Fonds-Anbieter-GAM: Roberto Cominotto zur überraschenden OPEC-Entscheidung

06. Oktober 2016 von um 11:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFonds-Anbieter-GAM: Roberto Cominotto, Portfolio Manager und Experte für Energieunternehmen bei GAM, kommentiert das Ergebnis der heutigen OPEC-Sitzung wie folgt:

Überraschenderweise haben sich die OPEC-Mitgliedsstaaten dazu entschieden, ihre Erdölproduktion einzufrieren oder leicht zu reduzieren. Die Details, inklusive Produktionsquoten für jeden einzelnen Mitgliedsstaat, müssen noch ausgehandelt werden und sollen in der anstehenden OPEC-Sitzung Ende November bekanntgegeben werden.

Nimmt man an, dass die OPEC die verbleibenden Hürden meistert, stellt die jüngste Ankündigung ein deutlich positives Signal für den Ölpreis dar. Obwohl der quantitative Einfluss auf die grundsätzliche Situation von Angebot und Nachfrage limitiert ist, sendet dieser Schritt eine klare Botschaft: Nachdem der Markt über zwei Jahre vorsätzlich geflutet wurde, um kostenintensive Erzeuger aus dem Markt zu spülen, kehrt das ErdölKartell zurück in seine Rolle als Stabilisator des Ölpreises. Die Angst vor einer weiteren Steigerung der Produktion nimmt ab, was sich positiv auf den Ölpreis auswirken wird.

An unserem Ausblick für den Öl-Markt ändert die heutige Entscheidung aber grundsätzlich nichts. Wir haben für 2017 ein Angebotsdefizit auf dem Markt vorausgesagt. Mit dem OPEC-Entschluss, die Produktion zu drosseln, wird sich diese Entwicklung sogar um einige Monate beschleunigen.

Bei unserer Analyse stützen wir uns auf mittelfristige fundamentale Entwicklungen: In den vergangenen zwei bis drei Jahren haben die Öl- und Gasproduzenten ihre Investitionen in beispiellosen Maße zurückgefahren. Die Genehmigungen für Neuprojekte bleiben aus und die Entdeckung neuer Ölquellen liegt auf einem 70-Jahrestief. Mit Ausnahme der Schieferölproduzenten in den Vereinigten Staaten, werden sich diese Abstriche im Versorgungsvolumen bei den Ölproduzenten erst in 2017 bemerkbar machen. Entscheidend ist aber, dass sich dieser Umstand in den kommenden drei bis vier Jahren nicht umkehren lassen wird. Die Ölmärkte werden sich daher wohl auf längere Zeit auf eine enge Versorgungslage einstellen müssen. Der Ölpreis wird sich mit der Zeit auf ein Niveau begeben müssen, das Produzenten dazu anregt, wieder zu investieren. Für die meisten wird dies bei Preisen zwischen 60 und 70 US-Dollar der Fall sein.

Die Titel von Energiekonzernen sind in den meisten Portfolios unterrepräsentiert, der gesamte Sektor ist im historischen Vergleich unterbewertet. Günstig bewertete Schieferöl- und Gasproduzenten aus Nordamerika sehen wir als Hauptprofiteure eines höheren Ölpreises. Und ausgewählte Öl- und Gasdienstleiter sollten die ersten sein, die eine zunehmende Investitionskraft zu spüren bekommen. Zur gleichen Zeit allerdings ist die politische Unterstützung und Kostenwettbewerbsfähigkeit im Sektor erneuerbare Energien so hoch wie niemals zuvor.

 

 

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

 

Stefanie Henn

Edelman.ergo GmbH

T +49 221 912 887 15

TeamGAM@edelmanergo.com

 

gamGAM. Hintergründig.

GAM wurde 1983 als FondsTochter der UBS gegründet. Von 1999 bis 2005 gehörte die Gesellschaft zum Bankhaus Julius Bär. Seit September 2009 ist GAM selbständig. Fonds: 450. Verwaltetes Vermögen: 36,9 Mrd. Euro. Anzahl der Mitarbeiter: 760. Geschäftsführer: David M. Solo.

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