FondsAnbieter- GAM: Taschen voll Geld

06. Juni 2016 von um 10:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- GAM: Designerhandtaschen sind bessere Investments alsSJB FondsSkyline 1989 e.K.. PortfolioManagement. Antizyklisch. Barmittel, Anleihen und Aktien

Louis Vuitton, Hermès und Gucci bieten großes Potenzial

Luxusgüterhersteller fokussieren sich auf E-Commerce

„Selfie-Generation“ fordert innovative und erschwingliche Luxusprodukte

Luxus ist in schwierigen Zeiten mehr als nur eine glänzende Fassade. Derzeit verzeichnen Designerhandtaschen größere Wertzuwächse als Barmittel, Anleihen und sogar Aktien. Scilla Huang Sun, Portfoliomanagerin bei GAM, begründet die attraktiven Anlagemöglichkeiten im Luxusgüterbereich wie folgt: „Wenn sich die Märkte lange nicht bewegen, suchen Anleger nach neuen Möglichkeiten, Rendite zu erwirtschaften. Anleger übersehen in Bullenmärkten häufig materielle Vermögenswerte wie Immobilien, Wein, Kunst und Luxusgüter. Aber wenn die traditionellen Wertpapiermärkte auf der Stelle treten, verbessert sich der Reiz dieser physischen Güter.“

Luxusartikel – nicht nur in schweren Zeiten begehrt

Echte Luxusgüter könnten sich sogar in wirtschaftlich schwierigen Zeiten behaupten, da es immer willige Käufer für die Produkte gebe. Die Traditionsmarke Hermès sei ein gutes Beispiel dafür. „Für ihre kleinen Täschchen werden große Summen gezahlt“, sagt Huang Sun. „Im Einzelhandel werden die Handtaschen zu Preisen von wenigen tausend Euro bis in die Zehntausender gehandelt, je nachdem, wie exquisit das Leder der Tasche ist und wie aufwendig die Verzierungen sind.“ Die Warteliste sei lang, und die Wartezeit könne mehrere Jahre betragen. Doch die hingebungsvolle Anhängerschaft von Modefans, Mitgliedern von Königshäusern und Prominenten sorge für einen weltweit loyalen Kundenstamm.

Designerhandtasche als cleveres Investment

„Designerhandtaschen sind kein leichtfertiger Kauf, sondern beweisen sich jetzt als cleveres Investment, das schneller an Wert gewinnt als Aktien und Anleihen“, so die Expertin. Seltene Handtaschen würden bei Auktionen mit enormen Aufschlägen auf die ursprünglichen Kaufpreise veräußert: So sei beispielsweise eine Birkin Bag von Hermès, vom Auktionshaus Christie’s in Hongkong im Juni 2015 für 89.106 US-Dollar verkauft worden, während ein anderes Designermodell des Unternehmens, die Kelly-Tasche, für 42.123 US-Dollar den Besitzer wechselte. Beide Modelle hätten einen Spitzenrang im sogenannten „Rare Handbag Index“, der zwischen 2004 und 2016, in US-Dollar gerechnet, eine durchschnittliche Steigerung von 7,8 Prozent pro Jahr verzeichnete. Die Chanel-Tasche 2.55 Medium Classic Flap liege dabei mit einer annualisierten Steigerung um 10,6 Prozent im gleichen Zeitraum in Führung. Aktien brachten es, gemessen am MSCI World Index, lediglich auf 6,0 Prozent jährlich. Anleihen legten dem Barclays Global Aggregated Bond Index zufolge jährlich nur 3,7 Prozent zu, und Barmittel litten unter dem Nullzinsumfeld.

Handtasche oder Aktie?

„Anleger können auf den Trend setzen, indem sie Taschen als physische Vermögensgegenstände halten“, sagt Huang Sun. Physische Vermögensgegenstände müssten aber auch entsprechend behandelt werden, so dürfe der Besitzer die Tasche nicht nutzen, da sie nur dann im Wert steige, wenn sie sich in einem erstklassigen Zustand befinde. Jedoch sei der Markt mit Fälschungen überschwemmt und für unerfahrene Anleger geradezu ein Minenfeld. „Daher gibt es eine weitere Option, vom Trend zu profitieren – eine Anlage in Aktien der führenden Anbieter. Wir erkennen Wertsteigerungspotenzial bei Louis Vuitton sowie Hermès, und Gucci feiert offenbar ein echtes Comeback.“ Weiteres Potenzial sieht Huang Sun bei Adidas und Nike, die zurzeit vom Trend profitieren, dass hochwertige Sportbekleidung auch als Alltagskleidung getragen wird. Zudem wachse in Schwellenländern die Nachfrage nach Kosmetikprodukten von globalen Anbietern wie L’Oréal, da die Menschen dort den westlichen Lebensstil nachahmen möchten, den sie täglich im Fernsehen oder über Social Media beobachten.

Luxusgüterhersteller fokussieren sich auf E-Commerce

Huang Sun betont jedoch, dass auch die Kostendisziplin des Unternehmens wichtig sei, damit Investoren die Aktie einer Marke weiter unterstützten. Nach jahrelanger Expansion von Boutiquen würden sich die Markenunternehmen jetzt auf E-Commerce fokussieren. „Um den Online-Umsatz anzukurbeln, prüfen viele Unternehmen, ob sie nicht-rentable Geschäfte zugunsten von Investitionen in ihre digitale Infrastruktur schließen können“, erklärt die Expertin. „Dank der geringeren Ausgaben für Ladengeschäfte kann dann mehr freier Cashflow an die Aktionäre zurückgeleitet werden, da die meisten Luxusunternehmen nur geringe Schulden haben.“

„Selfie-Generation“ treibt die Nachfrage voran

Momentan geben die Konsumenten ihr Geld wählerisch aus, meint Huang Sun. Starke Marken seien jedoch nach wie vor begehrt. Der Sektor habe eine intelligente Entwicklung durchlaufen, in welcher Geschäftsmodelle optimiert wurden, um die ständige Verbesserung und den langfristigen Erfolg sicherzustellen. „Klassische Luxusgüteraktien haben Spielraum für eine höhere Bewertung, während die ‚Selfie-Generation‘ die Nachfrage nach innovativen, zugänglichen und erschwinglichen Angeboten antreibt. Sie möchten gut aussehen, Spaß haben und dies in den sozialen Medien zeigen“, erklärt sie. Nach einigen schwierigen Jahren würden die Bewertungen des Sektors viele schlechte Nachrichten vorwegnehmen. „Jede Verbesserung des globalen makroökonomischen Umfelds und die daraus folgende Umsatzbelebung dürfte deshalb überproportional positive Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne haben. Denn dann beweist sich der Wert der schlankeren Geschäftsmodelle und geschickten Einzelhandelsansätze“, schlussfolgert Huang Sun.

 

gamGAM. Hintergründig.

GAM wurde 1983 als FondsTochter der UBS gegründet. Von 1999 bis 2005 gehörte die Gesellschaft zum Bankhaus Julius Bär. Seit September 2009 ist GAM selbständig. Fonds: 450. Verwaltetes Vermögen: 36,9 Mrd. Euro. Anzahl der Mitarbeiter: 760. Geschäftsführer: David M. Solo.

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