FondsAnbieter- Aberdeen: Asien, das neue Konsumparadies

21. Oktober 2015 von um 10:30 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- Aberdeen: Wussten Sie, dass chinesische Online-ShopperSJB Fonds Echo. Analysiert. an einem einzigen Tag im letzten November die gigantische Summe von 5,7 Milliarden USD ausgegeben haben? Dass immer mehr gutsituierte Inder ihren Tee in der Apotheke kaufen? Oder dass die Bewohner thailändischer Städte mindestens einmal pro Woche im Supermarkt einkaufen und rund die Hälfte ihrer monatlichen Ausgaben für Nahrungsmittel aufwenden?

Für die meisten von uns sind dies zufällige Informationen, die wir beiläufig in einem Fernsehquiz aufschnappen, aber für Fondsmanager sind dies wertvolle Erkenntnisse zum Konsumentenverhalten und illustrieren die einschneidenden Veränderungen, die in den vergangenen Jahren in Asien erfolgten.

Der kometenhafte Aufstieg Chinas hat die Welt verändert – angefangen von den Preisen, die wir für Konsumgüter zahlen, über die internationale Nachfrage nach Rohstoffen bis hin zu den globalen Kapitalflüssen. Es ist schon viel darüber geschrieben worden, wie die Politiker dort den Binnenkonsum als Antriebsfeder für künftiges Wachstum fördern, aber de facto lassen die chinesischen Konsumenten bereits seit geraumer Zeit die Muskeln spielen.

So ist das geradezu nach E-Commerce süchtige China zugleich auch der weltgrößte Smartphone-Markt: allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden 98,8 Millionen Geräte dorthin geliefert. Das Land ist der größte Automarkt der Welt und wetteifert mit Indien um den Titel des weltgrößten Goldmarktes.

Allerdings sollte man sich nicht nur auf China fixieren. Auch in Indien stehen Reformen auf der Agenda. Auch in Indien sorgt eine aufstrebende urbane Mittelschicht für eine grundlegende Transformation des Konsums. Dies ist wichtig, denn Menschen, die in Städten leben, verdienen und konsumieren mehr als die Bevölkerung ländlicher Regionen.

Obwohl nur etwas mehr als 30 Prozent der Inder in Volkszählungsstatistiken als „Stadtbewohner“ erfasst sind, bestreiten urbane Konsumenten über 70 Prozent des Verbrauchs an so genannten schnelllebigen Konsumgütern, auch Fast Moving Consumer Goods(FMCG) genannt. Diese Verbraucher entwickeln ganz neue Verhaltensmuster beim Einkaufsverhalten.

Beispielsweise haben sich Apotheken als am schnellsten wachsender „Old Economy“-Vertriebskanal für FMCGs etabliert, denn gutverdienende Kunden scheinen Teebeutel, Fruchtsäfte und Öko-Food lieber von einem Mann im Apothekerkittel als beim Discounter einzukaufen.

Ansonsten hat sich die aus 10 Ländern bestehende Vereinigung Südostasiatischer Nationen, besser als ASEAN bekannt, in eine Art Binnenmarkt mit 625 Millionen Verbrauchern entwickelt. Damit ist die Region ohne großes Aufhebens aus dem Riesenschatten, den China wirft, herausgetreten.

Seit einiger Zeit ist zudem eine Verlagerung von der Rohstoffförderung hin zu höheren Ebenen der Wertschöpfungskette zu beobachten. Während China von einer Neugewichtung spricht, haben die ASEAN-Staaten vielleicht die goldene Mitte zwischen Export und Schaffung von Wohlstand im eigenen Land in Form eines Anstiegs der Nachfrage gefunden.

Ausgehend von niedrigen Niveaus, sind die Einkommen kräftig gestiegen, wobei ein immenser Nachholbedarf bei Eigenheimen, langlebigen Konsumgütern, Transport und Bankdienstleistungen besteht. Die Bevölkerung ist, wie in allen Schwellenländern, jung.

Auf den Philippinen entfallen seit geraumer Zeit rund 70 Prozent des Wirtschaftswachstums auf den Binnenkonsum, wie Jaime de Ayala, Chief Executive Officer und Chairman von Ayala Corp, des ältesten Mischkonzerns des Landes, berichtet. Starken Auftrieb erhielten Märkte, die Konsumenten mit mittleren Einkommen ansprechen, wie etwa Telekommunikation, Immobilien und sonstige Dienstleistungen durch Überweisungen von im Ausland arbeitenden Filipinos.

Die Attraktivität Indonesiens, des größten ASEAN-Mitglieds, als Investitionsstandort ist eng mit seiner Bevölkerung von 254 Millionen Menschen verknüpft. Über die Hälfte aller Indonesier lebt bereits in Städten – und diese Zahl steigt jährlich um weitere ca. 300.000.

Zusätzlich gesteigert wird die Attraktivität der Konsumgütersektoren durch die Tatsache, dass sie keinen rigorosen staatlichen Kontrollen unterliegen, wie es in eher „strategischen“ Sektoren wie Verteidigung, Versorgung oder Luftfahrt der Fall ist. Dies fördert Wettbewerb, was wiederum zu Innovation führt.

Natürlich ist dieses Bild nicht ungetrübt. So wird in China eine Verlangsamung des Wachstums beobachtet. Auf lange Sicht ist dies eher heilsam, denn auf Dauer wären zweistellige Wachstumsraten nicht tragbar. Aber auf kurze Sicht leidet darunter die ganze Welt.

Asien will neues Momentum entfachen, nicht zuletzt aufgrund seiner Abhängigkeit von der chinesischen Nachfrage. Obwohl die Wachstumsraten noch immer höher als in anderen Teilen der Welt sind, sind die Unternehmensgewinne rückläufig, worunter Arbeitsplätze und Löhne leiden.

Insbesondere werden asiatische Volkswirtschaften, die stark von ausländischen Investitionen abhängig sind, von undifferenzierten Kapitalabflüssen in Mitleidenschaft gezogen. Hinzu kommt die Erwartung an eine erste Anhebung der Zinsen durch die US-amerikanische Federal Reserve noch in diesem Jahr.

Allerdings nimmt der Wohlstand in Asien immer mehr zu. Viele Asiaten haben erstmals im Leben ein verfügbares Einkommen, mit dem sie sich etwas leisten möchten. Erfolgreiche Unternehmen denken bereits darüber nach, wie sie sich diese fundamentalen Veränderungen zunutze machen können.

Auch wenn Asien derzeit mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert ist, sollten Investoren die längerfristigen Trends, die das Leben von Milliarden Menschen jeden Tag etwas leichter machen, im Auge behalten. Denn diese Änderungen sollten sich eines Tages für irgendjemanden in klingender Münze niederschlagen.

 
aberdeenAberdeen Asset Management. Hintergründig.

Die britische Vermögensverwaltung Aberdeen wurde 1983 gegründet. Heute ist sie mit über 2.000 Mitarbeitern in 23 Ländern aktiv. Weltweit verwaltet die Gesellschaft ein Vermögen von rund 232,7 Milliarden Euro. Zu Umsatz und Gewinn macht die Gesellschaft keine Angaben. Geschäftsführung: Dr. Hartmut Leser, Fabian Klingler und Michael Determann. Stand: 31.12.2014. SJB Abfrage: 20.08.2015.

http://www.aberdeen-asset.com

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