FondsAnbieter- Fidelity: Fidelity Marktkommentar: Chinas Wachstum verlagert sich in neue Branchen

20. August 2013 von um 13:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter!FondsAnbieter- Fidelity: Peking treibt die Umstellung seines Wachstumsmodells voran: Die schrittweise Ablösung des Exports durch den heimischen Konsum als wichtigstem Treiber rückt völlig neue Wachstumsbranchen in den Vordergrund. Eine kontrollierte Verlangsamung des BIP-Wachstums ist im Übergang in dieses „Neue China“ notwendig, sagt Raymond Ma, Fondsmanager des Fidelity China Consumer Fund. Der China-Experte erklärt, aus welchen Bereichen das Wachstum im Reich der Mitte in Zukunft verstärkt zu erwarten ist und wie sich Anleger positionieren sollten:

China erlebt den Beginn einer neuen großen Phase in seiner jüngeren Entwicklung. Ich sehe drei klar unterscheidbare Entwicklungsperioden in China – die Revolutionsphase von 1949 bis 1979, die Jahre der offenen Reformen von 1979 bis 2009 und nun die Phase, die sich wohl am besten als „Neue Wachstumsphase“ oder schlicht als „Neues China“ beschreiben lässt. Im Mittelpunkt des Neuen China steht der Binnenkonsum. Davon profitieren werden Konsumgüterhersteller, Firmen aus der Informationstechnologie, dem Gesundheitswesen und Versicherer. Sie alle leben vom Wunsch der schnell wachsenden Mittelschicht Chinas, den zunehmenden Wohlstand zu genießen und für die Zukunft zu sichern.

Politische Trends geben Hinweise auf die Gewinner des Neuen China

Natürlich wird der Übergang zu einem konsumgetriebenen Wachstumsmodell einige Jahre in Anspruch nehmen. Doch die Richtung ist unverkennbar. Die wirtschaftlichen Rezepturen des „Alten China“ wirken immer weniger: Zyklische Branchen wie der Rohstoff- und Industriesektor, in den letzten drei Jahrzehnten Wachstumsmotor im Reich der Mitte, haben inzwischen mit ernsthaften Überkapazitäten zu kämpfen. Zudem sorgt die ausgiebige Kreditvergabe zur Finanzierung von Mega-Infrastrukturprojekten, die seit 2009 als Konjunkturspritze angestoßen wurden, bei den Banken inzwischen für eine angespannte Liquiditätslage. Mit einer Kreditklemme ist in der näheren Zukunft zwar nicht zu rechnen, doch wird sich der Engpass mittelfristig auf die Profitabilität der Geldinstitute auswirken. Und mit steigenden Lohnkosten im Reich der Mitte – und Erwartungen an deren weitere Entwicklung – wird immer deutlicher, dass die in der Vergangenheit durch Billiglöhne erkauften Rekorde der chinesischen Exportwirtschaft kein tragfähiges Modell mehr für die Zukunft darstellen.

Im zwölften Fünfjahresplan von 2011 hat die Führung in Peking daher begonnen, aktiv die Weichen für eine Stärkung des heimischen Konsums zu stellen – etwa durch Lohnangleichungen und die Ausweitung der sozialen Sicherungssysteme. Neben der zunehmenden Konsumorientierung gewinnt die Bekämpfung der ernstzunehmenden Umwelt- und Luftverschmutzung in Ballungszentren wie Peking an Bedeutung. Damit sind Erneuerbare Energien auch in China eine Zukunftsbranche. Über kurz oder lang dürfte zudem eine Deregulierungswelle durch bislang staatskontrollierte Schüsselbranchen wie den Finanz-, Energie- und Telekommunikationssektor rollen und privatwirtschaftlichen Aktivitäten auf breiter Front einen kräftigen Schub nach vorne geben. Bereits heute ist der rasant wachsende Internet- und Smartphonemarkt ein gutes Beispiel dafür, welche Dynamik Konsumwünsche und die relative Abwesenheit staatlicher Eingriffe freisetzen können. Das spiegelt sich auch in den Aktienbewertungen entsprechender Unternehmen positiv wieder.

Freude am neuen Wohlstand

Doch die Aussichten sind für Anleger am chinesischen Aktienmarkt vielfältig. Besonders interessant ist derzeit Chinas Glücksspiel– und Internetindustrie, denn immer mehr Chinesen entdecken ihre Spielfreude. Das kommt großen Casino-Betreibern wie Galaxy Entertainment, Sands China und SJM Holdings zugute. Wachsendes Interesse an Online-Computerspielen und sozialen Netzwerken halfen zuletzt Tencent, dem führenden chinesischen Anbieter in diesem Bereich, die Erwartungen sowohl beim Ertrag, als auch beim Gewinn zu übertreffen. Kingsoft, ein bekanntes chinesisches Software-Unternehmen, hat sich eine starke Stellung im Bereich Cloud-Computing und Internet-Sicherheit erarbeitet und dürfte in dem Maße profitieren, wie das Leben im Reich der Mitte weiter ins Netz wandert. Das Bedürfnis nach Absicherung beflügelt das Geschäft von Versicherern wie AIA aus Hongkong oder der Cathay Financial und der China Pacific Insurance Group.

Aber auch im Bereich der täglichen Bedarfsgüter sind interessante Aktienwerte zu finden: Das Unternehmen Hengan etwa, Chinas größter Hersteller von Taschentüchern, profitiert von seiner starken Marktstellung und seinem gut ausgebauten Vertriebsnetz. Ebenso dürften langfristig Unternehmen wie der Babynahrungshersteller Biostime International und Goodbaby International, ein Produzent von Kinderwagen und sonstigem Zubehör für Chinas „kleine Kaiser“, von einer Lockerung der Ein-Kind-Politik profitieren.

Neues China in Indexgewichtung noch nicht reflektiert

Bereits heute stehen viele der zu erwartenden Wachstumsstars des Neuen China wirtschaftlich deutlich besser da als Vertreter des Alten China. Im Gegensatz zu letzteren verfügen sie häufig über reichlich liquide Mittel und weisen nachhaltig positive Cashflows aus. Bislang sind die neuen Wachstumsstars jedoch meist nur durch ein aktives Fondsmanagement zu finden. Denn noch machen traditionelle Titel des Alten China aus den Bereichen Rohstoffe, Industrie, Energie und Telekommunikation trotz der Verschiebungen bei der Wachstumsdynamik rund 75 Prozent des MSCI China Index aus. Das wird sich mittel- bis langfristig jedoch ändern. Über die nächsten fünf Jahre erwarte ich eine Verdoppelung der Wachstumsstars des Neuen China im Index auf 50 Prozent. Anleger, die frühzeitig auf diese Unternehmen setzen, haben in den kommenden Jahren gute Chancen auf einträgliche Renditen.“  

 

 

 

Über Fidelity

Die US-amerikanische FondsGesellschaft Fidelity wurde 1946 gegründet. Publikumsfonds in Deutschland: 140. Deren verwaltetes Vermögen:12,3 Milliarden Euro. Zu Umsatz und Gewinn keine Angaben. Anzahl der Mitarbeiter weltweit: 4.500, davon 316 in Deutschland. Geschäftsführer: Dr. Christian Wrede, Dr. Evelyn Muth und Ellen Posch.

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