FondsAnbieter-M.M. Warburg & Co:Kapitalmarktperspektiven Januar 2016

13. Januar 2016 von um 10:30 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- M.M. Warburg & Co: Auch 2015 ist es der Weltwirtschaft nicht gelungen, eine stärkere konjunkturelle Dynamik als in den Vorjahren zu entfalten. Das globale Wachstum belief sich auf kaum mehr als 3 Prozent. Ausschlaggebend hierfür waren einmal mehr die Schwellenländer, deren Wachstum sich weiter verlangsamt hat. Die konjunkturellen Aussichten für die Schwellenländer hängen 2016 zu einem nicht unerheblichen Teil vom weiteren Verlauf der Rohstoffpreise ab. Es spricht vieles dafür, dass sich die in diesem Jahr besonders stark gebeutelten Emerging Markets 2016 zumindest etwas besser entwickeln werden. Noch fehlen handfeste Besserungsanzeichen, aber zumindest einige der wichtigen OECD-Frühindikatoren und auch manche der Einkaufsmanagerindizes haben sich zuletzt stabilisiert. Im Unterschied zu den Schwellenländern entsprach das Wirtschaftswachstum in den Industrieländern 2015 weitgehend den Erwartungen. Für 2016 ist erneut mit einem stabilen Wirtschaftswachstum zwischen 2 und 2,5 Prozent zu rechnen.

Inflation ist weiterhin kein Thema, im Gegenteil: Die geringe Kapazitätsauslastung und die kaum steigenden Lohnstückkosten insbesondere in einigen Industrieländern begrenzen den Inflationsdruck. Auch die weiter gesunkenen Rohstoffpreise tragen dazu bei, dass derzeit kein Preisdruck vorhanden ist. Von daher ist mit keiner gravierenden Veränderung der Preissteigerungsraten zu rechnen, allerdings könnten sie in den nächsten Monaten basisbedingt wieder etwas ansteigen, ohne das dies aber als eine Trendwende zu interpretieren wäre.

Die US-Notenbank hat im Dezember 2015 erstmals seit fast 10 Jahren die Zinsen um 25 Basispunkte erhöht und damit eine Trendwende hin zu einer etwas restriktiveren Geldpolitik eingeleitet. Allerdings wird die Fed die Zinsen in diesem Jahr nur sehr moderat erhöhen. Die EZB hat ihre ohnehin schon sehr expansive Geldpolitik zuletzt noch weiter gelockert. Neben dem Leitzins von nur 0,05% und einem negativen Einlagezins von -0,30% kauft die Notenbank im Rahmen ihres „erweiterten Anleihenaufkaufprogrammes“ seit März 2015 Anleihen im Volumen von monatlich 60 Milliarden Euro. Das Kaufprogramm wird nun bis mindestens März 2017 (vormals September 2016) fortgeführt, wenn dies zum Erreichen des EZB-Inflationsziels notwendig ist.

Das Rentenjahr 2016 wird unserer Meinung nach unter einem ähnlichen Stern stehen wie im Vorjahr. Da die EZB an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten wird, gehen wir von anhaltend niedrigen Zinsen in der Eurozone aus; dennoch können die Renditen im Jahresverlauf zumindest temporär ansteigen. Aufgrund der geringen Kupons gibt es weiterhin so gut wie keinen Puffer, um Kursverluste abzufedern, sodass die Schwankungen und Verlustrisiken an den Rentenmärkten überdurchschnittlich hoch bleiben. Da die globale Inflationsrate aber sehr niedrig bleibt, wird auch die internationale Geldpolitik von der sehr expansiven Ausrichtung nicht abrücken.

Der US-Dollar dürfte mittlerweile den größten Teil seiner Aufwertung hinter sich haben. Gegenüber dem Euro halten wir in den kommenden 12 Monaten eher eine Seitwärtsbewegung für wahrscheinlich. Zwar dürften weitere Zinserhöhungen der Federal Reserve den US-Dollar nochmal etwas beflügeln, die Parität zum Euro oder sogar eine darüber hinaus gehende Bewegung erwarten wir aber nicht.

Auf das Phänomen deutlicher Kursschwankungen an den Aktienmärkten muss man sich auch im neuen Jahr einstellen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass das erwartete Konjunkturszenario zwar eine Fortsetzung des moderaten Wirtschaftswachstums unterstellt, der Sicherheitsabstand vor einem möglichen Abgleiten in eine neue Rezession aber weiterhin gering ist. Aufgrund der grundsätzlich positiven Konjunktureinschätzung gehen wir davon aus, dass auch 2016 Aktien die interessanteste und vielversprechendste Anlagekategorie sein werden. Allerdings wird die Börsenentwicklung angesichts der vielfältigen Risiken wohl nicht geradlinig verlaufen. Sowohl die vielfältigen geopolitischen Krisenherde als auch die politischen Risiken innerhalb der Eurozone dürften 2016 erneut das Kapitalmarktgeschehen beeinflussen.

 

warburgWarburg. Hintergründig.

Die Kapitalanlagegesellschaft Warburg Invest wurde 1987 gegründet und gehört zur renommierten Hamburger Privatbank M.M.Warburg & CO (AG & Co.) KGaA, die seit 1798 tätig ist und zu den größten und ältesten unabhängigen Privatbanken Deutschlands zählt. Zahl der Publikumsfonds in Deutschland: 96. Zu verwaltetem Vermögen, Umsatz und Gewinn: keine Angaben. Geschäftsführung Hans-Jürgen Schäfer, Dr. Detlef Mertens. Stand: 31.12.2014. SJB Abfrage: 21.08.2015.

www.warburg-fonds.com

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