FondsAnbieter- Ergo-Komm: Sturz Mursis gefährdet Ägyptens externe Zahlungsfähigkeit

11. Juli 2013 von um 12:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter!FondsAnbieter- Ergo-komm: Der Sturz von Präsident Mohammed Mursi hat die tiefe Spaltung der ägyptischen Gesellschaft nicht verringert. Zwar wurde seine Absetzung in weiten Teilen der Bevölkerung mit großer Erleichterung aufgenommen, doch genießt er dort weiterhin großen Rückhalt. Immerhin erhielt er bei den Präsidentschaftswahlen im vergangenen Jahr 53 Prozent der Stimmen. 

Dennoch braucht Ägypten nun Stabilität, da sich die aktuelle politische Unruhe ohne Zweifel auf die ohnehin prekäre Liquiditätssituation des Landes auswirken wird. Nicht nur die Einnahmen aus dem Tourismus, sondern auch die Zuflüsse aus privaten Auslandsüberweisungen, die die größte Devisenquelle darstellen, dürften in Mitleidenschaft gezogen werden. Außerdem könnten sich die in Folge der Unruhen steigenden Ölpreise negativ auswirken, da Ägypten mittlerweile Nettoimporteur von Öl ist. Im Mai hatte sich die externe Liquidität etwas verbessert und die Devisenreserven, die nun die Importe zweier Monate abdeckten, hatten ihren höchsten Stand in 12 Monaten erreicht. Vorab von der Zentralbank veröffentlichte Zahlen legen jedoch nahe, dass sie im Juni erneut um 1,1 Milliarden USD zurückgegangen sind und nun nur noch 1,8 Monate abdecken. „Der Rückgang könnte bereits auf die steigenden Spannungen im Vorfeld der Proteste, aber auch auf einen Wegfall von ausländischen Finanzhilfen zurückzuführen sein“, erklärt Christoph Witte, Deutschland-Direktor des Kreditversicherers Delcredere. „Sollten sich diese Zahlen bestätigen, wird die externe Zahlungsfähigkeit Ägyptens nun stärker denn je von ausländischen Hilfen abhängen.“  

In dieser Woche haben Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate 5 bzw. 3 Milliarden USD in Form von Finanzhilfen und Lieferungen von Ölprodukten zugesichert. Währenddessen bleibt die Position Katars hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen unklar. Das Emirat war im vergangenen Jahr die wichtigste Quelle finanzieller Hilfen und hat Ägypten während Mursis Amtszeit mit geschätzten 8 bis 10 Milliarden USD unterstützt. Zwar würde die Auszahlung der von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zugesagten Finanzhilfen eine große Erleichterung bedeuten. Dennoch würden diese Hilfen Ägyptens Liquiditätssituation nur zeitweise entspannen, solange die politische Stabilität nicht gesichert ist und kein ökonomisches Programm zur Belebung der notleidenden Konjunktur und öffentlichen Haushalte vorliegt.

 

Entlastung könnte auch ein Stand-by-Abkommen des Internationalen Währungsfonds (IWF) bringen, das seit zwei Jahren vorbereitet wird. Bislang war es zu keinem Abschluss gekommen, da kein Konsens hinsichtlich der notwendigen finanzpolitischen, wirtschaftlichen und fiskalischen Maßnahmen gefunden werden konnte. Sollte nun eine technokratische Regierung gebildet werden, ist zu erwarten, dass schnell Verhandlungen aufgenommen werden. „Allerdings ist fraglich, ob ein solches Programm in der aktuellen Situation durch eine nicht demokratisch legitimierte Regierung und angesichts von Gewalt und der sich vertiefenden gesellschaftlichen Spaltung durchsetzbar ist“, erklärt Christoph Witte.

 

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