FondsAnbieter- Fidelity: Das Ende der Ramschaktien-Rally

18. April 2013 von um 10:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter!FondsAnbieter- Fidelity: Dank der anhaltenden Geldflut der Notenbanken stiegen die Aktienmärkte in den letzten neun Monaten. Von dieser Hoffnungsphase profitierten insbesondere risikoreichere Titel. Doch die Ramsch-Rally endet jetzt, ist sich Matt Siddle, Fondsmanager des Fidelity European Growth Fund, sicher. Er erklärt, warum das Nachlassen der Hoffnung am Aktienmarkt eine gute Nachricht ist:

“Die Hoffnungsphase im Investmentzyklus begann im Juli vergangenen Jahres mit Mario Draghis Versprechen, alles zu tun, um den Euro zu retten. Die Euphorie der Marktteilnehmer trat am Aktienmarkt eine regelrechte Ramsch-Rally los, an deren Spitze Bankenwerte lagen. Dabei schnellten die Kurse der riskantesten Kredithäuser Europas besonders stark nach oben.

Im Zuge der Patt-Wahl in Italien und der unkonventionellen Rettungsaktion für Zypern kehrt jedoch die Nüchternheit zurück an die Aktienmärkte: Investoren beginnen Ergebnisse zu fordern, statt sich mit der bloßen Hoffnung auf Besserung abspeisen zu lassen. Das Ende der Hoffnungsphase, das sich nun einstellt, bedeutet auch das Ende der Ramsch-Rally.

Die Spreu trennt sich vom Weizen

Das hört sich zunächst nach einem eher düsteren Marktausblick an. Aber der Hoffnungsphase folgt im Investmentzyklus die Wachstumsphase. Und auch die insgesamt steigenden Leitindikatoren weisen darauf hin, dass wir uns an der Schwelle zu dieser nächsten Marktphase befinden – auch wenn die Risiken durch politische Störfeuer noch immer nicht gebannt sind.

In der Wachstumsphase trennt sich seit jeher die Spreu vom Weizen. Praktisch heißt das: Qualitätsaktien werden sich jetzt von der großen Masse absetzen, nachdem sie während der liquiditätsgetriebenen Hoffnungsrally hinter der Wertentwicklung spekulativerer Titel zurückgeblieben sind. Das ist klar – denn sie sind zuvor ja auch nicht so stark unter Druck geraten. Noch wichtiger ist aber die Tatsache, dass Qualitätsaktien über den gesamten Marktzyklus hinweg – und damit langfristig insgesamt betrachtet – die Nase vorn haben. Es lohnt sich daher, geduldig auf die bessere Kursentwicklung zu warten, die Qualitätsunternehmen langfristig zu bieten haben, statt auf kurzfristige steile Kursgewinne zu setzen. Da wir derzeit am Übergang zur Wachstumsphase stehen, ist jetzt ein besonders guter Zeitpunkt, in Qualitätsaktien zu investieren. Denn sie sind aktuell im Vergleich zum Markt und auch zu anderen Anlageklassen wie Unternehmensanleihen so günstig wie selten zuvor.

Konsumgüter und Mediensektor attraktiv

Besonders in der Konsumgüter- und in der Medienbranche bieten sich aktuell Chancen. Die Marketingriesen WPP und Publicis beispielsweise dürften von den steigenden Werbeausgaben in den Schwellenländern ebenso profitieren wie vom Aufwärtstrend in der digitalen Werbung. Im Basiskonsumgüterbereich setze ich auf Danone und Nestle. Obwohl vor allem Nestle längst ein Liebling der Anleger ist, hat die Aktie noch ansehnliches Kurspotenzial. Schließlich ist der Konzern mit einer ganzen Sammlung hervorragender Marken in einer Vielzahl an Ländern präsent. Zudem zeichnet er sich durch beständiges organisches Wachstum aus, getrieben sowohl von steigenden Absatzmengen als auch von Preisen, die mit der Inflation angehoben werden können.

Meiden sollten Anleger in nächster Zeit dagegen auf jeden Fall die Gewinner der endenden Hoffnungsrally: Finanzwerte aus der Eurozone. Gegen sie sprechen erhebliche Risiken aufgrund der mangelnden Qualität ihrer Vermögenswerte, ihre hohe Verschuldung und das niedrige Zinsniveau. Auch die Branchen Telekommunikation und Versorger würde ich jetzt tendenziell links liegen lassen. Letztere sind bereits von Liquiditätsengpässen geplagt und es droht ihnen zudem ein raueres regulatorisches Umfeld. Ebenso können die Bilanzen der Telekommunikationsunternehmen in Europa im Großen und Ganzen nicht gerade als solide bezeichnet werden. Zudem handelt es sich bei den Dienstleistungen der Telekommunikationsanbieter um Massenprodukte. Und da die zuständigen Aufsichtsbehörden entschlossen sind, die Eintrittsbarrieren für neue Wettbewerber weiter zu senken, ist mittelfristig in der Branche eher mit rückläufigen Gewinnen zu rechnen – zumal die Verbraucher wesentlich preissensitiver geworden sind.”

 

 

 

Über Fidelity

Die US-amerikanische FondsGesellschaft Fidelity wurde 1946 gegründet. Publikumsfonds in Deutschland: 140. Deren verwaltetes Vermögen:12,3 Milliarden Euro. Zu Umsatz und Gewinn keine Angaben. Anzahl der Mitarbeiter weltweit: 4.500, davon 316 in Deutschland. Geschäftsführer: Dr. Christian Wrede, Dr. Evelyn Muth und Ellen Posch.

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