SJB-Fonds-Investoren-StandPunkte-Finanzmarktsteuer: Lenkt die Finanzmarktsteuer den Profit in die Schwellenländer?

19. Januar 2012 von um 17:35 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot!  SJB-Fonds-Investoren-StandPunkte-Finanzmarktsteuer: Lenkt die Finanzmarktsteuer den Profit in die Schwellenländer? „Die Finanztransaktionssteuer oder, vereinfacht, Finanzmarktsteuer, ist eine Abgabe auf Börsengeschäfte individueller Investoren“, erläutert Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 im aktuellen SJB StandPunkt.“ „Nach den gängigen Modellen würde sie auf den gesamten Handel mit Aktien, Devisen, Anleihen, Derivaten und weiteren Finanzprodukten erhoben. Denkbar ist aber auch, nur bestimmte Geschäfte, die als besonders attraktiv für Spekulanten gelten, zu besteuern, oder diese mit einer höheren Abgabe zu belegen.“

Liebe FondsBlogger, anders als meist behauptet, geht es bei der Finanzmarktsteuer nicht um die Regulation dieser oder jener Anlageklasse. Es geht um viel mehr, nämlich den Profit mächtiger Finanzstandorte. Frankfurt, Paris oder London fürchten, dass die Schwellenländer, in denen die Finanzmarktsteuer nicht erhoben wird, an ihnen vorbeiziehen. Untereinander ist der Kampf um Investoren, Unternehmer und Führungskräfte nicht weniger scharf. Wer die Finanzmarktsteuer verhindert, sichert sich auf Jahre einen Profit-Vorteil und der eigenen Regierung Gewerbesteuern. Rabatte bei den Individualsteuern fallen zum Beispiel für den britischen Premier David Cameron weniger ins Gewicht, als der Profit aus der Finanzmetropole London.

Wenn also jetzt Bundeskanzlerin Angela Merkel die Einführung der Finanzmarktsteuer in Gesamteuropa vorantreibt, profiliert sie sich nicht nur gegenüber der FDP, sondern auch gegenüber Großbritannien. Die Briten würden eher den Ärmelkanal verminen als sich den Profit Londons zugunsten einer verhassten Finanzmarktsteuer entgehen zu lassen. Für Investoren, Unternehmer und Führungskräfte entsteht aus dieser Lage unverhofft eine eigene Anlageklasse, die völlig neue Rabatte verspricht. Worum geht es Merkel und ihrem Mitstreiter, dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy? Natürlich um politischen Profit in den Wahlen. Die Finanzmarktsteuer wirkt nach Innen, denn sie verspricht, es „denen da oben“ mal zu zeigen. Doch Wähler sind im Alltag Investoren, Unternehmer und Führungskräfte, die Steuern (auch die Finanzmarktsteuer!) sparen und den Profit durch Rabatte optimieren wollen. Mit anderen Worten: Die Initiative der Kanzlerin für die Finanzmarktsteuer dürfte weniger Herzensangelegenheit als Strategie sein. Der Gefahr, dass die Schwellenländer durch Rabatte an Investoren, Unternehmer und Führungskräfte den Profit an Frankfurt vorbei lenken, wird die Kanzlerin den Standort Frankfurt niemals aussetzen.

Freilich mutet das Manöver ernsthaft an: Das Konzept der Finanzmarktsteuer ist so angelegt, dass es selbst bei anhaltendem Widerstand aus London in den Euro-Ländern realisiert werden könnte. Im Fall fortgesetzter Rabatte von Seiten Londons, New Yorks oder eben der Schwellenländer hält Merkel das für denkbar. Dagegen lehnt die FDP eine isolierte Einführung einer Finanzmarktsteuer in der Euro-Zone ab. Zu viel haben die Liberalen schon in die Anlageklasse „Regierungsopposition“ investiert, als dass sie nun ohne Profit die Arena verlassen dürfen. Konzeptionell bleibt die FDP jedoch beim Profit der Banken stehen und fasst einseitig die Rabatte für Banken ins Auge. Fraktionschef Rainer Brüderle plädiert für eine „Finanzaktivitätssteuer“ auf den Profit der Banken sowie die Gehälter und Bonuszahlungen der Investoren, Unternehmer und Führungskräfte. Vertreter der Schwellenländer können da nur den Kopf schütteln – Sie nehmen Investoren, Unternehmer und Führungskräfte, die ehemalige Klientel der FDP, gern bei sich auf.

SJB FondsSkyline. Fazit. Lenkt die Finanzmarktsteuer den Profit in die Schwellenländer? Kommt die Finanzmarktsteuer? Und wenn ja, wer profitiert davon? Fest steht, dass die Finanzmarktsteuer nicht kommen wird. Nach der Präsidentschaftswahl in Frankreich werden Investoren, Unternehmer und Führungskräfte sie wieder versenken. Doch falls sie käme, hätten die Finanzplätze den Profit, die an Investoren, Unternehmer und Führungskräfte Rabatte zu vergeben hätten: Die unabhängigen Finanzplätze und die Schwellenländer. Denn wer sich bislang offen gegen die Finanzmarktsteuer gestellt? Die Nicht-Euro-Länder Großbritannien, Schweden, Dänemark und, als Vertreter der Schwellenländer Europas, Tschechien. „Die Transaktionssteuer würde eine Menge unschuldiger Opfer fordern und Wirtschaftswachstum kosten“, erklären die Tschechen bündig. Und Großbritannien? London tätigt 34,1 Prozent der Devisenumsätze weltweit, gefolgt von New York mit 16,6 Prozent und Zürich mit 6,1 Prozent. Bereits unter den Top 5 ist Singapur mit 4,4 Prozent, Frankfurt ist mit 2,5 Prozent dabei. Der globale Devisenmarkt hatte Mitte 2011 ein Volumen von rund 619 Billionen (trillions) US-Dollar. Was ist den Regierungen da wohl lieber: Die Finanzmarktsteuer der Investoren oder die Umsatzsteuer der Unternehmen?

So oder so: Die Schwellenländer sind im Kommen und werden Anlageklasse für Anlageklasse die Kapitalströme auf sich ziehen. Für Investoren, Unternehmer und Führungskräfte kommt es darauf an, die Aufnahmefähigkeit der Märkte richtig einzuschätzen. Wichtigste Voraussetzung dafür: Schwellenländer-Expertise vor Ort. Diese beiden Investmentfonds bauen auf langjähriger Erfahrung auf: Der französische Aktienfonds Carmignac Emergents (WKN A0DPX3, ISIN FR0010149302) investiert mit einem Volumen von rund 1,7 Milliarden Euro in Aktien der Schwellenländer. Die drei größten Länderpositionen besetzt FondsManager S. Pickard derzeit mit Malaysia (3,4 Prozent), Mexiko (3,2 Prozent) und China (3,1 Prozent). Die mit 49,3 Prozent am stärksten gewichtete Region ist Asien. Der britische Aktienfonds Aberdeen Global Emerging Markets Equity (WKN 769088, ISIN LU0132412106) weist mit 66 Positionen ein konzentriertes Portfolio auf. FondsManager J. Irvine bevorzugt für das 7,4 Milliarden Euro schwere Portfolio die Finanzbranche, die aktuell mit 31,5 Prozent gewichtet ist. Unter den Top 3 der Schwellenländer sind Brasilien (18,3 Prozent), China (16,2 Prozent) und Indien (12,4 Prozent).

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