FondsAnbieter- UBS: UBS Investor Watch: Umfrage zum Thema Altersvorsorge und Ruhestand unter deutschen Anlegern

13. April 2016 von um 11:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- UBS: Wer im Ruhestand ist, muss sich noch längst nicht „alt“ fühlen. Laut einer aktuellen Umfrage von UBS hat die gestiegene Lebenswartung nämlich zu einem grundsätzlichen Wandel in der Wahrnehmung des Alters geführt: Heute betrachten sich deutsche Anleger bis zum 70. Lebensjahr nicht als „alt“. Doch diese positive Entwicklung hat auch einen Nachteil – viele Menschen erkennen im Alter von 20 bis 39 Jahren noch nicht die Notwendigkeit, bereits für ihre Rente vorzusorgen. Im Durchschnitt beginnen sie erst ab 40 Jahren, sich mit dem Thema Vorsorgeplanung zu beschäftigen. Dabei treibt sie vor allem die Befürchtung an, ihren aktuellen Lebensstandard im Ruhestand nicht halten zu können.

Deutsche Anleger sehen im Ruhestand eine neue Lebensphase, fühlen sich dabei aber nicht zwangsläufig „alt“. Eine Umfrage von UBS zeigt, dass sich unter 451 deutschen Anlegern nur 40 Prozent der Frauen und 30 Prozent der Männer vor dem gesetzlichen Rentenalter von 67 Jahren als „alt“ empfinden. Mit „alt sein“ verbinden sie vielmehr den Verlust der individuellen Unabhängigkeit, also beispielsweise, dass Menschen nicht mehr allein im eigenen Heim wohnen können (51 Prozent), unter Gedächtnisproblemen leiden (38 Prozent) oder nicht mehr Autofahren können (37 Prozent). Auch das Unverständnis für neue Technologien (38 Prozent) kann dazu beitragen, dass Investoren sich alt fühlen.

„Interessant ist, dass Menschen mit höherem Vermögen eher geneigt sind, weiter arbeiten zu wollen“, sagt Gerit Heinz, Chefanlagestratege der UBS Deutschland AG. Weniger als ein Drittel der Anleger (30 Prozent) mit einem Vermögen von bis zu 450.000 Euro1 gehen davon aus, dass sie auch mit 65 Jahren noch arbeiten werden. Mit zunehmendem Vermögen steigt hingegen die Bereitschaft, länger zu arbeiten: Bei einem Vermögen von 1,8 Millionen Euro, sagen 39 Prozent, sie würden auch im Alter von 65 Jahren noch im Job stehen, bei einem Vermögen von 4,5 Millionen Euro trifft dies auf 58 Prozent und bei Mitteln in Höhe von bis zu 9,5 Millionen Euro sogar auf 64 Prozent der Befragten zu. „Hier spiegelt sich auch wohl die Sorge, im Ruhestand nicht mehr gefordert zu sein. Die Anleger haben die Befürchtung, dass gemeinsame Zeit mit der Familie oder Reisen allein nicht genügen werden, um ihr Leben weiter aktiv zu gestalten. Daher planen viele weiterzuarbeiten, anstatt komplett in den Ruhestand zu treten.“

Der Ruhestand wird inzwischen in drei unterschiedliche Phasen gegliedert: „Übergang“ (50 bis 60 Jahre), „Zeit für mich“ (60 bis 80 Jahre) sowie „Golden Years“ (ab 80 Jahre). Die Allokation der Ersparnisse, aufgeschlüsselt nach diesen drei Phasen, zeigt allerdings deutlich, dass die Anleger ihre Vorsorgeplanung nicht entsprechend gestalten, obwohl die Bedürfnisse in den jeweiligen Situationen sehr unterschiedlich sein können.

Als großen Unsicherheitsfaktor sehen 39 Prozent der Anleger zudem unvorhersehbare Gesundheitskosten. Auch die Finanzkrise und ihre Folgen beschäftigen die Investoren noch immer: Sie fürchten negative Folgen für ihren Ruhestand durch eine erneute Krise der Finanzmärkte. Dabei ist auffällig, dass wohlhabendere Anleger in dieser Hinsicht größere Sorgen hegen. So sagen 49 Prozent der Befragten mit einem Vermögen von über 950.000 Euro, dass eine Finanzkrise ihren Ruhestand gefährde.

Dagegen haben nur 29 Prozent der Anleger, die ein Vermögen von unter 950.000 Euro haben, die gleiche Befürchtung.

Trotz der Angst vor Marktvolatilität und Instabilität investieren die Umfrageteilnehmer weiterhin in Aktien. Dabei kommen für sie sowohl deutsche als auch internationale Unternehmen in Frage. „Bis zu einem gewissen Grad diversifizieren die Befragten ihr Vermögen durch Immobilieninvestments. Aber auch hier gibt es Unterschiede, je nach Höhe des Vermögens. Während Anleger mit bis zu 950.000 Euro Investments in Aktien (56 Prozent) und Immobilien (55 Prozent) nahezu gleichgewichten, präfieren Investoren mit einem Vermögen von über 950.000 Euro klar Aktien (63 Prozent) gegenüber Real Estate (47 Prozent). Als weitere Risikofaktoren für ihren Ruhestand sehen Anleger Steuern (32 Prozent) und Inflation (28 Prozent).

Ruhestandsplanung ist eindeutig auch eine Generationenfrage“, erläutert Heinz. „Denn Millenials, also Menschen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren, denken erst über den Ruhestand nach, wenn sie von Freunden oder Familie darauf angesprochen werden. Nur jeder Fünfte plant derzeit aktiv.“ Bei den „Babyboomern“ (ab 56 Jahren) sind es im Gegensatz dazu 75 Prozent. „Außerdem ist für Millenials eine ‚Do it yourself‘-Mentalität typisch“, so Heinz weiter. Sie recherchieren daher zunächst selbst, bevor sie professionellen Rat suchen. Bei ihrer Recherche dominiert das persönliche und familiäre Umfeld: Sie sprechen meist mit ihrem Ehepartner (47 Prozent), ihren Eltern (27 Prozent) oder Freunden (21 Prozent), bevor sie einen Finanzexperten in Betracht ziehen.

 

1 Für die Befragung wurde ursprünglich der US-Dollar als Grundlage für das investierbare Vermögen verwendet.

Hieraus resultieren geringfügige Wechselkursdifferenzen bei der Umrechnung in Euro, z.B. Grundlage 1 Million USD, umgerechnet rund 950.000 Euro

 

ubsÜber UBS

UBS bietet Dienstleistungen für Privat-, Firmen- und institutionelle Kunden sowie für Retail-Kunden in der Schweiz und schöpft dabei aus über 150-jähriger Erfahrung. Sie vereint ihre Geschäftsaktivitäten im Wealth Management, Asset Management und Investment Banking sowie die Retail-Banking-Aktivitäten in der Schweiz um erstklassige Finanzlösungen zu liefern.

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