Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?
SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Können Deutschlands Politiker die Schuldenkrise stoppen? „Das Vertrauen der Deutschen in die Politik schwindet bis hin zur Gefahr für das demokratische System“, mahnt Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich,
im aktuellen StandPunkt. „Zu diesem Schluss kann man angesichts der jüngsten Ergebnisse des neuesten ARD Deutschlandtrends kommen. Schuldenkrise und deren finanzielle Folgen sind in der Mitte der Bevölkerung angekommen. Selten war die monatliche Befragung so voll wirtschaftlicher Themen. Gleichzeitig glauben die Menschen nicht mehr daran, dass Politiker in der Lage sind, die Krise zu beherrschen. Eine gefährliche Gemengelage.“
Liebe FondsBlogger, welche Partei besitzt die Kompetenz zur Regulierung von Banken und Finanzmärkten? 40 Prozent der Deutschen antworten auf diese Frage des ARD Deutschlandtrends für August 2012: „keine Partei“, bzw. „weiß nicht“. Anders gesagt: Die politische Klasse in Deutschland sitzt nach Ansicht der Wählerinnen und Wähler genauso im „Tal der Ahnungslosen“ wie sie selbst.
Am ehesten trauen die Deutschen ein entschlossenes Vorgehen in dieser Angelegenheit noch den „großen“ Volksparteien zu. Mit Werten von 24 bzw. 23 Prozent liegen CDU und SPD praktisch gleich auf. Alle anderen Parteien rangieren unter „ferner liefen“. Zum Beispiel kommen die freibeutenden Piraten auf gerade ein Prozent, die vormals für ihre freiheitliche Wirtschaftskompetenz bekannte FDP liegt nur einen Prozentpunkt besser.
Wer aber rief denn nun die bösen Geister Banken- und Schuldenkrise? Hier ist der Fingerzeig der Deutschen eindeutig. 42 Prozent sind der Meinung, CDU/CSU tragen die politische Verantwortung für die Macht der Banken und Finanzmärkte. Nur elf Prozent schieben die Schuld auf die SPD. Zehn Prozent machen die FDP verantwortlich.
Hier zeigt sich entweder ein interessantes Zerrbild oder ein sehr langfristiges historisches Bewusstsein der Deutschen. Die größte Liberalisierung der Finanzmärkte in Deutschland fand in der rot-grünen Ära Schröder von 1998 bis 2005 statt. Diese Entwicklung war weniger politisch motiviert, sondern vor allem die Erfüllung der europäischen Vorgaben aus Brüssel.
Gleichwohl werden Wirtschaftsnähe und Kapitalismus von den Wählerinnen und Wählern traditionell bei konservativen und liberalen Parteien verortet. Wenn man also die Ursprünge der Finanzmarktkrise in der ewigen Verbindung von Politik und Kapital sucht, wird man bei diesen Parteien fündig werden. Allerdings hießen Bundeskanzler und Finanzminister in der für die „Freisetzung“ der Kräfte auf den Kapitalmärkten in den USA und Europa verantwortlichen Phase zwischen 1971 und 1976 Willy Brandt und Helmut Schmidt.
Heute heißt die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Von der meinen 59 Prozent der befragten Deutschen, sie hätte in der Eurokrise richtig und entschlossen gehandelt. Passend dazu sind 68 Prozent des Wahlvolks mit den Leistungen der Kanzlerin zufrieden bzw. sehr zufrieden. Werden Anleger und Investoren die Geister der Banken- und Schuldenkrise also überhaupt wieder los? Den Deutschen fällt es sichtlich schwer, eine Institution zu benennen, die dies schafft. So meinen zum Bespiel 39 Prozent der Deutschen, die Europäische Zentralbank (EZB) habe sich vor allem um stabile Preise zu kümmern. Bankrotte Staaten vor dem Untergang zu retten, wie es EZB-Präsident Mario Draghi jetzt angekündigt hat, gehört für gerade 12 Prozent der Deutschen zu den Kernkompetenzen der europäischen Zentralbank.
Grundsätzlich bleibt die Solidarität der Deutschen mit den Krisenstaaten in Europa hoch, mit einer Ausnahme. Während sich zwischen 68 und 80 Prozent für den Verbleib von Portugal, Spanien, Italien und Irland in der Eurozone aussprechen, wollen zwei Drittel der Befragten den Austritt Griechenlands aus der europäischen Gemeinschaftswährung sehen. Hier sehen viele die Wurzel einer weiteren Eskalation der Schuldenkrise. 84 Prozent glauben, dass der schlimmste Teil der Krise noch bevorsteht.
Dementsprechend pessimistisch sehen die Deutschen inzwischen die wirtschaftliche Zukunft. Dass sich die Wirtschaftslage innerhalb der kommenden zwölf Monate verschlechtert, meinen im August 56 Prozent. Im Vergleich zum Wert von 30 Prozent aus dem Mai dieses Jahres ist das ein massiver Anstieg.
SJB FondsSkyline. Fazit. Können Deutschlands Politiker die Schuldenkrise stoppen?
Die Deutschen sind nicht mehr davon überzeugt, dass politische Entscheidungsträger in Deutschland und Europa die Kompetenz besitzen, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Wenn weder Parteien noch Institutionen das können, welche Macht besitzen sie dann? Diese Frage war nicht Bestandteil des ARD Deutschlandtrends, aber sie schließt sich logisch an. Sollte sich diese Skepsis durchsetzen, dann steht auch das demokratische System auf dem Spiel.
Besser, Anleger und FondsInvestoren schaffen mehr Unabhängigkeit vom Euroraum in ihrem FondsDepot. Zum Beispiel mit dem ACMBernstein SICAV – RMB Income Plus Portfolio A2 EUR (ISIN: LU0633139125; WKN: A1JG4Q) oder dem The Alger American Asset Growth Fund A (ISIN: LU0070176184; WKN: 986333), beide mit Domizil in Luxemburg.
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Viele Länder sah Zarathustra und viele Völker: keine größere Macht fand Zarathustra auf Erden, als die Werke der Liebenden: “gut” und “böse” ist ihr Name.
Wahrlich, ein Ungetüm ist die Macht dieses Lobens und Tadelns. Sagt, wer bezwingt es mir, ihr Brüder? Sagt, wer wirft diesem Tier die Fessel über die tausend Nacken?
Tausend Ziele gab es bisher, denn tausend Völker gab es. Nur die Fessel der tausend Nacken fehlt noch, es fehlt das eine Ziel. Noch hat die Menschheit kein Ziel.
Aber sagt mir doch, meine Brüder: wenn der Menschheit das Ziel noch fehlt, fehlt da nicht auch – sie selber noch? –
Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra (Von tausend und einem Ziele).
http://www.deweles.de/globalisierung/die-3-gebote.html