FondsAnbieter- GAM: Keine neue Blase im Technologie-Sektor

11. Dezember 2013 von um 11:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter!FondsAnbieter-GAM: Auch elf Jahre nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes schreckt noch so mancher Investor vor dem Einstieg in Technologiewerte zurück – aus Angst, die damalige Blase könne sich wie-derholen. Und das nicht ohne Grund: Viele Unternehmen haben bei Börsengängen Rekorderlöse erzielt, einige Titel eine Rally hingelegt und Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.Bewertungen erreicht, die mit Fundamentaldaten nicht mehr zu erklären sind. Den-noch sollten Investoren gelassen bleiben, rät Mark Hawtin, Manager des GAM Star Technology Fonds. „Im Ver-gleich zu der Technologieblase, die wir um die Jahrtausendwende erlebt haben, gibt es entscheidende Unter-schiede“, erklärt Hawtin. „Viele der Visionen der Dotcom-Ära wie z.B. Video-Streaming in hoher Qualität sind heute Realität und Grundlage funktionierender Geschäftsmodelle geworden.“

Die Online-Wirtschaft ist erwachsen geworden

In den vergangenen zehn Jahren habe sich das Geschäftsumfeld im Technologiesektor grundlegend geändert. Heute lebten ganze Wirtschaftszweige vom Netz und profitierten von der unstillbaren Nachfrage nach Diensten wie Video-Streaming, nach mobilen Endgeräten, aber auch von neuen Geschäftsideen in den Bereichen Social Media und Software-on-Demand. Anders als in den neunziger Jahren könnten Investoren die Geschäftsmodelle heute besser einschätzen und den tatsächlichen Wert dieser Unternehmen auf der Grundlage von Einnahmen, Gewinnen oder diskontiertem Cashflow bestimmen.

Lange hätten Branchenbeobachter am Geschäftsmodell von Facebook gezweifelt, seien jedoch nun eines besse-ren belehrt worden: „Facebook hat unter Beweis gestellt, dass es seine Nutzerbasis durch gezielte Werbung zu Geld machen kann.“ Die Marktkapitalisierung des Netzwerkes sei gerechtfertigt, obwohl sie vielen vor dem Bör-sengang zu optimistisch erschienen sei. Die Investoren, die Facebooks Pläne verstanden und an ihre erfolgreiche Umsetzung geglaubt hätten, würden nun belohnt. „Selbst auf dem Höhepunkt des Hypes um den Börsengang waren Facebooks Bewertungen stets durch verlässliche Zahlen und realistische kurz- bis mittelfristige Projektio-nen gerechtfertigt“, bilanziert er.

Silicon Valley nimmt Risiken bei Start-Ups in Kauf

Investoren machten derzeit Jagd auf Wachstumstitel, bevorzugten aber noch immer andere Sektoren wie etwa Konsumgüter, in denen das Wachstum stabiler und sicherer sowie die Geschäftsmodelle einfacher zu verstehen seien. Das führe in diesen Sektoren zu einem überfüllten und überbewerteten Markt. Obwohl auch Technologie-aktien von der erhöhten Nachfrage profitierten, schreckten indes noch immer viele Investoren vor der hohen Komplexität des Sektors zurück, so erklärt er: „Technologietitel verlangen den Investoren genaue Kenntnis der jeweiligen Technologien und Märkte ab, um gute Geschäftsmodelle von schlechten zu unterscheiden.“

Ohne Frage seien einige Bereiche des Technologiesektors überbewertet. So nähmen die etablierten Unterneh-men aus dem Silicon Valley Milliarden für den Erwerb von Start-Ups in die Hand, die über keinerlei stabile Um-sätze, geschweige denn Gewinne verfügten. Auch bei aussichtsreichen Firmen mit spannenden Geschäftsmodel-len seien die aktuellen Kurse mitunter durch nichts gerechtfertigt, so zum Beispiel bei der amerikanischen Im-mobiliendatenbank Zillow. „Solche Übertreibungen gibt es in allen Sektoren“, relativiert Hawtin. „Sie beweisen letztlich nur, dass Investoren die Kennzahlen genau analysieren und Unternehmen meiden sollten, die unrealis-tisch bewertet sind.“

Deutlich weniger Börsengänge, solidere Kurs-Gewinn-Verhältnisse

Allen, die weitere Beweise suchen, dass sich die Dotcom-Blase so bald nicht wiederholen wird, rät Hawtin, einen Blick in die Statistiken werfen. Das Wall Street Journal berichtete Ende Oktober, dass 1999 insgesamt 368 US-Unternehmen im Tech-Sektor an die Börse gegangen seien – in diesem Jahr jedoch erst 32. Damals vergingen zwischen Gründung und Börsengang etwa vier, heute im Schnitt 13 Jahre. Auch ein Blick auf das durchschnittli-che Kurs-Umsatz-Verhältnis mache deutlich, dass die Bewertungen heute weitaus moderater seien: Aktuell liege es bei 5,6, während es sich 1999 auf 26,5 belief.

„Ein Symptom der Übertreibungen der Dotcom-Ära waren die außergewöhnlichen Gewinne, mit denen Investoren bei den Börsengängen belohnt wurden“, erklärt der Fondsmanager. 1999 verdoppelten insgesamt 114 frisch an die Börse gegangene Technologiefirmen ihren Wert noch am ersten Handelstag. „Dieses Kunststück gelang die-ses Jahr nur einer Aktie, die mit dem Technologiesektor wenig zu tun hat“, bemerkt Mark Hawtin. Die Aktie von Sprouts Farmers Market, einer amerikanischen Kette kleiner Supermärkte, die auf frische und gesunde Lebens-mittel spezialisiert ist, verzeichnete am Tag ihres Börsengangs Gewinne von 102 Prozent, das Kurs-Gewinn-Verhältnis stieg damit auf 84. „Manche würden das eine Blase nennen“, stellt Hawtin fest.

Mark Hawtin ist am Donnerstag, den 30. Januar 2014 auf dem FONDS Professionell Kongress in Mannheim. Um 11:50 Uhr spricht er in Saal 9 über die Chancen, die sich für Investoren aus der virtuellen Revolution rund um Social Media, Cloud Computing, Datenspeicherung und mobilen Technologien ergeben.

 

 

Über GAM

GAM wurde 1983 als FondsTochter der UBS gegründet. Von 1999 bis 2005 gehörte die Gesellschaft zum Bankhaus Julius Bär. Seit September 2009 ist GAM selbständig. Fonds: 450. Verwaltetes Vermögen: 36,9 Mrd. Euro. Anzahl der Mitarbeiter: 760. Geschäftsführer: David M. Solo.

 

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