SJB-Fonds-Anleger-StandPunkte: USA Super-Komitee gescheitert: Und jetzt?

22. November 2011 von um 17:35 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-Fonds-Anleger-StandPunkte: USA Super-Komitee gescheitert: Und jetzt? In den USA hat sich gestern das „Super-Komitee“ zum Schuldenabbau trotz Nachtsitzung nicht innerhalb der vorgegebenen Frist einigen können. Jetzt passiert, was Investoren, Anleger und ihre Berater schon hatten kommen sehen: Ab 2013 greifen automatische Budgetkürzungen in Höhe von 1.200 Milliarden US-Dollar, rund die Hälfte davon im Verteidigungshaushalt des Pentagon. Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer der SJB FondsSkyline OHG 1989, erwartet im SJB StandPunkt nach der Komitee-Sitzung keine akuten Auswirkungen auf die Wirtschaft der USA und damit auf Anleger, Investoren und ihre Berater. „Entgegen den bisherigen Erwartungen um die Komitee-Entscheidung“, so der SJB FondsSpezialist und Berater, „bleiben die Ausgaben 2012 wohl unverändert.

Liebe FondsBlogger, wenn es darauf ankommt, reden die Amerikaner nicht lange herum. „Nach drei Monaten harter Arbeit“, erklärte das Super-Komitee aus jeweils sechs Demokraten und Republikanern aus Repräsentantenhaus und Senat, „sind wir heute zu dem Schluss gekommen, dass es nicht möglich ist, gemeinsame Vorschläge beider Parteien zu machen.“ Der Komitee-Beschluss bedeutet für Anleger, Investoren und ihre Berater: Die Schulden der USA, die sich insgesamt auf mehr als 15.000 Milliarden US-Dollar belaufen, bleiben fürs erste unverändert. Ziel des Komitees war es, in den kommenden zehn Jahren 1.200 Milliarden US-Dollar einzusparen, um den gigantischen US-Schuldenberg  abzuschmelzen. Für Berater sowie ihre Anleger und Investoren ist das ein Anlass zur Wachsamkeit.

Jetzt steht den USA ein automatisierter Schnitt in Höhe der 1.200 Milliarden US-Dollar per Rasenmäher bevor. Darauf hatten sich beide Parteien im Komitee für den Fall des Scheiterns geeinigt. Die Berater des Forschungsinstituts „Third“ haben für Investoren und Anleger in einer Simulation ermittelt, wen es treffen würde, wenn ab 2013 mit dem Rasenmäher im Verteidigungs- und Sozialetat gespart wird. 3.700 Bundespolizisten müssen entlassen werden, was statistisch zu 26.000 weniger Festnahmen führen würde. Die USA müssten 2.300 Steuerfahnder einsparen, wodurch 4,5 Milliarden US-Dollar durch die Lappen gingen. Und 1.200 weniger Fluglotsen würden bedeuten, dass Millionen von USA Reisende Ausfälle und Verspätungen in Kauf nehmen müssten. Ein Szenario, das Anleger, Investoren und ihre Berater vorsichtig macht.

Die Ratingagenturen der USA reagierten – durch Berater sowie Anleger und Investoren animiert – auf das Super-Komitee schnell und moderat. Nachdem Standard & Poor’s noch im August die Top-Note der USA zum ersten Mal in der Geschichte auf AA+ gesenkt hatte, preschte nun Fitch vor. Weil das Komitee erfolglos blieb, drohte die Ratingagentur den USA mit einer Herabstufung, allerdings nur mit einer Abstufung des Ausblicks der Kreditbewertung auf „negativ“. Derzeit bewertet Fitch die USA mit der Bestnote „AAA“, und der Ausblick steht auf „stabil“. Die Entscheidung über die USA fällt Ende November. Standard & Poor’s und Moody’s planen keine unmittelbaren Herabstufungen. Investoren und Anleger, die US-Anleihen halten, können bezogen auf die Bonität der USA vorerst aufatmen, erklären Berater.

Der Präsident der USA, Barack Obama, steht vor den Wahlen 2012 unter noch größerem Druck. Einen Erfolg des Super-Komitees hätte er im Wahlkampf auf sich beziehen können. Als „Erfolg“ im Komitee können die Republikaner heute nur verbuchen, dass die Steuer nicht erhöht werden, und die Demokraten, dass Renten nicht gekürzt werden. Nicht nur im Super-Komitee, sondern auch im Kongress herrscht Stillstand – No, we can’t. Berater empfehlen Obama, gegen den Do-nothing-Kongress Front zu machen. Dafür gibt es ein erfolgreiches Vorbild: 1948 wetterte Harry S. Truman gegen den Do-nothing-Kongress, forderte Reformen und gewann nicht nur die Präsidentschaftswahl, sondern auch die Parlamentsmehrheit zurück. Und damit auch seine Handlungsfähigkeit. Daraufhin legten Investoren und Anleger den Marshall-Plan auf und ermöglichten in Deutschland das Wirtschaftswunder.

SJB FondsSkyline. Fazit. USA Super-Komitee gescheitert: Und jetzt? Die Staatsverschuldung in den USA liegt über 100 Prozent der Wirtschaftsleistung eines Jahres. Das Super-Komitee hat versagt. Doch internationale Investoren und Anleger haben kein Interesse an einer ernsthaften Schuldenkrise der USA. Die Chinesen und Japaner sind breit in den USA investiert, um ihren Zugang zu Markt und Know-how der USA frei zu halten. Und für Investoren auf der ganzen Welt sind die USA, neben Deutschland, Hort der Sicherheit: Auch Stabilität ist schließlich relativ. Ewig wird dieses Gefühl der Sicherheit nach der Komitee-Entscheidung nicht währen, das müssen Anleger, Investoren und ihre Berater wissen. Denn bewährte Instrumente, wie sie 2008 eingesetzt wurden,  werden nicht mehr zur Verfügung stehen: Steuersenkungen zur Konjunkturbelebung sind sehr unwahrscheinlich. Die staatlichen Ausgaben werden 2012 möglicherweise nicht sinken, aber ganz sicher nicht steigen. Und die Einschnitte 2013 werden härter ausfallen, als die Märkte sie bislang eingepreist haben. Politisch werden die Investoren, Anleger und Berater mit dem Super-Komitee der USA so verfahren wie die Dakota-Indianer: Wenn Du merkst, dass Du auf einem toten Pferd sitzt, steig ab.

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