SJB-Fonds-Investoren-StandPunkte-BaFin-Derivate: BaFin nimmt Marketplace für Derivate ins Visier.

23. Januar 2012 von um 18:51 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-Fonds-Investoren-StandPunkte-BaFin-Derivate: BaFin nimmt Marketplace für Derivate ins Visier. Europa redet über die Schuldenkrise und hat nur immer neue Milliarden im Sortiment. Raimund Röseler nicht. Das Direktionsmitglied der Bundesagentur für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) richtet den Blick der Community auf die Ursachen der Krise – den Marketplace für Derivate. „Die BaFin liegt goldrichtig“, sagt Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989. „Denn während sich die Community gewöhnlich auf das Sortiment von Basiswerten wie Aktien, Anleihen oder Immobilien konzentriert, wächst der Marketplace für Derivate nahezu ungehemmt weiter. Die Auswirkungen direkt erworbener Derivate auf die Risiko-Rendite-Profile der Community sind unkalkulierbar. Der StandPunkt der SJB ist klar: Derivate gehören als Investment in die Hände von Profis und unter die Aufsicht der BaFin.

Liebe FondsBlogger, die deutsche Finanzaufsicht BaFin kündigte der Investment-Community an, den Marketplace für Derivate ins Visier zunehmen. Raimund Röseler, oberster Bankenaufseher in der BaFin erklärte: „Die Derivatemärkte haben sich völlig losgelöst von den realen Märkten, und ich glaube, da müssen wir noch viel stärker regulierend eingreifen.“ Das Volumen der Derivate auf Währungen habe sich von der Entwicklung des Welthandels abgekoppelt. Für Derivate auf Kredite gelte das gleiche. „Früher hat man vielleicht zu naiv gedacht, diese Produkte dienen der Absicherung bestehender Kredite“, sagte BaFin-Exekutivdirektor Röseler der Börsen-Zeitung. „Wenn ich aber die mir bekannten Portfolios betrachte, dann ist es schwer, eine direkte Verbindung zwischen den CDS-Positionen und vorhandenen Kreditengagements zu finden.

Das Investment in so genannte „Kreditausfallversicherungen“ (Credit Default Swaps, CDS) wurde ursprünglich eingesetzt, um Gläubiger gegen eine Pleite der Schuldner abzusichern. Die Banken-Community nutzte das mittlerweile riesige Sortiment der Derivate für Wetten auf die Kreditwürdigkeit von Anleihe-Emittenten, ohne die Anleihen selbst zu halten. Steigende Preise im Sortiment der CDS hatten zur Folge, dass Staaten wie Griechenland, Portugal oder Italien für ihre Staatsanleihen höhere Zinsen zahlen müssen. Nun gehe es der BaFin um das Risikomanagement der Banken am Marketplace für Derivate, erklärte BaFin-Exekutivdirektor Röseler. „Wir haben das Problem erkannt und überlegen jetzt, was wir zur Entschleunigung der Märkte beitragen können.“

CDS sind Derivate, sie gehören also ins Sortiment der Produkte, die von Basiswerten (Underlyings) abgeleitet (Derived) sind. Beim Investment schließen zwei Parteien einen Kontrakt: Der CDS-Verkäufer nimmt das Ausfallrisiko eines Wertpapiers auf sich und verpflichtet sich gegenüber dem CDS-Käufer, im Schadensfall eine Zahlung zu leisten. Im aktuellen Fall der griechischen Staatsanleihen erhielte der Käufer den Schuldenschnitt – abzüglich des Restwerts – ersetzt. Dafür leistet der Käufer regelmäßige Prämienzahlungen, die sich an der Risikoeinschätzung am Marketplace orientieren. Dieser so genannte „CDS-Spread“ wird innerhalb der Community in Basispunkten notiert. Ein CDS über eine Millionen Euro mit einem Spread von 150 Basispunkten würde die Community am Marketplace 15.000 Euro jährlich kosten.

Verändert sich in der Community die Risikobeurteilung im Sortiment, müssen die Parteien entsprechende Anpassungszahlungen (Collaterals) leisten. CDS sind somit weder für die Community noch für die BaFin einfache Versicherungen, sondern Derivate, deren Profile die laufende Wertentwicklung der Basiswerte abbilden. Das macht sie in der Banken-Community so interessant für spekulative Zwecke. Und das veranlasst die BaFin, die Derivate stärker regulieren zu wollen.

Die Profile im Sortiment der Derivate haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegend geändert: Normalerweise sind das Kreditinstitut und der Kreditnehmer eng miteinander verbunden: Beide wägen sorgfältig die Risiken ab und haben ein Interesse daran, dass der Kredit nicht platzt. Mithilfe der CDS-Derivate wird dieses Risiko an Dritte weitergereicht, deren Profile die Community meist nicht einschätzen kann. Zudem können sich die Risiken in einem Markt-Sortiment durch die erzielbare Hebelwirkung potenzieren. Der Kauf von CDS bietet also trügerische Sicherheit. Schließlich basiert die Absicherung im Sortiment auf der Annahme, dass der Versicherungsgeber immer zahlen kann. Und wenn nicht?

Banken haben derzeit Kreditausfallversicherungen gegen den Bankrott großer Staaten im Sortiment. In der Finanzkrise 2009 sind große CDS-Verkäufer ausgefallen. Die Risiko-Konzentration im Sortiment der Derivate ist seitdem noch gestiegen. Eine relativ kleine Anzahl von Händlern gebietet über eine relativ große Anzahl von CDS. Ein klarer Fall für die BaFin. Lange Zeit wurden Derivate, die ebenso wie die CDS nicht über Börsen, sondern über den Tresen (Over-the-counter, OTC) verkauft werden, nicht reguliert. Die Datenlage und Profile dieser Derivate sind unzureichend. Doch schon das wenige beeindruckt die Community: Laut Bank for International Settlements (BIS) hatte der Marketplace für CDS weltweit Mitte 2011 einen Nominalwert von 32,4 Billionen (trillion) US-Dollar –  doppelt so viel wie die Verschuldung der USA. Über zwölf Monate zeigte der Community für kurzfristige CDS ein Wachstum von 23 Prozent.

SJB FondsSkyline. Fazit. BaFin nimmt Marketplace für Derivate ins Visier. Die BaFin zeigt ein sicheres Gespür, wo Regulierungsbedarf besteht: Dort, wo die Community der Privatinvestoren auf die Community der Institutionellen trifft. Bei den Lehman-Papieren ist diese Begegnung in vielen Fällen zu Lasten der Privatinvestoren ausgefallen. Mit der Initiative der BaFin, im Sortiment der Derivate für mehr Transparenz zu sorgen, dürften auch Fortschritte in der europäischen Schuldenkrise zu erzielen sein. Zu verteufeln sich Derivate deswegen nicht. Die modernen UCITS-Fonds haben Profile, in denen Derivate ausdrücklich vorgesehen sind. Sie verbinden die Rechtssicherheit eines Sondervermögens mit der Flexibilität moderner Produkte, die zum Beispiel Währungsrisiken am globalen Marketplace durch Derivate wirkungsvoll reduzieren. Beispiele sind: Der Aberdeen Global II Australian Dollar (WKN A1C1CA, ISIN LU0513454529) und der Schroder ISF Asian Local Currency Bond SGD Hedged (WKN A0MV5V, ISIN LU0358731809).

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