FondsAnbieter-ING: Anleger ziehen Bonds EM-Aktien vor.

26. August 2012 von um 16:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Fonds-Anbieter-ING Investment Management:In diesem Jahr haben Anleger weltweit ihr Engagement an Aktienfonds reduziert und investieren stärker in Rentenfonds. Dieser Trend zeichnet sich auch an den Emerging Markets ab: anhaltendes Interesse an EMD-Produkten und zunehmende Kapitalabflüsse von den EM-Aktienmärkten. Natürlich werden die Fixed-Income-Segmente von ganz anderen Faktoren beeinflusst als die Aktiensegmente. So sind die hohen Spreads von Emerging Market Debt für renditeorientierte Investoren attraktiv. Dividendenrenditen von rund 3% bei EM-Aktien reichen dagegen nicht, um ausländische Investoren zu überzeugen.

Obwohl EM-Aktien seit Anfang Juni 7% abwarfen, hält die seit fast zwei Jahren beobachtete Underperformance gegenüber. Aktien von entwickelten Märkten an. Anhaltende Sorgen um die Risiken im Finanzsystem und das Wachstum in China sind nach unserer Einschätzung die Hauptgründe für das vergleichsweise schlechte Abschneiden. Hinzu kommen Faktoren wie die jüngste Stagnation der Welthandelsdynamik, das wachsende Risiko höherer Lebensmittelpreise und eine weniger marktfreundliche Politik in mehreren großen EM-Volkswirtschaften. Eine Übergewichtung unserer Position in EM-Aktien kommt für uns erst in Frage, wenn die Konjunktur in China und der EM-Aktienmarkt sich wieder belebt haben.

Im April intensivierte Peking die im letzten Oktober begonnenen Konjunkturmaßnahmen. Mit einer unerwartet starken Kreditzunahme und einer Verdopplung der Zuwachsraten von Infrastrukturinvestitionen auf 18 % bei Sachanlagen zeigte sich die beschleunigte geldpolitische Lockerung bereits an den Juni-Daten. Aus Erfahrung wissen wir, dass die politischen Instanzen in China schnell und effektiv reagieren, wenn es um eine Intensivierung der Investitionstätigkeit geht. So sind wir auch diesmal zuversichtlich, dass die Binnennachfrage die Talsohle bereits hinter sich hat und in den nächsten Monaten und Quartalen wieder steigen wird.

Die konjunkturelle Erholung in China hat wahrscheinlich schon begonnen. Ein wenig Sorge macht uns indes die Stärke des Aufschwungs. Ein ähnlich offensives Konjunkturprogramm wie in 2008/09 ist wohl kaum möglich, da das Bankensystem und die Finanzen der Kommunen derartige Kapitaleinschüsse nicht verkraften würden. Auch eine mögliche Überhitzung im Immobiliensektor sowie mehrere Großunfälle im Transportsektor in den letzten Jahren begrenzen den geldpolitischen Spielraum.

Finanzierung ist das größte Problem. Notleidende Engagements und ein rückläufiges Einlagengeschäft belasten die chinesischen Banken. Den Privatbanken, die wegen der weniger günstigen Konjunktur und der schlechten Gewinnentwicklung bei Unternehmen eher risikoavers sind, bleibt wenig Spielraum zur Ausweitung ihres Kreditbestands. Da die Finanzprobleme der Kommunen anhalten, muss das Geld für neue Infrastrukturprojekte von den staatlichen Entwicklungsbanken und der Emissionstätigkeit im Unternehmenssektor kommen.

Über ING Investment Management:

ING Investment Management (ING IM) ist ein führender globaler Asset Manager mit 327 Milliarden Euro Assets under Management (Stand: 31. März 2012). Zu den Kunden gehören private und institutionelle Investoren. Mit über 2.800 Mitarbeitern ist ING IM in 25 Ländern in Europa, den USA, Asien und im Nahen Osten vertreten.

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