SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wird die Toshiba-Aktie ganz vom Markt verschwinden?

12. April 2017 von um 14:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wird die Toshiba-Aktie ganz vom Markt verschwinden? „Der japanische Technologie-Konzern Toshiba hat einen horrenden Verlust in Milliardenhöhe vermelden müssen, derIhre Werbung. Hier? das Unternehmen in seiner Existenz bedroht. Zweimal musste die Veröffentlichung der Geschäftszahlen bereits verschoben werden, nun wurden am Dienstag nicht geprüfte Ergebnisse vorgelegt, um eine Streichung vom Börsenzettel zu vermeiden“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Geschehnisse rund um die Toshiba-Aktie zusammen. „Die Gefahr, dass das ehemalige japanische Vorzeigeunternehmen ganz vom Markt verschwindet, ist damit aber längst nicht ausgeräumt. Ein Minus von umgerechnet 4,7 Milliarden Euro zwingt das Unternehmen dazu, den Verkauf seiner werthaltigsten Bestandteile zu erwägen. Kann ein Verkauf der Chip-Sparte Toshiba noch retten? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, nach dem milliardenschweren Quartalsverlust kämpft der japanische Technologiekonzern Toshiba ums Überleben. Das Traditionsunternehmen musste bereits zweimal die Vorlage der Geschäftszahlen verschieben, bevor es nun am Dienstag von den Prüfern nicht attestierte Ergebnisse veröffentlichte. Das fehlende Testat der Prüfgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) war das geringere Übel – hätte der schwer angeschlagene Elektronikriese seine Bilanz bis dahin immer noch nicht vorgelegt, wäre er umgehend vom Börsenzettel der Tokioter Börse gestrichen worden.

Trotzdem ist die Gefahr, dass die Toshiba-Aktie vollständig vom Markt verschwindet, keineswegs gebannt. Denn der nun veröffentlichten Quartalsbilanz zufolge fiel in den ersten neun Monaten des am 31. März beendeten Geschäftsjahres ein massiver Verlust in Höhe von 552,4 Milliarden Yen (umgerechnet 4,7 Milliarden Euro) an. Dies ist ein nochmals um rund zehn Prozent höherer Fehlbetrag, als in den letzten Prognosen von Toshiba: Zuvor war der Konzern noch von einem Minus von 499 Milliarden Yen ausgegangen. Die Zahlen für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr will der Toshiba-Konzern Mitte Mai vorlegen.

Nochmals schlimmer fallen die Prognosen für das im April begonnene neue Geschäftsjahr 2017/18 aus: Hier rechnet Toshiba jetzt mit einem Verlust von 1,01 Billionen Yen – das wäre der bisher höchste Fehlbetrag eines japanischen Produktionskonzerns. Der voraussichtliche Verlust steigert sich mit großer Geschwindigkeit: Noch im Februar hatte Toshiba ein weniger als halb so hohes Minus von 390 Milliarden Yen in Aussicht gestellt. Doch jetzt mussten die Japaner eine Wertberichtigung in Höhe von 712,5 Milliarden Yen bekanntgegeben. Auslöser waren Probleme bei der US-Atomtochter Westinghouse, in deren Zuge Verwaltungsratschef Shigenori Shiga zurücktreten musste.

Was sind die wichtigsten Gründe für die horrenden Verluste des traditionsreichen Elektronikkonzerns? Toshiba war nach einem Bilanzskandal und der folgenden Radikalsanierung tief in die roten Zahlen gerutscht. Doch nicht nur im Technologie- und Elektroniksektor lief es nicht mehr: Hinzu kamen massive Probleme im US-Atomkraftwerksgeschäft bei der Konzerntochter Westinghouse. Auslöser waren Verzögerungen und Kostenüberschreitungen beim Bau von Atomkraftwerken in den USA. Nun wurde für die US-Atomsparte Westinghouse Electric Insolvenz angemeldet – doch ein Befreiungsschlag war auch dies nicht.

Um die Verluste im Gesamtkonzern aufzufangen, soll das noch profitable Geschäft mit Speicherchips abgespalten werden, die Chip-Sparte steht zum Verkauf. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ hat der Apple-Zulieferer Foxconn das höchste Gebot für diesen Konzernteil abgegeben. Demnach bietet der taiwanesische Elektronikhersteller bis zu drei Billionen Yen für die Toshiba-Sparte – und würde damit Gebote anderer Interessenten, darunter ein von der japanischen Regierung unterstützter Investmentfonds, deutlich übertreffen. Doch einzelne Stimmen innerhalb der japanischen Regierung lehnen einen Verkauf des Geschäfts ins Ausland wegen der strategischen Bedeutung ab – der Deal ist damit noch keineswegs sicher. Toshiba wird sich voraussichtlich erst im Sommer entscheiden.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wird die Toshiba-Aktie ganz vom Markt verschwinden? Ob eine Rettung des japanischen Traditionsunternehmens Toshiba überhaupt noch möglich ist, ist keineswegs sicher. Es bleibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Toshiba ganz von der Börse genommen werden muss, wenn es weiter Probleme mit der Vorlage der Quartalszahlen gibt und die Verluste ins Uferlose wachsen. In erster Linie ist es fraglich, ob die Erlöse durch den möglichen Verkauf der Chip-Sparte ausreichen, um die Fehlbeträge der anderen Sektoren auszugleichen: Damit würde das mächtige japanische Unternehmen verschwinden, das seine besten Geschäfte mit Verbraucherelektronik und Haushaltsgeräten machte: 1959 entwickelte es den ersten Farbfernseher in Japan, 1930 brachte es dort die erste elektrische Waschmaschine auf den Markt. Es wäre schade um den Traditionskonzern.

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