SJB-Fonds-Sparer-StandPunkte-Griechenland-Bundestag: Bundestag stimmt ab – Griechenland eine Gefahr für die Märkte?

27. Februar 2012 von um 17:35 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-Fonds-Sparer-StandPunkte-Griechenland-Bundestag: Bundestag stimmt ab – Griechenland eine Gefahr für die Märkte? Der Bundestag hat noch nicht über das zweite Griechenland-Paket abgestimmt, da wird schon über eine Aufstockung des Rettungsfonds spekuliert. Eine Mehrheit der Deutschen will, dass die Abgeordneten das Rettungspaket stoppen, berichtet Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989, im aktuellen StandPunkt. „62 Prozent einer  Emnid-Umfrage plädieren für ein Nein im Bundestag, nur  33 Prozent für ein Ja. Gut zwei Drittel der Deutschen gehen davon aus, dass Griechenland nicht vor einem Staatsbankrott gerettet werden kann.“

Liebe FondsBlogger, das zweite Griechenland-Paket hat eine Mehrheit im Bundestag. Im Regierungslager gibt es Nein-Stimmen, doch die Opposition kommt in ihrer Fonds Analyse zu seinem Ja. Was Sparer heute vom Bundestag lernen können: Man kann auch über Geld abstimmen, wenn man die Summe noch gar nicht kennt. So ist unklar, wie hoch der deutsche Anteil am Hilfspaket genau ausfallen wird. Der Grund: Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird erst nach einen Entscheidung im Bundestag über seinen eigenen Beitrag entscheiden. Das bedeutet: Der Entscheidung im Bundestag über Griechenland liegt ein Extrem-Szenario zugrunde, in dem eine Beteiligung des IWF nicht vorgesehen ist. Der deutsche Steuerzahler soll ebenfalls nicht sichtbar belastet werden. Das Hilfspaket für Griechenland wird über den Euro-Rettungsfonds EFSF abgewickelt. Deutschland übernimmt die entsprechenden Garantien. Und wehe, sie werden fällig.

Wie fängt man einen Bundestag ein, den der Kabinettskollege Friedrich („Rate Griechenland zum Austritt“) gerade erst in Aufruhr gebracht hat? Wolfgang Schäuble weiß es: Was zum Lesen geben. In einem Brief erklärte er den lieben Kollegen“ und damit jedem Sparer in Deutschland die Details des zweiten großen Hilfsprogramms für Griechenland. Zu den bekannten 130 Milliarden Euro kämen noch einmal 24,4 Milliarden Euro aus dem ersten Hilfspaket hinzu, die bislang nicht ausgegeben seien. Weitere 35 Milliarden Euro würden gebraucht, um zeitweilig Risiken bei der EZB zu sichern. Selbst gewiefte Haushaltspolitiker waren überrascht und wollten wissen, wie groß denn nun der Betrag sei, den sie für Griechenland freigeben sollen. Operation gelungen, Verwirrung komplett. Der Bundestag muss ja nicht alles wissen, wenn er abstimmt.

„Lohnt sich das?“, fragen die deutschen Sparer mit vollem Recht – sie haften schließlich als Letzte. Die SJB Recherche ergibt: Im Mittelpunkt steht der Forderungsverzicht aller privaten Sparer, Anleger und Investoren, die griechische Anleihen halten. Das Geld, über das entschieden wird, soll den Verzicht für die privaten Gläubiger und Sparer attraktiver machen. Dafür werden 35 Milliarden Euro als EFSF-Garantien bei der EZB hinterlegt, um die dort gelagerten Anleihen privater Banken abzusichern. Ein EFSF-Kredit über 30 Milliarden Euro braucht Griechenland, um Sparer und Gläubiger vom Umtausch in die neuen Anleihen mit niedrigerem Nennwert und Zins zu überzeugen. Ein zweiter EFSF-Kredit über 23 Milliarden Euro wird für die Rekapitalisierung der Banken in Griechenland benötigt. Hier werden – weil Sparer aus Griechenland in eigene Anleihen investiert hatten – gewaltige Verluste erwartet. Ein dritter EFSF-Kredit über 5,5 Milliarden Euro ist reserviert für alte Zinszahlungen. Macht in der Fonds Analyse rund 93 Milliarden Euro auf der Soll-Seite. Auf der Habenseite steht ein Forderungsverzicht von rund 110 Milliarden Euro. Das Gesamtergebnis wird Sparer, Anleger und Investoren gleichermaßen enttäuschen: Der Schuldenstand in Griechenland fällt um 17 Milliarden Euro. Nach Auffassung der SJB lohnt sich das nicht.

Wenn alles gut geht und Griechenland wie ab 2014 im Haushalt Überschüsse ausweist, soll die Verschuldung bis 2020 noch einmal um weitere 16 Milliarden Euro sinken. Damit wäre dann die angestrebte Verschuldungsquote von 120,5 Prozent vom BIP erreicht – zumindest wenn die Wirtschaft wächst. Wächst sie nur 0,5 Prozentpunkte p.a. weniger als unterstellt, liegt der Schuldenstand 2020 bei 127 Prozent.

SJB FondsSkyline. Fazit. Bundestag stimmt ab – Griechenland eine Gefahr für die Märkte? Ja, Griechenland ist eine Gefahr für die Märkte. Denn die Umschuldung bewirkt eine Zweiteilung der Märkte und erhöht die Gefahr von Staatsbankrotten. Mit Blick auf Anleihen aus Griechenland haben staatliche Gläubiger Vorrang vor privaten Sparern, Anlegern und Investoren. Der politisch erzwungene Umgang mit Gläubigern verletzt das Prinzip der Gleichbehandlung. Es entstehen Märkte erster und zweiter Klasse, die unter den Marktteilnehmern zu einer Neubeurteilung von Staatsschulden an den Kapitalmärkten führen wird. Das Beispiel kann Schule machen: Warum sollte, was in Griechenland geklappt hat, nicht auch in Portugal, Irland oder Italien klappen? Die nachträgliche Veränderung der Anleihebedingungen kann Signale aussenden, die alle Formen der Finanzierung  staatlicher Schulden schwer schädigen können. Es ist gut möglich, dass die Abstimmung im Bundestag heute als Sisyphos-Sieg in die Geschichte eingeht. Sie wollen da nicht mitmachen und lieber aus eigener Kraft liquide bleiben? SJB Liquidität bietet Ihnen die Chance dazu. Die Dienstleistung umfasst Fonds in Fremdwährung und in Euro. Für Sparer, Anleger und Investoren, die eine Euro-Reserve wollen, sind diese Fonds besonders interessant: Der ESPA Cash (WKN 576143, ISIN AT0000724299), domiziliert in Wien, und der Fidelity EuroBond (WKN 973275, ISIN LU0048579097), der in Luxemburg aufgelegt wurde.

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