FondsAnbieter- M.M. Warburg Invest: Stresssignale am Kapitalmarkt nehmen zu

22. Januar 2016 von um 10:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- M.M. Warburg Invest: Die Korrektur am Aktienmarkt hat sich SJB FondsSkyline OHG 1989. PortfolioManagement. Antizyklisch.in den letzten Tagen fortgesetzt, und an den wichtigsten Börsenplätzen weltweit waren erneut starke Kursverluste zu verzeichnen. Auch an anderer Stelle an den Kapitalmärkten nehmen die Stresssignale zu: So haben sich die Renditedifferenzen zwischen Unternehmensanleihen und Staatsanleihen nochmals ausgeweitet. Verstärkt wird die Frage aufgeworfen, inwieweit Abwärtsrisiken für den wirtschaftlichen Ausblick bestehen, oder ob politische und geopolitische Faktoren zu weiteren Kursverlusten an den Börsen führen könnten. Die Fragen nach möglichen Chancen im laufenden Jahr sind dagegen praktisch verebbt.

In Bezug auf die wirtschaftlichen Perspektiven hat der Internationale Währungsfonds jüngst seine Prognose für das Wirtschaftswachstum 2016 auf 3,4% und für 2017 auf 3,6% jeweils um 0,2 Prozentpunkte nach unten revidiert. Diese Prognose unterstreicht, dass die wirtschaftlichen Risiken etwas zugenommen haben. Unsere Erwartung für das Weltwirtschaftswachstum ist mit 3,2% für das Jahr 2016 sogar noch etwas vorsichtiger. Alles in allem würde die Weltwirtschaftsleistung damit allerdings genauso stark wie 2015 (3,2%) wachsen. Eine konjunkturelle Delle oder sogar eine neue Rezession, für die das Weltwirtschaftswachstum unter 2,5% fallen müsste, ist demnach allerdings nicht zu erwarten.

Doch selbst Investoren, die diesen wirtschaftlichen Ausblick grundsätzlich teilen, sind dieser Tage von Zweifeln geplagt. Ein schwer zu bezifferndes Risiko, so der Einwand, gehe von den fallenden Rohstoffpreisen und insbesondere von den geringeren Notierungen für Rohöl aus. Wirtschaftliche Schwierigkeiten oder sogar die Pleite von Öl- und Rohstoffunternehmen sowie von rohstoffexportierenden Ländern könnten eine Kettenreaktion in Gang setzen, die ihrerseits über den Kapitalmarkt zu negativen realwirtschaftlichen Effekten führt. Ganz von der Hand zu weisen ist diese Gefahr nicht. Wir hatten bereits in der letzten Woche darauf hingewiesen, dass größere Verkäufe von Staatsfonds zur Korrektur am Aktienmarkt beigetragen haben könnten. Dies wäre ein ernstes Zeichen dafür, dass die aktuelle Ausgabepolitik rohstoffreicher Staaten längst nicht mehr durch ihre Einnahmen gedeckt ist. Und auch bei den Unternehmen nimmt der Druck immer weiter zu. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass noch Anfang 2015 praktisch alle Analysten ein ordentliches Jahr für die Wirtschaft prognostizierten, gerade weil die Preise für Rohöl so stark gefallen waren. Zumindest mit Blick auf den Konsum in den Industrieländern haben sich diese Prognosen durchaus als richtig erwiesen.

Am schwierigsten fällt die Bewertung politischer Risiken, die gegenüber dem letzten Jahr zweifellos zugenommen haben. Besonders schwer wiegt die zunehmende politische Uneinigkeit in der Europäischen Union; sollte diese zu einer dauerhaften Störung des gemeinsamen Binnenmarktes führen drohen ernste Konsequenzen für die wirtschaftliche Aktivität. In diesem Zusammenhang besteht außerdem die Gefahr, dass der Wille zur Fortführung der Währungsunion am Kapitalmarkt erneut in Frage gestellt werden könnte. Es ist indes fraglich, inwieweit dieser Themenkomplex zur Korrektur am Aktienmarkt beigetragen hat.

Kaum beachtet in der Diskussion bleibt unseres Erachtens, dass eine Korrektur am Aktienmarkt auch Chancen bieten kann. Neben der mutmaßlich übertriebenen Sorge vor einer scharfen konjunkturellen Abschwächung der Weltwirtschaft, die von einer etwas positiveren Sichtweise ersetzt werden könnte, sind auch die Bewertungen am Aktienmarkt etwas attraktiver geworden. Dabei sollte allerdings nicht übersehen werden, dass die Bewertungen in der Tendenz eher noch weiter auseinandergelaufen sind: Defensive und/oder bislang teure Branchen sind in der Korrektur bewertungsseitig kaum attraktiver geworden, während die zyklischen Sektoren einen deutlichen Abschlag zu verzeichnen hatten. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass auch in der aktuellen Korrektur nochmals (deutlich) höhere Risikoprämien für Aktien gezahlt werden. Doch sobald die Risiken abnehmen oder sich das fundamentale Umfeld wieder sichtbar verbessert könnten Aktien besonders in einigen Sektoren und auch gegenüber Alternativanlagen schnell eine deutliche Outperformance erzielen.

Insgesamt haben wir den Eindruck, dass eine vergleichsweise ausgewogene und stark diversifizierte Positionierung im gegenwärtigen Umfeld angemessen ist. Es wäre zwar ein großer Fehler, die in der Tat vorhandenen Risiken zu unterschätzen. Doch genauso falsch wäre es, die Perspektiven zu pessimistisch zu beurteilen und in eine Art Schockstarre zu verfallen. Auch wenn derzeit wenig über Chancen diskutiert wird könnten sich diese im Jahresverlauf noch für den Anleger ergeben.

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warburgWarburg. Hintergründig.

Die Kapitalanlagegesellschaft Warburg Invest wurde 1987 gegründet und gehört zur renommierten Hamburger Privatbank M.M.Warburg & CO (AG & Co.) KGaA, die seit 1798 tätig ist und zu den größten und ältesten unabhängigen Privatbanken Deutschlands zählt. Zahl der Publikumsfonds in Deutschland: 96. Zu verwaltetem Vermögen, Umsatz und Gewinn: keine Angaben. Geschäftsführung Hans-Jürgen Schäfer, Dr. Detlef Mertens. Stand: 31.12.2014. SJB Abfrage: 21.08.2015.

www.warburg-fonds.com

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