FondsAnbieter- Ethna Funds: Marktkommentar: Wann endet die Aufschieberitis der Fed?

14. Oktober 2015 von um 11:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- Ethna Funds: Am 17. September blieb die von uns erhoffte erste Zinserhöhung der US-Notenbank aus. Sollte die Fed weiterhin an ihrer Aufschieberitis festhalten, erleben wir sicherlich noch die ein oder andere Fehlermeldung.

Wir alle kennen das Gefühl der Hilflosigkeit, das uns beschleicht, wenn unser PC mal wieder streikt und vermeintlich abstruse Fehlermeldungen von sich gibt. Spätestens wenn der Bildschirm nach dem Drücken des OK-Buttons dann auch noch blau wird, fällt einem wieder ein, dass man die Festplatte entgegen bester Vorsätze schon seit Langem nicht mehr gesichert hatte. An diesem Punkt hofft man inbrünstig, dass der PC doch bitte ein allerletztes Mal hochfährt, sodass man sich sofort dem Thema Datensicherung in all seinen Einzelheiten gebührend widmen kann.

Ähnlich erging es uns, als wir am Abend des 17. September vor unseren Computerbildschirmen saßen und die Entscheidung der US-Notenbank, die Zinsen nicht zu erhöhen, mit Erstaunen zur Kenntnis nahmen. Als Janet Yellen dann während der Pressekonferenz ihre Besorgnis über die internationalen Entwicklungen als Hauptbeweggrund für die Untätigkeit der Fed anführte, hatten wir sozusagen unseren Blue ScreenMoment.

Obwohl die Kapitalmärkte einer Zinserhöhung der Fed am 17. September lediglich eine Wahrscheinlichkeit von 38% einräumten, waren wir davon überzeugt, dass die Fed hätte agieren müssen (Grafik 1). Die US-Wirtschaft lief solide und die US-Beschäftigungszahlen zeigten eigentlich nur noch nach oben – beides Faktoren, die an und für sich für den Beginn einer Normalisierung der Zinspolitik sprechen.

Und seien wir doch ehrlich: die von uns erwartete Zinserhöhung um 0,25% auf immer noch winzige 0,5% sollte die US-Wirtschaft nicht in die Knie zwingen, selbst wenn sie verfrüht käme. Die Kommunikation der FOMC-Mitglieder in den Monaten davor bereitete den Kapitalmarkt ja bereits aufs Schonendste auf einen ersten Zinsschritt vor. Wäre dieser denn dann auch gekommen, wäre es sicherlich die meist erwartete Zinserhöhung in den Annalen der Menschheit geworden.

So hingegen wirkte die Fed mutlos, kraftlos und vor allem planlos. Besonders letztere Eigenschaft ist ultragefährlich, da ein weiterer Verlust an Glaubwürdigkeit der Notenbank die Kapitalmärkte ziel- und richtungslos enden lassen würde, was herkömmlich in stark steigenden Preisschwankungen mündet. Gerade die Vorhersehbarkeit der Zentralbank war das Kernstück von Ben Bernankes Forward Guidance, also die Kommunikation an die Öffentlichkeit, nach welchen Kriterien die Zentralbank welche Entscheidungen treffen würde. Mit dem Aufkommen der abnormalen ZIRP (Nullzinspolitik, Zero Interest-Rate Policy) seit der Lehman-Affäre haben die großen Zentralbanken dieser Welt eine dominante Rolle an den Kapitalmärkten übernommen, und damit auch eine sehr viel größere Verantwortung als zu normalen Zeiten. Mario Draghis Whatever-it-takes-Statement im Sommer 2012 markierte das Ende der Spekulation gegen den Euro und untermauerte die Kredibilität der EZB. Eine eher unbeholfen wirkende Janet Yellen im September 2015 bewirkte vielmehr das Gegenteil. Sie verunsichert die Märkte, die ja sowieso hinter jedem Busch ein Gespenst sehen. So bewirkten die Inaktivität der Fed, gepaart mit dem Hinweis auf die internationale Entwicklung, dass der Kapitalmarkt sich unweigerlich fragen musste: Was weiß die Fed, was er nicht weiß? Ist die Fed über die bestehende Wachstumsschwäche in China, über die wir letzten Monat berichteten, womöglich besorgter als der Markt?

In Zeiten der Unsicherheit macht jeder Investor das Gleiche – er reduziert das Risiko. Grafik 2 zeigt den Effekt der Fed-Zinsentscheidung auf den Aktienmarkt. Während man üblicherweise einen Rückgang der Aktienkurse mit einer Zinserhöhung in Verbindung bringen würde, war es in diesem Fall genau andersherum.

Zugegebenermaßen spielten die Sondereffekte durch den Volkswagen-Betrug und die Glencore-Story sicherlich auch eine Rolle. Der Löwenanteil der Bewertungsverluste an den Weltbörsen von knapp USD 3 Billionen seit dem 17.

September 2015 geht aber auf das Konto der Führungslosigkeit durch die Fed und damit der erhöhten Unsicherheit.

Schlimmer noch als die Aktienmärkte hat der Markt für NonInvestment-Grade-Unternehmensanleihen gelitten (Grafik 3).

Der Rückgang der Risikobereitschaft, den wir bereits an den Aktienmärkten beobachten konnten, traf hier auf die äußerst dürftige Marktliquidität, über die wir im letzten Marktkommentar1  berichtet haben. Das Ergebnis war ein Minicrash in diesem speziellen Marktsegment, was auch deutlich ausgeprägter auf der US-Seite des Atlantiks stattfand als hierzulande (Grafik 4).

Es ist lohnenswert zu erwähnen, dass aktuell die Anleihe- und Aktienmärkte zum ersten Mal seit einem Vierteljahrhundert seit Jahresbeginn negative Ergebnisbeiträge geliefert haben.

Über die Ursachen dieser doch deutlich anderen Ausprägung des Abverkaufs lässt sich nur spekulieren. Diese werden aber sicherlich noch weiter untersucht.

Die FOMC-Mitglieder der Fed scheinen ihren Fehler möglicherweise eingesehen zu haben, zumindest wenn man ihren öffentlichen Auftritten seit dem 17. September Glauben schenken kann.

Der sogenannte Dot-Plot der Fed, speziell im Vergleich zur Sitzung im Juni 2015, birgt allerdings wenig Hoffnung (Grafik 5).

Nicht nur, dass die Zinserwartung der FOMC-Mitglieder im Allgemeinen stetig nach unten wandert, sondern auch, dass ein Mitglied es passend findet, negative Zinsen für 2016 zu fordern.

Was bitteschön weiß der- oder diejenige?

Wir hoffen jedenfalls darauf, dass die Fed sich einen Ruck gibt und allen Mut zusammen nimmt, um doch noch dieses Jahr eine erste Minizinserhöhung durchzuführen. Es wäre ein Bekenntnis zur Rückkehr zur Normalität in der Geldpolitik nach vielen Jahren des Ausnahmezustandes. Gründe, um einen Zinsschritt zu wagen, gibt es viele. Unser Head of Research Yves Longchamp wird einige davon im weiteren Verlauf dieses Marktkommentars anführen.

Falls die Fed sich dazu durchringen könnte, glauben wir an eine Jahresendrallye an den Aktienmärkten. Unternehmensanleihen werden auch wieder Kursgewinne verzeichnen, allem Anschein nach überproportional im High-Yield-Segment. Die Handelsspanne der 10-jährigen Staatsanleihen hüben wie drüben wird in der bekannten Bandbreite verweilen. Sollte sich die Fed allerdings entscheiden, weiter durch Nichtstun ihre Glaubwürdigkeit zu reduzieren und sich der Prokrastination zu widmen, bekommt man wohl noch wesentlich häufiger einen Blue Screen, als einem lieb ist.

Makroökonomischer Ausblick

Forward Misguidance2

Was nun? Diese Frage drängt sich nicht nur den Investoren auf, sondern auch den FOMC-Mitgliedern. Die überraschende Zurückhaltung der Fed, sprich der Verzicht auf eine Zinserhöhung und eine ausgesprochen akkommodierende Kommunikation, bieten genügend Raum für weitere Spekulation und Unsicherheit.

Dies geht mit einer höheren Volatilität an den Märkten als vor der September-Sitzung einher. Die Frage, wann die Fed die Zinsen zum ersten Mal anheben wird bzw. ob sie diesen Schritt überhaupt wagt, bleibt unbeantwortet.

Wir könnten sicherlich ausführlich darüber diskutieren, ob es angebracht war, die Zinsen nicht zu erhöhen oder ob es vielmehr eine verpasste Chance ist. Doch nur die Zukunft wird dies mit Sicherheit beantworten können. Viel aufschlussreicher hingegen ist es zu verstehen, warum es dazu gekommen ist und welche Schlüsse wir daraus über die Art und Weise ziehen können, wie die Fed auf neue Daten reagiert, um uns so besser auf das Jahresende vorzubereiten.

Der Begriff Forward Misguidance fasst unser Verständnis des Fed-Verhaltens am besten zusammen. Seit Monaten hat die US-Notenbank wiederholt, dass sie ihre Entscheidung auf Basis der Fortschritte zweier Faktoren treffen wird: Arbeitsmarkt

und Inflation. Obwohl ein niedriges Inflationsniveau ein Grund dafür gewesen wäre, die Zinsen nicht zu erhöhen, wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass die niedrigen Inflationswerte maßgeblich auf temporäre Faktoren wie den niedrigen Ölpreis und den starken Dollar zurückzuführen sind, wodurch die Bedeutung der aktuellen Inflationsentwicklung indes gemindert wurde. Beim Arbeitsmarkt kann man derweil nur schwer argumentieren, dass er weit vom geschätzten Gleichgewicht entfernt ist, da sich die aktuelle Arbeitslosenquote mehr oder minder in diesen Gefilden bewegt.

Was war denn nun der Grund für die Fed, sich im September nicht von der Stelle zu rühren? Wie wir alle wissen, war es wegen China – also noch ein weiterer Faktor. Interessanterweise verkündete Fed-Präsidenten Janet Yellen auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Entscheidung, dass sie die Entwicklungen in China aufmerksam verfolge, weil sie sich ein wenig mehr Zeit nehmen möchte, um die Auswirkungen auf das US-Wachstum verstehen zu können.

Es war kaum zu überhören, dass die Fed datenabhängig sei, was bedeutet, dass die Fed beispielsweise weitere Belege für die hinlängliche Verbesserung des Arbeitsmarktes benötigt, um die Zinsen zu erhöhen. Wir fragen uns nun, wie sie es schaffen kann, in den nächsten zwei Monaten zusätzliche, ausreichende Daten zu den Folgen von China für das US-Wachstum zu sammeln, wenn man bedenkt, dass sie offenbar in den letzten paar Jahren nicht genug Zeit hatte, um sich sicher zu sein, dass der Arbeitsmarkt sich ausreichend verbessert hat. Mit anderen Worten, wie kann es sein, dass 13 der 17 FOMC-Teilnehmer es für angebracht halten, die Zinsen in diesem Jahr zu erhöhen, obwohl noch ein wenig mehr Zeit benötigt wird, um die Auswirkungen von China auf das Wachstum einzuschätzen?

Das ist Forward Misguidance. Eine kleine Anmerkung zu guter Letzt: FOMC steht offiziell für Federal Open Market Committee, inoffiziell ist es jedoch bekannt als Federal Open Mouth Committee.

Es gibt nur noch zwei weitere Sitzungen vor Jahresende. Die erste findet vom 27. bis 28. Oktober statt und die zweite vom 15. bis 16. Dezember. Wenn also etwas mehr Zeit erforderlich ist, kommt der Oktober wohl nicht in Frage. Es bleibt der Dezember, obwohl Chinas Schicksal bis Weihnachten noch weiterhin ungewiss sein könnte. Darüber hinaus wird die Gefahr eines Government Shutdowns, also ein Remake der Stilllegung der Regierung von 2013, wieder wahrscheinlicher. Das Geschäftsjahr 2016 begann am 1. Oktober ohne Zustimmung des Kongresses zu einer Reihe von Ausgaben. Infolge dessen wird der Haushalt bis zum 11. Dezember – bis ein paar Tage vor der letzten Fed-Sitzung des Jahres – vorübergehend durch die bestehende Bewilligung (Continuing Resolution) geregelt.

Falls das Bewilligungsgesetz bis dahin nicht verabschiedet ist, ist ein Government Shutdown sehr wahrscheinlich. Im Jahr 2013 war die Stilllegung der Regierung ein Grund für die Fed, ihr Tapering aufzuschieben.

Alles in allem scheint ein Zinsstraffungszyklus im Jahr 2015 aus wirtschaftlicher Sicht zurzeit eine ziemliche Herausforderung.

Zudem ist die Dezember-Marktliquidität dürftig und die Fed möchte keine zusätzliche Volatilität am Ende eines anspruchsvollen Jahres schüren. Die Fed steckt in der Zwickmühle. Die erste Zinserhöhung wird wahrscheinlich nicht mehr in diesem Jahr stattfinden, es sei denn, die chinesische Abschwächung erweist sich als kurzlebig.

Blick nach vorne

Wir bleiben auch weiterhin zuversichtlich, sowohl für die europäische als auch für die US-Wirtschaft, auch wenn dicke Wolken aufziehen. China weckt augenscheinlich Sorgen, auch wenn es schwierig ist, dessen letztendliche Auswirkungen auf die entwickelten Volkswirtschaften zu beziffern. Ebenfalls besorgniserregend ist die zu beobachtende Konsolidierung im Dienstleistungssektor, die den Löwenanteil der Wirtschaftsaktivität in den entwickelten Volkswirtschaften ausmacht.

Der absolut wichtigste Wachstumsträger in den USA und in Europa ist der private Konsum aufgrund seines Anteils am BIP, mit respektive 68% und 55%3.

Die neuesten Daten

zeigen, dass der private Konsum im dritten Quartal stark war, aber nicht an Dynamik zulegen konnte. In den USA bleibt das Verbrauchervertrauen hoch, die Einzelhandelsumsätze verbessern sich weiterhin und die Pkw-Verkaufszahlen befinden sich auf einem 15-Jahres-Hoch. Unserer Einschätzung nach wuchs der Verbrauch im dritten Quartal um 3,4%. Somit wuchs er zwar weniger als in der ersten Hälfte dieses Jahres, doch es ist immer noch ein solider Wert. In der Eurozone haben sich die Einzelhandelsumsätze weiter verbessert, die Pkw-Verkaufszahlen wiederum bleiben auf gleichem Niveau.

Das Verbrauchervertrauen in der gesamten Eurozone befindet sich auf einem hohen Niveau, obwohl es aufgrund einer eingetrübteren Wahrnehmung der Arbeitsmarktaussichten in letzter Zeit etwas von seinem Glanz verloren hat.

Der private Konsum verfolgt aufmerksam die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. Jegliche längere Schwäche bei der Schaffung von Arbeitsplätzen würde den Verbrauch negativ beeinflussen. Die neuesten US-Beschäftigungszahlen ohne Landwirtschaft waren schwach. Allerdings sind die Daten zu volatil, um eine deutliche Schlussfolgerung ziehen zu können, insbesondere weil andere Indikatoren auf einen insgesamt gesunden Arbeitsmarkt hindeuten. Es ist verblüffend, dass die Schwäche bei der Schaffung von Arbeitsplätzen auf den Dienstleistungsbereich, den dynamischsten Sektor der US-Wirtschaft, zurückzuführen ist. Frühindikatoren für den Dienstleistungssektor weisen auf eine gewisse Abschwächung hin. Da der Dienstleistungssektor in erster Linie inländischer Natur ist, kann man China dafür nicht verantwortlich machen.

Frühindikatoren zum Dienstleistungssektor sind dünn gesät, im Gegensatz zu jenen für den Produktionsbereich, und die wenigen verfügbaren verzeichnen eine Verlangsamung.

Der Arbeitsmarkt in der Eurozone ist weiterhin sehr heterogen.

Die Arbeitslosigkeit ist praktisch überall rückläufig, doch die Unterschiede bleiben gewaltig und reichen zum Beispiel von einem 25-Jahres-Tief mit 4,5% in Deutschland bis hin zu kolossalen 22,6% im boomenden Spanien.

Es gibt gute Gründe, zuversichtlich in Bezug auf die Eurozone zu sein. Es mag zwar sein, dass die Schaffung neuer Arbeitsplätze langsamer als in den USA voranschreitet – auf jeden neuen Arbeitsplatz in der Eurozone kommen 2,5 neue Stellen in den USA – aber es gibt Luft nach oben, da die Gesamtbeschäftigung immer noch etwa 2%4 (rund 3,4 Millionen Arbeitsplätze) unterhalb des Vorkrisen-Hochs liegt. Außerdem kommt die Kreditnachfrage für den privaten Konsum, den Wohnungsbau und Unternehmensinvestitionen allmählich in Schwung, während die Zinsen für neue Kredite weiter konvergieren und sogar zurückgehen. All das sind gute Gründe anzunehmen, dass der Konsum anzieht.

Ferner verbessern sich die Konjunkturerwartungen in fast allen Euroländern und die PMI-Indikatoren haben es sich im Wachstumsbereich gemütlich gemacht. Leider gilt dieser Optimismus nicht für Griechenland, dessen Aktivität erneut schrumpft.

In China vermitteln die Daten indes ein gemischtes Bild zu der Frage, ob die Abschwächung nun zum Stehen gekommen ist.

Während die Immobilienpreise und der Automobilabsatz in den vergangenen Monaten auf Erholung hindeuteten, zeigten die Erträge im Industriesektor und die PMI-Indizes weiterhin nach unten. Vor allem der Rückgang des Caixin China Services PMI ™

im September hat bei so manch einem Stirnrunzeln hervorgerufen, da der Einzelhandel als der stabilste Wirtschaftssektor galt.

Inzwischen erfährt die Wirtschaft eine zunehmende Unterstützung durch die Zentralregierung, die Infrastrukturinvestitionen sowie den privaten Konsum fördert. Wir erwarten eine weitere Lockerung der Geldpolitik, um die Interbankenliquidität sowie en Wechselkurs zu steuern, um den anhaltenden Kapitalabflüssen entgegenzuwirken. In Verbindung mit früheren politischen Maßnahmen könnten diese im letzten Quartal sogar für ein wenig Auftrieb sorgen. Allerdings wird sich die schrittweise chinesische Verlangsamung, die bereits 2013 begonnen hat, fortsetzen und die weltweite Nachfrage weiter dämpfen, wie schwächelnde Exporte aus den USA und der Eurozone bereits nahelegen.

Insgesamt bleiben wir zuversichtlich hinsichtlich der Aussichten für Europa und die USA, da das Binnenwachstum stabil bleibt und Frühindikatoren weiterhin auf die Fortsetzung des Aufschwungs hindeuten. China und ein etwas schwächelnder Dienstleistungssektor können jedoch Risiken für unser Szenario darstellen.

Positionierung der Ethna Funds

Ethna-DEFENSIV

Die Entscheidung der Fed eines dovish pass am 17. September erhöhte die bereits hohe Unsicherheit an den Kapitalmärkten.

Kontroverse Aussagen einiger FOMC-Mitglieder in Bezug auf die Pressekonferenz und das veröffentlichte Statement erhöhten diese Unsicherheit nochmals erheblich. Auch der VWSkandal sowie die Sorgen um Glencore aufgrund der anhaltend niedrigen Rohstoffpreise erschütterten die Märkte erneut und sorgten für einen Risk-Off-Modus in allen Asset-Klassen und sehr hohe Volatilität im September. Durch die sehr vorsichtige und defensive Ausrichtung des Ethna-DEFENSIV in den letzten Monaten konnte der Fonds sich zwar nicht komplett vom Marktgeschehen abkoppeln, wurde im Gegensatz zum restlichen Markt dafür aber nur marginal von der negativen Entwicklung (sehr volatile Zins- und Währungsmärkte, während Aktienmärkte deutlich schwächer tendierten und Credit Spreads von Anleihen sich deutlich ausweiteten) in Mitleidenschaft gezogen. Trotz einer gegenwärtigen Stabilisierung auf niedrigerem Niveau erwarten wir, dass das Marktgeschehen bis zum Ende des Jahres in allen Segmenten sehr volatil bleibt.

Folglich wurde der Bestand von Anleihen mit sehr hoher Bonität weiter aufgestockt, primär durch Anleihen mit einem A+ Rating oder besser, um in diesen unsicheren Zeiten über eine stabile Basis im Portfolio zu verfügen.

Während die Modified Duration vorübergehend taktisch reduziert wurde, um die Volatilität niedrig zu halten, wurde die Absicherung direkt nach der Veröffentlichung des FOMC wieder aufgehoben, um von längerfristig niedrigen Zinsen in den USA zu profitieren. Eine Absicherung kann aber jederzeit wieder vorgenommen werden, sollte das gegebene Marktumfeld dies kurzfristig erfordern. Zusätzlich wurde das Fremdwährungsexposure im Fonds auf fast 0% zurückgefahren, indem die Long-Position in USD geschlossen wurde.

Der Grund hierfür war neben der Entscheidung der Fed, die Zinsen niedrig zu halten, um den USD nicht weiter aufwerten zu lassen, auch der Aspekt, dass Fremdwährungen zusätzliche Volatilität ins Portfolio bringen können. Dies möchten wir aktuell vermeiden.

Darüber hinaus wurde das komplette Aktienportfolio temporär durch den Einsatz von Futures taktisch abgesichert. Aus diesem Grund hatte die starke Marktkorrektur Ende September nur geringfügige Auswirkungen auf den Fonds.

Ethna-AKTIV

Neben der wirtschaftlichen Verlangsamung in China hat das FOMC-Meeting im September die Märkte im vergangenen Monat in Atem gehalten. Unsere Erwartung einer dovishen Zinserhöhung wurde leider enttäuscht. Die Fed senkte durch ihre Revision des Dot-Plots zwar die Erwartungen für den zukünftigen Verlauf der Zinskurve, durch das Auslassen eines Zinsschrittes verpasste sie es aber gleichzeitig, ein optimistisches Signal an die Märkte zu senden und den Weg zu einer Normalisierung einzuleiten.

Auf Bondseite wurde in Antizipation einer dovishen Kommunikation der Fed die Modified Duration im Portfolio wieder erhöht, um von langfristig niedrigeren Zinsen zu profitieren.

Wir bleiben weiterhin übergewichtet in USD-denominierten Titeln, da hier das RenditeRisiko-Verhältnis immer noch deutlich attraktiver ist als für EUR-denominierte Papiere. Aufgrund der hohen Unsicherheit und Volatilität an den Märkten und den daraus resultierenden Implikationen für Credit Spreads, wurde das durchschnittliche Rating im Fonds weiter angehoben, auf BBB+ bis A-. Dies geschah, indem der Bestand an Anleihen mit guter bis sehr guter Bonität aufgestockt wurde.

Auch auf Aktienseite wurde unser Exposure aufgrund der großen Unsicherheit und Volatilität aktiv gesteuert. So wurde die Netto-Aktienquote bis zum Ultimo um 19% auf 4% reduziert.

Neben der großen Verunsicherung der Investoren im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft verdeutlichen die dramatischen Kurseinbrüche bei einzelnen Großunternehmen wie VW und Glencore, dass diese nicht nur auf unternehmensspezifische Probleme zurückzuführen sind, sondern auch primär das Ergebnis erheblicher Nervosität an den Märkten sind. Vor dem Hintergrund eines nach wie vor hohen Bewertungsniveaus hielten wir es daher für ratsam, unsere Positionen stärker abzusichern und halten derzeit Short-Positionen in Futures in MDAX, DAX, S&P, EURO STOXX, NASDAQ und SMI, welche aber jederzeit taktisch angepasst werden können.

Um die Volatilität im Fonds in diesem von großer Unsicherheit geprägten Marktumfeld möglichst gering zu halten, haben wir das USD-Exposure nahezu vollständig geschlossen. Dies geschah u.a. vor dem Hintergrund, dass die Entscheidung der Fed, keine Zinserhöhung vorzunehmen, auch darauf abzielt, den USD nicht weiter aufwerten zu lassen. Unsere Cash-Quote hat sich um 4,4% auf nunmehr 22,4% erhöht. Wir betrachten unsere Cash-Position als strategisches Instrument, um die Volatilität in den Fonds zu steuern und setzen sie basierend auf unserem makroökonomischen Szenario dynamisch ein.

Ethna-DYNAMISCH

Das volatile Umfeld der Sommermonate setzte sich auch im September fort. Standen die Zeichen zunächst noch auf Erholung, nachdem sich die Nachrichtenlage etwas entspannt hatte und die Märkte erwartungsfroh in Richtung der langersehnten Zinserhöhung in den USA schielten, setzte unmittelbar nach dem überraschenden Ausbleiben derselben eine neue Welle der Verunsicherung ein. Die Zinskurve flachte sich erneut ab, die Aktienmärkte brachen abermals ein und die Währungsvolatilität nahm wieder zu. Aus fundamentaler Sicht gab es allerdings wenige neue Informationen zu vermelden. Der Industriesektor einerseits durchlebt weiterhin eine Schwächephase, ohne dass Anzeichen für eine bevorstehende Erholung auszumachen wären. Das Konsum– und Dienstleistungsgewerbe auf der anderen Seite scheint davon unbeeindruckt weiterhin zu florieren. Angesichts der weithin negativen Markttrends, die inzwischen auch auf zuvor prosperierende Bereiche wie den Biotech- und Pharmasektor übergegriffen haben, besteht allerdings weiterhin Anlass zu Vorsicht, sowohl bei der Asset Allocation als auch bei der Einzeltitelauswahl. Trotzdem gelang es uns nicht, das beeindruckende Ergebnis des Vormonats zu wiederholen. Aufgrund einer vor allem zum Monatsanfang hin leicht erhöhten Aktienquote sowie leichten Verlusten, sowohl auf der Renten- wie auch auf der Währungsseite, legte der Ethna-DYNAMISCH auf Monatssicht rund -2,1% ab.

Unverändert sind knapp unter 60% des Fondsvermögens im Aktienmarkt investiert. Der Schwerpunkt liegt mit gut zwei Dritteln des Portfolios weiterhin auf den USA, während das übrige Drittel in Europa investiert ist. Auf Sektor- und Einzeltitelebene gab es nur wenige Veränderungen. Ein Großteil des Portfolios ist immer noch in defensiven Papieren wie Versorgern, Telekom- und Immobilienfirmen sowie Pharmakonzernen investiert. Etwas aufgestockt haben wir die Positionen im Technologiesektor, mit Royal Dutch Shell plc haben wir erstmals seit langer Zeit auch wieder einen Energietitel aufgenommen. Nachdem wir zum Monatsende mit Hedges etwas an Downside vermeiden konnten, haben wir diese zuletzt wieder etwas reduziert. Angesichts der hohen Volatilität in den Märkten dürfte allerdings auch weiterhin mit kurzfristigen und größeren Veränderungen des NettoAktienexposures zu rechnen sein, während wir versuchen, den Fonds möglichst unbeschadet durch die anhaltende Baisse zu steuern.

Die Allokation auf Rentenseite blieb mit rund 20% weitestgehend unverändert. Der Schwerpunkt des Portfolios liegt bis auf Weiteres unverändert auf Unternehmenspapieren besserer Qualität, mit einem durchschnittlichen Rating im A-Bereich.

Die Verwerfungen in den Rentenmärkten hinsichtlich der Ausweitung der Credit Spreads begleitet von außergewöhnlich niedriger Liquidität, insbesondere im Hochzinsbereich, halten weiterhin an. Diese Entwicklungen sind auch mit Blick auf die Aktienmärkte wiederum besorgniserregend. So begnügen wir uns einstweilen mit einer mageren Verzinsung von knapp über 3% bei einer relativ kurzen Duration von etwas über 2 Jahren.

Mehr als 20% des Fondsvermögens werden unverändert in liquiden Mitteln vorgehalten. Aufgrund der hohen Unsicherheit erscheint uns das Vorhalten von Liquidität aus Risikogesichtspunkten im Portfoliokontext gegenwärtig wesentlich sinnvoller als beispielsweise vermeintlich günstige Opportunitäten wahrzunehmen. Das Fremdwährungsexposure wurde auf unter 10% reduziert und verteilt sich im Wesentlichen auf kleine Positionen in USD, GBP und CHF.

 

ethnaEthenea. Hintergründig.
Die seit 2002 aufgelegten Ethna Funds werden von der ETHENEA Independent Investors S.A. verwaltet, einer unabhängigen Kapitalanlagegesellschaft mit Hauptsitz in Luxemburg. An ihren drei Standorten Luxemburg, Schweiz (Tochtergesellschaft) und Deutschland (Niederlassung) beschäftigt ETHENEA Independent Investors S.A. derzeit rund 40 Mitarbeiter. Das verwaltete FondsVermögen beträgt mehr als 13,28 Milliarden Euro. Geschäftsführer: Thomas Bernard, Frank Hauprich, Josiane Jennes. Stand: 30.09.2015.
www.ethenea.com

 

Schlagworte: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
Kategorien: Anbieter. Berichten.
[top]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung der SJB FondsSkyline OHG 1989.


*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.