Fonds-Anbieter: GAM: Larry Hatheway: „Investoren sollten die Risiken der Trump-Politik im Auge behalten“

08. Februar 2017 von um 10:30 Uhr

unabhaengigkeitFonds-Anbieter: GAM: Trumps Politik könnte zur Überhitzung der US-Wirtschaft führenFortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.

Signifikante Rotation aus festverzinslichen Anlagen in globale Aktien

Kurse berücksichtigen das politische Risiko vor den Europa-Wahlen derzeit nicht

Larry Hatheway, Group Head GAM Investment Solutions und Chefökonom beim Asset Manager GAM, kommentiert einmal im Monat die aktuelle Marktlage.

Bisher haben zahlreiche Anleger die Präsidentschaft Trumps als positiven Einflussfaktor für die Weltwirtschaft angesehen. Denn sie verspricht neben einem Wirtschaftswachstum in den USA auch Steuersenkungen, Wirtschaftsreformen und höhere Ausgaben – allesamt Faktoren, die das Wachstum weiter ankurbeln dürften. Es gibt also durchaus Gründe zum Optimismus. Allerdings gilt auch: Investoren sollten die Risiken der Trump-Politik im Auge behalten.

Es ist beispielsweise denkbar, dass die US-Wirtschaft infolge der Konjunkturmaßnamen vor dem Hintergrund der Vollbeschäftigung überhitzt. Dies würde die US-Notenbank zwingen, die Zinssätze stärker anzuheben, Störungen wären dann vorprogrammiert. Die protektionistischen Elemente von Trumps Programm könnten auch zur Ausweitung der Risikoprämien am Markt führen. Einflussfaktoren, die Anleger derzeit zu übersehen scheinen.

Aufgrund des freundlicheren Gesamtumfelds findet derzeit eine Rotation aus festverzinslichen Anlagen vor allem in globale Aktien statt. Am Aktienmarkt selbst ist ebenfalls eine Rotation zu beobachten, und zwar von Dividendenaktien hin zu zyklischen Aktien, Schwellenländerwerten und europäischen Titeln. Aktive Manager sollten die signifikante Streuung für sich nutzen.

Die implizite Volatilität globaler Aktien und anderer Anlageklassen bewegt sich nahe an historischen Tiefstständen: Ein klares Indiz für die momentan geringen Sorgen der Anleger. Doch einige bevorstehende Ereignisse könnten dies schon bald ändern, denn in Europa stehen dieses Jahr richtungsweisende Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland an. Angesichts des erstarkten Populismus in Großbritannien und den USA, könnte sich auch der Kurs der europäischen Politik verändern. Anleger sollten auch die Einführung weiterer protektionistischer Maßnahmen und die mögliche Diskussion um die Rolle Chinas oder Mexikos als Währungsmanipulatoren bedenken. Derzeit sind diese Risiken nicht in den Kursen berücksichtigt. Wir raten Anlegern zur Vorsicht – um nicht von möglichen Fallstricken aus dem Gleichgewicht gebracht zu werden.

Bei der Portfoliopositionierung hinsichtlich Staatsanleihenmärkten setzen wir auf kürzere Duration, insbesondere bei US-Treasuries sowie bei europäischen Bonds. Im Aktienbereich legen wir den Fokus verstärkt auf Zykliker, darunter auch Aktien aus Europa und den Schwellenländern sowie Aktien mit Wertsteigerungspotenzial. Zuletzt profitierten wir von der Erholung einiger überverkaufter Währungen, einschließlich der schwedischen Krone und des mexikanischen Peso. Insgesamt haben wir unsere Portfolios Anfang 2017 auf ein verbessertes Wirtschaftsklima und Marktumfeld sowie eine größere Risikobereitschaft der Anleger ausgerichtet.

 

gamGAM. Hintergründig.

GAM wurde 1983 als FondsTochter der UBS gegründet. Von 1999 bis 2005 gehörte die Gesellschaft zum Bankhaus Julius Bär. Seit September 2009 ist GAM selbständig. Fonds: 450. Verwaltetes Vermögen: 36,9 Mrd. Euro. Anzahl der Mitarbeiter: 760. Geschäftsführer: David M. Solo.

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