Fonds-Anbieter- Union Investment: Marktticker

28. Dezember 2016 von um 10:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

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DAX auf Jahreshoch

Die globalen Börsen haben in den abgelaufenen Handelstagen weitere Zugewinne verzeichnet. Wie schon in der Vorwoche konnte sich der deutsche Leitindex DAX auf ein neues Jahreshoch steigern, der MDAX mit Werten mittlerer Marktkapitalisierung erreichte sogar ein Rekordhoch und überschritt erstmals die Marke von 22.000 Punkten. Auch in den USA fielen Kursgewinne an, in den Schwellenländern hingegen schlossen die Märkte im Minus. Unter dem Strich notierte der MSCI World am Mittwochabend in lokaler Währung 0,1 Prozent fester.

Italienische Banken weiter im Blickpunkt

Der italienische Kreditsektor hielt die globalen Investoren derweil erneut in Atem. Im Zentrum stand einmal mehr die Krisenbank Monte dei Paschi di Siena. Das Institut hat erhebliche Probleme, ausreichend Kapital zum Fortbestand aufzubringen. Die Aktie schwankte in den vergangenen Tagen heftig und musste wiederholt vom Handel ausgesetzt werden. Zeitweise fiel der Kurs um bis zu 20 Prozent. Für etwas Beruhigung sorgte die Nachricht, dass der italienische Staat als Helfer einspringen könnte: Die Regierung hatte sich zur Wochenmitte vom Parlament Pläne absegnen lassen, mit denen sie in Schieflage geratene Banken mit einer Summe von bis zu 20 Milliarden Euro stützen kann.

Der Merger des Schweizer Pharmakonzerns Actelion mit dem US-amerikanischen Konsumgüterhersteller Johnson&Johnson ist unterdessen wieder etwas wahrscheinlicher geworden. Die Firmen hätten exklusive Verhandlungen über eine mögliche strategische Transaktion aufgenommen, erklärten beide Unternehmen am Mittwoch. Das ist ein Rückschlag für den französischen Pharmakonzern Sanofi, der Insidern zufolge ebenfalls Interesse an Actelion hat. Noch vor einer Woche schien Johnson&Johnson das Interesse aufgegeben und sich aus den Verhandlungen zurückgezogen zu haben. Der Konzern hatte 27 Milliarden US-Dollar für Actelion geboten. Für den neuerlichen Sinneswandel sind keine Gründe bekannt.

Linde und Praxair einigen sich über Eckpunkte

Bereits einen Schritt weiter in den Fusionsverhandlungen sind Linde und Praxair. Beide Unternehmen einigten sich in der vergangenen Woche über Eckpunkte ihres 60 Milliarden Euro schweren Zusammenschlusses. So sollen die bisherigen Aktionäre über einen Aktientausch an dem fusionierten Konzern jeweils 50 Prozent halten. Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle behält den Posten auch in der neuen Holding, Praxair-Chef Steve Angel wird die Rolle des CEO übernehmen und weiter von Connecticut aus arbeiten. Das übrige Top-Management solle zu gleichen Teilen mit Vertretern der US-Amerikaner und der Bayern besetzt werden. Der Unternehmensname bleibe Linde. Die Aktie der Münchner reagierte negativ auf die Ankündigung und fiel binnen kurzer Zeit um rund fünf Prozent.

Der Sportartikelkonzern Nike konnte für das zweite Geschäftsquartal per Ende November überraschend hohe Umsatzraten vermelden. Der Umsatz kletterte verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um sechs Prozent, der Gewinn legte gar um sieben Prozent zu, wie der Adidas-Rivale mitteilte. Vor allem in China konnten Zuwächse erzielt werden. Die Zahlen lagen deutlich über den Analystenschätzungen, die Aktie reagierte positiv und stieg nachbörslich um rund zwei Prozent.

Renten

Freundlicher Trend vor den Festtagen

Ausgehend von der Stabilisierung am US-amerikanischen Rentenmarkt dominierte in den vergangenen Handelstagen auch im Euroraum eine freundliche Markttendenz das Geschehen. So waren sowohl bei Staatspapieren aus den Kern- als auch den Peripheriemärkten durchweg rückläufige Renditen zu beobachten. Der den Gesamtmarkt umfassende iBoxx Euro Sovereign Index für europäische Staatsanleihen konnte bis Donnerstagnachmittag 0,7 Prozent hinzugewinnen. Die Verzinsung im Zehnjahresbereich fiel in den Ländern um bis zu sechs Basispunkte. Deutsche Bundesanleihen rentierten mit 0,25 Prozent, die deutsche Zinsstrukturkurve tendierte in den vergangenen Handelstagen vor allem über die 30jährigen Laufzeiten (minus zehn Basispunkte) etwas flacher.

Recht unbeeindruckt von der sich zusehends verschärfenden Bankenkrise um das Finanzinstitut Monte dei Paschi di Siena zeigte sich der italienische Staatsanleihemarkt. Der dortige Markt tendierte insgesamt stabil. Der hohe Kapitalbedarf der italienischen Banken hatte die Regierung zur Wochenmitte veranlasst, per Dekret dem italienischen Bankensektor Finanzhilfen im Umfang von 20 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Damit einhergehend wird sich auch ein erhöhter Verschuldungsbedarf im kommenden Jahr für den italienischen Staat ergeben. Wir gehen davon aus, dass für das kommende Jahr 2017 vom italienischen Schatzamt neue Anleiheemissionen im Gegenwert von knapp 300 Milliarden Euro emittiert werden dürften.

Bund verlängert Verschuldung

Neues gab es in der laufenden Woche auch von der Deutschen Finanzagentur. Diese gab ihre Emissionspläne für das kommende Jahr bekannt. Was bereits vor einigen Wochen schon aus den USA zu hören war, wird auch jetzt am bundesdeutschen Anleihemarkt umgesetzt. Zwar soll die Mittelaufnahme des Finanzministeriums aufgrund der guten Haushaltslage und geringer Tilgungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer ausfallen. Der Bund wird aber im Rahmen seiner Emissionen vor allem verstärkt an das lange Ende der Zinskurve gehen. Angesichts der noch immer historisch niedrigen Renditeniveaus wird sich die Finanzagentur diese nun wohl nun verstärkt sichern wollen. Zumal in den USA die Zinswende bereits erfolgte. Im Euroraum könnte zudem ein Tapering durch die Europäische Zentralbank, das derzeit diskutiert wird, ebenfalls zu einem steigenden Renditeniveau beitragen. Der Preis für längerfristige Anleihen, sprich die Rendite, könnte weiter steigen. Im Gegenzug wird der Bund künftig auf die Emission von Geldmarktpapieren mit zwölf Monaten Laufzeit (BuBills) verzichten. Spekulationen über ausgesprochene Langläufer mit Fälligkeit in 50 oder gar 100 Jahren wurde hingegen eine Absage erteilt. Verschiedene europäische Staaten (unter anderem Belgien, Irland, Spanien) hatten im Sommer angesichts des für Schuldner sehr attraktiven Zinsniveaus derartige Papiere ausgegeben.

Risikoreiche Rentenpapiere stabil

Auch die mit Risiko behafteten Märkte für Unternehmensanleihen und festverzinsliche Titel aus den Schwellenländern tendierten in der Berichtswoche sehr stabil. Die Risikoprämien bildeten sich teils leicht zurück. Der US-Dollar wertete zum Euro zunächst weiter auf und näherte sich mit 1,035 wieder ein weiteres Stück zur Parität, ehe Positionsglattstellungen kurz vor Weihnachten die Notierung wieder auf 1,045 US-Dollar je Euro fallen ließ.

Ausblick

Der anstehende Datenkalender zeigt sich angesichts der anstehenden Feiertage sehr überschaubar. Am Dienstag dürfte in den USA das über das Conference Board ermittelte Verbrauchervertrauen im Mittelpunkt stehen. Wird sich die kommende neue US-Regierung bereits in der Stimmungslage der Bevölkerung widerspiegeln?

Hinter uns liegen nun fast zwölf schwierige, aber auch interessante und spannende Handelsmonate. Die Finanzmärkte unterlagen dabei in erster Linie der Geldpolitik der großen Notenbanken. Deren Einfluss dürfte auch im kommenden Jahr anhalten. Die Europäische Zentralbank wird ihr Ankaufprogramm verlängern, die monatliche Ankaufsumme aber reduzieren. Die „Tapering“-Debatte dürfte anhalten. Die US-Notenbank befindet sich auf dem Zinserhöhungspfad. Die neue US-Regierung wird die Geschicke jenseits des Atlantiks leiten. Neue geopolitische Herausforderung, insbesondere das Verhältnis zwischen der USA und China, werden die Entwicklung an den Aktien-, den Renten- und den Devisenmärkten begleiten.

Zunächst wünschen wir Ihnen aber erst einmal erholsame und besinnliche Feiertage und kommen Sie gut in das neue Jahr!

Den nächsten Kapitalmarktticker erhalten Sie dann Anfang Januar.

 

union investmentÜber Union Investment
Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

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