Fonds-Anbieter- GAM: Hedgefonds: Ausblick 2017 – Wachsende Ungewissheit könnte aktiven Fonds neue Chancen eröffnen

21. Dezember 2016 von um 10:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFonds-Anbieter- GAM: London, 16. Dezember 2016 – Für aktive Anleger war 2016 ein schwieriges Jahr. Hedgefonds konnten mit der relativ guten Entwicklung wichtiger Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen nicht Schritt halten. Der HFRX Global Hedge Fund Index legte im November auf Basis des US-Dollar um 1,6 Prozent zu. Innerhalb des Index gab es jedoch erhebliche Renditeunterschiede. Anthony Lawler, Fondsmanager bei GAM, analysiert in seinem monatlichen Kommentar zu Absolute-Return-Strategien die aktuelle Marktlage, blickt zurück auf das laufende Jahr und gibt einen Ausblick für 2017.

Im November verbuchten Event-Driven-Strategien ein deutliches Plus – am besten entwickelten sich Distressed Assets, also notleidende Vermögenswerte denen abnehmende Sorgen um die Weltwirtschaft zu einer Rally verhalfen. Deutlich schlechter schnitten Trend-Following-Strategien ab. Nach einem guten Start ins Jahr litten sie in der zweiten Jahreshälfte unter Gegenbewegungen an den Anleihemärkten.

Die unterschiedliche Performance der Strategien im November ist dabei durchaus beispielhaft für das bisherige Jahr. Anthony Lawler zufolge wird das voraussichtliche Ende der Phase extrem expansiver Geldpolitik Auswirkungen auf die Hedgefonds haben. „Zu Beginn des Jahres hatten wir darauf hingewiesen, dass sich durch die politische Ungewissheit wahrscheinlich Gelegenheiten für interessante Trades eröffnen würden, was dann ja auch zutraf. Der unerwartete Wahlsieg von Donald Trump in den USA und das Brexit-Referendum – beide Wahlausgänge offenbarten eine ‚Anti-Establishment‘-Stimmung – waren Teil einer wachsenden populistischen Bewegung weltweit“, so Lawler. Die anhaltenden Stützungsmaßnahmen der Notenbanken dämpften indessen die realisierte Volatilität, sodass sich die Märkte von diesen Schocks schnell wieder erholt hätten. „Wir erwarten eine Fortdauer der politischen Ungewissheit, doch eine geringere Bereitschaft der Notenbanken zu weiteren Lockerungsmaßnahmen könnte den Märkten einen beträchtlichen Teil der Unterstützung entziehen. Stärker divergierende Konjunkturverläufe und höhere Renditen schaffen ein günstigeres Umfeld für aktive Fonds, und das sollte sich in allen Anlageklassen positiv bemerkbar machen.“

Außerdem geht der Experte davon aus, dass Relative-Value-Strategien Rückenwind erhalten und eine zentrale Rolle in Kundenportfolios spielen werden: „In einem Makro-Umfeld, das eine erhöhte Volatilität erwarten lässt, dürften Fonds im Vorteil sein, die von Mikro-Verwerfungen profitieren können. Wir denken, dass sich die gute Performance der Fixed-Income-Relative-Value-Strategien in 2017 fortsetzt, da ein breiteres Spektrum von Einschätzungen der Marktteilnehmer zusammen mit einer geringeren Liquidität zu einer stärkeren Streuung führen wird“, erklärt Lawler. Eine höhere Volatilität schaffe zudem gute Möglichkeiten für Relative Value Volatility-Fonds, die Marktverwerfungen und Kapitalflüsse für sich nutzen können. Überdies schufen volatile Märkte in der Vergangenheit meist günstige Bedingungen für systematische Strategien, besonders im kurzfristigeren Bereich.

Nach Lawlers Einschätzung haben sich die Aussichten für Unternehmensanleihen durch die Marktbewegungen verbessert: „Wie wir vor einem Jahr etwa um diese Zeit erkannt hatten, zählten Unternehmensanleihen zu den großen Storys des Jahres 2016, mit erfreulicher Performance. Die Anlageklasse erhielt Auftrieb durch die Erholung der Energiepreise, den Aufwärtstrend der Aktienmärkte und das anhaltende Streben der Anleger nach höheren Renditen“, sagt Lawler. Absolut gesehen sei die Attraktivität der Anlageklasse angesichts der engeren Spreads gesunken. Durch die relativ späte Phase des Konjunkturzyklus in den USA wüchse jedoch die Streuung auf der Titelebene und es eröffneten sich Möglichkeiten für Event-Driven- und Long/Short Credit-Strategien. „Wir rechnen zudem mit einer Belebung der Unternehmensaktivitäten als Reaktion auf erwartete künftige Zinserhöhungen und eine potenziell weniger scharfe Regulierung – beide Faktoren begünstigen Fusionen und Übernahmen.“

Quelle: GAM, Bloomberg, Reuters

 
gamGAM. Hintergründig.

GAM wurde 1983 als FondsTochter der UBS gegründet. Von 1999 bis 2005 gehörte die Gesellschaft zum Bankhaus Julius Bär. Seit September 2009 ist GAM selbständig. Fonds: 450. Verwaltetes Vermögen: 36,9 Mrd. Euro. Anzahl der Mitarbeiter: 760. Geschäftsführer: David M. Solo.

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