FondsAnbieter- LBBW AM: Niedrigzinsen trotzen – Megatrends als Renditequellen nutzen

06. April 2016 von um 11:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- LBBW AM: Gerade in Zeiten rekordtiefer Zinsen und unsicherer SJB Fonds Echo. Analysiert.Konjunkturaussichten leisten Aktien von Firmen aus Zukunftsbranchen wichtige Renditebeiträge im Portfolio. Davon sind Steffen Merker und Christoph Groß, die Fondsmanager des LBBW Multi Global, überzeugt. Zu den interessantesten Megatrends zählen für sie die Themen Demographie, Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

„Die Welt steht in vielen Bereichen vor einem grundlegenden Wandel. Für Investoren ergeben sich dadurch lukrative Chancen – indem sie sich auf Firmen fokussieren, die sich dem Wandel nicht entgegenstemmen, sondern selbst davon profitieren“, sagt Steffen Merker. Zusammen mit Christoph Groß setzt er diese Strategie bei dem Fonds LBBW Multi Global erfolgreich um. Ein großes Augenmerk richten die beiden derzeit auf Pharmawerte – sie bilden momentan den größten Branchenschwerpunkt im Fonds. „Ein Grund für die wachsende Bedeutung der Pharmabranche ist der Megatrend der demografischen Dynamik“, erklärt Christoph Groß. „Es ist davon auszugehen, dass die Weltbevölkerung von aktuell rund 7,4 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 auf knapp 10 Milliarden wächst“, so Groß. Im Zuge dessen müsse auch die globale Gesundheitsversorgung verbessert werden. Zudem werde in den Emerging Markets mit der zunehmenden Industrialisierung die Bekämpfung von Zivilisationskrankheiten wichtiger – und wegen der Überalterung der Gesellschaft steige in vielen Ländern der Bedarf an medizinischen Dienstleistungen für ältere Menschen.

Boom bei Investitionen in der Baubranche

Die demographische Entwicklung hat auch Auswirkungen auf einen anderen Sektor: die Baubranche. „Die alternden Gesellschaften des Westens benötigen den Bau neuer seniorengerechter Wohnungen“, erklärt Merker. Hinzu komme der zunehmende Bedarf an preiswertem Wohnraum, weil das Angebot insbesondere in Ballungsräumen knapp ist. Dieser Bedarf sei durch die jüngsten Migrationsbewegungen weiter gestiegen. Nach Zahlen des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie und des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe mache die anhaltende Binnenwanderung und die steigende Zahl an Flüchtlingen allein in Deutschland die Fertigstellung von jährlich mehr als 400.000 Wohnungen erforderlich. „Darüber hinaus profitiert die Baubranche vom Niedrigzinsumfeld“, so Merker. Die niedrigen Zinsen bei Krediten hätten die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt angekurbelt und zu einem Boom bei Investitionen in der Baubranche geführt. Der Bausektor bildet derzeit das zweitgrößte Branchengewicht im LBBW Multi Global.

Ressourcenverschwender werden abgestraft

Merker rechnet für die kommenden Jahre auch wegen der steigenden Bedeutung der energetischen Gebäudesanierung mit Unterstützung für den Bausektor. „Denn ein weiterer großer Megatrend rückt immer stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit: der Trend zur Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz“, berichtet Merker. Dazu habe auch der Weltklimavertrag beigetragen, den die internationale Gemeinschaft Ende 2015 bei der UN-Klimakonferenz in Paris geschlossen habe. „Das betrifft die Wirtschaft insgesamt. Bei jedem einzelnen Investment schwingt für uns immer auch die Frage mit, ob das Unternehmen den Ressourcenverbrauch möglichst effizient gestaltet – denn dies wirkt sich letztlich nicht nur auf die Produktionskosten, sondern auch auf die Außenwirkung und die Nachfrage der Produkte bei den Endverbrauchern positiv aus. Ressourcenverschwender hingegen werden über kurz oder lang abgestraft“, betont Merker.

Nur wer die digitale Welle antizipiert, kann oben mitschwimmen

Unter Druck geraten auch Unternehmen, die den Megatrend Digitalisierung in ihren Geschäftsmodellen nicht oder zu spät berücksichtigen. „Die Digitalisierung ist der Auslöser für verschiedene Umbrüche. Dazu drei Beispiele: Streaming-Dienste beeinträchtigen das Geschäft herkömmlicher Privatsender. Mobile Payment – etwa mit dem Smartphone – fordert die Banken im klassischen Zahlungsverkehr heraus. Und 3D-Drucker könnten Hersteller kleiner Gebrauchsgegenstände irgendwann überflüssig machen“, erläutert Groß. „Einzelne Branchen wird die digitale Welle hart treffen. Nur wer sich schnell an die neuen Gegebenheiten anpasst, kann auch künftig oben mitschwimmen.“ Für Investoren sei es aber mitunter schwierig zu prognostizieren, welche Entwicklung sich im Digitalisierungsprozess langfristig durchsetze. Interessant könnten deshalb laut Groß Unternehmen sein, die selbst vom Megatrend Digitalisierung profitieren, zum Beispiel Softwareentwickler wie SAP. Diese Beispiele belegten übrigens, dass wesentliche Impulse für neue Trends oft aus Deutschland stammten. „Häufig fehlt nur der Mut bei der Transformation der Ingenieurleistung zum fertigen Produkt – auch bei der Bereitstellung von Risikokapital“, so Groß.

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