SJB-Fonds-Investor-StandPunkte-Advent-Türchen-Einundzwanzig: Warum Kredite für Banken von der EZB?

21. Dezember 2011 von um 17:35 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-Fonds-Investor-StandPunkte-Advent-Türchen-Einundzwanzig: Warum Kredite für Banken von der EZB? Die Europäische Zentralbank (EZB) bietet den Banken erstmals Kredite mit drei Jahren Laufzeit an. Die ausgetrockneten Finanzmärkte wittern die Liquidität noch im Advent. Die Aktienkurse recken sich. Der Euro und selbst Staatsanleihen hoch verschuldeter Länder ergrünen. „Doch werden die Banken mit dem Geld der Kredite verantwortlich umgehen?“, fragt Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 im aktuellen StandPunkt. „Wie es aussieht, nutzen die Banken die Kredite der EZB noch im Advent, um sich weitere Risiken ins Haus zu holen. Dabei haben wir Unternehmer und Führungskräfte schon genug Bad Banks gesehen. Was soll jetzt im Advent kommen: Hell Banks?

Liebe FondsBlogger, die EZB hat gestern Banken zur Bekanntgabe ihrer Gebote für die erste LTRO Auktion gebeten (Longer-Term Refinancing Operation). Die Auktion ermöglicht es Banken noch im Advent, in uneingeschränktem Maß Liquidität zu einem Zinssatz von 1,00 Prozent über einen Drei-Jahres Zeitraum in Anspruch zu nehmen. Laut Wall Street Journal rechnen Analysten durchschnittlich mit einem Volumen von 300 Milliarden Euro. Die Spanne der Erwartungen für die Zeit nach dem Advent schwankt jedoch beträchtlich zwischen 50 und 600  Milliarden Euro. Die größte Summe, die Banken bisher auf einen Schlag bei der EZB abgerufen haben, lag bei 442 Milliarden Euro. Am 29. Februar 2012 wird die EZB die Aktion wiederholen und erneut dreijährige Kredite anbieten. Ziel der Kredite sei es, so Banken-Chef Mario Draghi, dass Haushalten und Unternehmen neue Liquidität zur Verfügung gestellt wird, also eine Klemme der Kredite (Credit Crunch) vermieden wird. Die Banken könnten allerdings auch eigene Unternehmensanleihen zurückkaufen oder Staatsanleihen kaufen.

Die Kredite der EZB kommen für die Banken im richtigen Moment, denn in der letzten Advent-Woche kündigten die Ratingagenturen für Europa eine Welle von möglichen Zurückstufungen an. Das bedeutet für die Banken, die die billigen Kredite im Advent aufnehmen: Die Zinsen für Staatsanleihen steigen. Davon betroffen sind nicht nur Peripheriestaaten wie Irland oder Portugal, sondern die Kernstaaten Europas: Frankreich, Großbritannien und Deutschland. „Nur ein Wunder kann uns noch retten“, warnt in Frankreich die französische Börsenaufsicht. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent, so Fitch, werde Frankreich sein AAA verlieren. Präsident Nicolas Sarkozy hatte monatelang beteuert, das Rating mit allen Mitteln zu verteidigen. Zuletzt im Advent änderte er seine Wortwahl betonte, dass ein Verlust der Bestnote verkraftbar sei. Unternehmer und Führungskräfte ahnen es: Wackelt das Top-Rating von Frankreich, wackelt auch das Top-Rating des Rettungsfonds EFSF, so Fitch. Deutschland und Frankreich zusammen haben Garantien in Höhe von 369,6 Milliarden Euro übernommen. Das sind mehr als 80 Prozent. Fitch beziffert die Wahrscheinlichkeit einer Herabstufung des EFSF ebenfalls auf 50 Prozent.

Moody’s warnte gestern, dass die wirtschaftliche Stärke Großbritanniens möglicherweise nicht ausreiche, um das Land vor einer Herabstufung seines Top-Ratings zu bewahren. Hintergrund sei die Schuldenkrise der Euro-Zone und das nationale Programm zur Reduzierung des Haushaltsdefizits. „Die Fähigkeit der Regierung, weitere makroökonomische oder fiskalische Schocks zu verkraften, ist deutlich herabgesetzt“, heißt es in dem Bericht, den Moody’s in der letzten Advent-Woche vorlegte. Der gegenwärtige stabile Ausblick für Großbritannien basiere auf der Annahme, dass die Regierung ihre Politik zur Haushaltskonsolidierung fortsetze. Doch der Handlungsspielraum für Großbritannien sei geringer geworden. Die Finanzkrise hat Großbritannien in die tiefste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gestürzt. Die Bank of England befürchtet im Advent in ihrem Ausblick, dass die Wirtschaft 2012 erneut schrumpfen wird. Rutsche die gesamte Euro-Zone im kommenden Jahr in die Rezession können laut Standard & Poor’s auch Deutschland in den Abwärtssog geraten.

SJB FondsSkyline. Fazit. Warum Kredite für Banken von der EZB?

Was geschieht hier im Advent? Die Banken erhalten von der Zentralbank Kredite zu einem Prozent, das ist geschenkt. Dafür sollen sie Staatsanleihen kaufen. Die werden im gleichen Moment herabgestuft, also in Zukunft besser verzinst. Weil mit den Euro-Staaten auch die Rettungsschirme herabgestuft werden, sinkt deren Durchschlagskraft. Staatsbankrotte werden wahrscheinlich. Und die Banken? Werden sie die gefährdete Konjunktur ankurbeln, indem sie die Unternehmen mit frischem Geld versorgen? Viel wahrscheinlicher ist, dass die Banken mit EZB-Geld auf dem Anleihenmärkten zocken werden, statt sich um ihr Eigenkapital zu kümmern. Schlimmer noch wäre, wenn die Banken die Kredite als Basiswert (Underlying) für eigene Wertpapieremissionen verwendeten. Ihr Nutzen wäre dreifach: Geschenktes Geld, alternativlose Bankkunden, gehebelte Massenprodukte. Unternehmer und Führungskräfte halten mit Vehemenz dagegen: Intelligentes Liquiditätsmanagement mit SJB Liqudität. Unabhängige Asset Allocation mit SJB APM. Und insolvenzgeschützte Sondervermögen mit der SJB VermögensVerwaltung. Drei Beispiele für stabile Währungen aus der SJB Liquidität noch im Advent: UBS Money Market – AUD (WKN 972219, ISIN LU0066649970), Nordea 1 – Norwegian Kroner (WKN 987173, ISIN LU0078812822) und Pictet CHF Liquidity (WKN 675161, ISIN LU0128498697).

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