SJB-Fonds-Investoren-StandPunkte-Griechenland-Staatsbankrott: Ist Griechenland vor dem Staatsbankrott gerettet?

21. Februar 2012 von um 17:35 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-Fonds-Investoren-StandPunkte-Griechenland-Staatsbankrott: Ist Griechenland vor dem Staatsbankrott gerettet? „Die Euro-Finanzminister haben heute Morgen einem neuen Hilfspaket zugestimmt, mit dem frisches Geld nach Griechenland gepumpt wird“, erklärt Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989, im aktuellen StandPunkt. „Erstmals müssen auch Banken, Versicherungen und Hedgefonds im Kampf gegen die Staatspleite einspringen und dies in ihrer Wertpapiermitteilung dokumentieren. Damit wird Griechenland  in allerletzter Minute vor dem Staatsbankrott bewahrt.

Liebe FondsBlogger, die Banken, Versicherungen und Hedgefonds üben sogar mehr Verzicht auf das Geld als ursprünglich geplant. Der internationale Bankenverband IIF hatte sich in der Nacht zuvor stundenlang gegen eine stärkere Beteiligung gesträubt, dann aber doch noch zugestimmt. In einer Erklärung des Verbandes heißt es, es handele sich „um die bisher größte Umstrukturierung von Staatsschulden“. Das Paket zur Umschuldung gebe „die außergewöhnlichen und einzigartigen Umstände“ des Falles Griechenland wieder. Der Verband empfahl allen Investoren eine „sorgfältige Prüfung des Angebots zum Umtausch alter Anleihen in neue“, während die SJB sicher ist, dass eine Anlage Aktien in Sondervermögen das Geld der Investoren viel besser schützt.

Der Schuldenberg in Griechenland ist gigantisch: Das Minus soll von aktuell 160 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) auf 120,5 Prozent im Jahr 2020 sinken. Das Hilfspaket umfasst Hilfen in Höhe von 130 Milliarden Euro. Zahlmeister sind die Euro-Länder, die EU-Kommission und der Internationale Währungsfonds. 100 Milliarden Euro davon sind öffentliche Hilfen. Die Zinsen beginnen bei zwei Prozent und steigen erst nach 2020 auf 4,3 Prozent. Die übrigen 30 Milliarden sind Garantien für neue Anleihen der privaten Gläubiger in diversen Sondervermögen.

Für die Kredite aus dem ersten Hilfspaket von 2010 werden die Zinsen halbiert.

Die privaten Gläubiger – also vor allem Banken und Hedgefonds – verzichten zusätzlich zu den öffentlichen Hilfen auf Geld in Höhe von 53,5 Prozent ihrer Forderungen. Das entspricht einem Schuldenschnitt von etwa 107 Milliarden Euro, etwa sieben Milliarden mehr als zuvor geplant. Die übrigen rund 93 Milliarden Euro an Forderungen tauschen die privaten Gläubiger in neue griechische Staatsanleihen mit sehr langer Laufzeit um. Gewinne aus EZB-eigenen griechischen Staatsanleihen werden an die Nationalbanken der Staaten ausgezahlt.

Griechenland muss im Gegenzug für das neue Rettungspaket gegen den Staatsbankrott weitgehende Zugeständnisse machen. Die Schuldenquote soll von aktuell 160 Prozent  auf 120,5 Prozent des BIP im Jahre 2020 sinken. Die Rettung vor dem Staatsbankrott muss Griechenland mit der Einhaltung strikter Sparbedingungen bezahlen: Griechenland muss unter anderem Renten und Mindestlöhne kürzen. Eine  Reform des Steuersystems soll neue Einnahmen generieren. Griechenlands Wirtschaft soll hermetisch abgeriegelte Märkte öffnen und mehr Wachstum schaffen.

Schließlich wird auf einem Sperrkonto Geld gelagert, mit dem künftig Zinsen und Tilgungen für Staatsanleihen gezahlt werden sollen. Für dieses Sperrkonto besitzt Griechenland keine Verfügungsvollmacht. Die Einhaltung all dieser Auflagen soll künftig ständig und nicht nur punktuell von der Troika aus EU, IWF und EZB kontrolliert werden.

Trotz der Einigung kann die endgültige Entscheidung über die Höhe der neuen Hilfskredite erst im März fallen. Erst nach Ende des Anleiheumtauschs am 11. März steht fest, mit wie viel Geld sich die privaten Gläubiger an der Rettung vor dem Staatsbankrott beteiligen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble betonte, die Eurogruppe werde dann auch prüfen, ob Griechenland bis dahin die noch unerledigten Hausaufgaben aus dem ersten Rettungsprogramm erfüllt hat, darunter Reformen im Gesundheitswesen und im Rentensystem. Groß scheint Schäubles Zuversicht nicht. Unter Berufung auf interne Kreise berichtet der britische Telegraph, Schäuble sei zunehmend überzeugt von einer Insolvenz Griechenlands. Demnach solle ein offizieller Staatsbankrott Griechenlands in Betracht gezogen werden, denn die Maßnahmen sowie das neue Rettungspaket würden langfristig nicht reichen. Es sei nur noch eine Frage des Zeitpunkts.

SJB FondsSkyline. Fazit. Ist Griechenland vor dem Staatsbankrott gerettet?

Nein, Griechenland ist nicht vor dem Staatsbankrott sicher. Selbst der ursprünglich angestrebte Schuldenstand von 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2020 ist doppelt so hoch, wie im Maastrichtvertrag für die Euroländer verbindlich festgeschrieben. Welcher griechischen Anleihe würde man eine solche Bonität noch in die Wertpapiermitteilung schreiben? Allein 2011 hat Griechenland neue Schulden in Höhe von rund 10 Prozent seiner Wirtschaftsleistung gemacht. Das größte Problem in Griechenland: Die Schulden werden immer in Relation zum Wachstum gesetzt. Aber die Wirtschaft wächst nicht, sondern schrumpft. Gerade hat die Troika aus EU, IWF und EZB vor einer Vertiefung der Rezession in Griechenland gewarnt. Bleibe es dabei, werde Griechenland auch 2020 noch 160 Prozent verharren.  Was Investoren dagegen tun können? Den Anlagehorizont über Europa hinaus erweitern. Mit internationalen Sondervermögen wie dem JPMorgan Global Natural Resources Fund (WKN A0DPLM, ISIN LU0208853514), aufgelegt in Luxemburg, oder dem Fidelity Global Real Asset Securities EUR Hedged (WKN A0RMUW, ISIN LU0417495552), ebenfalls aufgelegt in Luxemburg.

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