FondsAnbieter-M: M. Warburg & Co: Kapitalmarktperspektiven September 2015

09. September 2015 von um 10:30 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter-M: M. Warburg & Co: Schwache Wirtschaftsdaten aus China haben die Sorge vor einer nachhaltigen Konjunkturabschwächung oder sogar einer Rezession im Reich der Mitte geschürt. Da China mit einem Anteil von etwa 15 Prozent an der globalen Wirtschaftsleistung mittlerweile die zweitgrößte Volkswirtschaft ist, hätte dies auch negative Auswirkungen auf den Rest der Welt. Aber sowohl die Wirtschaftsdaten aus anderen Ländern als auch die jüngsten Quartalszahlen börsennotierter Unternehmen in den USA und in Europa deuten nicht darauf hin, dass sich China in einem starken Abschwung befindet. Alles in allem befindet sich die Weltwirtschaft trotz aller Probleme nicht in einer Situation, in der eine neue Rezession ein absehbares oder wahrscheinliches Szenario ist. In der Vergangenheit wurden Rezessionen entweder durch exogene Schocks oder durch eine zu restriktive Geldpolitik der Notenbanken ausgelöst. Dass die Notenbanken den Aufschwung mit zu hohen Zinsen abwürgen könnten, ist so gut wie ausgeschlossen.

Inflation ist weiterhin kein Thema, im Gegenteil: Die geringe Kapazitätsauslastung und die kaum steigenden Lohnstückkosten insbesondere in einigen Industrieländern begrenzen den Inflationsdruck. Auch die gesunkenen Rohstoffpreise tragen dazu bei, dass derzeit kein Preisdruck vorhanden ist. Für die nächsten Monate ist somit mit keiner gravierenden Veränderung der Preissteigerungsraten zu rechnen, erst zum Jahresende hin könnten diese basisbedingt wieder etwas ansteigen.

Angesichts besserer Konjunkturdaten hat die US-Notenbank ihr Anleiheaufkaufprogramm im Oktober 2014 auslaufen lassen. Eine erste Zinserhöhung könnte im September oder im Dezember 2015 beschlossen werden, wobei die Unsicherheiten um die wirtschaftliche Lage Chinas und die jüngsten Börsenturbulenzen die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Zinserhöhung reduziert haben. Das Tempo der Zinsanhebungen dürfte sehr moderat ausfallen. Die EZB bleibt auf absehbare Zeit bei ihrer sehr expansiven Geldpolitik. Neben dem Leitzins von nur 0,05% und einem negativen Einlagezins von -0,20% kauft die Notenbank im Rahmen ihres „erweiterten Anleihenaufkaufprogrammes“ Anleihen im Volumen von monatlich 60 Milliarden Euro. Das Programm läuft bis mindestens September 2016 und kann gegebenenfalls auch über diesen Zeitraum hinaus fortgeführt werden oder erweitert werden.

Die Renditen von Staatsanleihen sind zwischenzeitlich deutlich angestiegen. Auch wenn eine nachhaltige Trendwende unwahrscheinlich ist, dürfte die Volatilität aufgrund der gesunkenen Liquidität am Rentenmarkt und im Vorfeld der erwarteten Zinserhöhung in den USA zunächst hoch bleiben. Da die globale Inflationsrate aber sehr niedrig bleibt, wird auch die internationale Geldpolitik von der sehr expansiven Ausrichtung nicht abrücken.

Der Euro hat sich in den vergangenen Wochen gegenüber dem US-Dollar stabilisiert. Den größten Teil seiner Aufwertung dürfte der US-Dollar gegenüber dem Euro damit hinter sich haben. Dass die US-Notenbank die Zinsen mehr als moderat erhöht, ist angesichts der niedrigen Inflationsrate nicht zu erwarten. Von daher verliert das Argument der sich ausweitenden Zinsdifferenz zugunsten der USA an Stichhaltigkeit. Auch die Wachstumsdifferenz zu Europa dürfte sich nicht mehr wesentlich ausweiten, da der rückläufige Ölpreis die Investitionsfreude der Frackingindustrie bremst. Zudem macht der starke US-Dollar amerikanische Produkte im Ausland unattraktiver. Eine deutliche Erholung des Euro zeichnet sich jedoch noch nicht ab.

Europäische Aktien verzeichneten im 2. Quartal vor allem aufgrund der Griechenland-Thematik die schlechteste Wertentwicklung seit 3 Jahren. Dieser negative Trend hat sich im August aufgrund der zunehmenden Unsicherheiten rund um China und wegen der Ungewissheit über den zukünftigen Kurs der USGeldpolitik noch verstärkt. Wir gehen davon aus, dass es sich bei der aktuellen Entwicklung um eine Korrektur und nicht um den Beginn einer großen, nachhaltigen Krise handelt. Jedoch ist nicht ausgeschlossen, dass in den kommenden Wochen weiteres Kapital aus den Schwellenländern abfließen wird, da sich auch außerhalb von China die Wachstumserwartungen nicht erfüllen werden.

Warburg. Hintergründig.

Die Kapitalanlagegesellschaft Warburg Invest wurde 1987 gegründet und gehört zur renommierten Hamburger Privatbank M.M.Warburg & CO (AG & Co.) KGaA, die seit 1798 tätig ist und zu den größten und ältesten unabhängigen Privatbanken Deutschlands zählt. Zahl der Publikumsfonds in Deutschland: 96. Zu verwaltetem Vermögen, Umsatz und Gewinn: keine Angaben. Geschäftsführung Hans-Jürgen Schäfer, Dr. Detlef Mertens. Stand: 31.12.2014. SJB Abfrage: 21.08.2015.

www.warburg-fonds.com

 

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