Fonds-Anbieter: Union Investment: Marktticker

15. März 2017 von um 10:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFonds-Anbieter: Union Investment: Aktien

Weltbörsen in enger Handelsspanne

Die europäischen Aktienmärkte präsentierten sich in der zurückliegenden Handelswoche schwankungsarm: Der DAX pendelte um die 12.000 Punkte und auch der Euro STOXX 50 veränderte sich kaum. Auch die Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag sorgte für keine nachhaltigen Kursbewegungen. Die Börsen in den USA tendierten ebenfalls kaum verändert: Der Dow Jones Industrial Average handelte am Freitagnachmittag unter der Marke von 21.000 Punkten.

Übernahme im Automobilsektor perfekt

Am Montag ist in Paris der Verkauf der deutschen General Motors-Tochter Opel an die französische PSA-Gruppe (u.a. Peugeot und Citroën) bekannt gegeben worden. PSA bezahlt 1,3 Milliarden Euro, zudem wird durch ein Konsortium aus PSA und BNP Paribas das europäische Finanzierungsgeschäft GM Financial für 0,9 Milliarden Euro übernommen. Im Gegenzug erhält PSA drei Milliarden Euro von General Motors für Opels künftige Pensionsverpflichtungen. Auf Basis der Zahlen für 2016 entsteht mit einem Marktanteil von 16,2 Prozent der zweitgrößte Autobauer Europas. Zwar verzeichnet Opel weiterhin Verluste, jedoch konnte im vergangenen Jahr das beste Absatzergebnis der vergangenen fünf Jahre erzielt werden. Nach Analystenmeinungen kann PSA aus der relativ günstigen Übernahme große Kosteneinsparungen generieren: Sowohl PSA als auch Opel agieren im Segment der Kompaktwagen mit Fokus Europa. Laut PSA sollen jährlich bis zum Jahr 2025 1,7 Milliarden an Kostensynergien erzielt werden. In den vergangenen Jahren hat PSA eine sehr erfolgreiche Restrukturierung aus der Verlust- in die Gewinnzone vollzogen: Der Aktienkurs des Unternehmens konnte sich daraufhin nach einem Tief im Jahr 2012 bei knapp drei auf nun fast 20 Euro vervielfachen. Die Restrukturierung ging dabei mit harten Kosteneinsparungen (u.a. 8.000 Stellenstreichungen und Werksschließungen) einher, welche nun auch für Opel mit seinen Standorten in Deutschland erwartet werden.

Deutsche Bank mit erneuter Kapitalerhöhung

Die Deutsche Bank hat am vergangenen Sonntag bereits die vierte Kapitalerhöhung seit dem Jahr 2010 angekündigt, um ihre Kapitalbasis zu stärken. Außerdem soll ein Minderheitenanteil der Vermögensverwaltung Deutsche Asset Management an die Börse gebracht werden und weitere zwei Milliarden Euro erlösen. Gleichzeitig gab der Konzern im Rahmen seiner neuen Strategie bekannt, dass die Postbank nun doch behalten werden soll und das Privat- und Firmenkundengeschäft in den Konzern integriert wird. Die Deutsche Bank kündigte zudem eine Dividendenausschüttung in Höhe von 19 Cent pro Aktie für das Jahr 2016 an.

Insgesamt steht die Deutsche Bank derzeit stark unter dem Eindruck der Restrukturierung und Rechtsstreitigkeiten. In den letzten Jahren schlugen alleine letztere mit rund 15 Milliarden Euro zu Buche, was die Erträge stark unter Druck brachte. Zunächst waren die Kapitalmärkte von den Neuigkeiten wenig überzeugt: Nach Ankündigung der Kapitalerhöhung verlor die Aktie aufgrund der Verwässerung des Unternehmensgewinns kräftig an Wert. Sie konnte sich im Wochenverlauf jedoch auch aufgrund positiver Aussagen von Analysten und Ratingagenturen erholen. Moody´s bewertet die Kapitalerhöhung als positiv für die Bank und belässt das Rating unverändert. Zur Begründung hieß es, dass das Institut hierdurch mehr Zeit und Gestaltungsmöglichkeiten für die Erreichung seiner Ziele habe. Die kommenden Monate werden zeigen, inwiefern es dem Unternehmen gelingt, das Vertrauen der Kapitalmärkte nachhaltig zurückzugewinnen.

Renten

EZB-Sitzung weitgehend unspektakulär

Die am Donnerstag abgehaltene reguläre Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) brachte den Marktteilnehmern keine großen Erkenntnisgewinne. Trotz konjunkturell verbesserter Rahmenbedingungen bleibt die EZB auf unverändert expansivem Kurs. Von den zuletzt merklich erhöhten Inflationsdaten im Euroraum, die Preissteigerung lag im Februar bei 2,0 Prozent, lässt sich die EZB nicht aus der Ruhe bringen. Zwar wurde die Einschätzung zur Inflationsentwicklung (EZB-Projektionen) für 2017 und 2018 etwas angehoben. Dennoch trat EZB-Präsident Draghi dem Eindruck entgegen, dass der Anhebung eine bereits aufwärts gerichtete Eigendynamik der Verbraucherpreise zugrunde läge. Letztlich wurde diesbezüglich darauf hingewiesen, dass der jüngste Anstieg der Verbraucherpreise zu einem erheblichen Teil auf die Ölpreisentwicklung zurückzuführen war. Solange diese als nur vorübergehend angesehen werden könne, werde sie auch keine größere Beachtung finden. Der Blick dürfte daher auf die nach wie vor niedrige Kerninflationsrate gerichtet sein. Letztlich betonten die Währungshüter, dass die Zinsen auch weiterhin für längere Zeit auf unverändert niedrigem Niveau verbleiben und bei Bedarf sogar wieder eine Aufstockung des Anleiheankaufprogramms denkbar sei.

Trotz des „weiter so“ durch die EZB sehen wir im weiteren Jahresverlauf hingegen sogar ein Restrisiko für eine nochmalige Reduktion des Anleiheankaufprogramms. Der Grund hierfür ist, dass die EZB zunehmend an die Obergrenzen für die einzelnen Emittenten, wie es bereits jetzt bei Irland und Portugal der Fall ist, stoßen wird. Letztlich stellt sich für die EZB diesbezüglich die Frage, ob diese einen langgezogenen Ausstieg aus den Ankäufen bereits im laufenden oder ein abruptes Zurückfahren im kommenden Jahr bevorzugt. Eine entsprechende Entscheidung hierzu dürfte unserer Meinung nach im Laufe des zweiten Halbjahres durch die EZB zu treffen sein.

Staatsanleihemärkte tendieren schwächer

An den Staatsanleihemärkten kam es in der Berichtswoche zu merklichen Verlusten. In den USA war es im Vorfeld der am kommenden Mittwoch anberaumten regulären Fed-Sitzung zu einem deutlichen Abverkauf von US-Schatzanweisungen gekommen. Die damit verbundenen Renditeanstiege verteilten sich über die komplette Zinskurve, die einen steileren Verlauf annahm. Die richtungsweisenden Zehnjahrespapiere erreichten am Freitagmittag nach der Bekanntgabe starker US-Beschäftigungszahlen, der Zuwachs außerhalb der Landwirtschaft belief sich im Februar auf 227.000 neue Arbeitsplätze, die wichtige Renditemarke von 2,6 Prozent. Die starken Arbeitsmarktdaten dürften der Fed für den kommenden Mittwoch eine Steilvorlage liefern, damit kann die nächste Zinserhöhung wohl als besiegelt gelten.

Der US-Entwicklung folgend verbuchten auch die europäischen Staatsanleihemärkte in der Berichtswoche Verluste. Am deutschen Rentenmarkt tendierte die Zinskurve, jedoch erst ab drei Jahren Laufzeit, ebenfalls steiler. Der Ein- und der Zweijahresbereich wies hingegen – im Minusbereich – weiter rückläufige Renditen auf. Bedingt durch die Zentralbankkäufe nähern sich dort die Renditen der Marke von minus einem Prozent. In der Peripherie weiteten sich die Renditeaufschläge zu Bundesanleihen merklich aus.

Europäische Unternehmensanleihen tendierten hingegen weiterhin stabil bis freundlich, während die zuletzt sehr positiven Rentenmärkte der Schwellenländer eine Woche der Konsolidierung hinter sich brachten.

Ausblick

Die Daten- und Ereignisschwerpunkte in der neuen Handelswoche liegen auf den USA. Zur Wochenmitte tagt die US-Notenbank Fed. Was zum Jahresbeginn von kaum einem der Marktteilnehmer erwartet worden war, dürfte die Fed am kommenden Mittwoch umsetzen: Die erste Zinserhöhung im laufenden Jahr. Wie die überwiegende Mehrheit der Marktteilnehmer hatten auch wir auf eine Zinserhöhung zu einem späteren Zeitpunkt gesetzt. Dennoch scheint die aktuelle konjunkturelle Wirtschafts- und auch Inflationsentwicklung bei den Fed-Mitgliedern zur Einsicht geführt haben, dass die Zeit für einen weiteren Schritt zur Normalisierung der Geldpolitik gekommen ist. Die konjunkturelle Entwicklung – sowohl in den USA als auch weltweit – dürfte dem zumindest nicht im Wege stehen. Die spannende Frage bleibt aber, wie weit die Fed künftig gehen wird, denn bei einem Schritt wird es nicht bleiben. Drei Zinsanhebungen im laufenden Jahr scheinen der Mehrheit der Marktteilnehmer im laufenden Jahr wohl als angemessen. Die Entscheidung hierzu wird aber weiterhin sehr datenabhängig bleiben.

Darüber hinaus stehen am Mittwoch mit den Verbraucherpreisen und den Einzelhandelsumsätzen wichtige Wirtschaftsdaten aus den USA zur Veröffentlichung an.

In Europa sind – ebenfalls am Mittwoch – die Augen auf die niederländischen Parlamentswahlen gerichtet. Mit großer Spannung wird das Abschneiden der europakritischen Kräfte erwartet.

Am Dienstag werden zudem die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland im laufenden März von Interesse sein.

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