FondsAnbieter-Franklin Templeton: Kommentar zu den globalen Aktienmärkten

06. November 2013 von um 10:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

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Am Ende des dritten Quartals ließ der Druck auf Schwellenländerwährungen und Risikoanlagen etwas nach. Auslöser dafür war die überraschende Entscheidung des Vorstands der US-Notenbank Federal Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.Reserve („die Fed“), die Anlagenkäufe in bisheriger Höhe weiterzuführen.

Unseres Erachtens wird die Wiederkehr marktorientierter Zinsen nicht nur eine angemessene fundamentale Bewertung von Anlagen, sowie solidere wirtschaftliche Entscheidungen ermöglichen, sondern Finanzmärkte und Realwirtschaft auf längere Sicht besser fördern und stabilisieren – trotz der dadurch kurzfristig zu erwartenden beträchtlichen Volatilität.

Die Schwellenmärkte haben in den letzten zehn Jahren von kräftigem Rückenwind profitiert. Diese Zeit dürfte nach unserer Vermutung weitgehend vorbei sein. Eine Wiederholung einer Schwellenländerkrise wie Ende der 90er-Jahre halten wir für unwahrscheinlich. Es gibt aber neue Schwachstellen. Wir rechnen damit, dass künftig unbedingt bedacht zwischen Schwellenmärkten differenziert werden muss. Unseres Erachtens betrachten Anleger – oft zu ihrem Nachteil – die Schwellenmärkte als einheitliche Vermögensklasse.

Kontinentaleuropa war im dritten Quartal die ertragsstärkste Region für Aktien, was in den letzten fünf Jahren eher selten vorkam. In unseren Augen bietet Europa keine so interessanten Schnäppchen mehr wie 2011 bis Mitte 2012, wirkt aber nach wie vor attraktiv, vor allem im Vergleich zu den USA und Japan.

Wir begrüßen kontinuierlich rückläufige Korrelationen auf dem Aktienmarkt, die unserer Ansicht nach ein günstigeres Umfeld für unsere wertorientierte Bottom-up-Analyse zur Erzielung hoher Ergebnisse bieten. Unsere Analysen zu Wettbewerbsstärke, Kapitalallokation, Produktzyklen und langfristigem Unternehmenswert sollten uns nach unserer Einschätzung wie schon über viele Marktzyklen seit Jahrzehnten weiter gute Dienste leisten.

DIE GLOBALEN AKTIENMÄRKTE

Die Aktienmärkte überwanden im dritten Quartal weltweit erhebliche Widerstände, vor allem durch die eindringlichen Andeutungen der Fed zu einer bevorstehenden Drosselung ihrer umfangreichen Anlagenkäufe. Gegen Ende des Quartals nahm die Fed aber etwas Druck von Schwellenländerwährungen und Risikowerten mit ihrer unerwarteten Entscheidung, weiter in gleicher Höhe Anlagen aufzukaufen, bis der US-Aufschwung nach ihrem Dafürhalten auf festeren Füßen steht.

QUANTITATIVE LOCKERUNGEN

Unter den herrschenden Bedingungen sind die Kapitalkosten verzerrt. Sie werden unseres Erachtens stark manipuliert, was nicht nur unbeabsichtigte Folgen haben dürfte, sondern auch Konsequenzen, die wohl erst im Rückblick offenbar werden. Für uns als Analysten sind die Finanzierungskosten, abgebildet von den Zinsen, eine wesentliche Komponente für unsere Einschätzungen zu Unternehmen und Wirtschaftsakteuren, da sie angeben, zu welchen Sätzen künftige Zahlungsströme diskontiert und Vermögenswerte letztlich bewertet werden. Derzeit sind die kurzfristigen Finanzierungskosten nominal nahe null und real negativ. Das begünstigt scheinbar die Finanztechnik bzw. die Fremdfinanzierung (der Kauf bestehender Vermögenswerte wird billig finanziert, statt neue Vermögenswerte zu schaffen). Das wirkt sich auch auf die Entscheidungen der Unternehmen aus. Falsche oder gedrückte Kapitalkosten können neues Wachstum verhindern und dazu führen, dass Unternehmen Geschäfte weiterbetreiben, die sie besser aufgeben sollten. Unternehmen gehen nicht wie vordem insolvent. Zahlungsunfähigkeit und Konkurs sind Mechanismen, mit denen der Kapitalismus sicherstellt, dass kein Kapital mehr in Unternehmen fließt, die es nicht effektiv einsetzen

können.

Die ungewollten Folgen der laufenden künstlichen Verringerung und Manipulation der Zinsen und Finanzierungskosten sind potenziell ausgesprochen schwerwiegend: die Gefahr von Vermögenspreisblasen durch billige Kreditfinanzierung, die Auflösung fremdfinanzierter Carry- Trades und die fortgesetzte Präferenz für die günstig auf Pump finanzierte Investition in bestehende Anlagen anstelle der produktiveren und das Wirtschaftswachstum steigernden Investition in die Schaffung neuer Anlagen. Aus Bottom-up-Perspektive sind wir uns der potenziellen Fehler bei der Analyse von Unternehmen bewusst, die durch künstlich niedrige Zinsen entstehen, und achten gezielt darauf.

Weil die Kapitalkosten nicht vom Markt bestimmt werden, ist jedoch klar, dass sich viele Unternehmen von minderer Qualität subventioniert finanzieren können, was fundamentale Schwäche verschleiern und wachsende Verbindlichkeiten auf einen künftigen Tag der Abrechnung verschieben kann. Überkapazitäten in bestimmten Branchen, die an sich vom Wettbewerb ausgemerzt werden sollten, bleiben im System, was am Ende in vielen Branchen Wert vernichtet.

Wir bei Templeton sind uns der deflationären Aspekte der enormen Entschuldung wohl bewusst und verfolgen wohlwollend, wie die westlichen Zentralbanken versuchen, das Kreditumfeld zu stabilisieren und die Effekte des Fremdkapitalabbaus abzufedern, indem sie dem Prozess genug Zeit verschaffen, damit er geordnet ablaufen kann.

Doch früher oder später muss eine Normalisierung der Geldpolitik einsetzen. Unseres Erachtens wird die Wiederkehr marktorientierter Zinsen nicht nur eine angemessene fundamentale Bewertung von Anlagen sowie solidere wirtschaftliche Entscheidungen ermöglichen, sondern Finanzmärkte und Realwirtschaft auf längere Sicht vermutlich besser fördern und stabilisieren – trotz der dadurch kurzfristig zu erwartenden beträchtlichen Volatilität. Wir rechnen für den anstehenden Zeitraum 2014/15 mit nachlassendem Druck auf die Zinsen und zu gegebener Zeit mit einer Normalisierung der Politik.

SCHWELLENLÄNDER

Die unkonventionelle Geldpolitik hatte auf jeden Fall auch verzerrende Effekte auf die Schwellenmärkte. Auf der Suche nach höheren Renditen floss billig finanziertes Kapital zu und sorgte weltweit für beträchtliche Liquidität. Lockere Kreditbedingungen für Unternehmen können fundamentale Probleme überdecken. Das Gleiche gilt für üppige Liquidität in unausgewogenen Volkswirtschaften.

Im letzten Jahrzehnt haben sich Schwellenländeraktien ausgesprochen stark entwickelt, da sie in dieser Zeit kräftig Auftrieb erhielten durch: Chinas Integration in die Weltwirtschaft, einen langfristigen Aufwärtstrend der Rohstoffpreise, den ausgedehnten Rückgang der Realzinsen in den USA und mehr. Diese Unterstützung dürfte nach unserer Vermutung größtenteils wegfallen. Chinas Integration ist weitgehend abgeschlossen. Die Rohstoffpreise sollten eher nachgeben als anziehen. Die Sanierung der Außenwirtschaftsbilanzen liegt zum Teil hinter uns. Die Realzinsen in den USA und anderen Industrieländern werden wie angesprochen künftig eher steigen. Der Rückenwind wird daher vermutlich zum Gegenwind. Eine Wiederholung einer Schwellenländerkrise wie Ende der 90er-Jahre ist unseres Erachtens unwahrscheinlich. Es gibt aber neue Schwachstellen, und wir gehen davon aus, dass es künftig stark auf eine überlegte Differenzierung bezüglich der Entwicklung von Wirtschaft und Vermögenswerten auf Schwellenmärkten ankommen dürfte. Unseres Erachtens betrachten Anleger – oft zu ihrem Nachteil – die Schwellenmärkte als einheitliche Vermögensklasse.

Die Bewertungsniveaus vieler Schwellenmärkte sind seit 2006 spürbar zurückgefallen. Chancen auf Schnäppchen sind aber noch nicht deutlich erkennbar. So sind beispielsweise die ASEAN-Märkte – die südostasiatischen Märkte – auf der Basis längerfristiger Kurs-Buchwert- und Kurs-Gewinn-Verhältnisse unseren Analysen zufolge nach wie vor vergleichsweise teuer. Die Erträge könnten sich noch am oberen Extrem bewegen. Wir müssen begreifen, dass sich das Ertragspotenzial normalisieren könnte, sobald sich Kreditmittel und Liquidität verknappen, die Fiskalpolitik potenziell gestrafft wird und Wechselkursvolatilität und -schwäche verstärkt Wirkung zeigen. Dann sollten klarere Ertragsschätzungen vorliegen.

DER AUFSCHWUNG IN EUROPA

Kontinentaleuropa war im dritten Quartal die ertragsstärkste Region für Aktien, was in den letzten fünf Jahren eher selten vorkam – und in Relation zu den Schwellenländern in den letzten Jahrzehnten die große Ausnahme war. In unseren Augen bietet Europa keine so interessanten Schnäppchen mehr wie 2011 bis Mitte 2012, wirkt aber im Kontext von Industrie- und Schwellenländern nach wie vor attraktiv, vor allem im Vergleich zu den USA und Japan.

Als wertorientierte Anleger verinnerlichen und nutzen wir das Konzept, dass Konjunkturzyklen und Unternehmenserfolg oft zum Mittelwert zurück tendieren, und halten die jüngste Vergangenheit nicht für den besten Indikator für die künftige Entwicklung. Wir konzentrieren uns gern auf Marktsegmente, die schon länger unter Druck stehen, und diesem Profil entspricht Europa auf jeden Fall. Nach unserer Auffassung haben die Europolitiker definitiv begonnen Webfehler im Währungssystem zu korrigieren und politische Fehler zu beheben, die die Funktion der Rentenmärkte, die Renditen von Staatsanleihen und die Renditekurven beeinträchtigt haben. Und es sind – wenngleich schleppende – Fortschritte zu verzeichnen. Eines der größten Hindernisse für die Rückkehr Europas auf vollen Wachstumskurs ist die Kreditvergabe der Banken. Unseres Erachtens sollte sich das Kreditwachstum in den nächsten Wochen erholen, da die Banken einen Entschuldungs- und Kapitalaufbauprozess abschließen, wie er sich ähnlich auch in den USA vollzogen hat. Das könnte dem Wirtschaftswachstum einen kräftigen Impuls geben und Volkswirtschaften in aller Welt helfen, über ein bloßes Durchlavieren hinauszukommen und den Unternehmen, in die wir investiert sind, potenziell Chancen zu eröffnen.

KORRELATIONEN

Die Risikoaversion nimmt ebenso ab wie die Korrelationen. Wir begrüßen kontinuierlich rückläufige Korrelationen auf dem Aktienmarkt, die unserer Ansicht nach ein günstigeres Umfeld für unsere wertorientierte Bottom-up-Analyse zur Erzielung hoher Ergebnisse bieten. Unsere Analysen zu Wettbewerbsstärke, Kapitalallokation, Produktzyklen und langfristigem Unternehmenswert sollten uns nach unserer Einschätzung wie schon über viele Marktzyklen seit Jahrzehnten weiter gute Dienste leisten.

 

 

 

Über Franklin Templeton

 

Franklin Templeton Investments ist eine der größten Investmentgesellschaften der Welt. Templeton wurde 1940 von Sir John Templeton gegründet. Die Gründung von Franklin erfolgte 1947 durch Rupert H. Johnson. Franklin ist für seine Expertise auf dem US-amerikanischen Markt bekannt. Im Oktober 1992 schlossen sich die beiden Gesellschaften zur Franklin Templeton Gruppe zusammen, in die 1996 Franklin Mutual Advisers als weiteres Unternehmen integriert wurde. Weltweit verwaltet Franklin Templeton Investments ein FondsVermögen von rund 726 Mrd. US-Dollar für institutionelle und private Anleger. 1992 wurde die Niederlassung in Frankfurt gegründet. Für Anleger in Deutschland verwaltet Franklin Templeton rund 21 Mrd. US-Dollar und ist damit einer der größten ausländischen Anbieter von Publikumsfonds.

 

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