Fonds-Anbieter- Union Investment: Marktberichte Dezember 2016

11. Januar 2017 von um 12:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFonds-Anbieter- Union Investment: Aktien: Deutliche Kursgewinne zum Jahresende

Renten: Notenbanken im Blickpunkt

Aktienmärkte Am US-Markt wurden die bereits im November aufgestellten Rekordmarken nochmals übertroffen, die wirtschaftlichen Ankündigungen der neuen Trump-Regierung beflügelten. Im Euroraum ging das abgelehnte Senatsreferendum in Italien spurlos an den Aktienbörsen vorbei. Zudem sorgte die EZB für einen Auftrieb der Aktienkurse.

Rentenmärkte Die Rentenmärkte in den USA und im Euroraum zeigten sich im Dezember uneinheitlich. Während in den USA die Notenbank Fed den Leitzins wie erwartet erhöhte, setzte die Europäische Zentralbank mit der Verlängerung ihres Anleiheankaufprogramms um neun statt erwarteter sechs Monate die expansive Geldpolitik vorerst fort. Europäische Staatsanleihen gewannen hinzu, während US-Schatzpapiere leicht verloren.

Die Aktienmärkte

Europa

Europäische Börsen mit glänzendem Jahresabschluss: Die europäischen Aktienmärkte haben das Börsenjahr 2016 mit deutlichen Kurszuwächsen beendet. Der EUROSTOXX 50 gewann 7,8 Prozent an Wert, der marktbreite STOXX Europe 600 legte 5,7 Prozent zu. Der MSCI Europe Small and Mid Caps für Unternehmen mit niedriger und mittelgroßer Marktkapitalisierung schloss 4,7 Prozent fester. Damit stehen für die europäischen Aktienindizes auf Jahressicht zum fünften Mal in Folge grüne Vorzeichen zu Buche.
Zum Beginn des Berichtszeitraums bewegten sich die Aktienmärkte unter dem Eindruck des italienischen Verfassungsreferendums zunächst seitwärts. Die italienischen Wähler hatten Matteo Renzis Reformplänen eine unerwartet deutliche Abfuhr erteilt. Da die Märkte dieses Ergebnis jedoch antizipiert hatten, hielten sich die negativen Kursreaktionen – trotz des Rücktritts Renzis – in Grenzen.
Im italienischen Finanzsektor fiel die Kursreaktion dagegen zuerst negativ aus: Die gestiegene politische Unsicherheit machte eine schnelle Rekapitalisierung der Krisenbanken unwahrscheinlicher. Um den in Schieflage geratenen Instituten unter die Arme greifen zu können, entschied die neue Regierung um Ministerpräsident Paolo Gentiloni, im Bedarfsfall bis zu 20 Milliarden Euro zusätzlicher Schulden aufzunehmen. Italiens größtem Bankinstitut UniCredit gelang dagegen der Befreiungsschlag: Das Geldhaus legte einen Sanierungsplan vor, der neben einer Kapitalerhöhung von rund 13 Milliarden Euro auch den Abbau von etwa 14.000 Stellen umfasst. Die Aktie konnte auf Monatssicht um über 35 Prozent zulegen.
Zur Monatsmitte sorgte die Europäische Zentralbank für spürbare Impulse an den Märkten: Für viele Investoren überraschend kündigte Notenbank-Präsident Mario Draghi zwar eine Verlängerung des Anleiheankaufprogramms bis zum Jahresende 2017 an. Gleichzeitig werden die monatlichen Anleihekäufe ab April aber von 80 auf 60 Milliarden Euro gedrosselt. Das von vielen Marktteilnehmern als Anfang vom Ausstieg aus der unorthodoxen Geldpolitik gedeutete Signal verstärkte die freundliche Stimmung am europäischen Aktienmarkt und führte zu deutlich anziehenden Notierungen.

Deutschland

Jahresendrally am deutschen Aktienmarkt
Die deutschen Aktienmärkte haben sich mit deutlichen Kursgewinnen aus dem Börsenjahr 2016 verabschiedet. Die im Leitindex DAX gelisteten größten Unternehmen des Landes verzeichneten im Dezember einen Kurszuwachs von 7,9 Prozent. Die im TecDAX gebündelten Technologiefirmen legten 5,5 Prozent zu. Der MDAX mit Unternehmen mittlerer Marktkapitalisierung schloss 6,3 Prozent fester, der SDAX für kleinere deutsche Unternehmen kletterte 5,5 Prozent.

Für spürbare Impulse sorgte dabei die Europäische Zentralbank: Notenbank-Präsident Mario Draghi kündigte zwar eine Verlängerung des Anleiheankaufprogramms bis zum Jahresende 2017 an. Gleichzeitig werden die monatlichen Anleihekäufe ab April aber von 80 auf 60 Milliarden Euro gedrosselt. Das von vielen Marktteilnehmern als Anfang vom Ausstieg aus der unorthodoxen Geldpolitik gedeutete Signal führte am Aktienmarkt zu deutlich anziehenden Notierungen.

Die Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten verstärkte die gute Stimmung. Zum Jahresende stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex auf den höchsten Wert seit zwei Jahren. Die deutschen Firmenchefs glauben an einen guten Start in das Jahr 2017 und beurteilten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für die nächsten sechs Monate besser als zuvor. Auch der Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor kletterte auf den höchsten Stand seit gut drei Jahren. Mit einem Wert von 55,6 Zählern bewegt sich der Indikator deutlich über der 50-Punkte-Marke, die auf eine Expansion der wirtschaftlichen Aktivität hindeutet.

Für neuerliche Schlagzeilen sorgte der Industriegase-Spezialist Linde. Nachdem der Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Praxair vor zwei Monaten noch überraschend gescheitert war, konnten sich beide Unternehmen bei einem weiteren Vorstoß nun auf die Eckpunkte des 60 Milliarden Euro schweren Zusammenschlusses einigen. Die bisherigen Aktionäre sollen über einen Tausch der Anteilsscheine künftig jeweils 50 Prozent halten. Im insgesamt freundlichen Marktumfeld reagierte die Aktie verhalten auf die Pläne der Konzernspitzen. Auf Monatssicht stand unter dem Strich stand ein Minus von 0,7 Prozent.

Osteuropa

Osteuropäische Aktienmärkte mit deutlichem Plus: Auch im Dezember entwickelten sich die osteuropäischen Märkte sehr freundlich. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index legte in Lokalwährung 6,8 Prozent zu, in US-Dollar lag das Plus aufgrund von Währungsbewegungen sogar bei 10,6 Prozent. Treiber war insbesondere der stark gestiegene Ölpreis.
Nachdem sich die OPEC-Staaten Ende November auf eine Förderkürzung beim Öl geeinigt hatten, sind die Nicht-OPEC-Staaten, darunter Russland, am 9. Dezember nachgezogen. Sie haben sich insgesamt auf eine Förderdrosselung um rund 550.000 Barrel/Tag verständigt. Der Anteil Russlands liegt bei rund 300.000 Barrel/Tag. Diese Einigungen, die ab Januar in Kraft treten sollen, gaben dem Ölpreis starken Aufwind. Er stieg im Monatsvergleich um 13,2 Prozent, was die Aktienmärkte deutlich unterstützte. Die russischen Börsen haben in Lokalwährung um 6,1 Prozent zugelegt. Beim in US-Dollar notierenden RTS-Index lag der Zuwachs sogar bei 12,0 Prozent. Das lag unter anderem auch an der starken Währungsaufwertung des Russischen Rubels gegenüber dem US-Dollar um 7,2 Prozent. Mit der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten haben sich außerdem die Aussichten für Russland aufgehellt. Ein Abbau von Wirtschaftssanktionen scheint wahrscheinlicher als unter dem aktuellen Präsidenten Barack Obama.
Auch im Dezember wurden in der Türkei Terroranschläge verübt. Mitte des Monats starben 38 Menschen bei einer Bombenexplosion am Stadion. Präsident Erdoğan bekräftigte nach dem Anschlag, den Kampf gegen den Terror fortzuführen. Es kam erneut zu Verhaftungen von Erdoğan-Kritikern. Die Türkische Lira verlor gegenüber dem US-Dollar weiter an Wert (-2,6 Prozent). Neben den Instabilitäten im Land wird die Türkei von der Wahl Trumps belastet. Sein in Aussicht gestelltes Konjunkturpaket interpretierten die Marktteilnehmer positiv für die USA, woraufhin US-Staatsanleihe-Renditen sowie der US-Dollar zugelegt haben und somit die Investorengelder aus Ländern wie der Türkei Richtung USA abgezogen werden. Unter anderem aufgrund der Währungsabwertung schloss die Istanbuler Börse im Plus. Der BIST-Index gewann in Lokalwährung 5,6 Prozent.

USA

US-Börsen bleiben auf Rekordkurs: Die US-Börsen haben zum Jahresschluss weitere Kursgewinne verzeichnet. Der Leitindex Dow Jones Industrial Average verbesserte sich um 3,3 Prozent, der marktbreite S&P 500 kletterte um 1,8 Prozent. Beide Indizes konnten im Verlauf des Monats die alten Rekordmarken aus dem November übertreffen. Im Gesamtjahr summiert sich das Plus beim Dow Jones Industrial Average Index auf 13,4 Prozent, der S&P 500 Index stieg um 9,5 Prozent.
Nach wie vor dominierte die anstehende Präsidentschaft Donald Trumps die Kapitalmärkte. Seine Ankündigung von Steuererleichterungen und staatlichen Infrastrukturprogrammen befeuerte die Kurse, obgleich über Details der Pläne nach wie vor wenig bekannt ist. Vor allem zyklische Unternehmen wie etwa Banken und Industriewerte profitierten, Versorgeraktien und Basiskonsumgüter hingegen blieben hinter der Marktentwicklung zurück. Insbesondere Banken legten zu, da ihnen sowohl die aufgehellten konjunkturellen Erwartungen als auch die Aussicht auf steigende Zinsen in die Karten spielen. So verbesserte sich beispielsweise die Aktie der Investment Bank Goldman Sachs um 9,2 Prozent, JP Morgan stieg um 7,6 Prozent und die Citigroup beendete den Monat 5,4 Prozent fester. US-amerikanische Energiewerte hingegen profitierten deutlich vom Beschluss der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), die Förderung ab Januar zu drosseln. Energiewerte verbesserten sich im Schnitt um 1,8 Prozent.
Der Monat stand überdies im Zeichen erhöhter Fusions- und Übernahmeaktivitäten. So hat die Übernahme des Schweizer Pharmakonzerns Actelion durch den US-amerikanischen Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson an Kontur gewonnen. Die Firmen hätten exklusive Verhandlungen über eine mögliche strategische Transaktion aufgenommen, erklärten beide Unternehmen. In einem ersten Schritt hatte der Konzern 27 Milliarden US-Dollar für Actelion geboten.

Fernost

Asiatische Aktienmärkte mit schwachem Jahresende: Die Börsen der aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften setzten ihre schwache Entwicklung auch im letzten Monat des Jahres 2016 fort. Der MSCI Far East ex Japan Index verzeichnete den dritten Monat in Folge Kursverluste und büßte in lokaler Währung erneut 1,7 Prozent ein (-2,5 Prozent auf US-Dollar-Basis). Im Nachgang des Erfolgs von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen Anfang November führte die Erwartung umfangreicher fiskalpolitscher Stimulierungsmaßnahmen in den USA zu weiter ansteigenden Renditen von US-Staatsanleihen und einer anhaltenden Aufwertung des US-Dollar. Beide Entwicklungen stellten in den vergangenen Monaten einen allgemeinen Belastungsfaktor für die Schwellenländer dar. Auf Sicht des Gesamtjahres 2016 steht jedoch aufgrund der sehr positiven Entwicklung im Zeitraum Ende Januar bis September 2016 beim MSCI Far East ex Japan Index in lokaler Währung noch ein Kursplus von knapp vier Prozent zu Buche.
Die beiden chinesischen Leitindizes mussten zum Jahresende deutliche Kursverluste hinnehmen. Der Shanghai Composite Index sank im Dezember um 4,5 Prozent, der Hang Seng Index in Hongkong verlor 3,5 Prozent. Ein anhaltender Abwertungsdruck auf den Chinesischen Yuan, wieder deutlich sinkende Währungsreserven und erste Anzeichen für eine Überhitzung des wichtigen Immobilienmarkts standen im Fokus der Investoren. Hingegen fand die solide Entwicklung wichtiger Konjunkturindikatoren im November wenig Beachtung. Die chinesischen Einzelhandelsumsätze expandierten um 10,8 Prozent im Jahresvergleich (nach +10,0 Prozent im Vormonat), die chinesische Industrieproduktion wuchs um 6,2 Prozent im Jahresvergleich (nach +6,1 Prozent im Vormonat).
Die Börsenplätze der übrigen asiatischen Schwellenländer entwickelten sich im Dezember überwiegend freundlich. Zulegen konnten Korea (KOSPI Index: +2,2 Prozent), Indonesien (IDX Composite Index: +2,9 Prozent), Malaysia (KLCI Index: +1,4 Prozent) und Thailand (SET Index: +2,2 Prozent). Die Leitindizes in Indien (BSE Sensex Index: -0,1 Prozent) und Taiwan (TAIEX Index: +0,1 Prozent) wiesen eine nahezu ausgeglichene Wertentwicklung auf.

Japan

Japanischer Aktienmarkt mit positivem Jahresende: Der japanische Aktienmarkt setzte auch im letzten Monat des Jahres 2016 seine positive Entwicklung fort und zählte erneut zu den Gewinnern auf globaler Ebene. Der Leitindex NIKKEI 225 stieg um 4,4 Prozent an, der marktbreite TOPIX Index legte um 3,4 Prozent zu. Im internationalen Vergleich stellte dies eine überdurchschnittliche Entwicklung dar, da sich der MSCI World Index in lokaler Währung lediglich um 2,7 Prozent verteuerte. Im Gesamtjahr 2016 verzeichnete die Börse in Tokio eine weitgehend stabile Kursentwicklung (Nikkei 225 Index: +0,4 Prozent), die von einer schwachen ersten Jahreshälfte (Nikkei 225 Index: -18,2 Prozent) und einem starken zweiten Semester (Nikkei 225 Index: +22,7 Prozent) geprägt war.
Es war erneut die anhaltende Abwertung des Japanischen Yen (JPY), die den Aktienmarkt zum Jahresende positiv beeinflusste. Die japanische Währung verlor im Berichtszeitraum nochmals 2,2 Prozent gegenüber dem US-Dollar und notierte Ende Dezember 2016 auf einem Niveau von rund 117 USD/JPY. Dies entspricht einer Abwertung von etwa 17 Prozent gegenüber den im Sommer erreichten Höchstständen von 100 USD/JPY. Gleichzeitig zeichneten die vorlaufenden Konjunkturindikatoren für Japan ein gemischtes Bild. Während sich der vorläufige Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Dezember weiter auf 51,9 Punkte verbesserte (nach 51,3 Punkten im Vormonat), trübte sich das Konsumentenvertrauen im November zum zweiten Mal in Folge ein.
Im Einklang mit der Entwicklung in den Vormonaten wirkten sich die anhaltende Abwertung des Japanischen Yen und die sich fortsetzende Verbesserung des globalen Konjunkturumfelds positiv auf exportorientierte Sektoren aus. Der Aktienkurs des Automobilkonzerns Nissan Motor stieg im Dezember um 11,3 Prozent, die Titel des Chemiekonzerns Shin-Etsu Chemical gewannen 7,2 Prozent. Bester Wert unter den Börsenschwergewichten war der Technologiegigant Softbank, dessen Aktienkurs um 15,7 Prozent emporschnellte. Das Unternehmen hatte Anfang Dezember verkündet, rund 50 Milliarden US-Dollar in Startup-Unternehmen in den USA über seinen Fonds Softbank Vision zu investieren.

Weltweit

Globale Märkte setzen Gewinne fort: Die globalen Aktienmärkte haben im Dezember ihre Kursgewinne ausgebaut, der MSCI World Index kletterte in lokaler Währung um 2,7 Prozent. Auf Jahressicht verbesserten sich die Börsen der Welt um 6,7 Prozent. In den USA blieben die Notierungen auf Rekordkurs, die wichtigsten Indizes kletterten im Dezember auf Höchststände. Im Berichtsmonat stieg der Dow Jones Industrial Average um 3,3 Prozent, der marktbreite S&P 500 kletterte um 1,8 Prozent. Nach wie vor dominierte die anstehende Präsidentschaft Donald Trumps die Kapitalmärkte. Seine Ankündigung von Steuererleichterungen und staatlichen Infrastrukturprogrammen befeuerte die Kurse, obgleich über Details der Pläne nach wie vor wenig bekannt ist. Vor allem zyklische Unternehmen wie etwa Banken und Industriewerte profitierten, Versorgeraktien und Basiskonsumgüter hingegen blieben hinter der Marktentwicklung zurück. Dass die Notenbank Fed wie schon vor einem Jahr an der Zinsschraube drehte, blieb an den Aktienmärkten weitgehend folgenlos. Die Währungshüter hatten Mitte Dezember den US-Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Bandbreite von 0,5 bis 0,75 Prozent angehoben.
Die europäischen Aktienmärkte haben das Börsenjahr 2016 mit deutlichen Kurszuwächsen beendet. Der EUROSTOXX 50 gewann 7,8 Prozent an Wert, der marktbreite STOXX Europe 600 legte 5,7 Prozent zu. Zum Beginn des Berichtszeitraums bewegten sich die Aktienmärkte unter dem Eindruck des italienischen Verfassungsreferendums zunächst seitwärts. Zur Monatsmitte sorgte die Europäische Zentralbank für spürbare Impulse an den Märkten: Für viele Investoren überraschend kündigte Notenbank-Präsident Mario Draghi zwar eine Verlängerung des Anleiheankaufprogramms bis zum Jahresende 2017 an. Gleichzeitig werden die monatlichen Anleihekäufe ab April aber von 80 auf 60 Milliarden Euro gedrosselt.
Auch in Japan setzte der Markt seine positive Entwicklung fort, der Nikkei 225 Index stieg um 4,4 Prozent. Die Kurse der Schwellenländer hingegen blieben schwach. Der MSCI Emerging Market Index verlor in lokaler Währung 0,1 Prozent.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Russische Anleihen gesucht – auch hier hilft „Trump-Effekt“: Europäische Anleihen außerhalb des Euroraumes standen im Dezember zunächst unter Druck. Ab Monatsmitte setzte jedoch eine Gegenbewegung ein. Diese wurde vor allem durch die Notenbanksitzungen in den USA und in Europa ausgelöst. In den USA deuteten die Währungshüter drei statt bisher zwei mögliche weitere Zinserhöhungen in 2017 an, was Anleger über die weiteren Pläne der Fed verunsicherte. Damit verbunden waren Sorgen, die Notenbanker könnten das Wachstum abmildern. Die Europäische Zentralbank weitete ihr Ankaufprogramm noch einmal aus und erteile Diskussionen über eine mögliche Rückführung (Stichwort: Tapering) auf diese Weise zumindest vorerst eine Absage. Darüber hinaus erlahmte der Handel zum Jahresende hin etwas. Vielfach bleiben die Notierungen daher in Summe unverändert, wie etwa in Polen, Schweden, Norwegen und der Schweiz. Auffällig war zudem, dass die Zinskurven steiler wurden, denn bei kurzen Laufzeiten kam es fast durchweg zu rückläufigen Renditen.
Größere Kursgewinne gab es in hingegen Großbritannien, Ungarn und Russland. Papiere aus dem Vereinten Königreich orientierten sich stark an den Vorgaben von deutschen Bundesanleihen, die ebenfalls zulegen konnten. Darüber hinaus fielen einige Konjunkturdaten wie die Industrieproduktion und der Arbeitsmarkt schwächer als erwartet aus. Russische Anleihen waren vor allem vom weiter steigenden Ölpreis beflügelt. Ein großer Teil des Staatshaushalts wird über die Einnahmen der Ölexporte finanziert, weshalb sich höhere Preise stets stabilisierend auf die Schuldentragfähigkeit des Landes auswirken. Nicht zu vernachlässigen dürfte auch der „Trump-Effekt“ gewesen sein. Mit dem neuen US-Präsidenten sind die Hoffnungen auf ein Ende der politischen Eiszeit zwischen Moskau und Washington verknüpft. Dieser Effekt sorgte unter anderem schon für große Mittelzuflüsse am russischen Aktienmarkt und zu einer allgemein positiveren Einschätzung gegenüber dem größten Flächenland der Erde.

Euro-Outs

EZB weitet Ankaufprogramm nochmals aus: Im Dezember setzte sich der Renditeanstieg im Euroraum zunächst weiter fort. Bundesanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit stiegen bis auf 0,4 Prozent. Mit der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) war jedoch eine Trendwende zu beobachten. Die Währungshüter verlängerten das Ankaufprogramm nicht wie erwartet um sechs, sondern um neun Monate bis zum 31.12.2017. Ab April sinkt allerdings das monatliche Volumen von 80 auf 60 Milliarden Euro. Einerseits lässt sich an der Reduzierung der monatlichen Summe die Vorbereitung für ein mögliches Tapering ablesen. Andererseits haben die Währungshüter auf diese Weise mehr geleifert als angenommen, weil das Programm um 540 statt 480 Milliarden Euro ausgeweitet wurde. Diese letztlich unerwartet expansive Maßnahme wurde jedoch nicht durchweg positiv aufgenommen. Da es die Notenbanker vermieden, weitere technische Anpassungen vorzunehmen, gerieten vor allem Anleihen aus Portugal und Irland unter Druck. Hier stößt die EZB inzwischen an ihre selbstgesteckten Grenzen, wonach nur maximal 33 Prozent einer Emission erworben werden dürfen. Die ehemaligen Programmländer haben kaum Anleihen emittiert, weshalb die Währungshüter ihre Unterstützung demnächst nur noch eingeschränkt gewähren können. Der Wegfall wurde mit steigenden Renditen quittiert. Ende 2017 dürfte die EZB aber auch in anderen Ländern das Limit erreichen, weshalb spätestens dann die Tapering-Debatte wieder aufflammen dürfte. In Italien ging die Hängepartie um das angeschlagene Kreditinstitut Monte dei Paschi in die nächste Runde, wirkte sich aber nicht kursbelastend auf italienische Staatsanleihen aus. Eine staatsfinanzierte Rettung würde die Schuldentragfähigkeit Italiens jedenfalls nicht verbessern. Neu ist, dass die EZB nun auch Anleihen ab einem Jahr Restlaufzeit kaufen darf. Dies sorgte am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve für eine Rally, wohl auch deshalb, weil zum Jahresende sichere Bundesanleihen als Sicherheit (Collateral) für Geschäfte mit Derivaten gefragt waren. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index gewannen europäische Staatsanleihen im Dezember 0,7 Prozent an Wert. Auf Jahressicht liegt das Plus bei 3,3 Prozent.

USA

US-Notenbank erhöht erneut den Leitzins: Am US-Rentenmarkt setzte sich im Dezember zunächst der Renditeanstieg aus dem Vormonat fort. Bis zur Monatsmitte kletterte die Rendite für die richtungsweisenden zehnjährigen Anleihen auf 2,6 Prozent. Zum Vergleich: Kein halbes Jahr vorher, nach dem Brexit-Votum, lag der Wert noch unterhalb von 1,4 Prozent. Als Belastung erwies sich einmal mehr eine Mischung aus einem steigendem Ölpreis, höheren Inflationserwartungen, den Hoffnungen auf ein Konjunkturprogramm und nicht zuletzt die Erwartung weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank. Wie von allen Marktteilnehmern erwartet, hoben die US-Währungshüter auf ihrem Treffen den Leitzins um 25 Basispunkte an. Wie üblich überprüften die Notenbanker zum Quartalsende auch wieder ihren Wachstums- und Inflationsausblick. Trotz der Euphorie der vergangenen Wochen blieb dieser aber unverändert. Dies war vor allem dem Umstand geschuldet, dass sich die Fed bei ihren Prognosen immer an der aktuellen Gesetzgebung orientiert. Spekulationen über mögliche Fiskalstimuli durch die neue Regierung blieben außen vor. Es fiel allerdings auf, dass sich auch die Notenbanker dem „Trump-Effekt“ nicht gänzlich entziehen konnten. Für das kommende Jahr gehen die Fed-Mitglieder nun eher von drei statt bisher zwei weiteren Zinserhöhungen aus. Dieses Urteil kam doch sehr überraschend und sorgte für einen Wendepunkt. Einerseits zog der US-Dollar weiter fester und näherte sich zum Euro der Parität. Eine starke Währung stellt jedoch immer eine Belastung für die Exportwirtschaft dar. Darüber hinaus kamen Befürchtungen auf, die US-Notenbank könnte mit einem zu steilen Zinspfad ebenfalls zu einer Belastung der US-Wirtschaft werden. Schließlich verfolgen andere Notenbanken, wie etwa die Europäische Zentralbank, weiterhin eine eher expansive Geldpolitik. Dies zeigte sich bei der jüngst beschlossenen Ausweitung des Ankaufprogramms in Europa. In der zweiten Monatshälfte kamen die US-Renditen daher wieder etwas zurück. US-Staatsanleihen holten somit einen Teil ihrer Verluste wieder auf. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verblieb für den Dezember dennoch ein leichtes Minus von 0,1 Prozent.

Weltweit

Notenbankpolitik driftet auseinander: Am US-Rentenmarkt setzte sich im Dezember zunächst der Renditeanstieg aus dem Vormonat fort. Bis zur Monatsmitte kletterte die Rendite für die richtungsweisenden zehnjährigen Anleihen auf 2,6 Prozent. Als Belastung erwies sich einmal mehr eine Mischung aus einem steigendem Ölpreis, höheren Inflationserwartungen, den Hoffnungen auf ein Konjunkturprogramm und nicht zuletzt die Erwartung weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank. Wie erwartet, hoben die US-Währungshüter den Leitzins um 25 Basispunkte an. Der Wachstums- und Inflationsausblick der Notenbanker blieb unverändert. Die Fed-Mitglieder gehen für das kommende Jahr nun eher von drei statt bisher zwei weiteren Zinserhöhungen aus. Dieses Urteil kam doch sehr überraschend und sorgte für einen Wendepunkt. Einerseits zog der US-Dollar fester und andererseits kamen Befürchtungen auf, höhere Leitzinsen könnten der US-Wirtschaft schaden. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) verblieb für den Dezember ein leichtes Minus von 0,1 Prozent.
Im Dezember setzte sich der Renditeanstieg im Euroraum zunächst weiter fort. Mit der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) war jedoch eine Trendwende zu beobachten. Die Währungshüter weiteten das Ankaufprogramm nochmal aus, vermieden es aber weitere technische Anpassungen vorzunehmen. Anleihen aus Portugal und Irland gerieten deshalb unter Druck. Hier stößt die EZB inzwischen an ihre selbstgesteckten Grenzen, wonach nur maximal 33 Prozent einer Emission erworben werden dürfen. Die ehemaligen Programmländer haben kaum Anleihen emittiert, weshalb die Währungshüter ihre Unterstützung demnächst nur noch eingeschränkt gewähren können. In Italien ging die Hängepartie um das angeschlagene Kreditinstitut Monte dei Paschi in die nächste Runde, wirkte sich aber nicht kursbelastend auf italienische Staatsanleihen aus. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index gewannen europäische Staatsanleihen im Dezember 0,7 Prozent an Wert.
Europäische Unternehmensanleihen blieben von den EZB-Käufen gut unterstützt und legten 0,6 Prozent zu. Anleihen aus den Schwellenländern waren trotz der Geschehnisse in den USA gefragt und legten 1,3 Prozent zu.

Unternehmensanleihen

Freundlicher Jahresausklang: Der europäische Markt für Unternehmensanleihen bescherte den Anlegern zum Jahresausklang noch einmal leichte Zugewinne. Im Rahmen insgesamt freundlicher Rentenmärkte gingen europäische Unternehmensanleihen mit einem Plus von 0,6 Prozent (BofA Merrill Lynch Euro Corporate Index, ER00) aus dem Handelsmonat. Damit einhergehend engten sich die Risikoprämien (Spreads) um sechs auf 72 Basispunkte ein. Für 2016 ergibt sich hieraus ein Plus von 4,8 Prozent. Letztlich lagen im Dezember ausnahmslos alle Sektoren im Plus. Dabei stand die Marktentwicklung ganz im Zeichen der großen Notenbanken. Während die Leitzinserhöhung der US-Notenbank um 25 Basispunkte der Erwartung der Marktteilnehmer entsprach, konnte die Europäische Zentralbank (EZB) etwas überraschen. Die Verlängerung des Anleiheankaufprogramms wird statt um sechs sogar auf neun Monate bis Jahresende 2017 verlängert. Dies bedeutet eine Ausweitung der gesamten Ankäufe. Jedoch wird die monatliche Ankaufsumme um 20 auf 60 Milliarden Euro reduziert, was als erstes Anzeichen für den Beginn des Tapering gewertet wurde. Dennoch dürfte der Unternehmensanleihemarkt weiter von der EZB profitieren.

Von der freundlichen Tendenz konnten sowohl Unternehmensanleihen aus den Kern- als auch den Peripherieländern profitieren. Zwar stand die Peripherie aufgrund des Anfang Dezember in Italien durchgeführten Referendums zur Senatsreform zeitweise unter Druck. Trotz der Ablehnung und dem Rücktritt von Ministerpräsident Renzi gingen die Märkte aber schnell zur Tagesordnung über. Die Risikoprämien engten sich ein. Auch im italienischen Finanzsektor, der vor dem Hintergrund der drohenden Pleite der Monte dei Paschi di Siena im Blickpunkt stand. Finanzpapiere der beiden großen italienischen Institute Banco Intesa und der Unicredit lagen aber stabil, es kam nach dem Referendum sogar zu Spreadrückgängen. Nachrangtitel der angeschlagenen Monte dei Paschi di Siena verloren im Monatsverlauf, während Seniortitel im Rahmen der beabsichtigten Staatshilfen über 20 Milliarden Euro weitgehend stabil blieben. Fester tendierte der High Yield-Markt, der auf Indexebene (BofA Merrill Lynch HEAG) 1,8 Prozent hinzugewann.

Emerging Markets

Freundlicher Jahresausklang: Schwellenländer-Rentenanlagen zeigten sich im Dezember erholt. Nachdem im November noch die Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten für starke Verunsicherung in den Emerging Markets (EM) gesorgt hatte, beruhigte sich das Geschehen zum Jahresende.
Auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div. Index) legten Renten-Investments aus den Schwellenländern im Monatsvergleich 1,3 Prozent zu. Die Risikoaufschläge (Spreads) engten sich um 19 auf jetzt 342 Basispunkte ein. Im gesamten Jahr 2016 verbuchten EM-Rentenanlagen ein Plus von 10,2 Prozent, die Spreads kamen deutlich um fast 80 Basispunkte zurück.
Diese freundliche Entwicklung konnten auch die im Dezember anhaltenden Mittelabflüsse nicht stoppen. Weltweit in EM-Anlagen investierende Fonds verloren rund fünf Milliarden US-Dollar. Während sich Lokalwährungsmandate relativ stabil hielten, flossen insbesondere aus in den Hartwährungen US-Dollar und Euro anlegenden Fonds Mittel ab. Ein Grund hierfür war der Renditeanstieg in den USA, der sich – allerdings mit deutlich verminderter Dynamik – fortsetzte. Hatte die Verzinsung zehnjähriger US-Papiere im November noch 0,5 Prozentpunkte zugelegt, waren es im Dezember lediglich sechs Basispunkte.
Aufgrund der vergleichsweise geringen Handelsliquidität blieb die Neuemissionstätigkeit verhalten: Neben Indonesien, das in mehreren Tranchen Anleihen in einem Volumen von neun Milliarden US-Dollar platzierte, wagte sich vor allem Polen an den Primärmarkt. Der osteuropäische Staat sammelte 750 Millionen Euro bei Investoren ein.
Aktiv waren hingegen einige Zentralbanken in Mittel- und Südamerika. So senkte Kolumbien den Leitzins um 25 Basispunkte auf 7,5 Prozent, während Mexiko seinen Hauptrefinanzierungssatz um einen halben Prozentpunkt auf 5,75 Prozent anhob. Schließlich nahm die Banco Central de la República Argentina ihren Leitzins gleich um 1,25 Prozentpunkte auf allerdings immer noch erhebliche 25,75 Prozent zurück.
Daneben sorgten turnusmäßige Ratingüberprüfungen der Agentur S&P für vereinzelte Herabstufungen. Dabei verloren die Bahamas (jetzt BB+), Bahrain (BB-) und El Salvador (B-) jeweils eine Rating-Note.

 

Disclaimer

Die Quelle der genannten Finanzmarktdaten ist, sofern nicht anders ausgewiesen, Datastream oder Bloomberg.

Die Inhalte dieses Marketingmaterials stellen keine Handlungsempfehlung dar, sie ersetzen weder die individuelle Anlageberatung durch die Bank noch die individuelle, qualifizierte Steuerberatung. Dieses Dokument wurde von der Union Investment Privatfonds GmbH mit Sorgfalt entworfen und hergestellt, dennoch übernimmt Union Investment keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Dezember 2016, soweit nicht anders angegeben.

Ihre Kontaktmöglichkeiten: Union Investment Service Bank AG, Weißfrauenstraße 7, 60311 Frankfurt am Main, Telefon 069 58998-6060, Telefax 069 58998-9000; www.union-investment.de

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