SJB-Fonds-Sparer-StandPunkte-Ehrensold-Reichensteuer: Arme Reiche – sind Sparer nur neidisch?

02. März 2012 von um 17:35 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-Fonds-Sparer-StandPunkte-Ehrensold-Reichensteuer: Arme Reiche – sind Sparer nur neidisch? Es sei ein „Appell an den Patriotismus, um das Land wieder aufzubauen“, erklärt der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande und fordert ab einem Jahreseinkommen von einer Million Euro eine Reichensteuer von 75 Prozent inklusive Wertpapiermitteilung. „Reiche Franzosen können damit nichts anfangen“, berichtet Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989, im aktuellen StandPunkt. „Viele Reiche haben einfach genug von der französischen Gesellschaft. Sie ertragen die vielen Streiks nicht mehr. Und sie wollen nicht länger als Diebe betrachtet werden, nur weil sie Reiche sind. Sie haben das Gefühl, für Fehler der Regierung gerade stehen zu müssen. Der einsetzende Diskurs bringt alte Fronten ins Wanken.“

Liebe FondsBlogger, was ist objektiv angemessen für welche Tätigkeit? In entwickelten Demokratien gibt es dafür die Tarifpartner und gesetzliche Prozeduren. Darüber hinaus bestimmt das Verhältnis von Angebot und Nachfrage, welchen Lohn der Anbieter vom Kunden verlangen kann. Schwierig wird es immer dann, wenn die Schere zwischen Arm und Reich extrem auseinanderklafft und die eine Seite die andere nicht mehr verstehen kann oder verstehen will. An diesen Punkt haben uns die Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrisen offenbar geführt  Unter dem stark emotionalen Einfluss von Debatten um Ehrensold und Reichensteuer haben Arme und Reiche den Konsens aufgekündigt. Sind die Armen nur neidisch?

199.000 Euro im Jahr soll Christian Wulff nach seinem Rücktritt lebenslänglich als Ehrensold erhalten. Doch auch nach der Bewilligung der Zahlung geht die Debatte weiter: 84 Prozent fordern laut einer ARD-Umfrage, der Ex-Bundespräsident müsse auf das Geld verzichten. Dabei hatte das Bundespräsidialamt mitgeteilt, die rechtlichen Voraussetzungen für die Zahlung des Ehrensoldes seien erfüllt. Wulff sei am 17. Februar „aus politischen Gründen“ zurückgetreten. Laut Gesetz ist bei einem vorzeitigen Ausscheiden allein „aus politischen oder gesundheitlichen Gründen“ die Zahlung eines Ehrensolds vorgesehen. Was Sparer, die empört oder neidisch oder beides sind, übersehen: Es geht hier nicht um die Person Wulff, sondern um die Staatsräson: Ein Staatsoberhaupt wird vom Staat versorgt, und das heißt Ehrensold. In diesem Rechtsrahmen gibt es keinerlei Spielraum. Eine viel ernsthaftere Debatte ist es, ob wir a) überhaupt einen Präsidenten brauchen oder wie er b) anders alimentiert werden kann. Doch da sind Arme und Reiche in Deutschland noch lange nicht.

In den USA haben Arme und Reiche eine gute Chance, einen Schritt weiter zu kommen. Das verdanken sie Andrew Schiff. Der Marketingdirektor des Brokers Euro Pacific Capital Inc. fuhr in einen Stau, während er Bloomberg gerade ein Telefoninterview gab. Darin ging es um Wall-Street-Boni, die Lebenshaltungskosten in New York und um sonstige Sorgen, die Arme und Reiche so haben. Und Andrew Schiff redete sich in Rage: Mit einem Grundgehalt von 350.000 US-Dollar komme er nicht weit. Seine Kinder könne er nicht wie geplant auf die Privatschule schicken. Das neue Haus für 1,5 Millionen Dollar könne er sich kaum mehr leisten. „Ich kann mir nicht vorstellen, was ich jetzt machen soll.“

Kaum war der Stoßseufzer in Netz verklungen, brach der Sturm los. „Lasst die Geigen heulen“ war die poetischste und die „grausige Geschichte vom Billig-Lachs“ die sarkastischste Reaktion. Eine spontane Twitter-Gemeinde forderte „Bonus-Entzug“. Die Fakten sind: Die Einkommen sinken landesweit, das US-Durchschnittsgehalt betrug zuletzt 49.445 US-Dollar im Jahr. Der Anteil der notleidenden Amerikaner ist mit 15,1 Prozent so hoch wie seit fast 20 Jahren nicht mehr, 9,2 Millionen US-Familien leben in Armut. Das kommt ein vom Lachs traumatisierter Wall Street Broker gerade recht.

Doch auch Schiff rührt mit seinem Selbstmitleid an Fakten: Man muss 123.322 US-Dollar im Jahr verdienen muss, um in New York zur Mittelklasse zu gehören. Um einen Lebensstandard zu erreichen, den man in Boston für 35.403 US-Dollar jährlich bekommt, muss man in Atlanta 26.092 US-Dollar verdienen, in Miami 31.124 US-Dollar und in New York 60.000 US-Dollar. Die Unternehmen an Wall Street haben die 2011 die Boni zusammengekürzt: Goldman Sachs und Barclays um rund 25 Prozent. Morgan Stanley hat seine Cash-Boni auf 125.000 US-Dollar begrenzt, und die Deutsche Bank ihren Anteil an nachgelagerten Anwartschaften erhöht. Der Bonus-Pool von Wall Street insgesamt viel um 14 Prozent auf 19,7 Milliarden US-Dollar, den tiefsten Stand seit 2008.

SJB FondsSkyline. Fazit. Arme Reiche – sind Sparer nur neidisch? Das Vergütungssystem im Finanzdienstleistungssystem macht erneut einen Wandel durch. Wenn in den Banken fast jede Dienstleistung einen Bonus wert ist, verliert diese Art der Vergütung schon im Binnenverhältnis ihren leistungssteigernden Anreiz. Im Außerverhältnis geht es noch um viel mehr: Das Vertrauen der Kunden, Arme und Reiche. Eine klare Regulierung der Einkunftsarten seitens der Aufsichtsbehörden inklusive Wertpapiermitteilung ist ein notwendiger erster Schritt. Der zweite ist die genaue und auch emphatische Kenntnis über die Lebensrealität des Kunden. Wer das Vertrauen geschenkt haben möchte, muss wissen, was 199.000 Euro pro Jahr bedeuten. Ob Ehrensold oder hart erarbeitet. Ob sich der Systemwandel auf die Fonds Auswahl auswirkt? Aber sicher: Nicht nur Hollande, sondern auch Sarkozy plant eine Reichensteuer. Wer profitiert? Die Schweiz, zum Beispiel mit dem Pictet-CHF Liquidity-P (WKN 675160, ISIN LU0128498267). Und für wen ist es gut, wenn weniger Geld in Boni als in Wachstum fließt? Wachstumsfonds wie der Alger American Asset Growth Fund (WKN 986333, ISIN LU0070176184).

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