Fonds-Anbieter- Union Investment: Marktticker

14. Dezember 2016 von um 11:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFonds-Anbieter- Union Investment: Aktien

Aktienmärkte mit Zwischenspurt

Die Weltbörsen haben in dieser Woche zum Zwischenspurt angesetzt. An die Spitze setzten sich dabei die europäischen Werte. So knackte der deutsche Leitindex DAX am Donnerstag fast mühelos die psychologisch wichtige Marke von 11.000 Punkten und gewann im Wochenverlauf 6,5 Prozent. Ähnlich stark entwickelte sich auch der marktbreite STOXX Europe 600, der um 4,6 Prozent zulegen konnte. Vor allem Finanz-Aktien profitierten vom anhaltenden Trend, der Aktien-Investoren weltweit aus defensive in zyklische Titel treibt. Die größten europäischen Bank-Werte sprangen über neun Prozent nach oben. Daneben setzten auch die US-Indizes ihre Rekordjagd der vergangenen Wochen fort.

Italienischen Banken läuft die Zeit davon

Auch wenn die Mailänder Börse mit einem Wochenplus von sieben Prozent aufwarten konnte: Für die italienische Bankenbranche bedeuten das ablehnende Votum des Volkes beim Senatsreferendum und der Rücktritt von Premierminister Renzi neue Probleme. Die gestiegene politische Unsicherheit lässt die zügige Rekapitalisierung der Krisenbanken unwahrscheinlicher erscheinen. Bis zum Ende des Jahres soll der Prozess nach dem Willen der Europäischen Zentralbank (EZB) abgeschlossen und das Eigenkapital der angeschlagenen Institute gestärkt sein. Eine kurzfristig beantragte Fristverlängerung bis zum 20. Januar 2017 lehnte die EZB-Bankenaufsicht laut Presseberichten ab. Damit wächst der Druck auf die Institute weiter. Insbesondere Aktien von Monte dei Paschi di Siena, dem ältesten Kreditinstitut der Welt, reagierten mit deutlichen Abschlägen und wurden zeitweise sogar vom Handel ausgesetzt. Gelingt es dem Geldhaus nicht, die nötigen Geldmittel bei privaten Investoren einzusammeln, könnte wohl nur noch der italienische Staat die Bank vor der Abwicklung retten.

Versöhnlicher Nikolaus für Versorger

Eine wenigstens in Teilen positive Nikolaus-Nachricht erhielten hingegen die deutschen Versorger. Am Dienstag entschied das Bundesverfassungsgericht, dass die AKW-Betreiber E.ON und RWE eine anteilige Entschädigung für ihre Atom-Investitionen aus den Jahren 2010 und 2011 erhalten müssen. Die Konzerne hatten geklagt, weil sie die kurzfristige Entscheidung der damaligen Bundesregierung zum beschleunigten Atomausstieg für verfassungswidrig hielten. Die genaue Höhe der Ausgleichszahlungen steht zwar noch nicht fest, die ursprünglichen Milliarden-Forderungen der Unternehmen seien aber laut Umweltministerin Barbara Hendricks vom Tisch. Nichtsdestotrotz legten die Aktienkurse der Versorger zu. E.ON gewann im Wochenverlauf über sechs Prozent hinzu.

Bieterkampf um Actelion

Auch in Sachen Unternehmenszusammenschlüsse hatte die Woche einiges zu bieten: Während die EU-Kommission die 26 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme des US-Karrierenetzwerks Linkedin durch Microsoft unter Auflagen genehmigte, kam es bei Aixtron zu einem US-Veto: Die US-Regierung hat die Übernahme des deutschen Technologie-Konzerns durch einen chinesischen Investor aufgrund von Sicherheitsbedenken verhindert. Ein Bieterkampf könnte sich hingegen um das Schweizer Biotech-Unternehmen Actelion entwickeln: Neben Johnson & Johnson habe laut Presseberichten nun auch die französische Sanofi Interesse.

Renten

Italien-Wahl und EZB prägen Berichtswoche

Italien hat die Senatsreform abgelehnt. Mit dem damit folgenden Rücktritt von Premierminister Renzi ist die politische Unsicherheit nun deutlich gestiegen. Auch die dringend benötigte Rekapitalisierung des Bankensektors dürfte durch das „No“ Italiens deutlich erschwert werden. Die Marktreaktion auf das Wahlergebnis fiel am Montag aber vergleichsweise geordnet aus, die Renditebewegungen blieben überschaubar. Die Marktteilnehmer hakten die Entscheidung recht schnell ab und wendeten sich der auf Donnerstag datierten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) zu.

Diese war dann für eine Überraschung gut. Allgemein war eine Verlängerung des Anleiheankaufprogramms erwartet worden. Diese wird mit der Weiterführung zunächst bis Dezember 2017 sogar drei Monate über den von uns erwarteten Zeitrahmen hinauslaufen. Gleichzeitig, und damit hatte wohl kaum einer der Marktteilnehmer gerechnet, wird die EZB aber ab April das monatliche Ankaufsvolumen von 80 auf 60 Milliarden Euro reduzieren. Zwar führt die zeitliche Verlängerung zu einer Erhöhung des Nominalbetrages von 480 auf 540 Milliarden Euro, dennoch wurde aber ein von Mario Draghi ausgehendes viel bedeutenderes Signal von registriert: Die angekündigten Maßnahmen signalisieren unserer Meinung nach, dass der Tapering-Prozess der EZB begonnen hat. Draghi versuchte zwar, entsprechende Deutungen mit dem Hinweis auf die fragile wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum und einer damit einhergehenden Bereitschaft zu jederzeitigem Handeln durch die EZB zu zerstreuen. Es ist der EZB aber in ihrer Erklärung sehr gut gelungen, den Spagat zwischen weiterhin notwendigen expansiven geldpolitischen Maßnahmen und einer kommunikativen Begleitung des Rückführungsprozesses der Anleiheankäufe zu bewältigen. Wir sehen hier einen ersten, aber gemächlichen Schritt, um die Unsicherheit der Märkte bezüglich dieser Thematik abzumildern.

Darüber hinaus wird die EZB im kurzen Laufzeitbereich demnächst auch Einjahrespapiere erwerben können, zuvor lag die Grenze der Fälligkeiten bei zwei Jahren. Auch sollen künftig je nach Bedarf Anleihen mit Renditen unterhalb des negativen Einlagensatzes von derzeit minus 0,4 Prozent angekauft werden können. Die EZB wird damit auch den kurzen Laufzeitbereich auf der Zinskurve besser steuern können und diese damit vollends im Griff haben.

Märkte reagieren per saldo moderat

Nach der EZB kam es am Donnerstag in einer ersten Reaktion zunächst zu deutlichen Schwankungen. Per saldo ergaben sich per Freitagmittag aber nur moderate Veränderungen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen legte um acht Basispunkte auf 0,36 Prozent zu. Die deutsche Zinsstrukturkurve nahm über die langen Laufzeiten, 30-jährige Papiere legten 20 Basispunkte auf 1,14 Prozent zu, einen steileren Verlauf an. In der Peripherie tendierten spanische Papiere unverändert. Italienische Staatsanleihen rentierten wieder über der Zwei-Prozentmarke, lagen aber renditeseitig mit 2,03 Prozent (plus 13 Basispunkte) noch unter dem letzten Hoch vom 24. November (2,13 Prozent). Dies, obwohl die Ratingagentur Moody’s zuletzt den Ausblick für Italiens Baa2-Einschätzung auf negativ herabgenommen hat.

Am US-Rentenmarkt zog die Verzinsung 10-jähriger US-Treasuries über die 2,4-Prozentmarke. Die Entwicklung der Zinskurve war sehr uneinheitlich. Sowohl Fälligkeiten mit einem Jahr als auch die 30jährigen Papiere wiesen mit plus sieben Basispunkten die größten Renditeveränderungen auf.

Ausblick

Die neue Handelswoche steht ganz im Zeichen der Notenbanken. Am Mittwoch wird der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-amerikanischen Notenbank entscheiden. Aller Voraussicht nach wird die Fed angesichts der jüngsten Wirtschaftsdaten den Leitzins um 25 Basispunkte erhöhen. Angesichts der zuletzt moderaten Marktreaktionen nach der Italien-Wahl und der EZB-Entscheidung dürften auch hier die europäischen Finanzmärkte recht schnell zur Tagesordnung übergehen. Wichtiger wird der zukünftige Zinspfad sein. Einige Unsicherheit könnte noch über den zukünftigen Wirtschaftskurs des designierten US-Präsidenten bestehen. Ein nicht unbedeutender Teil wird von der Finanzpolitik der künftigen US-Regierung abhängen.

Am Donnerstag tagt dann die Bank of England. Hierbei dürften weder Leitzinsen noch Anleihekäufe eine Änderung erfahren. Die BoE wird sich sehr wahrscheinlich kurz vor dem Jahreswechsel neutral verhalten.

Mit Blick auf die Konjunkturdaten stehen ebenfalls am Donnerstag die Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum und einzelne Mitgliedsländer für das verarbeitende Gewerbe und die Dienstleistungen auf der Agenda. Den Markterwartungen zufolge wird mit einem leichten Anstieg gerechnet.

Aus den USA kommen sowohl mit Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätzen als auch den Verbraucherpreisen wichtige Daten.

 

union investmentÜber Union Investment
Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

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