SJB-Fonds-Anleger-StandPunkte: Wohin steuert die FondsIndustrie?

24. November 2011 von um 17:35 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-Fonds-Anleger-StandPunkte: Wohin steuert die FondsIndustrie? Eine Bank ist eine Bank, und eine FondsGesellschaft ist eine FondsGesellschaft. Die meisten Investoren, Anleger und Sparer glauben, dass typische Bankfunktionen wie die Kreditvergabe und typische Investmentfunktionen wie das Asset Management strikt voneinander getrennt sind. „Bei FondsSpezialisten ist das auch so“, erläutert Gerd Bennewirtz, FondsSpezialist und Geschäftsführer der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich. „Doch in großen Bankkonzernen hängt alles vom Gesamtergebnis ab. Wie gravierende Auswirkungen dies für Investoren, Anleger und Sparer haben kann, zeigt das Beispiel Deutsche Bank.“

Liebe FondsBlogger, es wird noch ein Hauen und Stechen im Vorstand der Deutschen Bank geben, wenn Josef Ackermann im Mai abtritt. Aktuell im Fadenkreuz: Kevin Parker, der Chef der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank. Er liefert nach Überzeugung seiner Management-Kollegen zu wenig Gewinn. Die Konsequenz im Management: Sein Konzernbereich wird filetiert. Hintergrund für Investoren, Anleger und Sparer: Die Deutsche Bank braucht bis Juli 2012 mindestens 1,2 Milliarden Euro, um die Eigenkapitalforderungen der europäischen Bankaufsicht EBA (European Banking Authority) zu erfüllen. Möglicherweise braucht die Deutsche Bank unter den Argusaugen der Investoren, Anleger und Sparer sogar noch mehr Kapital. Die derzeit laufenden Stresstests der EBA haben schon in der ersten Testrunde eine Kapitallücke von 106 Milliarden Euro bei Europas größten Banken ermittelt. Nun muss die Deutsche Bank einen Plan vorlegen, wie sie das Geld aufbringen will. Sie tut, was Investoren, Anleger und Sparer in Notlagen auch tun: Als erstes versucht sie, ungeliebte Stücke auf dem Flohmarkt zu versilbern. SJB Research geht davon aus, dass der Umgang des Marktführers mit dem Asset Management in der deutschen FondsIndustrie eine Signalwirkung haben wird.

Wie die FTD für Investoren, Anleger und Sparer berichtet, muss Parker für den harten Umbau des Asset Management unter Zeitdruck „alle strategischen Optionen“ prüfen: Ausgespart wird nur das Publikumsfondsgeschäft von DWS in Deutschland, Europa und Asien, wie die Deutsche Bank am Dienstagabend mitteilte. Private Investoren, Anleger und Sparer mit Anteilen an DWS-Fonds können aufatmen. Ansonsten steht das gesamte Großkundengeschäft mit institutionellen Anlegern wie Versicherern (DB Advisors) zur Disposition, außerdem die Vermögensverwaltung in Immobilienanlagen und Hedge-Fonds (Rreef) sowie das Privatkundengeschäft von DWS in den USA. Das Geschäft mit reichen Privatkunden (Wealth Management) ist verständlicherweise nicht betroffen. Dieses Geschäftsfeld hatte die Deutsche Bank mit der Übernahme von Sal. Oppenheim vor zwei Jahren gerade erst ausgebaut, ebenso wie den FondsVertrieb für Investoren, Anleger und Sparer über die Postbank. Insgesamt betreut die Deutsche Bank aktuell im Asset Management ein verwaltetes Vermögen von 516 Milliarden Euro. Davon sollen rund 350 Milliarden Euro Kundengelder in andere Hände wechseln. Als mögliche Käufer wurden laut FTD gestern in Finanzkreisen vor allem Private-Equity-Investoren wie Blackstone oder auch reine Vermögensverwalter wie BlackRock und die Schweizer GAM genannt. Den möglichen Verkaufspreis schätzen die Analysten von Credit Suisse gestern auf rund 2 Milliarden Euro. Goldman Sachs hält mehr als 3 Milliarden Euro für möglich. Investoren, Anleger und Sparer sorgen sich um das FondsVolumen ihrer PublikumsFonds. Die SJB meint: Wahrscheinlich zu Recht. Viele Institutionelle bedienten sich dieser Fonds, um preiswert die Sicherheit von Sondervermögen zu genießen

Warum will sich die Deutsche Bank in ihrem Asset Management von dem Großkundengeschäft trennen? Für die SJB eine Margenfrage: Im Asset Management mit institutionellen Kunden muss eine Bank entweder eine kritische Masse halten oder aussteigen. Denn wenn eine Bank das Kapital von institutionellen Kunden wie Versicherungen oder Pensionsfonds betreut, sind die Regeln streng. Anders als bankenunabhängige Vermögensverwalter wie BlackRock darf sich das Asset Management von Kreditinstituten nur sehr eingeschränkt an eigenen Fonds beteiligen. Das bringt Wettbewerbsnachteile, so Credit Suisse. „Besonders in den USA schränkt die Volcker-Regel die Möglichkeit für Banken ein, eigenes Startkapital in Fonds zu stecken, was besonders bei alternativen Anlagen wichtig ist.“ Die nach dem ehemaligen Fed-Chef Paul Volcker benannte Regel besagt im Wortlauf: „Finanzinstitute sollen ihre spekulativen Anlagegeschäfte auf Kundenaufträge beschränken und dürfen selbst keine riskanten Positionen zu Spekulationsgeschäften auf eigene Rechnung eingehen.“ Aus Sicht der Banken sind die Margen im institutionellen Geschäft  – mit Blick auf Investoren, Anleger und Sparer - traditionell gering. Hier verhandeln Profis mit Profis: Der Wettbewerb ist groß. Die Vertragspartner sind erfahrener als Investoren, Anleger und Sparer und gehen kritischer in die Verhandlungen. Und institutionelle Investoren bevorzugen passive Anlagekonzepte, die für die Anbieter nur mit kritischer Masse rentabel sind.

An den Netto-Mittelflüssen im Asset Management der Deutschen Bank ist dies deutlich ablesbar. Nach eigenen Angaben erzielte die Deutsche Bank 2009 Zuflüsse in Höhe von 9 Milliarden Euro, 2010 Abflüsse in Höhe von 1 Milliarde Euro und 2011 im laufenden Jahr bis Ende September Abflüsse in Höhe von 22 Milliarden Euro. Kein Wunder, dass Vorstandschef Josef Ackermann mit dem Asset Management nicht glücklich ist. Im Angebot der Deutschen Bank sind derzeit laut FTD: Die Konzernbereiche Corporate Investments und Consolidation & Adjustments komplett. Im Konzernbereich Corporate & Investment Bank die Unternehmensbereiche Corporate Banking & Securities, Global Transaction Banking. Im Konzernbereich Private Clients and Asset Management die Unternehmensbereiche Asset Management und Privat & Business Clients. Insgesamt verwaltet das Asset Management der Deutschen Bank aktuell Kundengelder in Höhe von 516 Milliarden Euro, davon 162 Milliarden Euro für institutionelle Anleger 150 Milliarden Euro für Versicherungen, 157 Milliarden Euro für Investoren, Anleger und Sparer und 46 Milliarden Euro für Dritte. Im Wealth Management verwaltete Kundengelder belaufen sich auf 264 Milliarden Euro.

Investoren, Anleger und Sparer sollten wissen: Vorbilder für den Umbau des Asset Management inklusive des institutionellen FondsGeschäfts gibt es mehrere. Goldman Sachs hat einige ausgewählte Verkäufe zusammengestellt. Durchgängiger Zug: Der Verkauf vom Asset Management ist stark konjunkturabhängig: Oktober 2008 direkt nach der Lehman-Pleite zahlte Aberdeen für die Übernahme der Sparte von Mitsubishi einen Preis von 0,1 Prozent des verwalteten Vermögens. Als sich die Lage im Juni 2009 für Investoren, Anleger und Sparer entspannte, musste BlackRock für knapp 1,50 Billionen US-Dollar von Barclays Global Investors schon 0,9 Prozent hinblättern. Im Oktober 2009 entrichtete Invesco unter damals positiven Vorzeichen der Börsen einen Preis von 1,3 Prozent des verwalteten Vermögens, bei einer Gesamtsumme von 119 Milliarden US-Dollar immerhin 1,5 Milliarden US-Dollar. Welcher Verkaufspreis für die von der Deutschen Bank avisierten 350 Milliarden Euro oder 470 Milliarden US-Dollar aus dem Asset Management erzielt werden kann, entscheidet vor den Augen der Investoren, Anleger und Sparer wohl nicht über die Existenz der Deutschen Bank. Aber über ihre Unabhängigkeit von der deutschen und europäischen Politik.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wohin steuert die FondsIndustrie? Halten wir fest: Dass die DWS nicht auf der Verkaufsliste steht, ist für Investoren, Anleger und Sparer der Beleg, dass Investmentfonds bei der Deutschen Bank die Mauerblümchenecke endgültig verlassen haben und zum Kerngeschäft des Marktführers gerechnet werden. Die Aufwertung, die Fonds dadurch erfahren, ist enorm. Wenn nicht mehr Fonds an Banken angeheftet, sondern Banken um Fonds herum konstruiert werden, ist der Durchbruch geschafft. Fonds sind im Zentrum der Bankenwelt angekommen.

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Ihr persönlicher SJB FondsBerater betrachtet den Wandel in der FondsIndustrie als Chance. Uns Sie als Begünstigten. Sie erreichen ihn unter der Rufnummer Management49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unterFonds@sjb.de.

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