FondsAnbieter- GAM: Larry Hatheway on Markets

24. Mai 2016 von um 10:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- GAM: Larry Hatheway: „Abwarten und Kapital erhalten“Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.

Abwertung des US-Dollars begünstigt Risikoanlagen

Schwacher Dollar entspannt geldpolitische Lage

Stärkeres Wachstum und höhere Inflation könnten Sentiment gegenüber Dollar umkehren

Larry Hatheway, Group Head Multi Asset Portfolio Solutions und Chefvolkswirt beim Asset Manager GAM, kommentiert einmal im Monat die aktuelle Marktlage.

Der US-Dollar hat in den ersten vier Monaten dieses Jahres handelsgewichtet um 6,8 Prozent gegenüber einer Reihe von Industrieländerwährungen abgewertet.

Für Risikoanlagen ist diese leichte Dollar-Abwertung durchaus eine positive Entwicklung. Dies hat zwei Gründe: Erstens profitieren die Rohstoffpreise und Schwellenländer (mit Schulden in Dollar) in der Regel von einem schwachen Dollar. Deshalb untermauerte die Dollarschwäche dieses Jahr die starke technische Erholung in einigen der schwächsten und risikosensibelsten Segmenten der globalen Kapitalmärkte. Zweitens entspannt ein schwacher Dollar die globale geldpolitische Lage. Für die USA entspricht er einer geldpolitischen Lockerung. In anderen Regionen, etwa in der Eurozone und in Japan, aber auch in wichtigen Schwellenländern, schafft er die Erwartung einer lockereren Geldpolitik. Besonders deutlich wird dies in Brasilien, wo die Änderung der Zinserwartungen einen starken Rückgang der langfristigen Anleiherenditen ermöglichte.

Dollar befindet sich nicht in einer längeren Schwächephase

Die gegenwärtige Dollar-Schwäche ist auf diverse Faktoren zurückzuführen, die alle zur Auflösung von Long-Positionen im US-Dollar führten. So resultierten die politischen Impulse und besseren Wachstumsdaten in China in einer Abkehr von der Erwartung, dass der Renminbi durch Kapitalabflüsse geschwächt würde. Überraschend gute Wachstumsdaten in Europa zwangen die Händler zur Glattstellung von Short-Positionen im Euro. Da auch die Ängste hinsichtlich eines möglichen „Brexit“ – zumindest im Augenblick – nachgelassen haben, konnte das britische Pfund verlorenen Boden gutmachen. Die Dollar-Schwäche und die steigenden Rohstoffpreise veranlassten die Anleger zur Reduzierung ihrer Untergewichtungen in Rohstoff- und Schwellenländern, was deren Währungen stärkte. Zuletzt trieb der überraschende Entscheid der japanischen Zentralbank (Bank of Japan), ihre Geldpolitik bei ihrer letzten Sitzung nicht zu lockern, den Yen weiter in die Höhe.

Die Devisenmärkte neigen jedoch zu Überreaktionen, und wir denken nicht, dass der US-Dollar in eine längere Schwächephase eingetreten ist. Ein stärkeres Wachstum oder eine höhere Inflation in den USA könnten zu einer Neubewertung der Zinsnormalisierungspolitik der amerikanischen Zentralbank (Fed) führen. Dies könnte das Sentiment gegenüber dem US-Dollar umkehren und die Sorgen über die wirtschaftliche und finanzielle Anfälligkeit einiger Schwellenländer und der Rohstoffmärkte erneut befeuern.

Künftige Schritte der Fed und weitere Marktentwicklungen abwarten

Die Fed hat mit einer Zinsnormalisierung in den ersten vier Monaten des Jahres allerdings noch abgewartet, hauptsächlich, weil sie negative Folgen für das weltweite Wirtschaftswachstum und Marktturbulenzen befürchtete. Da sich die Lage in dieser Hinsicht etwas entspannt hat, wird die Fed ihren Blick wieder verstärkt auf die heimischen Belange richten wie den engen Arbeitsmarkt, der Anzeichen für beginnende Lohnsteigerungen bietet, und eine ansteigende Inflation. Diese beiden Faktoren werden die Fed voraussichtlich dazu veranlassen, den Leitzins dieses Jahr ein- oder zweimal anzuheben, wodurch dann auch die langfristigen Zinsen steigen würden.

Im Hinblick auf die Asset Allokation ziehen wir es vor, Positionen in direktionalen Marktbewegungen leicht zu reduzieren und künftige Marktverzerrungen abzuwarten, bevor wir signifikantere neue Engagements eingehen. Das gilt für direktionale Aktien- und Zinspositionen gleichermaßen. Deshalb richten wir den Fokus lieber auf Strategien zur Kapitalerhaltung. Diese umfassen Relative-Value-Trading, nicht von staatlichen oder staatsnahen Institutionen begebene hypothekenbesicherte Wertpapiere, nachrangige Anleihen von Finanzunternehmen mit Investment-Grade-Rating, Makro-Strategien in Zinsen und Währungen, liquide kurzfristige Hochzinswerte und marktneutrale Equity-Long/Short-Fonds mit differenzierter Anlagephilosophie.

 

gamGAM. Hintergründig.

GAM wurde 1983 als FondsTochter der UBS gegründet. Von 1999 bis 2005 gehörte die Gesellschaft zum Bankhaus Julius Bär. Seit September 2009 ist GAM selbständig. Fonds: 450. Verwaltetes Vermögen: 36,9 Mrd. Euro. Anzahl der Mitarbeiter: 760. Geschäftsführer: David M. Solo.

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