FondsAnbieter- GAM: BMW bietet ideale Voraussetzungen für Value-Investoren

09. Mai 2016 von um 10:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

FondsAnbieter- GAM: Für Fondsmanager Oliver Maslowski sind Automobilaktien zurzeit eine lohnende InvestitionSJB FondsSkyline 1989 e.K.. PortfolioManagement. Antizyklisch.

Volkswagen leidet weiterhin unter den Nachwirkungen der Dieselaffäre

Weitere Entwicklung des DAX von Firmengewinnen, Eurostärke und China abhängig

Die Aktien deutscher Autohersteller, vor allem von BMW und bis zu einem gewissen Grad von Daimler, sind überverkauft. Diese These vertritt Oliver Maslowski, Portfoliomanager des JB German Value Stock Fund von GAM. Die Automobilbranche ist für den Fondsmanager daher aktuell eine gute Investmentgelegenheit – trotz voraussichtlich schwachen Wirtschaftswachstums. „Die Stimmung gegenüber Automobilaktien halte ich für zu pessimistisch. Das gibt Anlegern die Möglichkeit, Positionen zu attraktiven Bewertungen einzugehen“, erklärt der Experte. Die Autoverkäufe in China waren im Jahr 2016 bislang stabil und wurden nur von den Zahlen in der Eurozone übertroffen. Lediglich die USA hinken etwas hinterher. BMW bietet laut Maslowski vor diesem Hintergrund eine attraktive Bewertung – ungeachtet des derzeit negativen Sentiments gegenüber der Aktie des Unternehmens und der tiefen Konsenserwartungen hinsichtlich der Ertragskraft. „Alles in allem ideale Voraussetzungen für Value-Investoren“, so Maslowski. Er hat den bayerischen Automobilhersteller im ersten Quartal ins Portfolio des JB German Value Stock Fund aufgenommen.

Dieselaffäre setzt Volkswagen weiter unter Druck

Im Gegensatz zu BMW sieht die Situation bei Volkswagen nicht sehr rosig aus. Die Dieselaffäre zieht weiter ihre Kreise. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass jeder, der lose in Verbindung zum Abgasskandal steht, versuchen wird, das Unternehmen zu melken“, so Maslowski. Um seinen Marktanteil zu verteidigen, werde der Konzern höhere Rabatte bei der Marke Volkswagen anbieten. „Das wird die Margen negativ beeinflussen“, erläutert der Experte. Auch das Gewinnwachstum in den nächsten ein bis zwei Jahren könne darunter leiden.

Wirtschaftswachstum noch schwächer als erwartet

Hinsichtlich des gesamten deutschen Aktienmarkts sieht Maslowski derzeit vor allem drei Einwirkungskräfte: Einen ungünstigen Einfluss bildet der Konjunkturausblick. Der Internationale Währungsfonds (IWF) korrigierte das für das Jahr 2016 erwartete Weltwirtschaftswachstum von 3,6 auf 3,4 Prozent. Das Wachstum in der Eurozone von 1,2 Prozent sorgt ebenfalls nicht für Jubelstürme bei Investoren. In Deutschland wächst die Wirtschaft voraussichtlich um 1,5 bis 1,8 Prozent. Das Resultat der eher schwachen Zahlen: fallende Prognosen für den Gewinn je Aktie im DAX. Im ersten Quartal standen 24 Downgrades gerade einmal sechs Upgrades gegenüber.

Der Portfoliomanager sieht in der Entwicklung jedoch auch etwas Positives, denn der Konjunkturausblick sporne die Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin dazu an, unkonventionelle Maßnahmen einzuleiten. „Das neu geschaffene Geld kommt mit der Bürde, Erträge zu erzielen“, so Maslowski. Eine neutrale Kraft stelle die Marktbewertung dar, die alleine nicht ausreiche, um Investoren anzuziehen. „Es gibt Investment-Möglichkeiten in verschiedenen deutschen Sektoren. Leider erlaubt der Markt aktuell keine Buy-and-Hold-Strategien.“ Der Experte rät zu einem aktiven Portfolio-Management und wartet mit einem eher vorsichtigen Ausblick auf: „Ein steigender Aktienmarkt im zweiten Halbjahr hängt an positiveren Revisionen der Gewinne je Aktie, einem schwächeren Euro sowie einem robusteren Wachstum in China.“

 

gamGAM. Hintergründig.

GAM wurde 1983 als FondsTochter der UBS gegründet. Von 1999 bis 2005 gehörte die Gesellschaft zum Bankhaus Julius Bär. Seit September 2009 ist GAM selbständig. Fonds: 450. Verwaltetes Vermögen: 36,9 Mrd. Euro. Anzahl der Mitarbeiter: 760. Geschäftsführer: David M. Solo.

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