FondsAnbieter-Franklin Templeton: Uwe Zöllner, Ausblick für europäische Aktien 2013.

28. Dezember 2012 von um 12:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! FondsAnbieter- Franklin Templeton: Besser als erwartet. Das Jahr 2012 ist für Aktien viel positiver verlaufen als erwartet. Die Probleme in den USA, Asien oder der Eurozone sind zwar allesamt noch ungelöst, doch die Anleger konnten die reizvollen Bewertungsniveaus nicht ignorieren. Vor allem in Europa haben wir Fortschritte erkennen können, obwohl bis zur Erholung in dieser Region noch ein weiter Weg vor uns liegt. 2013 verspricht ein weiteres bewegtes Jahr für Anleger zu werden. Das neue Jahr konfrontiert uns gleich mit mehreren Herausforderungen: die Fiskalklippe in den USA, die Ungewissheit um das künftige Wachstum in China und natürlich die Fragen zur Zukunft der Eurozone. Ich rechne für 2013 mit weiteren Fortschritten bei der Bewältigung all dieser Probleme, doch da sie ausnahmslos mit politischen Themen verflochten sind, gibt es keine klare, einfache Lösung, weshalb wir uns auf eine weitere Achterbahnfahrt gefasst machen müssen. Allerdings nehmen die Märkte oft die Zukunft vorweg, und ich bin zuversichtlich, dass die Anleger im weiteren Verlauf von 2013 den Silberstreif am Horizont wahrnehmen werden. Das sollte den Aktienmärkten einen weiteren Schub versetzen.

Ein genauerer Blick auf die verschiedenen Regionen hat mir gezeigt, dass die Kompromissbereitschaft in den USA diesmal größer ist. Ich denke, wir werden Anfang 2013 eine Einigung über den Haushalt erleben. Das ist aber nur der Beginn eines langen, komplexen Prozesses zur Haushaltskonsolidierung in den USA. Andererseits sind die USA nach wie vor die flexibelste Volkswirtschaft der Welt, und ich bin überzeugt, dass sie die aktuellen Herausforderungen nach und nach meistern. Zum Konsum und insbesondere zum Häusermarkt gab es in letzter Zeit ermutigende Meldungen. Das sollte künftig die Unternehmensinvestitionen anheizen, die bislang die Schwachstelle der US-Wirtschaft sind. Ich rechne daher für 2013 mit Unterstützung der Weltwirtschaft durch die USA.

China

China steht vor der Umstellung auf ein neues, konsum- statt exportorientiertes Geschäftsmodell. Diese wird Zeit in Anspruch nehmen und für Verunsicherung sorgen. Doch für mich sind die langfristigen Wachstumstreiber – ein unternehmensfreundliches Umfeld und jede Menge aufgestaute Nachfrage – nach wie vor intakt. Ein Umbau ist ein langfristiges Projekt, und seine kurzfristigen Effekte lassen sich schwer vorhersagen. Daher weiß ich nicht, ob China 2013 positive Impulse geben wird oder nicht. Die Daten zur Industrieaktivität fürs letzte Quartal 2012 stimmen optimistisch.

Bleibt Europa.

Europa

Hier verdauen wir derzeit gerade die Meldung von der Rückkehr Berlusconis auf die politische Bühne. Die Märkte sind natürlich alles andere als begeistert von dieser neuesten Wendung in der endlosen Euro-Saga. Das ist bedauerlicherweise eine neue Episode, und ich fürchte, wir werden 2013 noch viele weitere Entwicklungen erleben, die auf den Aktienmärkten wieder für Unruhe sorgen. Letztlich kommt es aber auf den Erfolg der Strukturreformen an, und die Nachrichten aus Spanien sind äußerst ermutigend. Ich bin zuversichtlich, dass Italien bald nachziehen wird. Vorerst hat sich die EZB verpflichtet, Länder zu finanzieren, die reformwillig sind, und hat auf diese Weise maßgebliche Ungewissheit von den Finanzmärkten genommen. Die negativen Reaktionen auf neue böse Überraschungen fallen daher nicht so heftig und nachhaltig aus wie im Verlauf von 2011.

Die Veränderungen in China haben für Europa auf längere Sicht zwei Vorteile. Diverse starke globale Akteure des Konsumgütersegments haben ihren Standort in Europa und werden in den kommenden Jahren vom Wachstum in China profitieren. Die Abkehr Chinas vom Exportwachstum wird im Zusammenspiel mit Initiativen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in Europa zu einer zunehmenden Rückverlagerung der Produktion nach Europa führen, die der europäischen Wirtschaft längerfristig Unterstützung bieten kann – wenn auch noch nicht in den nächsten ein oder zwei Jahren.

Neben China ist die Eurozone derzeit die Turn-around-Story schlechthin. Aktien aus dem Währungsblock notieren nach wie vor mit Abschlägen, die sich in den nächsten Jahren aller Wahrscheinlichkeit nach allmählich verflüchtigen dürften. Daher rechne ich für europäische Aktien im Allgemeinen und Papiere aus dem Euroraum im Besonderen für 2013 mit fortgesetzter Erholung, die allerdings nicht linear verlaufen wird. Ich gehe davon aus, dass europäische Aktien 2013 mit Gewinnen beschließen und suche in der aktuellen Phase der Ungewissheit weiter nach Chancen.

„Mehr Peripherie und zyklische Werte“

Wie sollten sich Anleger diesem Thema nähern? Es herrscht immer noch große Verunsicherung, und obwohl wir für 2013 ein Aufleben der Konjunktur erwarten, rechnen wir noch nicht wieder mit kräftigem zyklischen Wachstum. 2013 werden nach unserer Einschätzung zwei populäre Themen der letzten Zeit weiter eine Rolle spielen – Qualität und Rendite. Doch in Bezug auf die Qualität wird gezieltere Auslese und vor allem Wertbewusstsein künftig an Bedeutung gewinnen. Seit geraumer Zeit setzen die Anleger nun schon bevorzugt auf viele klassische defensive Qualitätswerte, die sich infolgedessen verteuert haben. Es sind noch vernünftig bewertete Unternehmen erhältlich, die in gut geschützten Nischen tätig sind und mit starken Wettbewerbspositionen aufwarten, doch die Anleger müssen ihre Suche über die traditionellen Large-Caps hinaus ausdehnen und Einzeltitel äußerst kritisch auswählen – auch unter hochwertigen Titeln aus dem stärker zyklischen Marktsegment und selbst in der gebeutelten südlichen Peripherie.

Di – vi – den – de!

Dividende bleibt ein Thema, da Dividendenerträge ein Sicherheitspolster für Anleger darstellen, die die Volatilität der Aktienmärkte nach wie vor bedenklich finden. Außerdem sorgen auch niedrige Renditen klassischer laufende Erträge abwerfender Vehikel wie Staatsanleihen für reges Interesse der Anleger an höher rentierlichen Aktien.

„Bergauf über einen holprigen Pfad“

Insgesamt erwarte ich nach einem starken Jahr 2012 für 2013 eine Fortsetzung des Aufwärtstrends, doch das Publikum sollte sich zumindest für die ersten Monate des Jahres auf Turbulenzen einstellen. Wir sind aber fest davon überzeugt, dass die aktuellen Bewertungen im Hinblick auf die laufende Trendwende in Europa und anhaltendes Wachstum der Weltwirtschaft attraktive Einstiegsmöglichkeiten bieten und vorausschauende Anleger in den kommenden Jahren belohnt werden.

Über Franklin Templeton

Franklin Templeton Investments ist eine der größten Investmentgesellschaften der Welt. Templeton wurde 1940 von Sir John Templeton gegründet. Die Gründung von Franklin erfolgte 1947 durch Rupert H. Johnson. Franklin ist für seine Expertise auf dem US-amerikanischen Markt bekannt. Im Oktober 1992 schlossen sich die beiden Gesellschaften zur Franklin Templeton Gruppe zusammen, in die 1996 Franklin Mutual Advisers als weiteres Unternehmen integriert wurde. Weltweit verwaltet Franklin Templeton Investments ein FondsVermögen von rund 726 Mrd. US-Dollar für institutionelle und private Anleger. 1992 wurde die Niederlassung in Frankfurt gegründet. Für Anleger in Deutschland verwaltet Franklin Templeton rund 21 Mrd. US-Dollar und ist damit einer der größten ausländischen Anbieter von Publikumsfonds.

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