SJB-Fonds-Anleger-StandPunkte: Bringen Euro-Bonds mehr Stabilität?

21. November 2011 von um 17:35 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-Fonds-Anleger-StandPunkte: Bringen Euro-Bonds mehr Stabilität? Portugal, Irland, Griechenland, Italien, Spanien: Die Schuldenkrise wirbelt die Regierungen durcheinander. „In diesem Umbruch soll ausgerechnet Brüssel für Stabilität sorgen?“, fragt Berater Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer der SJB FondsSkyline OHG 1989. „EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat in seiner Mission für Euro-Bonds nur noch einen Gegner“ so der FondsSpezialist und Berater der SJB im aktuellen StandPunkt: „Europas Zahlmeister Deutschland.“

Liebe FondsBlogger, welche Anleger und Investoren sprechen heute noch vom Geldverdienen? Stabilität ist das Gebot der Stunde, sagen die Berater. Um Stabilität zu erreichen, will EU-Kommissionspräsident Barroso Bundeskanzlerin Merkel bis Mittwoch gemeinsame Staatsanleihen bzw. Euro-Bonds vorstellen. Um Anleger, Investoren und ihre Berater zu locken, heißen diese Euro-Bonds ab sofort „Stabilitätsbonds“. Euro-Bonds würden, so Barroso, „die Euro-Zone stabilisieren, den Finanzsektor widerstandsfähiger und die Refinanzierung der staatlichen Schulden billiger machen“. Der europäische Anleihemarkt werde größer werden, liquider und attraktiver für Anleger, Investoren und Berater aus aller Welt. In der Diskussion um mehr Stabilität für Investoren und Anleger sind drei Varianten von Euro-Bonds.

- gemeinsam garantierter Euro-Bonds mit unbegrenzter Haftung
– gemeinsam garantierte Euro-Bonds mit begrenzter Haftung
– koordinierte Euro-Bonds mit anteiliger Haftung

Bei der letzten Variante, haftet jeder Staat einzeln anteilig für die Schulden, so politische Berater der Kommission. Brüssels Aufgabe mit Blick auf Anleger und Investoren wäre nur die Organisation des Schuldendienstes. Beim Kampf um mehr Stabilität wären diese Euro-Bonds nach Expertenmeinung „mit einer nur kleinen Verzögerung“ umsetzbar. Voraussetzung für die Koordinierung der Euro-Bonds ist, dass die Länder administrative Kompetenzen an Brüssel abgeben. Bei den gemeinsam garantierten Euro-Bonds sind weiterreichende Anpassungen notwendig. Nach dem Vorbild der Deutschen Finanzagentur muss zum Zweck der Stabilität eine Europäische Schuldenagentur eingerichtet werden. Voraussetzung ist laut Berater der EU eine aufwändige Änderung von Artikel 125 der Europäischen Verträge: Darin ist derzeit eine gegenseitige Haftung der Mitgliedstaaten ausgeschlossen. Eine Regelung, mit der Investoren, Anleger und ihre Berater bislang sehr gut gefahren sind.

Neben dem Portugiesen Barroso befürwortet auch der neue italienische Ministerpräsident Mario Monti die Einführung von Euro-Bonds. Noch ist Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy ambivalent. Doch mit dem wachsendem Schuldendienst und sinkender Stabilität Frankreichs dürfte das nur eine Frage der Zeit sein. Anleger, Investoren und ihre Berater wollen gewonnen werden. Darum lautet das Kalkül der Befürworter von gemeinsam garantierten Euro-Bonds: Die gemeinsame Haftung bringt den neu geschaffenen  Euro-Bonds ein hohes Rating, möglichst die Bestbewertung „AAA“. Bei anteilig verantworteten Euro-Bonds orientiert sich das Rating mutmaßlich am schlechtesten Land, derzeit Griechenland mit einem „C“. Solche Papiere wollen Investoren, Anleger und ihre Berater nicht kaufen. Sie sind kontraproduktiv für die Stabilität.

Bundeskanzlerin Merkel und ihre Berater wehren sich mit Händen und Füßen gegen Euro-Bonds. Bei Euro-Bonds profitieren attackierte Länder wie Italien, Spanien oder Frankreich von der Bonität und Stabilität Deutschlands und müssen entsprechend niedrigere Zinsen an Investoren und Anleger zahlen. Im Gegenzug steigt dann die Zinslast für Deutschland. Vorhaben wie die geplante Steuersenkung 2012 sind dann nicht mehr zu finanzieren. Zudem schließen Investoren, Anleger und ihre Berater nicht aus, dass sich höher verschuldete und weniger konkurrenzfähige Euro-Länder auf den für sie günstigeren Zinsen ausruhen. In dem Barroso-Papier heißt es dazu: „Jede Art von Stabilitätsanleihen muss von einer substanziell verstärkten Haushaltsüberwachung und politischer Koordination begleitet werden.“ Zum Beispiel könnten Länder, die sich nicht an die Regeln der Stabilität halten, von den Euro-Bonds ausgeschlossen werden. Und wenn Deutschland höhere Zinsen an Investoren und Anleger zahlen müsse, könnten die Profiteure gemeinsamer Anleihen ja einen Ausgleich an jene Staaten zahlen, die sich  teurer Kapital beschaffen müssen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Bringen Euro-Bonds mehr Stabilität? Eine Überwachung des deutschen Haushaltes in Brüssel statt in Berlin? Ausgerechnet im Namen der Stabilität? Ausgeschlossen. Kompensationszahlungen für höhere Zinslasten? Nicht erkennbar. Wer soll solche Zahlungen leisten? Etwa die Länder, die ohne Transfers schon zahlungsunfähig wären? Vollends ungeklärt ist: Welche Investoren und Anleger sollen die Euro-Bonds kaufen und aus welchem Grund? Das Zinsniveau solcher Bonds wird nach Auffassung der Berater extrem niedrig sein. Die Renditen britischer inflationsgebundener Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit rangieren derzeit bei -0,14 Prozent. Und auch Investoren und Anleger der Euro-Zone haben ihren Patriotismus längst verloren. Denn Anleger richten sich bei der Suche nach Stabilität gern nach Vorbildern, zum Beispiel nach den Zentralbanken. Und was machen die? Die kaufen Gold. Allein von Juli bis September 148,4 Tonnen – so viel wie nie zuvor in einem Quartal. Offenbar wollen die Währungshüter für mehr Stabilität ein solides Polster aufbauen. Im Sturm wiegen Goldbarren schwerer als Papier.

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