FondsAnbieter- Franklin Templeton Investments: Ein anderer Blick auf Volatilität

30. März 2016 von um 12:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- Franklin Templeton Investments: Viele Anleger fürchten Marktschwankungen, wie sie in den letzten Monaten zu beobachten waren. Dabei muss Volatilität nicht unbedingt etwas Schlechtes sein – vor allem nicht für Anleger, die in bestimmten alternativen Strategien investiert sind. Brooks Ritchey, Senior Managing Director von K2 Advisors, erklärt die Gründe dafür.

Brooks Ritchey
Senior Managing Director, K2 Advisors
Franklin Templeton Solutions

Jeder Investmentmanager hat seine eigene Sammlung von Lieblingssprüchen. Zu meinen gehört dieser hier: „Jede neue Krise ist eine versteckte Chance“. Das Jahr 2016 hat mir bislang Gelegenheit gegeben, diese Maxime zu überprüfen. Zwar war der Jahresauftakt an den globalen Märkten unruhig, doch die anschließende Volatilität hat Chancen in Form von Marktineffizienzen eröffnet. Ein ineffizienter Markt bedeutet meist, dass sich Anleger bei ihren Entscheidungen nicht von Fundamentaldaten, sondern von Ängsten leiten lassen und dass die Preise von Wertpapieren nicht mehr unbedingt ihrem zugrundeliegenden Wert entsprechen.

Allgemein gesagt versuchen die meisten Hedgestrategien, von Marktineffizienzen zu profitieren, indem sie Preisdifferenzen und relative Diskrepanzen zwischen Wertpapieren, technischen Marktbewegungen, tiefen fundamentalen Bewertungsanalysen und anderen quantifizierbaren Trends und/oder Inkonsistenzen ausnutzen.

Bei der Anlage in Hedgestrategien über unsere Liquid-Alternatives-Portfolios (Liquid Alts) gehen wir davon aus, dass Ineffizienzen uns bessere Gelegenheiten bringen, Überrenditen oder positives Alpha zu generieren. Mit anderen Worten: Bei Volatilität haben Anleger in Hedgestrategien eine bessere Chance, Gewinner von Verlierern zu unterscheiden (was nicht heißen soll, dass Anleger in Hedgestrategien immer versuchen, sich von „Verlierern“ fernzuhalten, aber dazu später mehr).

Weil sich die Finanzmärkte unter anderem erst noch an das langsamere Wachstum in China und die Unsicherheit über die globale Zinsentwicklung gewöhnen müssen, erwarten wir auf der Grundlage unseres aktuellen Wirtschaftsausblicks, dass die Volatilität noch eine Weile anhalten wird – und vielleicht sogar eskalieren könnte. In unseren Liquid-Alts-Portfolios setzen wir üblicherweise vier Hedgingstrategien ein: Long-Short Equity, Relative Value, Event Driven und Global Macro. Dabei sind Global Macro und Long-Short unserer Ansicht nach kurzfristig am besten positioniert, um von der erwarteten Zunahme der Marktvolatilität zu profitieren.

Global Macro: Eine Welt voller Chancen

Global-Macro-Strategien konzentrieren sich auf makroökonomische Top-down-Chancen über zahlreiche Märkte und Anlagemöglichkeiten hinweg, einschließlich Währungen und Rohstoffe. Sie berücksichtigen viele Faktoren, zu denen Konjunkturindikatoren für Länder oder Regionen ebenso zählen können wie unterschiedliche geldpolitische Trends. Die jüngsten Ereignisse in China haben für die Manager von Global-Macro-Hedge-Strategien neue Chancen gebracht:

GLOBAL MACRO: CHINA UND DER MARKT FÜR AUSTRALISCHE WOHNIMMOBILIEN

In der Wirtschaft – und im Bausektor – Chinas hat es in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen Boom gegeben. Dadurch war das Land ein wichtiger Importeur für Rohstoffe aus Australien wie insbesondere Eisenerz. Gleichzeitig haben chinesische Bürger hohe Summen in den australischen Immobilienmarkt investiert, was dazu beigetragen hat, dass die dortigen Preise für Wohnimmobilien gestiegen sind.

Inmitten jährlich zweistelliger Steigerungen der Wohnimmobilienpreise in Australien ist auch der Anteil ausländischer Spekulanten, viele davon aus China, an den Hauskäufern im Land gestiegen. Im Zuge des nachlassenden Wachstums in China und sinkender Rohstoffpreise ist die Wirtschaftslage in Australien in den letzten Monaten jedoch schlechter geworden, was eine dämpfende Wirkung auf die Käufe von Wohnimmobilien durch die einheimische Bevölkerung hatte. Einige Analysten haben zuletzt auch auf die sinkende Nachfrage seitens chinesischer Immobilienanleger hingewiesen, vor allem seit der Abwertung der Landeswährung Yuan im August 2015.

Unserer Einschätzung nach sind australische Banken akut anfällig für eine Korrektur bei den Häuserpreisen, weil sie einen großen Anteil am Markt für Wohnimmobilienkredite in ihrem Land haben. Zu dem hohen Risiko in diesem Bereich kommt noch hinzu, dass Banken in Australien rechtlich verantwortlich sind für die Einschätzung des Kreditrisikos von Hauskäufern, was noch weitere Risiken für sie selbst bedeuten kann. Darüber hinaus lassen unsere Analysen erkennen, dass viele australische Banken zu einem Aufschlag gegenüber Banken weltweit gehandelt werden; dies spricht für weiteres Abwärtspotenzial. Unter Beachtung all dieser Faktoren könnten Manager von Hedgestrategien entscheiden, Shortpositionen in australischen Banken einzugehen, weil sie erwarten, dass sich diese Aktien unterdurchschnittlich entwickeln werden.[1]

[1] Ein Leerverkauf ist der Verkauf eines Wertpapiers, das sich der Verkäufer zu diesem Zweck geliehen hat, meist von einem Broker, wobei er verspricht, es später zurückzugeben. Über den Broker werden die geliehenen Aktien verkauft, und die Einnahmen daraus dem Konto des Verkäufers gutgeschrieben. Zu einem festgelegten späteren Datum muss der Verkäufer dieselbe Anzahl der geliehenen Aktien kaufen und sie dem Broker zurückgeben. Wenn der Kurs in der Zwischenzeit gefallen ist, bekommt er diese Aktien jetzt zu niedrigeren Kosten, und die Differenz zum Verkaufspreis ist sein Gewinn. Wenn der Kurs nach dem Verkauf steigt, bezahlt der Leerverkäufer dagegen einen höheren Preis für die Aktien und macht Verlust. Bitte beachten Sie: Bei Leerverkaufsstrategien gibt es ein unbegrenztes Verlustpotenzial.

Long-Short Equity: Volatilität und Kursunterschiede bei Aktien

Bei steigender Volatilität erhöhen sich üblicherweise die Kursunterschiede zwischen den Aktien von Unternehmen, die als gesund gelten, und solchen, die mit Problemen zu kämpfen haben. Long-Short-Hedgestrategien versuchen, von dieser Ausweitung zu profitieren, indem sie die guten Unternehmen kaufen („long“ gehen) und die schlechten leerverkaufen („short“ gehen). Zur Erinnerung: Manager von Hedgestrategien sind nicht nur daran interessiert, „Gewinner“ zu finden. Sie können ihre Portfolios optimieren, indem sie Unternehmen identifizieren, die beispielsweise vom Einbruch der Ölpreise belastet werden, und von dieser für die Unternehmen negativen Entwicklung profitieren.

Ebenfalls glauben wir, dass Long-Short-Aktienstrategien von einem anhaltenden Anstieg der Zinsen in den USA profitieren dürften. Die Zinsveränderungen müssen dafür nicht einmal drastisch sein. Selbst kleinere Erhöhungen können Managern von Long-Short-Hedgestrategien Chancen bringen.

In einem Umfeld niedriger Zinsen überleben viele mittelmäßige Unternehmen dank billiger Kredite. Wenn die Zinsen dann steigen, haben diese mittelmäßigen Unternehmen tendenziell begrenzte Wachstumschancen, weil die steigenden Zinskosten auf ihre Gewinne drücken. Ein solches Umfeld kann also dabei helfen, die Gewinner deutlich klarer von den Verlierern zu unterscheiden, und die durch diese Varianzen geschaffenen Ineffizienzen fördern die potenzielle Generierung von Alpha.

Ebenfalls Einfluss auf die Bewertungen sowie die stärkere Trennung von Gewinnern und Verlierern hat die deutliche Dollaraufwertung, die seit ungefähr einem Jahr anhält. Exportabhängige Sektoren und Unternehmen in den USA haben es dadurch schwerer, ihre Gewinne zu steigern, als Importeure oder lokal ausgerichtete Unternehmen. Wir erwarten, dass sich dieser Trend das Jahr 2016 über fortsetzt, da sich die US-Geldpolitik von der vieler anderer Länder und Regionen abgesetzt hat; höhere US-Zinsen wiederum bedeuten, dass die Aufwärtsbewegung des US-Dollar gegenüber anderen wichtigen Währungen weitergehen dürfte.

Profitieren von „Disruption“

Weitere Entwicklungen, die unserer Ansicht nach zu zusätzlichen Chancen bei Long-Short-Aktienstrategien führen könnten, sind sogenannte „disruptive“ Technologien. Seit langem sind zum Beispiel die Auswirkungen von Google und anderen digitalen Medienunternehmen auf traditionelle Medien zu beobachten. Mit Blick auf die Zukunft könnte es ähnliche Entwicklungen auch in anderen Branchen wie Hotels und Freizeit geben, denn auch hier kommen neue Technologien auf den Markt und führen zu einer Disruption des Status Quo. Dynamische technische Fortschritte können eine große Auswahl an Gewinnern und Verlierern entstehen lassen.

Disruption – und Volatilität – werden oft als negativ eingestuft, doch wie wir gesehen haben, können beide Phänomene durchaus positive Anlagechancen für Hedgestrategien bringen, die versuchen, die mit ihnen typischerweise einhergehenden Marktineffizienzen zu ihrem Vorteil zu nutzen.

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, einschließlich des möglichen Verlusts des angelegten Kapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, einschließlich des möglichen Verlusts des angelegten Kapitals. Der Marktwert von Wertpapieren im Bestand der K2 Liquid Alternative Portfolios kann – mitunter rasch oder unvorhersehbar – steigen oder fallen. Die Performance der Portfolios hängt von der Fähigkeit des Managers ab, die Vermögenswerte auszuwählen, zu überwachen und auf die einzelnen Untermanager zu verteilen. Die Portfolios werden aktiv gemanagt und können Verluste erleiden, wenn sich die Einschätzung des Investmentmanagers bzw. des Untermanagers zu einer gegebenen Anlage für das Portfolio als falsch erweist. Manche Untermanager haben möglicherweise wenig oder keine Erfahrung mit der Verwaltung der Vermögenswerte einer eingetragenen Investmentgesellschaft. Investitionen im Ausland unterliegen einem höheren Anlagerisiko. Hierzu gehören politische, wirtschaftliche, Bonitäts-, Informations- und Währungsrisiken. Anlagen in Derivaten sind mit Kosten verbunden und können einen Hebeleffekt im Portfolio auslösen. Dieser kann eine erhebliche Volatilität sowie Verluste (oder Gewinne) für das Portfolio zur Folge haben, deren Höhe den ursprünglich im Portfolio angelegten Betrag deutlich übersteigt. Niedriger bewertete oder höher verzinsliche Schuldtitel gehen mit einem höheren Kreditrisiko einher, einschließlich der Möglichkeit eines Ausfalls oder Konkurses. Die Portfolios können Leerverkäufe von Wertpapieren tätigen, die mit dem Risiko verbunden sind, dass Verluste den ursprünglich investierten Betrag übersteigen können. Liquiditätsrisiken liegen vor, wenn es schwierig oder unmöglich ist, Wertpapiere zu dem Kurs zu verkaufen, zu dem sie bewertet werden.

 

templetonTempleton. Hintergründig.

Die US-FondsGesellschaft Templeton wurde 1940 gegründet, die Investmentgesellschaft Franklin 1947. Seit 1992 haben sich beide Gesellschaften zu Franklin Templeton Investments zusammengeschlossen. Fonds in Deutschland: 83. Weltweit verwaltetes Vermögen: 867,0 Milliarden US-Dollar. Zu Umsatz und Gewinn macht die Gesellschaft keine Angaben. Anzahl der Mitarbeiter weltweit: 9.200. Geschäftsführer: Reinhard Berben. Stand: 30.06.2015. SJB Abfrage: 28.07.2015.

Internet: www.franklintempleton.de

Kategorien: Anbieter. Berichten.
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