Fonds-Anbieter- StarCapital: 2017: Krisen als neue Normalität!

14. Dezember 2016 von um 10:30 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFonds-Anbieter- StarCapital: Brexit, Trump-Sieg und Renzi-Debakel – die Dichte der überwiegend politisch motivierten Einschläge nimmt zu. SJB Fonds Echo. Analysiert.Das politische Establishment, das sich selbst als Elite bezeichnet, reagiert mit hohlen Phrasen wie „Weiter so“ und „Wir schaffen das“. Mit großzügigen Sozialprogrammen versuchen sie die steigende Unzufriedenheit der Bürger zu dämpfen und treiben ihre Länder weiter in Richtung Staatsbankrott. Als willige Helfer haben sich inzwischen die Notenbanken etabliert, die entgegen ihrem Mandat direkt oder indirekt Staatsfi nanzierung in gigantischem Ausmaß betreiben und dadurch die Zinsen auf historische Tiefststände getrieben haben. Die EZB kauft jeden Monat für 80 Milliarden Euro Anleihen – insbesondere Staatspapiere. Und die Bank of Japan hat es geschafft, innerhalb der letzten dreieinhalb Jahre 38 Prozent der gesamten Staatsschulden aufzukaufen. Vor diesem Hintergrund überlegen sich Unternehmen jede neue Investition zweimal und die Konsumenten haben Angst um ihre Altersvorsorge. Und die eurokritischen Fliehkräfte nehmen zu, zumal Länder wie Italien immer mehr an Wettbewerbsfähigkeit verlieren.

Krisen werden zur neuen Normalität.

Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass Kapitalanleger vor allem eines suchen: Sicherheit um jeden Preis.

Und dies in einem Umfeld, in dem es keine sicheren Anlagen mehr gibt. So sind in den ersten elf Monaten dieses Jahres wieder über 100 Mrd. $ aus globalen Aktienfonds abgeflossen, und dies obwohl über 150 Mrd. $ neu in Aktien- ETFs investiert wurden. Dafür verzeichneten Rentenfonds Neugelder von 153 Mrd. $. Deutsche Versicherungen halten 80% ihres Vermögens in Anleihen und nur 4,4% in Aktien. Das sind deutlich mehr Anleihen und deutlich weniger Aktien als vor zehn Jahren, obwohl die Mickerzinsen inzwischen keinen Risikoausgleich mehr bieten.

Wir rechnen damit, dass sich die Kapitalströme 2017 umkehren werden. Dieser Paradigmenwechsel dürfte folgende Ursachen haben:

  1. Zinswende: Ob diese noch vor uns liegt oder bereits hinter uns, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Auf jeden Fall geht eine Periode von 35 Jahren zu Ende, in denen die Zinsen unter Schwankungen immer tiefer gesunken sind. Denn die Negativzinsen destabilisieren unser Finanzsystem und führen unweigerlich zu neuen Krisen in unserem Bankensystem. Und in den USA haben die Renditen bereits deutlich angezogen.

  1. Ende der deflationären Tendenzen: Inflation wird wieder ein Thema, nicht nur wegen der steigenden Löhne und Immobilienpreise. Im Zuge der Globalisierung wurden in China gigantische Überkapazitäten im Produktionsbereich aufgebaut. Dies führte zu einer mehrjährigen Periode stark rückläufiger Produzentenpreise mit teilweise minus 6%. So exportierte das Reich der Mitte deflationäre Tendenzen in die ganze Welt. Inzwischen steigen die Erzeugerpreise wieder (+ 1,2%) und damit auch die Unternehmensgewinne. Die Rohstoffpreise haben die zyklischen Tiefpunkte hinter sich. Auch das Regierungsprogramm von Donald Trump (riesige Investitionsprogramme und massive Steuersenkungen) wird sich auf die Inflationsraten auswirken.
  2. Einseitige Positionierung der Anleger: Die Risikoaversion der Investoren hat extreme Ausmaße angenommen.

Die von den Zentralbanken geschaffene Geldflut kam daher vor allem jenen Anlagen zugute, die von ihnen als vermeintlich sicher angesehen werden: Anleihen und Immobilien. Die Erfahrung lehrt, dass in einem solchen Umfeld meistens die als risikoreich eingestuften Anlagen wie Aktien vor einer besonders guten Wertentwicklung stehen. Im Jahr 2000 war die Situation genau umgekehrt. In der Endphase des Neuen Marktes war die Risikobereitschaft enorm. Da war es sinnvoll, der Sicherheit höchste Priorität einzuräumen.

 

Was haben diese Rahmenbedingungen für einen Einfluss auf unser Fondsmanagement?

Renten: Vor großen Herausforderungen!

2015 dürfte das letzte Jahr gewesen sein, in dem mit Anleihen eine positive Rendite zu erwirtschaften war. Der REXP-Index (inclusive Zinsen) stieg bis Anfang Dezember um 1,6%, obwohl er sein Hoch bereits Mitte Juli erreichte.

Natürlich kann man auch bei steigenden Zinsen Gewinne mit Anleihen erzielen, zum Beispiel durch Leerverkäufe am Terminmarkt oder durch den Erwerb von Short-ETFs auf Renten. StarCapital setzt diese Instrumente auch aktiv ein, wenn auch in einem überschaubaren Rahmen. Außerdem haben wir das Zinsänderungsrisiko stark gesenkt durch eine Verkürzung der Laufzeiten und den Aufbau von Barreserven. Insgesamt wird das Umfeld im Rentenmanagement aber deutlich anspruchsvoller. Auch wenn sich die Notenbanken mit aller Macht gegen einen zu schnellen Anstieg der Kapitalmarktrenditen stemmen werden. Wir sehen uns als Spezialisten für raues Fahrwasser und deshalb gegenüber Mitbewerbern gut positioniert. Erst wenn die Ebbe kommt, sieht man schließlich, wer ohne Badehose schwimmt.

Aktien: Vor großen Chancen!

Ausgehend von den USA werden umfangreiche Fiskalprogramme die Konjunktur stimulieren. Nach einem globalen Rückgang der Unternehmensgewinne in den letzten zwei Jahren dürften diese wieder deutlicher ansteigen.

Ein leichter Anstieg der Zinsen und der Inflation wird eher positiv für die Aktienmärkte sein, da dadurch ein Umstieg von Renten- in Aktienfonds ausgelöst wird. Krisen als neue Normalität werden aber dafür sorgen, dass der positive Börsentrend immer wieder durch heftige Kursschwankungen unterbrochen wird. Es bietet sich deshalb an, vor allem Kursrückschläge zum Erwerb von Aktien zu nutzen. Steigende Unternehmensgewinne, eine weiter eher expansive Notenbankpolitik und die starke Risikoaversion der Anleger stellen aber ein ideales Umfeld für steigende Börsen dar. Unterstützt wird dieses Szenario auch von den Bewertungen, die nur in den USA im historischen Vergleich relativ hoch sind. In Europa liegen sie dagegen im neutralen Bereich und in Asien sind sie sogar ausgesprochen niedrig, obwohl hier langfristig das größte Wachstumspotenzial gegeben ist. Rückenwind erhalten wir auch dadurch, dass der wertorientierte Ansatz (Value) vor einem Comeback zu stehen scheint.

 

StarCapital. Hintergründig.

Die StarCapital AG wurde 1996 gegründet und hat ihren Firmenstammsitz in Oberursel. Das FondsManagement mit seinem Schwerpunkt im klassischen Value-Investing wird von der StarCapital S.A. in Luxemburg ausgeübt. Verwaltetes Vermögen: 1,1 Milliarden Euro. Fonds in Deutschland: 7. Zu Umsatz und Gewinn macht die Firmengruppe keine Angaben. Stand: 31.12.2014. Abfrage: 12.11.2015.

Internet: www.starcapital.de

Kategorien: Anbieter. Berichten.
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