Fonds-Anbieter- Union Investment: Hedgefonds: Ausblick 2017 – Wachsende Ungewissheit könnte aktiven Fonds neue Chancen eröffnen

21. Dezember 2016 von um 10:30 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFonds-Anbieter- Union Investment: AktienSJB FondsSkyline OHG 1989. PortfolioManagement. Antizyklisch.

Zweigeteiltes Bild

Die Entwicklung an den Weltbörsen war in der abgelaufenen Woche zweigeteilt: Während in den entwickelten Volkswirtschaften die Rally der vergangenen Tage anhielt, verloren Schwellenländer-Aktien auf breiter Front. Insbesondere die Handelsplätze in Lateinamerika reagierten mit Abschlägen auf den festeren US-Dollar und weiter ansteigende Zinsen in den USA. So gab etwa der brasilianische Bovespa-Index im Wochenverlauf über zwei Prozent ab. In Europa markierte der DAX am Freitag bei 11.452 Punkten ein neues Jahreshoch. Damit liegt das deutsche Börsenbarometer 2016 nach teils turbulentem Verlauf inzwischen über sechs Prozent im Plus. Auf Wochensicht steht ein Aufschlag von 1,9 Prozent zu Buche. Gewinner der großen Indizes war aber einmal mehr der italienische MIB, der in der abgelaufenen Handelswoche rund 3,9 Prozent zulegen konnte.

Aufatmen bei UniCredit

Einen großen Anteil daran hatten zwei Unternehmens-nachrichten aus Italien: So legte das angeschlagene Geldhaus UniCredit einen Plan vor, mithilfe dessen die durch faule Kredite entstandenen Löcher in der Bilanz gestopft werden können. Im Zentrum steht eine Kapitalerhöhung, die bis Mitte 2017 umgesetzt werden soll. Mit rund 13 Milliarden Euro wäre sie die größte der italienischen Wirtschaftsgeschichte. Daneben will der neue Chef Jean Pierre Mustier die Krisenbank mit einem Stellenabbau und Teilverkäufen bis 2019 wieder in die Gewinnzone führen. Am Montag hatte UniCredit verkündet, den hauseigenen Vermögensverwalter Pioneer für 3,5 Milliarden Euro an Amundi aus Frankreich veräußern zu wollen. Anleger zeigten sich erfreut über die Pläne – die Aktie legte im Wochenvergleich um knapp zehn Prozent zu. Noch steiler aufwärts ging es beim Medienunternehmen Mediaset, das von einem Machtkampf zweier Großaktionäre profitierte: Sowohl die französische Vivendi als auch die von Italiens Ex-Regierungschef Berlusconi kontrollierte Holding Fininvest stockten ihre Beteiligungen an Mediaset auf. Getrieben durch Übernahmefantasien schnellte der Kurs um über 30 Prozent in die Höhe.

Übernahmen top, Börsengänge flop

Eine weitere wichtige Hürde bei seiner Monsanto-Übernahme hat der Pharma- und Chemiekonzern Bayer am Dienstag genommen: Die Aktionäre des US-Saatgutriesen votierten mit großer Mehrheit für das Angebot aus Leverkusen. Nun müssen noch die Kartellbehörden dem 66 Milliarden US-Dollar-Deal zustimmen. Um immerhin bis zu 30 Milliarden US-Dollar geht es nach Medienangaben hingegen bei einer möglichen Übernahme des Schweizer Biotech Actelion. Nachdem der US-Konzern Johnson & Johnson in dieser Woche sein Interesse aufgab, gelten nun die Franzosen von Sanofi als Favoriten.

Während es bei Zusammenschlüssen und Übernahmen also weiterhin rund läuft, blieben Börsengänge in diesem Jahr – vor allem in Deutschland – hinter den Erwartungen zurück. Nur acht Unternehmen schafften den Sprung auf das Frankfurter Parkett. Sie sammelten dabei lediglich 5,2 Milliarden Euro ein, fast zwei Milliarden weniger als noch 2015. Ein Großteil davon entfiel auf die RWE-Ökostromtochter Innogy, die mit einem Volumen von 4,6 Milliarden Euro die weltweit zweitgrößte Neuemission nach der chinesischen Postbank (7,1 Milliarden Euro) hinlegte. Auch in den USA war 2016 das schwächste Jahr für Börsengänge seit 2009.

Renten

US-Notenbank hebt Leitzins an

Erwartungsgemäß hob die Fed auf ihrer Sitzung am 14. Dezember den Leitzins um 25 Basispunkte an. Dessen Bandbreite liegt nun bei 0,5 bis 0,75 Prozent. Der mit großem Interesse erwartete weitere Kurs der Fed könnte entgegen unserer Erwartung etwas restriktiver ausfallen. Denn angesichts der aktuellen Konjunkturlage in den USA erwarten einige Notenbankgouverneure im kommenden Jahr nunmehr drei statt zwei weitere Zinsanhebungen als angemessenen geldpolitischen Kurs. Inflations- und Wachstumsschätzungen blieben auf Basis der aktuellen Gesetzeslage nahezu unverändert, da die Ausgestaltung erwarteter Fiskalpakete durch die Trump-Administration noch unbekannt ist. Für 2018 wird im Rahmen eines ebenfalls weitgehend unveränderten Konjunkturbildes ein schnelleres Straffungstempo als bisher gesehen. Statt drei wurden nun vier Zinsanhebungen ins Spiel gebracht. Angesichts der starken Aufwertung des US-Dollar, die wachstums- und inflationsdämpfende Effekte mit sich führt, dürfte 2017 betreffend weiterhin aber von nur zwei Zins

schritten auszugehen sein.

Renditeanstieg am US-Rentenmarkt hält an

Der nach der US-Präsidentschaftswahl einsetzende Renditeanstieg am US-Rentenmarkt setzte sich auch in der Berichtswoche fort. Zehnjährige US-Treasuries rentierten zum Freitagmittag mit 2,56 Prozent und damit 10 Basispunkte über Vorwochenschluss. Zwischenzeitlich lag die Rendite sogar bei 2,64 Prozent, ehe es zu einer Konsolidierung kam. Noch deutlicher war der Renditeanstieg bei drei- und fünfjährigen amerikanischen Staatspapieren. Dort zog die Verzinsung um jeweils um 18 Basispunkte an. Weitgehend unberührt vom Geschehen zeigten sich hingegen lang laufende Papiere mit Fälligkeit in 30 Jahren. Die US-Zinskurve hob sich im Drei- und Fünfjahresbereich etwas an, blieb ansonsten aber weitgehend unverändert. Dies spiegelte sich auch in den Auktionen für neue US-Schatzanweisungen wider. In der Berichtswoche wurden neben drei- und zehnjährigen Papiere auch 30-jährige Titel emittiert. Die Langläufer wurden sehr gut von den Anlegern aufgenommen.

Im Euroraum herrschte in der Woche nach der EZB eine freundliche Tendenz. Der Gesamtmarkt legte auf Indexebene (iBoxx Euro Sovereign) 0,4 Prozent zu. Sowohl in den Kern- als auch den Peripherieländern bildeten sich die Renditen zurück. Vor allem profitierten italienische Anleihen von der Nachfrage, die Zehnjahresrendite fiel um etwas mehr als 20 Basispunkte auf rund 1,8 Prozent. Die deutsche Zinskurve tendierte über den Renditerückgang am langen Ende etwas flacher.

Ausblick

In den noch wenigen verbleibenden Handelstagen dürften sich die Märkte in ruhigeres Fahrwasser begeben. Aber nichts ist absolut sicher, der Finanzmarkt ist immer wieder für eine Überraschung gut.

Mit Blick auf den Datenkalender zeigt sich die neue Handelswoche vor dem sich rasch nähernden Weihnachtsfest sehr ausgedünnt.

Den Auftakt bildet am Montag in Deutschland der ifo-Geschäftsklimaindex mit den Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen für Dezember. Der Index dürfte sich in einem insgesamt freundlichen Klima weiter verbessert haben und somit weiter ansteigen. Zudem wird am Freitag das GfK-Verbrauchervertrauen Einblick in die Stimmungslage der deutschen Konsumenten geben.

Die deutliche Mehrheit der anstehenden Daten kommt jedoch aus den USA. Die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter dürften mit einem leichten Minus aufwarten. Hierfür wird in erster Linie die rückläufige Flugzeugproduktion verantwortlich sein. Darüber hinaus steht mit dem Frühindikator des Conference-Boards ein weiterer wichtiger Indikator auf der Agenda.

Am Dienstag tagt die Bank of Japan. Nach der zuletzt implementierten Politik der „Renditekontrolle“, bei der die Verzinsung zehnjähriger japanischer Staatsanleihen durch aktiven Markteingriff der BoJ bei rund Null-Prozent gehalten wird, dürften keine neuen Beschlüsse gefasst werden.

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