Fonds-Anbieter- Union Investment: Marktticker

18. Januar 2017 von um 10:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFonds-Anbieter- Union Investment: Aktien

Trotz neuem Dax-Hoch keine klare Richtung

Nach einem freundlichen Auftakt 2017 bewegten sich die Märkte in der zweiten Woche des Jahres seitwärts. Die Anleger hielten sich vor allem im Vorfeld der Pressekonferenz Donald Trumps am Donnerstag zurück. Zur Mitte der Woche übersprang der Dax die Marke von 11.600 Punkten und schloss mit 11.692 Punkten auf einem 18-Monats-Hoch. Bis zum Wochenende konnte er dieses Niveau jedoch nicht ganz halten. Der deutsche Leitindex und der EURO STOXX 50 notierten Freitagnachmittag dennoch im Plus bei 0,3 und 0,2 Prozent. Der US-Markt zeigte sich hingegen etwas schwächer: Der S&P 500 pendelte um das Niveau der Vorwoche, der Dow Jones Industrial Average gab 0,2 Prozent ab.

Trump enttäuscht Börsianer

„President elect“ Donald Trump hielt am Donnerstag die erste Pressekonferenz seit seiner Wahl zum US-Präsidenten ab. Börsianer, die auf konkrete Aussagen zum angekündigten Konjunkturpaket und zu möglichen Fiskalstimuli gehofft hatten, wurden jedoch enttäuscht. Statt den Börsen einen Schub zu verleihen, tat Trump das genaue Gegenteil. So hielt der künftige Bewohner des Weißen Hauses auch mit direkter Kritik an Pharma- und Rüstungsunternehmen nicht hinter dem Berg. Damit schädigte er ausgerechnet jenen Branchen, welche eigentlich als Gewinner der US-Wahl galten. Es folgte ein moderater Kursrutsch an den globalen Aktienmärkten. Die US-Börsen konnten sich letztendlich wieder etwas erholen, in Europa war der Effekt dagegen anhaltend spürbar. Der Dow Jones schloss Donnerstag mit einem Minus von 0,3 Prozent ab, während sich die Verluste im Dax auf 1,1 Prozent beliefen.

Insgesamt scheint der Trump-Effekt langsam durch die Realität verdrängt zu werden. Die Zweifel an der Umsetzbarkeit von Trumps Wahlkampfversprechen wachsen, was eine ungewisse Zeit für die Aktienmärkte mit sich bringt. Sollte Trump nach seinem Amtsantritt am 20. Januar nicht bald klare Pläne verkünden, dürfte sich dies auf Aktien, insbesondere aus den USA, eher negativ auswirken.

VW gelingt weitere Einigung mit den US Behörden

Wie angestrebt, einigten sich Volkswagen und das US-Justizministerium noch vor Trumps Amtsantritt auf eine weitere Strafzahlung. Der deutsche Autobauer wird zusätzlich 4,3 Milliarden US-Dollar im Rahmen des im September 2015 aufgedeckten Dieselgate-Skandals zahlen. Die Summe teilt sich in 2,8 Milliarden US-Dollar für die Beilegung von Strafermittlungen und 1,5 Milliarden US-Dollar für zivilrechtliche Bußgelder. Ergänzend bestätigte der Konzern, dass die Strafzahlungen bisherige Rückstellungen übersteigen und die Ergebnisse von 2016 belasten könnten.

Im Rahmen des Vergleichs gab VW außerdem ein Schuldbekenntnis ab. In diesem räumte der Konzern den Betrug an Behörden und Kunden über die Abgaswerte von rund 500.000 Dieselfahrzeugen von Mai 2006 bis November 2015 ein. Des Weiteren wurden Strafanzeigen gegen sechs amtierende und ehemalige VW-Manager unterhalb der Vorstandsebene bekanntgegeben. Eine dieser Personen wurde bereits am vergangenen Samstag in Miami festgenommen. Die Aktionäre reagierten dennoch insgesamt positiv auf die Nachrichten. VW-Papiere legten im Wochenverlauf über sieben Prozent zu.

Renten

Freundlicher Trend bei Staatsanleihen setzt sich fort

Die Wochenbilanz an den Staatsanleihemärkten fiel erneut positiv aus. Vor allem in den USA setzte sich der Trend zu niedrigeren Renditen fort. Während die Rendite für die richtungsweisenden Papiere mit zehnjähriger Restlaufzeit im Dezember noch bei 2,6 Prozent lag, wurde in dieser Woche die Marke von 2,31 Prozent unterschritten. Mittlerweile macht sich etwas Ernüchterung breit. Viele Investoren fragen sich, welche Versprechen der neue US-Präsident Donald Trump wohl umsetzen wird. Mit Spannung wurde daher in dieser Woche seine erste Rede erwartet. In dieser gab sich Trump jedoch wenig staatsmännisch und gab auch keine Hinweise auf eventuelle Konjunkturprogramme. Die Zweifel werden auch dadurch genährt, dass er mit seinen Positionen zu bestimmten Themen die republikanische Partei zu spalten droht. Insofern besteht durchaus Skepsis, ob er seine Maßnahmen später – trotz der Mehrheit der Republikaner in beiden Kammern – auch so einfach umsetzten können wird.

Für die Kursgewinne der letzten Handelstage war aber auch eine allgemein hohe Nachfrage verantwortlich. Auf dem aktuellen Renditeniveau gibt es offensichtlich eine Vielzahl an Investoren, die dies für einen geeigneten Einstiegszeitpunkt hält. Ein Beleg dafür waren die Platzierungen neuer Papiere. So wurden vor allem die frischen zehn und 30-jährigen Schuldverschreibungen nicht nur von US-Amerikanern selbst, sondern auch von ausländischen Investoren sehr stark nachgefragt.

Bundesanleihen erhielten dadurch ebenfalls Rückenwind, verbuchten allerdings geringere Kurszuwächse. Ursache hierfür

waren insbesondere die guten Konjunkturdaten. In Deutschland stieg die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent an, deutlich mehr als erwartet. Auch die Teuerungsraten zogen zuletzt an. Der Renditeunterschied zwischen beiden Währungsräumen wurde somit geringer.

Italien: Ratingentscheidung nach Handelsschluss

Nach Handelsschluss am Freitag steht eine wichtige Ratingentscheidung für Italien an. Die kleinere, eher unbekannte, in diesen Tagen aber umso wichtigere kanadische Agentur DBRS gibt das Ergebnis ihrer jüngsten Bonitätsprüfung bekannt. Dieses Ereignis ist deshalb von Relevanz, weil DBRS dem italienischen Staat als einzige Ratingagentur ein A-Rating attestiert. Sollte Italien auch bei DBRS in den Bereich BBB abrutschen, dürfte dies negativ aufgenommen werden. Dann müsste für bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegte italienische Staatsanleihen ein größerer Sicherheitsaufschlag gezahlt werden, was wiederum die Refinanzierungskosten der italienischen Banken erhöhen würde. Der Kreditsektor des Landes ist aber ohnehin schon angeschlagen. Darüber hinaus könnte eine mögliche Herabstufung auch Einfluss auf die viel wichtigere Ratingüberprüfung von Standard & Poors im Mai haben.

Peripherieanleihen zeigten sich davon jedoch gänzlich unbeeindruckt und tendierten in dieser Woche ebenfalls freundlich. Spanische Papiere waren besonders gefragt, aber auch italienische Anleihen konnten zulegen. Portugal platzierte ebenfalls erfolgreich neue Anleihen. Eine Rendite von vier Prozent für zehnjährige Schuldverschreibungen schien vielen Anlegern einen attraktive Einstiegschance zu sein.

Ausblick

Derzeit wird viel über die Inflation gesprochen. Zumindest in den USA scheint sie tatsächlich anzusteigen, auch unabhängig von den schon viel beschriebenen Basiseffekten beim Rohöl. In jedem Fall wird am Mittwoch mit einer Zunahme um mehr als zwei Prozent gerechnet. Damit läge die Teuerungsrate dann auch oberhalb der Zielmarke der US-Notenbank.

Die Inflation dürfte auch bei den europäischen Währungshüter ein Thema sein. Am Donnerstag trifft sich der EZB-Rat in Frankfurt zur ersten Sitzung in diesem Jahr. Nach den jüngsten Konjunkturdaten dürfte Mario Draghi auf der Pressekonferenz ein positives Bild der europäischen Wirtschaft malen. Darüber hinaus werden Details zum Ankaufprogramm erwartet. Wichtig wird vor allem die Frage sein, in welchem Umfang Käufe unterhalb des Einlagensatzes von -0,4 Prozent erlaubt sind.

Kurz vor dem Wochenende gibt es Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung aus China. Ein starkes Kreditwachstum und ein gestiegener Einkaufsmanagerindex sprechen für solide Zahlen.

 

union investmentÜber Union Investment
Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

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