Fonds-Anbieter- GAM: Larry Hatheway, Chefökonom bei GAM

10. November 2016 von um 11:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFonds-Anbieter- GAM: „Trumps Wahlkampfversprechen zu deutlichen Steuersenkungen und höheren Militärausgaben deuten darauf hin, dass die USA in den kommenden Jahren eine deutlich expansivere Fiskalpolitik verfolgen werden.“

Die Auswirkungen des Wahlergebnisses in den USA werden wohl in gewisser Weise ein Spiegelbild des Brexit-Votums sein – auf eine anfängliche Phase der Unsicherheit folgt eine Neubewertung, in diesem Fall die Erkenntnis, dass ein Trump-Sieg dank expansiver Fiskalpolitik ein schnelleres Wachstum der US-Wirtschaft erwarten lässt, aber zudem auch steigende US-Zinsen infolge einer schnelleren Straffung der Geldpolitik durch die Fed. Politisch gesehen dürfte eine Präsidentschaft Trumps bei einer gleichzeitigen Republikanischen Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus die Aufhebung des Affordable Care Acts (‘Obama Care’) wahrscheinlicher machen, während eine Regulierung der Medikamentenpreise bzw. von Versicherungsprämien unwahrscheinlicher wird. Trumps Wahlkampfversprechen zu deutlichen Steuersenkungen und höheren Militärausgaben deuten darauf hin, dass die USA in den kommenden Jahren eine deutlich expansivere Fiskalpolitik verfolgen werden. Es sind hier Werte von bis zu 2 Prozent des Bruttosozialproduktes vorstellbar für die nächsten Jahre, was dem US-Wachstum einen deutlichen Schub verleihen könnte.

Auch wenn die Bondmärkte in den ersten Wirren nach der Wahl eine Rallye hinlegten, wäre eine Lockerung der Fiskalpolitik auf mittlere Sicht klar nachteilig für den Bond-Sektor. Der US-Arbeitsmarkt ist derzeit knapp an der Vollbeschäftigung, und aktuellste Zahlen zeigen, dass die Lohninflation in Schwung kommt. Eine expansivere Fiskalpolitik wird daher wohl zu einer schnelleren Serie von Fed-Zinsanhebungen führen als bisher erwartet. Selbst wenn Trump als Präsident in den Bereichen Einwanderung, Handel und US-Außenpolitik etwas moderater agiert als zu Wahlkampfzeiten angekündigt, dürften seine unorthodoxen Ansichten für länger anhaltende Verunsicherung sorgen.

Paul McNamara, Emerging Markets Fixed Income:

„Die attraktivsten Schwellenländer derzeit diejenigen sind, die nicht primär vom Welthandel mit den USA abhängen – das heißt weg von Mexiko und Asien, hin zu Brasilien, Russland und den europäischen Regionen“

Das Wahlergebnis in den USA kam überraschend und erwischte die Positionierungen im Portfolio auf dem falschen Fuß. Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass dieses Resultat einen gewichtigen Schritt weg von der Globalisierung bedeutet und das Wirtschaftsklima, welches während den vergangenen 30 Jahren in Washington, beim IMF, der Weltbank sowie in den US Regierungskreisen vorherrschte, eine neue Richtung einschlagen wird. Der Wahlausgang heute bedeutet große Veränderungen und wir hüten uns davor, die Auswirkungen zu unterschätzen.

Vor diesem Hintergrund sind wir denn auch überrascht, wie verhältnismäßig gering die Reaktionen auf den Märkten waren. Mit Ausnahme von Mexiko – der Peso fiel um die 10 Prozent – halten sich die meisten Schwellenländerwährungen besser als im Nachgang des Brexit Referendums in Großbritannien. Wir halten an unserer Sicht fest, dass die attraktivsten Schwellenländer derzeit diejenigen sind, die nicht primär vom Welthandel mit den USA abhängen – das heißt weg von Mexiko und Asien, hin zu Brasilien, Russland und den europäischen Regionen. Unsicherheit wird die nahe Zukunft dominieren und die Zeit wird zeigen, wohin die Reise geht.

Christophe Eggmann, Healthcare:

„Trump-Sieg könnte M&A-Aktivitäten im Healthcare-Sektor beflügeln“

Der Ausgang der US-Wahlen hätte für Pharmaunternehmen nicht positiver ausfallen können. Der klare republikanische Sieg bedeutet schwierige Zeiten für Obamacare, aber die Bemühungen der Demokraten, Medikamentenpreise zu kontrollieren, sind zumindest vom Tisch. Zudem haben die kalifornischen Wähler eine umstrittene Initiative abgelehnt, die vorgesehen hätte, die Medikamentenpreise für kalifornische Staatsbetriebe zu senken. Das sind zusätzlich gute Neuigkeiten für die Branche und wir erwarten, dass die Märkte in diesem Bereich sehr positiv reagieren werden.

Der Sektor handelt derzeit mit einem Abschlag von 10 Prozent zum Gesamtmarkt – die höchste Differenz der vergangenen fünf Jahre – und Biotech-Firmen werden zu rekordtiefen Bewertungen gehandelt. Wir erwarten, dass der Sektor als Resultat dieser Wahlen eine Neubewertung erfährt, und dies eher früher als später geschehen wird. Auch im M&A-Bereich sehen wir große Chancen in den kommenden Monaten, da das Streben nach Wachstum, große Cash-Positionen bei den Firmen sowie die Aussichten auf eine kommende Unternehmenssteuerreform in den USA (inklusive einem Repatriierungsabkommen von Offshore-Vermögen) für erhöhte Aktivitäten im Healthcare-Sektor sorgen sollte.

 

gamGAM. Hintergründig.

GAM wurde 1983 als FondsTochter der UBS gegründet. Von 1999 bis 2005 gehörte die Gesellschaft zum Bankhaus Julius Bär. Seit September 2009 ist GAM selbständig. Fonds: 450. Verwaltetes Vermögen: 36,9 Mrd. Euro. Anzahl der Mitarbeiter: 760. Geschäftsführer: David M. Solo.

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