Fonds-Anbieter-Erste Group Research: Konjunkturausblick 2013. Deutschland und Frankreich: Langsame Erholung steht bevor.

28. Dezember 2012 von um 11:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! FondsAnbieter- Erste Group Research: Für Deutschland und Frankreich sollte die leichte Unterstützung durch die US Nachfrage sowie das Nachlassen der dämpfenden Effekte von der Peripherie in 2013 eine leichte Erholung bringen. Im Einklang damit haben sich die deutschen Exportauftragseingänge seit dem Tiefpunkt im Juni 2012 erholt, und sind weit über dem Niveau von 2009 geblieben. Das Exportwachstum hat sich überraschenderweise auf einem nochmals höheren Niveau gehalten, als es die Auftragslage nahelegen würden (siehe Abbildung). Ein ähnliches Bild bietet sich in Frankreich (bei insgesamt niedrigeren Wachstumsraten), wo Exportauftragseingänge im September einen Boden gefunden haben dürften. Die Verbesserung der Exporte sollte wiederum

Investitionen und Arbeitsmarkt stützen. In Deutschland haben sich der IFO und die Einkaufsmanager Indizes erholt. Daher könnte sich auch die niedrige Investitionsneigung, die mit schwacher Nachfrage und gedrückter Stimmung zusammenhängt, leicht erholen. In Frankreich könnten die leichte Verbesserung des BdF Geschäftsklima und die kürzlich angekündigten Steuersenkungen für Firmen (Lohnsteuer) Investitionen stützen – und den Arbeitsmarkt. Der Schwerpunkt in Frankreich muss auf einer Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit bleiben: Arbeitsmarkt- und andere strukturelle Reformen. Wir werden darauf in einem Report zu Frankreich eingehen.

Die Arbeitslosenrate in Frankreich steigt weiterhin leicht an, während sie in Deutschland nahe einem Allzeittief bleibt (siehe nächste Seite). Das wird eine leichte Erholung des Konsums unterstützen – der in Frankreich wie gewohnt relativ robust bleiben sollte.

Wir glauben nach wie vor, dass ein Anstieg des deutschen Konsums eine der vorteilhaftesten Entwicklungen in der Eurozone darstellen würde. Damit vergangene Ungleichgewichte umgekehrt und das Wachstum in der Peripherie gefördert werden kann, muss die Innennachfrage in

Deutschland steigen. In der Vergangenheit haben sich deutsche Haushalte und Firmen bei Konsum und Investitionen zurückgehalten, um zu sparen, während das Wirtschaftswachstum durch starke Exporte gestützt wurde (siehe Abbildung). Das impliziert, dass ein großer Teil der Ersparnisse (genau im Ausmass der Nettoexporte) im Ausland, insbesondere in den peripheren Ländern der Eurozone, investiert wurde. Um diese – rückblickend teils negative – Entwicklung umzukehren, müssen die Peripherieländer sparen. Im Kontext von Wachstum ist das nur dann möglich, wenn die Deutschen mehr konsumieren und investieren. Das wird eine große Herausforderung bleiben. Der deutsche Konsum ist leicht gestiegen, hat sich aber nach wie vor nicht als Impulsgeber etabliert.

Eurozone Arbeitslosigkeit: Peripherie sorgt für Anstiege

Die Schrumpfung, die durch die Schuldenkrise ausgelöst wurde, ist auch von einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Peripherie begleitet worden – speziell seit Mai 2011. Davor ist die Arbeitslosenrate in Deutschland und Frankreich gesunken, was den Anstieg in der Peripherie ausgeglichen hat. Die unerwartete Beschleunigung Italiens und Spaniens Beschäftigungslosigkeit – im Zusammenhang mit der unerwartet scharfen Kontraktion, als diese Länder in die Schuldenkrise gerieten – bewegt seither die Arbeitslosenrate in der Eurozone höher (diese ist um ganze 1,3% höher, als wir vor einem Jahr projeziert hatten7)

In der Tat ist die Beschäftigung stark vom Wirtschaftswachstum abhängig, wie für die USA illustriert (siehe Abbildung S.5). Unter der Annahme, dass die Konjunktur 2013 ihren Tiefpunkt erreicht, erwarten wir auch eine Stabilisierung der Beschäftigung in Italien. In Spanien könnte sich das weiter hinauszögern. In Anbetracht dessen, dass sich der Arbeitsmarkt üblicherweise mit Verzögerung erholt, sollte die Eurozone Arbeitslosigkeit den Höhepunkt erst gegen Ende 2013 nahe 12% erreichen. Danach sollte die erwartete Erholung 2014 auch die Arbeitslosigkeit reduzieren – aber nur sehr langsam. Inflation: hohe Arbeitslosigkeit verursacht Abwärtsdruck  Die Inflation ist von Rohstoffpreisen (Energie, Nahrungsmittel) und einer ‚inländische‘ Komponente (die mit der Wirtschaftsaktivität innerhalb des Landes zusammenhängt) bestimmt.  Die Energiekomponente hängt stark vom Ölpreis ab, welcher laut Markterwartung auf einen ‚Gleichgewichtswert‘ absinken sollte (sowohl in EUR als USD). Der Ölpreis war in den letzten Jahren sehr volatil, was signifikant zur Inflation in der Eurozone und den USA beigetragen hat. Der 5-Jahres-Terminpreis ist jedoch relativ stabil geblieben, was impliziert, dass die Märkte weiterhin mit einem Rückgang des Ölpreises zu diesem ‚Gleichgewichtswert‘ rechnen. Basierend darauf erwarten wir einen negativen Beitrag von der Energiekomponente zur Inflation in 2013, und fast keinen Beitrag 2014.

Inflationsdynamik: hohe Arbeitslosigkeit dämpft Eurozone Inflation. Die Nicht-Energiekomponente der Inflation ist wesentlich weniger volatil und im Prinzip von der wirtschaftlichen Aktivität abhängig. Allerdings zeigt eine ausführliche Analyse von Inflationsprognoseansätzen, dass wirtschaftliche Aktivität nur dann relevant für die Inflation ist, wenn die Wirtschaft stark vom Gleichgewicht abweicht (Boom oder Rezession).8 Das legt nahe, dass Arbeitslosigkeit die Inflationsrate nur dann durch gedrückte Nachfrage und Lohnabwärtsdruck dämpft, wenn sie sehr hoch ist. Hoch (oder niedrig) sollte relativ zu einer Gleichgewichtsrate der Arbeitslosigkeit interpretiert werden (NAIRU), bei der die Inflation weder steigt noch fällt. Wir schätzen, dass diese Rate in den USA bei knapp 6% liegt, in der Eurozone bei 8,5%. Dah

Kategorien: Anbieter. Berichten.
[top]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung der SJB FondsSkyline OHG 1989.


*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.