union Investment: An den Kapitalmärkten kehrt die Zuversicht zurück, dass sich der vom geldpolitischen Kurs der Notenbanken gestärkte Aufschwung fortsetzt. „Der rhetorische Spagat des amerikanischen Notenbankchefs scheint zu funktionieren“, sagte Jens Wilhelm, im Vorstand der Union Asset Management Holding AG zuständig für Portfoliomanagement und Immobilien, im Rahmen einer Presseveranstaltung in Hamburg. So habe Bernanke den Investoren einerseits signalisiert, dass ein Ende der milliardenschweren Anleihekäufe in greifbare Nähe rückt. Andererseits liege eine Zinserhöhung noch in weiter Ferne. „Für die Börsen rund um den Globus ist das ein wichtiges Signal“, so Wilhelms Einschätzung. Man brauche auch künftig die Unterstützung der Notenbanken, um die Erholung der weltweiten Konjunktur nicht zu gefährden.

Dass die Federal Reserve Bank im Orchester der Notenbanken weiter den Ton angibt, steht für Wilhelm außer Frage. Schon seit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise habe sie mit ihren Interventionen Schlimmeres verhindert und den Grundstein für den Aufschwung an den Kapitalmärkten gelegt. Aber auch der Europäischen Zentralbank sprach Wilhelm eine wichtige Rolle zu: „Sie hat zum richtigen Zeitpunkt nachgezogen und so für die Lösung der Eurokrise die erforderliche Zeit gekauft.“ Um die wirtschaftliche Stabilisierung in der Eurozone nicht zu gefährden, werde die EZB noch mindestens bis 2015 an ihrer Niedrigzinspolitik und an begleitenden Liquiditätsmaßnahmen festhalten. Inzwischen zeichne sich jedoch ab, dass weitere Notenbankimpulse kaum noch Unterstützung für die Realwirtschaft brächten.

Wirtschaftliche Entwicklung rückt in den Fokus der Investoren

„Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem die Frage, ob die Wirtschaft die weitere Erholung aus eigener Kraft schaffen kann, wieder stärker in den Fokus rückt“, so Wilhelm. Dabei ist er mit Blick auf die Wachstumsperspektiven vor allem für die Industrieländer zuversichtlich. Die US-Wirtschaft laufe derzeit fast auf Autopilot. Für das nächste Jahr prognostiziert er ein Wachstum von über zwei Prozent. In Europa signalisierten Frühindikatoren ein verbessertes Stimmungsbild, was aber auch daran liege, dass einige Länder wie Spanien aus einem sehr tiefen Tal kämen. „Eine nachhaltige Erholung zeichnet sich noch nicht ab, aber im nächsten Jahr könnte die Eurozone erstmals wieder zulegen“, erwartet Wilhelm. Dann sei ein Wachstum von knapp unter einem Prozent realistisch. Skeptischer ist Wilhelm mit Blick auf die Entwicklung in China. Die neue Regierung verzichte derzeit bewusst auf kurzfristiges Wachstum, um die Wirtschaft langfristig auf ein solideres Fundament zu stellen. So solle der Einsatz von Fremdkapital in der Volkswirtschaft abgebaut und der private Konsum gestärkt werden. Das reduzierte Wachstumsziel von 7,5 Prozent hält er aber für realistisch. „Insgesamt bleibt die Weltwirtschaft auf einem moderaten Wachstumskurs. Die Dynamik wird sich ab der zweiten Jahreshälfte 2013 wieder etwas erhöhen. Inflation ist weiter kein Thema“, sagte Wilhelm.

Zeit der rückläufigen Renditen am Rentenmarkt geht zu Ende

Dass diese konjunkturelle Belebung ausreicht, um den Aufschwung insbesondere an den Aktienmärkten weiter zu befeuern, steht für Wilhelm außer Frage: „Trotzdem wird die Entwicklung holpriger werden, weil das erwartete Ende der lockeren Geldpolitik die Euphorie der Anleger dämpft.“ Er hält es für wichtig, dass an den Aktien- und Rentenmärkten wieder Risiko in beide Richtungen wahrgenommen wird. „Es ist nicht gut, wenn alle in dem Glauben investieren, dass die Börsen eine Einbahnstraße sind“, so der Vorstand. Vor allem an den Rentenmärkten werde das Anlageumfeld auch in den nächsten Monaten herausfordernd sein. „Das Niedrigzinsumfeld bleibt uns erhalten. Die Zeit immer weiter rückläufiger Renditen geht aber definitiv zu Ende“, ist sich Wilhelm sicher. Nach den Überreaktionen in den letzten Wochen rechnet er zunächst mit relativ stabilen Renditen in den sicheren Häfen wie Bundesanleihen oder US-Staatsanleihen. Er rät Anlegern, in kurze Laufzeiten oder in Laufzeitenfonds zu investieren, um das Risiko von Kursverlusten zu vermeiden.

Als stabiles Fundament fürs Depot seien zudem Offene Immobilienfonds erste Wahl. Breit aufgestellt und gut diversifiziert nutzten diese das solide Marktumfeld in den wichtigen Core-Märkten. „Vor allem die stabilen Mietrenditen an den Büromärkten, im Einzelhandel und bei Hotels im heimischen Markt können dem Anleger einen guten Ertrag aus diesen Fonds sichern“, führte Wilhelm aus. Zudem beobachte man derzeit genau jene Märkte, die von der Krise in den vergangenen Jahren besonders betroffen waren. So böten insbesondere die USA gute Chancen für neue Investments, weil dort jahrelang wenig neue Flächen auf den Markt kamen und diese derzeit knapp und begehrt seien.

Aktienmärkte bieten derzeit die besten Chancen

Wilhelm ist überzeugt: „Mit der konjunkturellen Belebung geht auch der Aufschwung an den Aktienmärkten weiter. Deshalb gibt es zu Aktien derzeit keine bessere Alternative.“ Margen, Gewinne und Reserven der Unternehmen für Zukäufe und Investitionen seien weiterhin sehr hoch. Auch das Aktienrisiko werde gut entlohnt. Attraktiv sei im aktuellen Umfeld die Dividendenrendite, vor allem für europäische Titel: Im Schnitt könnten 3,3 Prozent mit deutschen und 3,6 Prozent mit europäischen Standardwerten verdient werden. Aufholpotenzial sieht Wilhelm vor allem für die europäischen Börsen. Auch für den deutschen Markt rechnet er mit weiterhin gute Chancen: „Es bleibt bei der Sonderrolle deutscher Unternehmen, die von ihrer globalen Wettbewerbsfähigkeit profitieren.“ Vorsichtig ist er dagegen bei Aktien aus den Schwellenländern, die unter verschlechterten Wachstumsaussichten leiden. Auf Einzelwertebene gibt er den zyklischeren Substanzwerten derzeit den Vorzug vor Wachstumsaktien.

Der Aufschwung geht am deutschen Anleger fast spurlos vorüber

Trotz der weiterhin guten Aussichten für den Aktienmarkt ist der Weg zurück zur Aktie für viele Anleger schwer. „Wir konnten uns in den letzten Monaten über Kursgewinne freuen – nur leider waren deutsche Anleger kaum dabei“, so Wilhelm. Nur etwa fünf Prozent des deutschen Geldvermögens seien bislang direkt in Aktien investiert. „Viele Anleger stellen sich derzeit die Frage, ob es für einen Einstieg nicht schon zu spät ist. Dabei spricht vieles dafür, dass die Jagd nach neuen Höchstständen vorerst weiter geht. Viel wichtiger ist aber die Frage, wie viel Potenzial langfristig in der Aktie steckt“, betonte Wilhelm. Fünf bis sechs Prozent pro Jahr seien auf lange Sicht eine realistische Durchschnittsperformance. Dass es zwischenzeitliche Schwankungen gebe, gehöre bei der Aktienanlage dazu. Deshalb rät er Anlegern zum schrittweisen Einstieg mit Fondssparplänen. Dass sich das langfristige Aktiensparen auszahlt, verdeutlichte Wilhelm am Beispiel des UniGlobal: „Wer 15 Jahre angespart hat, liegt immer im Plus und hat im Schnitt 6,9 Prozent verdient“. Dies gehe aus einer Berechnung zur Entwicklung der Sparpläne über rollierende Zeiträume in den letzten 30 Jahren hervor. Über zehn Jahre hätten Sparpläne demnach im Schnitt 5,9 Prozent eingebracht, über 20 Jahre 6,0 Prozent.

 

Über Union Investment

Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

Kategorien: Anbieter. Berichten.
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