Fonds-Anbieter: Union Investment: Marktticker

15. Februar 2017 von um 10:30 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

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Zweigeteilte Entwicklung

Die globalen Aktienmärkte präsentierten sich in der abgelaufenen Handelswoche uneinheitlich. Während die Börsen in den USA – angetrieben vom weiter laufenden „Trump-Trade“ – und in Asien am Freitagnachmittag teils deutlich im Plus lagen, dominierten in Europa die negativen Vorzeichen. Hier lasteten vor allem die Diskussionen um die Verschuldungssituation Griechenlands und vermehrt auch Italiens sowie Unsicherheit vor den anstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich auf den Kursen.

Der US-amerikanische Dow Jones Industrial Average erklomm ein neues Allzeithoch und gewann auf Wochensicht rund 0,7 Prozent hinzu. Der japanische Nikkei 225 konnte sogar um 2,4 Prozent zulegen. Der EURO STOXX 50 lag im Wochenvergleich unverändert. Deutlich im roten Bereich schloss hingegen der italienische MIB Index. Getrieben von schwachen Bankaktien verlor die Mailänder Börse 1,5 Prozent.

Bankenbranche leidet unter Kreditausfällen

Dabei standen erneut die „üblichen Verdächtigen“ im Fokus. Die massiv von notleidenden Krediten belastete Bank Monte dei Paschi di Siena berichtete am Donnerstag von einem Verlust in Höhe von 3,4 Milliarden Euro für 2016. Die regulatorisch wichtige harte Kernkapitalquote lag mit nur noch acht Prozent deutlich unter den Vorgaben der Europäischen Zentralbank. Da sich nicht genügend private Investoren für eine entsprechende Kapitalspritze fanden, wird nun der italienische Staat einspringen. Marktteilnehmer rechnen damit, dass Rom über sechs Milliarden Euro zuschießen muss und dafür 70 Prozent des 1472 gegründeten Geldhauses übernimmt. Auch die Großbank UniCredit benötigt dringend frisches Geld. Der Verlust im Jahr 2016 lag bei 11,8 Milliarden Euro, seit Montag versucht das Institut deshalb insgesamt 13 Milliarden Euro bei Investoren einzusammeln und sich damit zumindest teilweise zu sanieren. Spätestens bis zum 10. März soll die größte Kapitalmaßnahme der italienischen Geschichte abgeschlossen sein.

In Deutschland legte die Commerzbank ihr Zahlenwerk vor. Wegen Abschreibungen auf Schiffskredite und die schrumpfende Investmentbank sowie aufgrund der Kosten für den laufenden Konzernumbau ging der Gewinn deutlich von 1,08 Milliarden Euro auf jetzt 279 Millionen Euro zurück. Aktionäre reagierten mehrheitlich enttäuscht auf die Zahlen. Die Aktie gab im Wochenvergleich fast neun Prozent ab.

Kein Trump-Schub für Twitter

Auch Coca-Cola musste einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Nettoertrag des Getränkeriesen brach im vierten Quartal um über 50 Prozent auf 550 Millionen US-Dollar ein. Hohe Preissteigerungen in lateinamerikanischen Staaten sowie der starke US-Dollar drückten auf das Ergebnis. Auch der Umsatz gab nach – bereits das siebte Quartal in Folge.

Der US-Konzern Twitter konnte hingegen seinen Umsatz zwar minimal um ein Prozent auf 717 Millionen US-Dollar steigern. Dennoch reagierten Analysten enttäuscht. Sie hatten im Schnitt mit Einnahmen von 740 Millionen US-Dollar gerechnet. Auch wenn die Zahl der aktiven Nutzer um vier Prozent auf 319 Millionen pro Monat zulegte, macht die wachsende Konkurrenz aus Snapchat oder Instagram dem Kurznachrichtendienst zu schaffen. Der Verlust im vierten Quartal stieg von 90 auf jetzt 167 Millionen US-Dollar sprunghaft an, die Werbeeinnahmen gingen sogar im Jahresvergleich leicht zurück. Ein Schub durch den neuen US-Präsidenten und Twitter-Nutzer Trump blieb aus. Die Aktie verlor zeitweise mehr als zehn Prozent.

Renten

Kern-Staatsanleihen positiv

Die als sicher geltenden Kern-Staatsanleihemärkte des Euroraumes verzeichneten eine positive Handelswoche. Vor allem wiesen die richtungsweisenden deutschen Bundespapiere über die gesamte Zinsstrukturkurve hinweg rückläufige Renditen auf. Diese lagen zumeist im Bereich von zehn Basispunkten. Somit hatte sich die Kurve – im Vergleich zur Vorwoche – renditeseitig gleichmäßig nach unten verschoben. Die meistbeachteten zehnjährigen Bundespapiere verzinsten sich per Freitagmittag mit 0,32 Prozent.

Peripheriemärke holen Verluste wieder auf

In der Euro-Peripherie drehten die Märkte im Wochenverlauf ins Positive. Zunächst hatten sich dort viele Marktteilnehmer aufgrund der vor allem politischen Unsicherheiten auf der Verkaufsseite befunden. Zudem geriet Griechenland wieder verstärkt in den Blickpunkt des Marktes. Die Finanzierung weiterer Schulden ab Sommer wird vom Internationalen Währungsfonds (IWF) in Frage gestellt. Dies führte zunächst zu einer ausgeprägten Positionierung, die auf fallende Anleihekurse setzte, sich zum Wochenende hin aber wieder umkehrte. Zur besseren Stimmung trug zudem bei, dass viele staatliche Neuemissionen sehr gut am Markt aufgenommen wurden. Umfangreiche Platzierungen der Niederlande, Belgien und Österreich, aber auch aus Portugal und Irland, konnten mühelos bei den Anlegern untergebracht werden. Somit hat sich der in jüngster Vergangenheit zu beobachtende Trend zu ausweitenden Renditen wie Frankreich, Italien oder auch Spanien gegenüber Bundesanleihen zunächst abgemildert (s. Graphik). Per saldo ging der Gesamtmarkt für europäische Staatsanleihen (iBoxx Euro Sovereign) mit einem Plus von 0,6 Prozent aus der Handelswoche.

Auch in den USA verlief der Staatsanleihehandel in der Berichtswoche positiv, wenngleich nicht so ausgeprägt wie am deutschen Markt. Dennoch ermäßigten auch dort, in erster Linie bei den langen Laufzeiten, die Renditen. Zehnjährige US-Schatzanweisungen rentierten um sechs, 30jährige um neun Basispunkte tiefer. Somit verflachte die US-Zinskurve ein wenig über die langen Laufzeitbereiche, da sich der kurze Bereich weitgehend unverändert zeigte.

Risikoanleihen mit freundlicher Tendenz

Mit Risiko behaftete Anleihen tendierten in der Berichtswoche freundlich. Rentenpapiere aus den Schwellenländern zeigten sich unterstützt vom US-Markt von ihrer freundlichen Seite. Neue Papiere – vor allem aus den als exotisch zu bezeichnenden Märkten – waren trotz niedriger Prämien stark nachgefragt. Den Bereich der Unternehmensanleihen prägten vor allem Absicherungsgeschäfte auf Indexebene. Dennoch setzte auch hier eine freundliche Tendenz durch.

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